Berühmte Linkshänder - Woher weiß man, dass sie Linkshänder waren?

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten im Altertum" wurde erstellt von Lond, 14. August 2013.

  1. Amalaswintha

    Amalaswintha Aktives Mitglied


    @Sepiola bei Deinen Bildern auf Seite 2 handelt es sich um ein und dasselbe Bild, links spiegelverkehrt und rechts im Original.
     
  2. beetle

    beetle Aktives Mitglied

    Hier ein Überblick "in die Geschichte der Linkshändigkeit": Fachtagung-hom

    ich habe 2 umgeschulte Linkshänder in meinem Umfeld, die - unabhängig von einander - betonen, sie können besser Dinge gleichzeitig machen, z.B. telefonieren und einem Kollegen zuhören. Ich - Rechtshänder - kann das nicht.

    Beide nutzen beide Hände; der eine wechselt sogar während dem Essen die Hände. Beide behaupten von sich, ein sehr gutes räumliches Vorstellungsvermögen zu haben.

    ein Artikel, der sich im medizinischen Bereich mit der Linkshändigkeit befasst: Linkshänder sehen die Welt anders - Hirnaktivität verändert Wahrnehmung - gesundheit.de
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Deshalb doch diese Bemerkungen:

     
  4. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Nein, links ist das Original, rechts ist spiegelverkehrt. Man erkennt es am Notenblatt. Notenschlüssel und Titel gehören links hin. Hier sieht man es deutlicher:

    http://www.airvienna.com/wp-content/uploads/2015/04/haydn5.jpg



    Nur für den Fall, dass jemand das Einstein-"Foto" für bare Münze nehmen sollte:
     
  5. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Eine sehr gute Idee, vielen Dank!

    Vermutlich ist es nicht das erste Mal, dass die Mitarbeiter des Beethoven-Hauses eine Anfrage nach der Linkshändigkeit beantwortet haben.

    Aber da es einfacher ist, eine Linkshänder-Liste zu kopieren als kompetente Fachleute zu befragen, werden sich die Linkshänder-Listen auch weiterhin vermehren. :)


    Und auch da ist wieder Einstein unter den Linkshändern verzeichnet...
     

    Anhänge:

  6. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Bei dem braunäugigen Knaben am Wunderklavier handelt es sich übrigens nicht um Mozart (Mozart hatte blaue Augen).

    Erna Felmayer hat sich 1957 ("Der Mahler Thaddäus Helbling und sein angebliches Mozartbildnis, in: Wiener Schriften 5) mit der Identität des Abgebildeten befasst.
    Seither gilt das Bild als Porträt des jungen Carl Graf Firmian.

    Franz Lactanz Graf Firmian

    Siehe auch:
    - Maximilan Zenger / Otto Erich Deutsch: Mozart und seine Welt in zeitgenössischen Bildern (Kassel u. a. 1961)
    - Christoph Großpietsch: Mozart-Bilder - Bilder Mozarts (Salzburg 2013)
     
  7. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Die Bilder sind ja schön, nur beweisen sie nicht viel. Wenn der Porträtiere im jungen Jahren umerzogen wurde, besteht auch später eine hohe Wahrscheinlichkeit, das er mit rechts schreibt. Die Bilder beweisen also nur das die schreibenden Personen zum Zeitpunkt des Porträts mit rechts schreiben konnten.

    Apvar
     
  8. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Das ist immerhin ein Anhaltspunkt.

    Linkshänderlisten im Internet beweisen hingegen, dass man jede beliebige Person auf eine Linkshänderliste setzen können, auch wenn es keinen Anhaltspunkt für Linkhändigkeit gibt. :)
     
  9. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    @Sepiola (danke für die schönen Bilder!) zwar schreibt er tückischerweise auf den Fotos mit der rechten Hand, vermutlich weil er sich seiner ihm posthum attestierten Linkshändigkeit schämt, aber die Pfeife hält er im linken (!!) Mundwinkel - das kann kein Zufall sein :grübel: :rofl:

    gewiß haben zu allen Zeiten schönfärberische Pinselkleckser und Paparazzi ihre Bilder getürkt, um all den prominenten Linkshändern imagologisch ihren Makel wegzuretuschieren :D
     
  10. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Die Pfeife hat nichts zu sagen. Ich bin Rechtshänder und rauche Pfeife dennoch vorwiegend mit links. Dann ist die rechte Hand frei.
     
