britische Appeasementpolitik

Dieses Thema im Forum "Die Zeit zwischen den Weltkriegen" wurde erstellt von Pope, 26. März 2008.

  1. Pope

    Pope Neues Mitglied


    Appeasement wird in der Politik oft als Schimpfwort verwendet - mit Verweis auf die Festigung und Ausbreitung des Dritten Reichs nach 1933.

    Frage: Hatten die späteren Alliierten eine Wahl? Hätte die Katastrophe des 2. WKs und des Holocausts durch eine andere Politik der Westmächte verhindert werden können?
     
  2. Gaius Marius

    Gaius Marius Neues Mitglied



    Natürlich hatten sie eine Wahl. Ob der Entschluss, sich gegen die Appeasementpolitik zu entscheiden, für sie zu diesem Zeitpunkt eher negativ erschien, ist eine andere Frage. Alle waren von der Weltwirtschaftskrise gebeutelt und der 1. WK und seine Schrecken haftete immer noch in den Köpfen der Menschen. Warum also jetzt einen zweiten großen Krieg ausbrechen lassen?
    Ob die Appeasementpolitik eine sehr kurzsichtige war? Ja, natürlich. Hitler hatte "Mein Kampf" immerhin schon in den 20ern geschrieben, und auch wenn er sich auf der internationalen Bühne wie der zwar fordernde, aber teils einlenkende harmlose Patriot gab, war doch abzusehen, dass man sich mit ihm sicher nicht zum Pokern treffen würde.
    Trotzdem kann man an dieser Stelle natürlich nicht den Alliierten den Schwarzen Peter zuschieben. Immerhin waren es nicht sie, die Millionen an Menschen umbrachten. Und würde man mit "Was wäre wenn" an alle mögl. Kriege herangehen, oder an jede einzige Entscheidung der Geschichte, dann hätte man einfach alles verhindern können.

    Trotz allem bringt es nicht wirklich etwas, diese Möglichkeiten durchzuspielen, da es zu viele sind und es alles nur Spekulationen sind.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. März 2008
  3. Pipe

    Pipe Gast


    Appeasement-Politik

    Ich muss eine Hausarbeit über das Thema "Die Appeasement-Politik: Stärkte sie das NS-Regime?" halten. Leider habe ich derzeit ein Problem in das Thema hineinzukommen. Gegoogelt habe ich auch schon ein bisschen, aber nichts gefunden was die Frage irgdnwie beantwortet. Ich soll anhand von Beispielen aufzählen inwiefern sie das NS-Regime gestärt hat. Doch was für Beispiele kann ich denn da nennen? Und weiß vllt jemand wie ich das ganze gliedern kann?
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Du solltest vielleicht einfach mal anfangen, die Fakten darzustellen und Dir dann ein eigenes Urteil bilden, ob die Appeasement-Politik Hitlers Position stärkte oder nicht.
     
  5. gustav7

    gustav7 Neues Mitglied

    ok zunächst einmal. Appeasement politik bedeutet übersetzt Beschwichtigungspolitik. Damit ist die politik gemeint, die die Amerikaner zu betrieben haben. Ein wichtiger Schritt, mit dem die USA auf Hitler zugegangen ist und ihn vielleicht auch gestärkt haben, war das Münchner Abkommen, in dem Hitler das Sudetenland zugesichert wurde. Es wurde darauf spekuliert, dass hitler daraufhin "Ruhe gibt". Doch bekanntermaßen griff Hitler Tschechien dann an. Die USA tolerierten sehr viele Dinge und Hitler versuchte, immer mehr zu verlangen. Das ist wie mit einem Kind. Gibst du ihm einmal was, so will es immer mehr. Durch die Appeasement Politik ging die USA (sinnbildlich) immer einen Sschritt zurück , bis sie schließlich mit dem Rücken zur Wand stand und es dann zu Ende war mit dem Tolerieren. Dies war dann der Einmarsch in Polen und in Thschechien, der gegen den Willen eines Volkes geschah.

    Alles in Allem war die Appeasement Politik wenig erfolgreich, da sie das Schlimmste nicht verhindern konnte.
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die USA!?!?!? Das wäre mir neu!
     
