Ausgrabung in Bissingen

Dieses Thema im Forum "Die Franken" wurde erstellt von edgar, 12. Februar 2016.



  1. edgar

    edgar Mitglied

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  2. flavius-sterius

    flavius-sterius Aktives Mitglied

    Hat jemand Ahnung davon, was der Siegelring aussagen könnte? Eine Schrift ist das wohl nicht, oder?
    :confused:
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Womöglich ARE?
     
  4. edgar

    edgar Mitglied

    Tja, mir sind auch nur 2 Runen(Isa, Othala) und ein E eingefallen.
     
  5. edgar

    edgar Mitglied

    Aber ARE hört sich natürlich prima an, weil man da gleich Alamannorum REgnum draus machen kann. :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Februar 2016
  6. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Aus Merowingerzeit sind mehrere Siegelringe mit Namensinschriften gefunden wurden - allerdings mit lateinischen Buchstaben.
    Die hier vorgeschlagene Lesart I(sa) O(thala) E enthält allerdings nur Vokale. Das könnte natürlich eine Abkürzung sein oder einfach die Reihe der nicht deutbaren Inschriften eingereiht werden.
    Runen sind keine genormte Schriften. Es gibt wieder einzelne Abweichungen oder kaum deutbare Sonderzeichen, Binderunen, Pseudorunen etc.

    Das ist allerdings ein großes Rätsel. Kann irgendwie die Lage der Lamellen im Grab erkennen. Auf Bild 2 kann ich die Lamellen nicht finden.
    Auf Bild 7 liegt unmittelbar daürber eine Art Nagel. (Ist der Nagel oder Niet Teil des Schildes?) Oben links sind mehrere kleine Knochen erkennbar. (Ist das ein Fuß?)
    Im Video kann ich die Schrift nicht lesen, mit der die Lage der Beigaben beschrieben wird. (Die Schrift auf Youtube ist noch undeutlicher als die Inschrift auf dem Ring!) Die Sicherung und Bergung der Lamellen wird im Film zwar gezeigt, aber dadurch wird mir die Lage auch nicht klar.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Februar 2016
  7. edgar

    edgar Mitglied

    Die Lamellen liegen am Fußende. Auf meinem Rechner seh ich im Video den Text recht gut, aber die Lamellen werden dort nicht gezeigt. Dass sie am Fußende liegen, siehst du im Video bei 1:37. Der Mann links präpariert dabei den Block in Plastikfolie während die Frau dazu spricht. Oben liegt die Spatha( das längliche rostbraune Ding ;) ) mit Beckenknochen.

    Zum Lamellenpanzer: Es war nicht unüblich nur ein Teil davon ins Grab mitzugeben. Nur bei der obersten sozialen Schicht war wohl mehr möglich. Im deutschsprachigen Raum wurde bist jetzt nur 8 Lamellenbeigaben gefunden. Davon 5 auf der schwäbischen Ostalb, jetzt eine an der Westalb und zwei am Niederrhein. Auch in Italien fand man noch zwei. Allerdings sind im mittleren Donauraum (Karpatenbecken ) jenes Zeitraums überaus viele Funde zu verzeichnen, die den Awaren zugeordnet werden.

    Da sich große Teile der Alamannen aus dem mittleren Donaugebiet nach dem heutigen Schwaben aufmachten, ist es nicht verwunderlich, dass sie den Lamellenpanzer von den Awaren übernommen haben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Februar 2016
  8. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Wenn ich die Zahl der gefundenen Lamellenpanzer betrachte, so scheint es absolut unüblich gewesen zu sein, so etwas mit ins Grab zu nehmen - selbst bei oberen sozialen Schichten. Rüstungsbeigaben sind in der Merowingerzeit Einzelfälle. Unter den nunmehr 9 Funden sind nur zwei vollständige Panzerungen. Eine relative Fundhäufung im alamannischen Gebiet hängt eventuell mit speziellen Grabsitten zusammen.

    Ich glaube nicht, dass sich die Verbreitung der Lamellenpanzer schlicht mit der Völkerwanderung erklären lässt. Eine mutmaßliche Einwanderung aus dem mittleren Donauraum in die Alamannia durfte lange vor dem 6. oder 7. Jahrhundert erfolgt sein.

    Tatsächlich waren Lamellenpanzer schon vorher bekannt. Bereits Frankenkönig Childerich I.
    (5. Jahrhundert) ist auf seinem Siegelring mit einer Art Lamellenpanzer abgebildet. Eine awarische Vermittlung kann hier noch nicht stattgefunden haben, da die Awaren zu der Zeit noch irgendwo in der eurasischen Steppe unterwegs waren.

    Häufig wird bei den Lamellenhelmen und Panzern des 7. Jahrhundert auf Vergleichsfunde aus Kerc verwiesen. Kerc liegt auf der Halbinsel Krim, Ukraine oder so. Kerc war zu der Zeit unter chasarischer Kontrolle. Die Stadt hatte jedoch eine griechisch-byzantinische Tradition.
    Ich halte daher für eine byzantinische Herkunft der Rüstungstechnik für naheliegender. Kataphrakten haben eine lange Tradition. Eine Vermittlung byzantinischer Rüstungen kann über die Langobarden in Italien erfolgt sein. Von den Langobarden übernahmen die Alamannen wahrscheinlich auch die Grabsitte der Goldblattkreuze übernommen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Februar 2016
  9. edgar

    edgar Mitglied

    Dachte dabei eher an noch vorhandene Kontakte. Naja, das muss natürlich nicht sein, da gibt es keine eindeutigen Belege.

    Sieht für mich eher wie ein Schuppenpanzer aus. Oder ?

    Auch in der Fachlit. gibt es dazu keine Einigkeit. Je nachdem wird deine These, die Awaren oder Norditalien angenommen.
     
  10. edgar

    edgar Mitglied

    Wegen dem Panzer auf dem Siegelring von Childerich hab ich nochmal nachgelesen. Das soll eine mit Metall beschlagene Pteryges sein.
     

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