Berühmte Linkshänder - Woher weiß man, dass sie Linkshänder waren?

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten im Altertum" wurde erstellt von Lond, 14. August 2013.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Bei der ganzen Umerzieherei hat man es nicht geschafft, ihm die Eselsohren auszutreiben...
     
  2. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Ich kann es zwar selbst nicht aber gehe ich hier fehl in der Annahme, dass Klavier ohnehin mit beiden Händen gespielt wird ?
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Mozart war doch ein Wunderkind :D
     
  4. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Wenn man genau hinschaut, entpuppt sich auch das Klavier als Wunderklavier. (Für Lechts- wie für Rinkshänder!)
     
  5. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Auch Einstein taucht regelmäßig in den Linkshänderlisten auf.

    "Wenn er Linkshänder war, konnte er es ziemlich gut verbergen..."
    War Einstein Linkshänder? (Albert Einstein)


    Andererseits - da gibt es doch dieses Foto:
     

    Anhänge:

  6. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Ist doch ganz einfach. Geschrieben hat er mit rechts ,unterstrichen mit links.:pfeif: Möglicherweise nahm man für Fotos den Stift und die Kreide in das "feine" Händchen, hatte aber vorher das Zeug mit links geschrieben. Von mir gibt es auch ein Foto aus der ersten Klasse ,mit dem Stift rechts, obwohl ich immer nur links geschrieben habe und mit rechts nur sehr abstrakte Buchstaben zustande bringe.
     
  7. Amalaswintha

    Amalaswintha Aktives Mitglied

    Das Netz verleitet zwar zur "Recherche", doch in Wahrheit ist es nichts als ein Wühlen in sehr viel Müll, was ich tagtäglich erleiden darf und zeigt hier einmal mehr, dass das Netz keine taugliche Quelle darstellt, weder primärer, noch sekundärer Art.
    Wenn man also herausfinden möchte, OB Beethoven Linkshänder war, oder nicht, und einer vom anderen abeumelt, ohne selbst Quellenbelege zu bringen, dann wir man um die klassische Historikerarbeit nicht herumkommen.
     
  8. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Da hilft nur eins, Beethoven exhumieren und schauen welcher Arm abgenutzter aussieht. :devil:
     
  9. Amalaswintha

    Amalaswintha Aktives Mitglied

    Dann ist Dein linker Arm schon ganz abgenutzt?
    So.So.... das wollen wir nicht hoffen, wäre schade um die vielen schönen Zeichnungen, dafür sollte er schon noch halten :D
     
  10. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    in diesem speziellen Fall - Beethoven - empfehle ich, ganz anders vorzugehen.

    Beethoven hatte, bevor er richtig gutbürgerlich von adeligen Renten leben konnte, seine Brötchen als Klaviervirtuose und Klavierlehrer verdient - da gibt es u.a. ganz neckische rein technische Studien, die Onkel Beethoven für seinen Neffen verfasst hatte. Und es gibt die berühmten 32 Variationen über ein eigenes Thema c-Moll WoO 80. Diese Variationen sind quasi Beethovens Chopinetüden: sie sind ein - sein - spieltechnisches Komendium an Basistechniken (Akkordbrechungen, Skalen, Doppelgriffe etc.) Ganz eindeutig (!!) ist hier die rechte Hand mit der Führungsrolle betraut:
    1. jede Dreiergruppe von technischen Variationen beginnt damit, dass rechts dass technische Problem gelöst wird. Danach "lernt" die linke Hand von der rechten. Und zuletzt spielen beide gleichzeitig dasselbe
    2. spezielle manuelle Schwierigkeiten (z.B. rasche Terzenskalen, Oktavgänge) werden nur der rechten Hand, nicht der linken Hand anvertraut.
    Das allein genügt schon, um pianistisch Beethoven eindeutig als Rechtshänder einzuordnen!
    Schaut man dann in sein gesamtes Klavierwerk (alle Sonaten, Variationen, Konzerte, Kammermusik, Liedbegleitungen) wird man dasselbe finden: der pianistische Rechtshänder vertraut der rechten Hand die ärgsten Probleme an.

    Die einzigen Ausnahmen sind sechs linear-polyphone Abschnitte, die Beethoven komponiert hatte, als er selber schon infolge seiner Taubheit nicht mehr kontrolliert klavierspielen konnte (!!). Diese (freilich spielbaren und absolut fantastischen) Klaviersätze sind bis heute für jeden Spieler eine extreme manuelle Zumutung; es sind:
    das fugato im Finale der Sonate op.101
    die bestialische Fuge der "Hammerklaviersonate" op.106
    die beiden fugato-Variationen der Sonate op.109
    die Fuge der Sonate op.110
    das fugato im Kopfsatz der Sonate op.111
    die Fuge der Diabellivariationen

    (die berühmten, haarsträubend heiklen Kettentriller im Beethovenschen Spätwerk strapazieren erwartungsgemäß mehr die rechte Hand)

    Beethoven war kein versierter Geiger, kein versierter Trompeter - er war Pianist: war auf dem Klavier zuhause (noch als er taub war, rang er um Spielbarkeit herstellende Fingersätze in seinen späten Sonaten!!!) - und dort, am Klavier, war er eindeutig Rechtshänder.