  7. Cephalotus

    Cephalotus Aktives Mitglied

    USA, United Kingdom, Frankreich? Ist doch alles das Gleiche, das darf man nicht so eng sehen...:D
     
  8. Zarengeschlecht

    Zarengeschlecht Neues Mitglied

    Nein
    die USA hat mit der Appeasement Politik nicht viel zu tun, die kam erst gross ins Spiel als der 2.Wk schon begonnen hatte.
    Schau dir mal Neville Chamberlain erstmal an und geh vllt mal auf das Zitat "Peace for our time!" ein,welches dir vielleicht hilft eines der grundsätzlichen Ziele der Appeasement Politk zu verstehen. Stammt von ihm kurz nachdem Münchener Abkommen.

    Generell glaub ich solltest du dich nochmal mit der Aussenpolitik des 3.Reiches von Machtergreifung bis 2.Wk und 2.Wk an sich auseinander setzen, da mir scheint das du dich darüber noch unzureichend informiert hast...
     
  9. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Auch wenn die britische (ggü Hitler seit 1933) und die französische Appeasementpolitik ab 1938 bekannter sind, sollte man die amerikanische Variante des "economic appeasement" ggü dem Dritten Reich als Grundansatz bis zur Quarantände-Rede und den Ereignissen 1938 nicht ausblenden.

    Schröder: VfZ 1982, S. 82-97.
     
  10. Pipe

    Pipe Gast

    danke für eure antworten :)
    ich habe jetzt nun eine kleine Gliederung gemacht, wie ich das ganze ungefähr aufbauen möchte:
    - Außenpolitik Hitlers
    - Gebietszusicherungen an Deutschland
    - Fazit: Inwiefern stärkte die Appeasementpolitik das NS-Regime?

    Meint Ihr, ich kann das so machen?
     
  11. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  12. Okalpi

    Okalpi Neues Mitglied

    Hallo,

    ich muss eine Präsentation über die britische Appeasement-Politik halten in Geschichte.

    Als Unterpunkte habe ich die Motive der Appeasement-Politik, die Kontroverse über diese und den Vergleich mit entweder der Politik des Kalten Krieges oder der britischen Kolonialpolitik vor 1914.

    Die Motive habe ich eigentlich abgehakt. Bei der Kontroverse habe ich als Gegner Winston Churchill genommen. Ich habe ein Zitat von ihm und sag dann noch etwas dazu, dass durch die Appeasement-Politik Hitler ermutigt wurde. Außerdem werde ich noch kurz etwas über eine Alternative sagen. Ich hab da den sofortigen Krieg gegen Deutschland genommen. Ich denke, dass versteht man unter Kontroverse. Was meint ihr dazu?

    Mein größtes Problem ist allerdings der Vergleich. Ich habe mich für den Vergleich mit der Containment-Politik von der USA gegen die UdSSR ab 1947 entschieden. Genau soll ich jetzt die Vermeidung früherer Fehler und die Sicherung des Friedens vergleichen. Bei der Vermeidung fällt mir nur ein, dass Hitler viele Zugeständnisse gemacht wurden und er dadurch immer mehr Macht erlangte. Stalin hingegen sollte keine Macht haben und es gab auch keine Gesprächsbereitschaft oder Verhandlungen. Somit könnte man sagen, dass man darau gelernt hat, anderen nicht zuviel Macht zu geben. Aber was könnte man denn noch verlgleichen?

    Wär super, wenn mir jemand helfen könnte :)

    Lg
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Mai 2010
  13. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

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  14. Okalpi

    Okalpi Neues Mitglied

    Danke schön,
    das mit der Domino-Theorie werd ich auf jeden Fall mit reinnehmen...
    Das Problem ist nur, dass die Präsentation insgesamt nur eine Viertelstunde dauern darf und deshalb nicht so detailliert sein kann. Die anderen Sachen eignen sich aber auf jeden Fall gut als Hintergrundwissen, weil anschließend ist noch eine 15 minütige Befragung.

    Wo ich im Moment nicht weiterkomme, ist der Vergleich. Gibt es noch andere Punkte außer den Aspekt des Nachgebens? :confused:

    Und habe ich das mit der Kontroverse richtig verstanden?

    Lg
     
  15. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Ein anderer Aspekt (des Nachgebens) wäre noch zu betrachten, nämlich die politische und die ökonomische Seite des Appeasement.

    Vor 1939 liefen die Handelsbeziehungen trotz politischer Störungen mit dem Deutschen Reich nahezu unbehindert, weswegen in Bezug zB auf die USA und Großbritannien auch von "economic appeasement" gesprochen wird, wenn man dem eine Absicht beilegen will.

