Apostasie in Mittelalter und früher Neuzeit

Dieses Thema im Forum "Die Inquisition" wurde erstellt von Elin, 4. Mai 2009.



  1. Elin

    Elin Neues Mitglied

    Hallo!

    Nach meinem Wissen wurde der Übertritt vom Christentum zum Judentum im Mittelalter in ganz Europa grundsätzlich mit dem Tod bestraft. Ist das so richtig?

    In Spanien gab es nach meiner Erinnerung bereits in der Westgotenzeit entsprechende Bestimmungen, und in den Siete Partidas von Alfonso X. kam auch der Übertritt zum Islam hinzu. In der Frühen Neuzeit hat das Geschäft ja in Spanien die Inquisition besorgt.

    Kann mir jemand Genaueres sagen und/oder Quellen nennen?


    Gruß,
    Elin
     
  2. Skarin Thorsson

    Skarin Thorsson Neues Mitglied

    Hi,

    also eine genaue Quelle aknn ich dir nicht nennen, aber ein Übertritt zum Judentum wurde ähnlich wie im NS mit Enteignung udn sozialer Isolation, bis zu gewalttätigen Übergriffen geahndet. Hoff cih konnte dir n bissl helfen
     
  3. Nergal

    Nergal Neues Mitglied

    Das ist interessant!
    Aber wie sah das eigentlich in der Frühzeit der christlichen Machtausübung mit dem kompletten Abfall vom Glauben aus?
    Also so um 500-1000.
     
  4. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Seit Kaiser Gratian wurden Apostaten mit dem Verlust ihrer bürgerlichen Rechte bestraft, d. h. sie konnten beispielsweise nichts erben. Im Hochmittelalter wurden sie dann als Ketzer betrachtet und entsprechend verfolgt.
     
  5. Lili

    Lili Moderatorin

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  6. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Aus @Lilis Quelle geht aber auch hervor, dass Übertritte zum jüdischen Glauben im Mittelalter sehr selten (und gefährlich) waren. Die allgemeine Diskriminierung, aber auch solche Kleinigkeiten wie die Beschneidung werden den Hang zur Konversion spürbar gedämpft haben.
    Das einzige Massenbeispiel dafür waren m.W. die Chasaren, ein Turkvolk aus der eurasischen Steppe.
    http://www.geschichtsforum.de/f41/chasaren-die-juden-des-nordens-3871/
     
  7. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Die Chasaren waren davor aber auch noch Heiden und hatten ihr eigenes Reich. Angst vor religiöser Verfolgung brauchten sie also nicht zu haben.
     
  8. Jipster

    Jipster Neues Mitglied

    Allein die soziale Ausgrenzung und Benachteiligung (Leben in abgegrenzten Vierteln,Schlechter Ruf) machten einen Glaubenswechsel gefährlich/risikoreich.
    Soweit ich weiß wurden auch Jüdische Viertel dem Erdboden gleich gemacht um neue Christenwohnungen zu bauen (z.B in Nürnberg: dort wurde auf ein Jüdisches Viertel ein Marktplatz gebaut (der Hauptmarkt) und anstelle der Synagoge wurde eine Kirche gebaut.
    Man war also vor Pogromen schon damals nicht sicher.
     
  9. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Die erste Synagoge wurde 1349 in Nürnberg zerstört. Heute steht dort die Frauenkirche und der Hauptmarkt. Die Pogrome 1349 kamen aus Frankreich über Europa. Grund war die Pest, deshalb nennt man diese Pogrome auch Pestpogrome. Den Juden wurde, neben dem Hostienfrevel und Ritualmordlegenden nun auch noch vorgeworfen sie würden die Brunnenvergiften. Damit waren sie die Schuldigen der Pestepidemie.


    Die zweite Synagoge wurde in Nürnberg 1499 niedergerissen. Grund war hier die antijüdische Kirchenpolitik in dieser Zeit.
     
  10. Lampodoria

    Lampodoria Neues Mitglied

    Zu erwähnen ist auch, dass man sich an den Juden bereichern wollte und dass man sie aus diesem Grunde beschuldigte.
     

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