Bürgerrechtsbewegung: 50 Jahre "I have a Dream"

Dieses Thema im Forum "USA | Kanada" wurde erstellt von thanepower, 29. August 2013.

  1. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied


    Gestern vor 50 Jahren, am 28.08.1963, führte die amerikanische Bürgerrechtsbewegung ihren "Marsch auf Washington" durch, um das Ende der Rassendiskriminierung zu fordern.

    Ein wichtiger Tag für die amerikanische Zivilgesellschaft, die zu dieser Zeit durch ein zunehmend liberales Klima gekenzeichnet war und den Forderungen teilweise sehr aufgeschlossen gegenüber stand. Allerdings konfrontiert auch mit der harten konservativen Haltung zur Rassendiskrimierung eines Teils der US-Amerikaner.

    Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit ? Wikipedia

    Tragisch ist bei dem Kampf der Bürgerrechtsbewegung die Forderung von M.L. King nach "Non-Violence" bei der Durchsetzung der politischen Forderungen und seiner Ermordung.

    SEO: Unveröffentlichte Tonaufnahmen von Martin Luther King -Video - SPIEGEL ONLINE

    Ein Attentat, das ebenfalls bis heute in seinen Hintergründen nicht restlos aufgeklärt ist.

    Wie kompliziert es dabei für die USA ist, das Thema der Rassendiskriminierung der letzten 50 Jahre vorurteilsfrei zu diskutieren, zeigt dann gleichzeitig auch die Biografie von Malcolm X und seinen Stellenwert innerhalb des gesamten Kontext der Diskussion über die Bürgerrechtsbewegung.

    Malcolm X ? Wikipedia
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. August 2013
  2. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Klasse Thema, thane!

    Dazu fällt mir als erstes ein, ist der Rassismus innerhalb der USA überwunden?
    Auch wenn es aktuell einen schwarzen Regierungschef inne hat?

    Es gibt sicherlich Zahlen, die belegen, daß der größte Teil der unteren Bevölkerungsschicht von Arbeitslosen bis zu den Obdachlosen nicht zum weißen Bevölkerungsteil gehören. Genauso werden immer wieder Schwarze schneller für ein Verbrechen verurteilt, als ein Weißer.

    Das Nord-Südgefälle im aktuellen Rassismus der USA spielt immernoch eine Rolle, wie es das vor fast 200 Jahren noch tat.

    Sicherlich ist einiges besser geworden im Vergleich zu den letzten 50ig Jahren in der USA, aber der Rassismus hängt bei vielen noch sehr Tief im Gehirn.

    Aber vielleicht sehe ich das auch nur mit meiner subjektiven Sicht der Dinge als Europäer.

    Belege und Statistiken über die Entwicklung wären hier interessant.
     
  3. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied



    zu 1. Ist m.E. schwer zu beurteilen. Die Ergebnisse von Studien, die ich auf die Schnelle angesehen habe, kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen. Da ist sicherlich noch, wenn Interesse, ein deutlicher Diskussionsbedarf.

    Dennnoch auch ein Hinweis auf den Klassiker zum Thema Bürgerrechtsbewegung (leider nicht auf Deutsch erschienen, warum auch immer)

    Parting the Waters: America in the King Years 1954-63 - Taylor Branch - Google Books

    Pillar of Fire: America in the King Years 1963-65 - Taylor Branch - Google Books

    At Canaan's Edge: America in the King Years, 1965-68 - Taylor Branch - Google Books

    The King Years: Historic Moments in the Civil Rights Movement - Taylor Branch - Google Books

    Erstaunlich ist, dass es m.E. wenige deutsche Titel zu dem Thema gibt.

    zu 2. Eine Studie des US-Census kommt für die Periode von 1980 bis 2000 ebenfalls auf der Basis unterschiedlicher Indices zu nicht einheitlichen Ergebnissen in Bezug auf die Gleichstellung der Schwarzen (vgl. beispielsweise die Kommentierung auf S. 63).

    Racial and ethnic residential segregation in the United States 1980-2000 - John Iceland, Daniel H. Weinberg, United States. Bureau of the Census - Google Books
     
  4. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    cineastisch ist Rassismus in den USA ein nach wie vor aufgegriffenes Thema: da wäre einerseits der Klassiker In der Hitze der Nacht (Film) ? Wikipedia und andererseits eine parodistische Sichtweise in Pulp Fiction ? Wikipedia (z.B. Mr. Wolf notiert sich die Hautfarben von Leuten, über die er am Telefon informiert wird...)
    http://web.archive.org/web/20090123...s.ucla.edu/courses/ed253a/Giroux/Giroux4.html
     
  5. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Die politischen Konflikte in den USA hatten nicht nur einen rassistischen Hintergrund. Es waren auch massive und militante Arbeitskämpfe, die die Arbeiter für ihre Rechte gegen die "Kapitalisten" im Zuge der Industrialisierung der USA führten.

    An diese Tradition knüpfte u.a. die Bürgerrechtsbewegung in den sechziger und siebziger Jahren an, wie in diesem Beispiel formuliert:

    "Joan Baez besang ihn, Gewerkschafter verehrten ihn, die US-Justiz richtete ihn als Mörder hin: 1915 wurde der singende Wanderarbeiter Joe Hill Opfer im Kampf für die Arbeiterrechte. Und zum unsterblichen Idol der Linken."

    vgl ausführlichen Text im Link
    Joe Hill: Wanderarbeiter, Sänger und Gewerkschafts-Ikone - SPIEGEL ONLINE
     
  6. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    "Birth of a nation" hat 2016 mit Oskar-Ambitionen die Geschichte der Sklavenbefreiung wieder aufgegriffen. Und dabei den Titel eines Pro-KKK-Films wieder aufgegriffen.

    "Dear White People" ist gerade (April 2017) auf Netflix angelaufen und beschreibt Rassismus an einer Ivy League University
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Mai 2017

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