    Auch hier gibt es einen Bruch zur Nachkriegszeit, ua.:
    CoCom ? Wikipedia
    dazu im Gegensatz:
    Neville Chamberlain, appeasement ... - Google Bücher
     
  16. naty

    naty Neues Mitglied

    warum machten die briten eine stillhaltende auf friedensbewahrung bedachte politik gegenüber den nationalsozialisten? warum griffen sie nicht ein?

    danke für eure antwort..

    noch etwas vergessen:)

    warum griffen sie nicht ein, obwohl hitler den versailler vertrag verletzte? ich kann das irgendwie nicht nachvollziehen..

    vielen dank für eure hilfe..

    lg
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 6. Juni 2010
  17. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Es sind vermutlich eine Reihe von Gründen für sein Verhalten verantwortlich.

    - England hatte militärisch deutlich nach dem WW1 abgerüstet und zeigte nur geringe Bereitschaft für einen erneuten Rüstungswettlauf

    - England hatte sich durch den WW 1 relativ hoch verschuldet und betrieb Anfang bis Mitte der dreißiger Jahre keine intensive militärische Rüstung, um seine Finanzen zu konsolidieren

    - England distanzierte sich teilweise von der Position Frankreichs gegenüber der Weimarer Republik und gegenüber dem DR und akzeptierte eine begrenzte Revision des Status quo nach 1918, der im VV festgelegt wurde

    - Chamberlain war eher pro Hitler und sehr deutlich anti-Kommunistisch

    - Er wollte eher Hitler saturieren, da er ihn als traditionellen Revisionisten interpretierte, um ihn als Gegengewicht zu Stalin zu benutzen

    - Nicht zuletzt war aber auch eine wichtige Haltung von Chamberlain relevant. Eine angemessene militärische Antwort auf die einsetztende Rüstung von Hitler nach 33 hätte zu einem Rüstungswettlauf führen müssen. Chamberlain hatte durchaus keine Angst vor diesem Rüstungswettlauf, allerdings erkannte er deutlich, dass eine massive Aufrüstung die wirtschaftlichen Grundlagen des Empires beschädigen würden.

    Er befürchtete somit, dass durch die Aufrüstung bereits der "English way of Life" so beschädigt werden würde, dass im Ergebnis der intensivierten Rüstungsanstrengungen nichts mehr vorhanden wäre, was noch Wert wäre, es zu verteidigen.

    Insgesamt ist seine Position, m.E. bei weitem nicht so unsinnig und wirklichkeitsfremd, wie er teilweise beurteilt wird.

    Dennoch kann man ihm nicht den Vorwurf ersparen, dass er durch die Ausgrenzung der SU im Rahmen der Konferenz von München die Ansätze für ein kollektives Sicherheitssystem in Europa nachhaltig beschädigt hat.
     
    1 Person gefällt das.
  18. naty

    naty Neues Mitglied

    vielen dank für die aussführliche antwort.
     
  19. ShadowHunter

    ShadowHunter Neues Mitglied

    Appeasementpolitik

    Hallo,
    ich beschäftige mich gerade mit einem referat über chancen und probleme der appeasementpolitik.
    Bisher hab ich:
    Chancen:

    • Verzichten auf gewalt -> friedliche lösung des konflikts
    • evtl zeitgewinn durch verhandlungen + zugeständnisse (s. Münchner Abkommen)
    Probleme/risiken:

    • zugeständnisse werden vom gegenüber als zeichen der schwäche interpretiert -> neue Forderungen und keine wirklich veränderungen
    • richtige einschätzung des gegners und dessen Ziele -> bringt appeasement langfristigen oder nur kurzfristigen erfolg
    fällt sonst noch jmd was ein was ich hier vergessen hab?
    danke
     
  20. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Neben den poilitisch-militärischen Aspekten der Appeasement-Politik stehen die ökonomischen, die oft übersehen werden.

    Verschärfungen der politischen Spannungen mit dem Deutschen Reich waren für bestimmte Sektoren der Wirtschaft in Großbritannien (die von den Im- und Exporten mit Deutschland betroffen waren), nur schwer verkraftbar. Da Großbritannien wie viele Länder unter den Folgen der Weltwirtschaftskrise litt, lag hier ebenfalls ein Motiv, die Krisen nicht auf die Spitze zu treiben.

    Dabei unterschätzte man - wie oben schon angesprochen - die Ziele Hitlers.

    http://books.google.de/books?id=3tQ...AQ#v=onepage&q="economic appeasement"&f=false
    dort ab S. 133
     

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