  11. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Rauchen ist keine Tätigkeit, die besondere Fingerfertigkeit verlangt. Als ich noch gequalmt habe, hielt ich die Zigatrette auch rechts, um die Linke für wichtigere Tätigkeiten frei zu haben oder weiterarbeiten zu können.
     
  12. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Sich darüber Gedanken zu machen, ob Scaevola in Wahrheit ohnehin Linkshänder war und er den König somit hereingelegt hat, geht an der Intention der ganzen Geschichte vorbei. Spekulationen darüber würden nur Sinn machen, wenn er eine historische Gestalt und die Geschichte über ihn eine historische Begebenheit gewesen wäre, was aber wohl ziemlich unwahrscheinlich ist. Ich vermute eher, dass die Mucii Scaevolae die Geschichte in die Welt gesetzt haben, um ihren Beinamen zu erklären und sich zugleich einen ruhmvollen Ahnen zu verschaffen. Derartiges war nicht ungewöhnlich; in der römischen Früh"geschichte" tauchen so manche Personen aus Geschlechtern und Familien, die in Wahrheit erst Jahrhunderte später (wieder) Bedeutung erlangten, auf.
    Wenn der Scaevola der Sage aber fiktiv ist und nur als literarische Gestalt existierte, kann man sein Handeln nur aus der literarischen Überlieferung über ihn heraus deuten, und sie enthält, soweit ersichtlich, keinen Hinweis darauf, dass er Linkshänder gewesen sei und den König mit der Verbrennung der rechten Hand hereinlegte. Vielmehr geht es meist darum, seinen Mut und seine Furchtlosigkeit zu demonstrieren und ihn als ein Vorbild altrömischer Tugenden darzustellen.
    Bei Livius (2,12) deutet Mucius nach seiner Gefangennahme an, es gebe noch weitere Verschwörer gegen den König. Porsenna droht ihm, ihn mit Feuer zu foltern, falls er keine Details nenne, woraufhin Mucius ihm demonstriert, wie wenig ihn das schrecke, indem er seine Rechte ins Feuer hält. Später, als er von Porsenna begnadigt wird, nimmt er sogar selbst für sich in Anspruch, aus "virtus" (Tapferkeit/Tugend) heraus gehandelt zu haben.
    Dionysios von Halikarnassos (5,27-30) erwähnt die Selbstverstümmelung übrigens gar nicht. Bei ihm stellt sich Mucius nach seiner Gefangennahme eher feige und bietet dem König an, ihm von einer Verschwörung gegen ihn zu berichten, wenn er ihn dafür von Folter verschone; die Todesstrafe hingegen würde er akzeptieren. Durch den Bericht erschreckt er den König so, dass sich dieser zu Friedensverhandlungen entschließt. Hier geht es Mucius also ganz im Gegenteil darum, sich durch Vortäuschung von Angst vor Folter Glaubwürdigkeit zu verschaffen.
    Plutarch (in seiner Biographie des Valerius Publicola) erzählt die Geschichte wiederum etwas anders: Als Mucius nach seiner Gefangennahme verhört wird, hält er seine Rechte ins Feuer, ohne dass dafür eine bestimmte Motivation genannt würde. Porsenna ist davon so beeindruckt, dass er ihn begnadigt; erst danach erzählt Mucius ihm "aus Dankbarkeit" von der angeblichen Verschwörung.
    Wieder anders schildert die Geschichte Valerius Maximus (3,3,1): Der Autor ist sich nicht sicher, ob es die rechte Hand war, die Mucius verbrannte, nennt aber als (zumindest vorgeschobene) Motivation Selbstbestrafung: Mucius versucht den König während eines Opfers zu töten, wird dabei aber ergriffen (von der versehentlichen Tötung des Schreibers weiß Valerius nichts; bei ihm scheitert Mucius direkt beim Anschlag auf den König). Während er verhört wird, verbrennt er seine Hand, weil sie beim Anschlag versagte. Valerius wertet das als Beispiel für Gleichgültigkeit gegen Schmerz bzw. sich selbst.

