Befehlsstrukturen/ Rangordnung Befreiungskriege 1813

Dieses Thema im Forum "Französische Revolution & Napoleonische Epoche" wurde erstellt von jeju1813, 28. Juni 2017.



  1. jeju1813

    jeju1813 Neues Mitglied

    Hallo,
    ich bin auf der suche nach einer Liste, in der ich die Befehlstrukturen bzw. Rangordnung der verschiedenen Parteien (Engländer, Preußen, Österreicher, Russen, Franzosen) zur Zeit der Befreiungskriege nachsehen kann. Des weitern würde mich interessieren, welche Voraussetzungen für die verschiedenen Ränge erbracht werden mussten (Dienstjahre... usw.), wenn mir von Euch jemand einen Verweis auf entsprechende Datenbanken oder Lektüre geben könnte, wäre ich sehr dankbar!
    Vielen Dank im vorraus, Jens!
     
  2. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Hei,

    deine Frage ist recht speziell. Da hier bislang keine Antwort gekommen ist, erlaube ich mir auf das Napoleon - Forum (forum.napoleon-online.de) zu verweisen - dort sitzen einige Auskenner, die vermutl. weiterhelfen können.
    Ganz grundsätzlich wird man die Ränge der Armee eines Landes nicht unbedingt 1:1 mit den Rängen der Armee eines anderen Landes gleichsetzen können, sie sind nicht immer "kompatibel".
    Die Franzosen haben z.B. den Marschall-Rang, den gibt es nicht in allen Ländern.

    Gruss, muheijo
     
  3. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Es gibt eine Publikation, die das zumindest für die Parteien der Schlacht von Waterloo nebeneinander stellt. Ich komme nur gerade nicht auf Autor und Titel.

    Aber es ist wohl besser, du recherchierst das für die Armeen einzeln. Dragoner war nicht gleich Dragoner und Jäger nicht gleich Jäger, teils nicht Mal in ein und derselben Armee.

    Außer den 5 Hauptvereingrenzen gab es noch weitere Armeen. Willst Du Dich nur auf die 5 beschränken?

    Hast Du schon in entsprechende allgemeine Handbücher geschaut? (Z.B. die Reihe Heerwesen der Neuzeit)

    Die Antwort, wäre etwas leichter, wenn Du den Zweck andeutetest. Ich kenne mich einigermaßen nur bei den Preussen aus, aber gerade deshalb vermute ich, dass eine Liste ob der ganzen Besonderheiten nicht reichen wird. Du schreibst von Befehlsstruktur. Das würde bei den Preußen schon mal nach Lage umgestaltet, ein Regiment oder ein Bataillon einer anderen Brigade unterstellt. oder einem Regiment zusätzlich Reiter zugeordnet, selbst wenn so ein Major einem Oberst befehlen musste, um gleich ein Extrem zu bemühen.

    Bei den Preussen bestand ein Linieninfanterieregiment aus 2 Bataillonen Musketieren und 1 Bataillon Füsilieren. Die Musketiere waren natürlich Füsiliere, die ältere Bezeichnung wurde aus Prestigegründen, auch als unterster Dienstgrad bei der Infanterie bis zum 1.Weltkrieg beibehalten. Die Musketiere waren in erster Linie für den Kampf in Linienformation gedacht und ausgebildet. Das jeweilige Füsilierbataillon -Füsiliere waren in der preussischen Armee bis 1806 die erst nach 1740 aufgestellten Infanterieregiment er, jetzt wurde der Begriff anders verwandt- war zusätzlich für den Trailleur-Kampf, das Plänklergefecht ausgebildet. Jedenfalls auf dem Papier. Und gezogene Läufe hatten die Flinten der Füsiliere auch nicht. Sie trugen Faschinenmesser und schwarzes Lederzeug, die Musketiere Säbel und weißes Lederzeug. Die Bataillone bestanden aus 4 Kompanien. Ihnen war eine Kompanie Freiwilliger Jäger beigegeben. Das waren keine richtigen Jäger, auch sie hatten keine gezogenen Läufe, dafür oft Hirschfänger statt Säbel/Maschinengewehr. Es handelte sich um reichere Wehrpflichtige, die verpflichtet wurden, sich freiwillig zu melden und Ausrüstung und Uniform selbst zu stellen. Dafür wurde in Aussicht gestellt, sie schneller zu befördern. Da sie als weniger anfällig für Desertionen galten, wurden sie öfter zum Plänkeln und für andere selbstständige Aufgaben herangezogen, als die anderen Infanteristen. Ihre Uniform sollte sich nur dadurch unterscheiden, dass sie grün war. Zu einem Infanterieregiment gehörten, ich meine bis 1812, es kann auch 1814 sein, zwei Grenadierkompanien. Zu dieser Zeit als Elite gedacht sollte im Krieg aus den Grenadieren zweier Regimenter ein Grenadierbataillon gebildet werden. Später blieben die Grenadierkompanien zusammen und wurden zur Garde genommen.

    Dann gab es Reserveregimentern, die später in normale Regimenter umgewandelt wurden und natürlich die Landwehr, bei denen die 3 Bataillone nicht in Musketiere/Füsiliere unterteilt waren. Freiwillige Jäger wurden auch der Reserve und der Landwehr zugeteilt. Sie trugen die Uniform der jeweiligen Landwehr, der Rock in grün.

    1815 wurden je zwei Infanterieregimenter (die Reserveregimentern, das Lützowsche Freikorps, die Russisch-Deutsche Legion und die von Frankreich übernommenen Truppen, wie z.B. die bergische Infanterie befanden sich in Umwandlung zu regulären Einheiten, sie Namen teils noch in alter Uniform am Feldzug teil.) und ein Regiment Landwehr zusammen mit ein oder zwei Einheiten Kavallerie und einer Batterie Artillerie zu einer Brigade zusammengefasst. Einigen Brigaden wurde eine Abteilung (2 Kompanien) Schützen oder richtige Jäger zugeteilt. (Die hatten gezogene Läufe und waren nur in Bataillonen organisiert. Uniform:grüner Rock auch für die normalen Jäger/Schützen. 1806 gab es 2 Jägerbataillone, 1808 und 1814 wurden je ein Schützenbataillon aufgestellt, 1815 kam noch je eines beider Truppen hinzu. Je 1 Bataillon galt als Garde.) Damit entsprachen die preußischen Regimenter Brigaden anderer Armeen und die Brigaden Divisionen. Die Brigaden waren 4 Korps unterstellt. Die zur Garde genommenen Grenadierregimenter und die beiden Gardeinfanterieregimenter (das zweite 1814 aufgestellt) blieben zu Hause. Soweit zur Organisation der Infanterie 1815. Dienstgrade, ältere Organisationen und andere Truppengattungen und Einteilung der Kompanien folgen noch.

    Du kannst auch mal in Tabletop-Foren fragen. Da findest Du Experten für die Einzelnen Armeen. Startseite - Sweetwater Forum und Tiny-Soldiers - Wargaming deluxe sind da einschlägige deutsche Foren.

    Für die hundert Tage findest Du die Organisation auf centjours.mont-saint-jean.com. (ohne www davor)
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Juni 2017

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