    Davon ausgehend, gibt es keinen vernünftigen Grund, den Ludwig van zum Linkshänder zu stilisieren!
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Juli 2015
    1 Person gefällt das.
  11. Teresa C.

    Teresa C. Aktives Mitglied

    Könnte das mit dem Linkshändern/innen nicht auch eine Mode-Erscheinung sein?

    Vor etwa zwanzig Jahren wurde es üblich, allen Künstlern, die zuletzt wahnsinnig waren, als Ursache eine Erkrankung an der Syphilis zu unterstellen.

    Linkshänder weichen von der Norm ab, Künstler (und Menschen, die eindeutig nicht Durchschnitt waren) gewöhnlich auch ... neue Modeerscheinung: sie waren eben Linkshänder. (Und wenn Forschung von irgendetwas überzeugt ist, dann hat sich auch bald die Indizien entdeckt, die das angeblich bestätigen.)
     
  12. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Ich denke schon dass der abgenutzter ist. Da ich meine rechte Hand nur zum guten-Tag-sagen und zum Essen in Gesellschaft brauche, müsste die noch wie neu sein.:winke:
    Ich denke Dekumatland hat sehr gut und fachmännisch erklärt ,dass Beethoven mit großer Wahrscheinlichkeit Rechtshänder war. Man kann den Unterschied zwischen einem reinen Links-und einem Rechtshänder schon bei einem Kind gut beobachten. Sitzt es auf dem Boden und hat Bausteine um sich herum verteilt liegen ,nimmt ein rechtshändiges Kind auch die linke Hand um sich die Steine, die links von ihm liegen zu holen. Ganz anders das Linkshänderkind ,es verdreht seinen Körper um die Bausteine ,die rechts von ihm liegen, auch mit der linken Hand zu greifen. Rechtshänder verwenden viel häufiger beide Hände als Linkshänder.
    Deshalb wäre es ziemlich unwahrscheinlich, dass ein Komponist, der Linkshänder ist, die rechte Seite der Tastatur überbetont.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Juli 2015
  13. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Du klingst wie meine Grundschullehrerin. Es kann nicht sein das1/4 meiner Klasse Linkshänder sind. So nach dem Motto, Linkshänder sind nicht normal.
    Übrigens, damals war es schon verboten Linkshänder "umzuherzuehen". Unterhalte Dich mal mit einem Neurologen was dabei passiert.

    Apvar
     
  14. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Da ich ungern warten möchte, bis Teresa einen Intervietermin beim Neurologen bekommen hat, um die Ergebnisse ihrer Recherche hier vorzustellen: Was käme denn dabei heraus? :friends:
    Ich hätte da ja eine Alltagstheorie, aber... naja...
     
  15. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Das wird heute als "unblutige" Gehirnoperation gewertet. Weil Gehirnareale genutzt werden, welche beim Linkshänder normalerweise nicht fürs schreiben genutzt werden. Quasi werden die Hirnareale Überlastet.
    Kleinstes manko ist die Sauklaue der meisten "umerzogenen", wie bei mir auch.
    Die Geschwindigkeit beim schreiben leidet auch meist, und bei Diktaten hat man plötzlich Lücken im Text. Die Schulleistung leidet meist.
    Wortfindungsstörrungen,Probleme beim erlernen von Sprachen....

    Apvar
     
  16. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Da ich selbst auch Linkshænder bin, gefællt es einem natuerlich, Napoleon (und Beethoven) in der gleichen Kategorie wiederzufinden.

    Aber wie schon hier erwæhnt, ausser der immer wiederkehrenden Behauptung, Phantasien und bestenfalls Indizien habe ich noch keine zeitgenøssische Aussage dazu gefunden.
    Andererseits, kann man das überhaupt erwarten?

    Mir fehlt die Information, ob oder wie liberal man seinerzeit gegenueber Linkshændern war, insbesondere beim Militær:
    Hat man ihnen gestattet, mit links zu schreiben, die Waffen mit links zu fuehren (mit links schiessen? Vielleicht fechten?)? Falls ja, durfte man dann den Sæbel auf der rechten Seite tragen? Vielleicht gab es Ausnahmen für Offiziere? Ich kann mir das alles nicht so recht vorstellen.
    Aber ob man nun den Linkshænder Napoleon umerzogen hat, oder es ihm gestattete, oder er zu seiner Linkshændigkeit spæter zurueckkehrte, weil es ihm spæter niemand mehr vorschreiben konnte: Irgendwo muesste sich dazu etwas finden lassen - irgendjemand muesste das beschrieben haben. Eine solche Beschreibung fehlt mir bislang.