    Wohl eher andersherum: Das an sich eigentlich neutrale Wort für "links" wurde auch als Wort für "unglücklich", "übel" verwendet.

    Eigentlich umgekehrt: Ursprünglich, bei Homer, war Odysseus noch eine positive Figur. Von späteren Autoren wurde er hingegen eher negativ gesehen, als treuloser Ränkeschmied, insbesondere in Zusammenhang mit der Geschichte, wie er den Tod des Palamedes veranlasste.
     
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  13. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Ob die Sage nun stimmt oder nicht finde ich ziemlich zweitrangig. Der Beinamen der Familie deutet jedenfalls auf Linkshändigkeit hin. Ob durch Amputation oder normale Seitenausrichtung, dessen, auf den der Namen zurückgeht ist dabei nicht wichtig. In der Familie kamen wahrscheinlich ein oder mehrere Linkshänder vor.
     
  14. Amalaswintha

    Amalaswintha Aktives Mitglied

    @Sepiola: Ich wundere mich immer mehr über Deine Art Beiträge zu leisten :nono: ...
    unter #40 (siehe Zitat oben) gibst Du an, auf den von Dir eingestellten Bildern sei Mozart zu sehen, einmal im Original als Linkshänder und dann umerzogen als Rechtshänder
    Ähnliches produzierst Du auch unter # 45 + 46 mit Einstein
    Unter # 64 gibst Du zu, dass es sich um Bild und Spiegelbild handelt und nicht - wie Du ganz zu Anfang angeführt hast - um zwei unterschiedliche Darstellungen
    Und unter #66 gibst Du gar an, dass die von Dir als Mozart angeführten Bilder nicht Mozart, sondern jemand anderen darstellen.
    Du benimmst Dich wie ein Troll.
     
  15. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Mich verwundert am Beinamen "Scaevola", dass er genaugenommen nicht "Linkshänder" bedeutet, sondern die Verkleinerungsform von "scaevus" (= "links") ist, also so etwas wie "Linkchen" (?) bedeutet. (Den Beinamen "Scaeva" gab es übrigens auch, nämlich bei einem Zweig der Iunii Bruti.) Ich könnte mir daher vorstellen, dass er ursprünglich gar nichts mit Linkshändigkeit (aus welchem Grund auch immer) zu tun hatte, sondern die Mucii Scaevolae erst durch die Erfindung ihres heldenhaften Ahnen eine ehrenvolle Deutung des seltsamen Beinamens (der vielleicht einen ganz anderen Ursprung hatte und mittlerweile vielleicht eher lächerlich wirkte) generieren wollten.
     
  16. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

  17. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Ich bin eigentlich davon ausgegangen,

    - dass niemand den Beitrag 40 ernstnimmt...

    - dass auch niemand ein "Foto" ernstnimmt, auf dem Einstein sich bei der komplizierten Rechenoperation 6 minus 3 heillos verheddert.

    (Das Einstein-"Foto" finde ich nicht nur wegen der "Linkshändigkeit" lustig, da wird nämlich noch ein Gerücht durch den Kakao gezogen, nämlich dass Einstein eine Mathe-Niete gewesen sein soll...)



    Dass das Helbling-Bild Mozart zeigen soll, habe ich zuerst selber geglaubt. Weil mich interessiert hat, was für ein Musikstück da auf dem Notenblatt steht, habe ich inzwischen genauer recherchiert und das herausgefunden, was in Beitrag 66 zu lesen ist.
     
  18. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Oder Nelson, nachdem er bei einer Landeoperation am rechten Arm verwundet wurde, so das er im rechten Oberarm amputiert werden musste.

    Apvar
     

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