    Gleiches gilt natuerlich auch für Beethoven oder Mozart.
    Vielleicht war es aber auch seinerzeit schlicht egal, und niemand hat drauf geachtet?

    Gruss, muheijo
     
  17. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Zumindest beim Kampf in Formation (Phalanx, Schlachtreihe...), aber auch beim Tjost etc. ist Linkshändigkeit nicht möglich gewesen.
     
  18. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Sauklaue kann ich bestätigen und einiges andere auch was hier diskutiert wird, obwohl ich schreibe Rechts.
    Aktuell...
    Im Moment hat die Posttante meinen Adressaufkleber mir nicht abgenommen und hat diesen selbst neu geschrieben.

    Früher zu Grundschulzeiten gabs im Fach Deutsch Unterricht im „Schönschreiben“. Wurde benotet und ging in die Note Deutsch ein.
    Ich glaube, man hatte da ein paar Seiten (Schulheftgröße) zu beschreiben. Aber nicht zu verwechseln mit Strafarbeiten, die mussten in jeden Falle in Schönschrift abgegeben werden!
    Ein Segen wurde dann auf Ende der 80iger zugehend der Computer mit einer Schreibsoftware.

    Galeotto schrieb hier was vom Kugelschreiber.
    Da gabs auch zu meiner Schulzeit große Probleme. Unter den Lehrern herrschte die Meinung vor, Kugelschreiber sind Schreibgeräte die zur Sauklaue führen.

    Anmerkung zur DDR Grundschule. Diese ging bis zu 8. Klasse, danach Oberschule/Gymnasium (9. – 12. Klasse bzw. es kam neu die Mittelschule (9. und 10. Klasse) auf.
     
  19. Amalaswintha

    Amalaswintha Aktives Mitglied

    Ich habe mir erlaubt nach so viel Spekulation an einer wissenschaftlichen Quelle nachzufragen und mich an das Beethovenhaus in Bonn gewendet. Man war dort so freundlich eine sehr interessante Antwort zu übersenden, wonach - kurz gefasst - für die Linkshändigkeit Beethovens keinerlei Quellen und auch keine sonstigen wissenschaftlichen Belege existieren, d.h. weder Selbstaussagen Beethovens, noch zeitgenössische Aussagen können diese These stützen. Auch das Schriftbild deutet, wie man sehr ausführlich darstellte, auf eine Rechtshändigkeit hin.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Juli 2015
    3 Person(en) gefällt das.
  20. Lukullus

    Lukullus Aktives Mitglied

    Mal wieder ein Abstecher zurück ins Altertum, allerdings erneut ohne eine der Linkshändigkeit zu "überführende" Persönlichkeit präsentieren zu können - sorry!

    Bin dafür auf eine fragwürdige Theorie von wegen fahrlässig verursachtem Murcks bei den Griechen gestoßen.

    Während Aristoteles eine natürliche Erklärung für Rechtslastigkeit postuliert:
    "Die rechte Hand ist z. B. von Natur stärker, und doch kann es Menschen geben, die beide Hände gleich gut gebrauchen."
    (Aristoteles, Nikomachische Ethik)

    ...setzt Platon bezüglich dieser Ausprägung auf einen gänzlich anderen Gaul - die Frauen seien es die der Natur ins Handwerk pfuschen:
    "Was aber den Gebrauch der Hände anlangt, so ist es dem Unverstand der Wärterinnen und Mütter zuzuschreiben, dass wir da alle gleichsam hinkende Geschöpfe geworden sind. Denn ungeachtet der natürlichen Gleichwertigkeit dieser Gliedmaßen auf beiden Seiten haben wir sie doch durch gewohnheitsmäßig falschen Gebrauch verschieden gemacht."
    (Platon, Gesetze, VII. Buch, 794 d ff.)

    Und ich dachte, ich hätte dereinst in der Schule mal gelernt, dass sich Platon durch ein ungewöhnlich positives Frauenbild von seinen Zeitgenossen abhob, so in dem Sinne, dass Vernunft kein männliches Privileg sei, dass es Frauen zu fördern gelte ... :confused:
    ... aber wahrscheinlich habe ich in der entsprechenden Schulstunde mit meiner schwachen Linken dem Lehrer nur vorgegaukelt ich würde mitschreiben und dabei kolossalen Murcks notiert - während meine gar nicht hinkende Rechte den Auftrag hatte Banknachbars Ranzen an dessen Stuhl zu verknoten... :devil:
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Juli 2015

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