Chingis Khaans Personalmanagement

Dieses Thema im Forum "Das Mongolenreich" wurde erstellt von Qatan, 6. Januar 2014.

  1. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied


    Die Mongolen waren auch schon vor Dschinghis Khan ein kleiner Haufen.

    Wobei die meisten Mongolen in China der innerern Mongolei leben und nicht in dem Staat Mongolei.
     
  2. Qatan

    Qatan Neues Mitglied

    Hallo Leute,
    vielen Dank erstmal für eure zahlreichen Kommentare, Äußerungen und Meinungen.
    War sehr interessant die Beitärage zu lesen. Ich hatte überhaupt nicht soo viel Feedback erwartet.

    Wie ihr schon festgestellt habt, habe ich meine Fragen nicht gerade geschickt formuliert.

    Wie Ihr, interessiere ich mich sehr für Geschichte und habe nur wenige Literatur (wie secret history of the mongols von Ts. Damdinsuren- engl. Verfassung, Manfred Taube, Erich Haenisch, J.Weatherfords Mongol Queens sowie Genghis Khan and the Making of the Modern World.) über Chingis Khaans Clan gelesen und auch viele Dokus und Spielfilme gesehen.
    Da ich Human Resoruces Management studiere, dachte ich viel darüber nach wie es im Mittelalter unter der Herrschaft von Chingis Khaan ausgesehen mag. Wie wurden die Soldaten/Krieger (nicht nur sie, sondern das ganze Personal, Dienstmädchen, Boten etc. pp) intrinsisch sowohl auch extrinsisch motiviert? Gab es schon damals die eine Maslowische Bedürfnispyramide? Der große Khaan wird laut Times als man of the Millenium bezeichnet und als einer der größten Strategen und Kriegsherr bezeichnet. Ich frage mich wie viel davon wohl richtig wahr ist?

    Nichts ist für die Ewigkeit, keine Firma, keine Dynastie, keine Khanate (was wäre wenn wir, Menschen nicht alle so gierig nach Macht und Selbstbefriedigung wären)

    Vielleicht liege ich falsch, aber nicht mal der Alexander der Große, Caesar, Hitler und N. Bonaparte haben so schnell so viele Länder in so kürzer wie die Mongolen erobert?! Eine Mission und Vision und ein gut durchdachtes Strategiemanagementsystem könnten wohl der Grund dafür sein oder?

    Jedenfalls danke nochmals an alle.
    LG
    PS: ich bin eine Sie, wenn einige sich so gut mit der Geschichte des Khaans auskennen, hätte man eigentlich darauf kommen müssen :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Januar 2014
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  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Die Bedürfnispyramide gab's damals noch nicht, aber natürlich galt auch damals schon das, was Maslow mit der Bedürfnispyramide zu beschreiben versucht hat.

    Die Frage ist, ob die Vergleichbarkeit gegeben ist. Die eurasische Steppenautobahn, relativ dünn besiedelt, ist etwas anderes als eine dicht besiedelte Gegend. Dann kommen noch innere und äußere Faktoren hinzu, wie die Stärke eines Staates (nicht nur militärisch, sondern auch politisch und wirtschaftlich) etc.
    Welche "Mission" meinst du sollten die Mongolen gehabt haben? In religiösen Fragen waren sie z.B. ziemlich tolerant.

    Hat dich denn jemand als Mann angesprochen?
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Januar 2014
  4. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Das war ich ... :rotwerd:
    Es geht ja auch nicht darum, eine Reiterarmee wie ein Unternehmen zu betrachten, sondern mit den heutigen wissenschaftlichen Methoden des Personalmanagements zu analysieren, wie Dschingis Khan seine Leute rekrutiert und motiviert und für seine Zwecke eingesetzt hat. Wäre eine Kriegshorde ein Unternehmen, könnte man sich das sparen; über Personalführung in Unternehmen gibt's schon genug Literatur. Der Reiz liegt doch gerade darin, dass sie es nicht ist.
    Im Übrigen liegen wohl auch Welten zwischen der Führung eines multinationalen Konzerns mit zehntausenden Mitarbeitern und einer kleinen Boutique mit zwei Verkäuferinnen. Eine wissenschaftliche Betrachtung von Personalmanagement und -entwicklung muss also ohnehin flexibel sein und mit den unterschiedlichsten Rahmenbedingungen zurecht kommen.
    Und um den Bogen weiterzuspannen: Ist ein Drogenkartell oder eine sonstige Verbrecherorganisation nicht in gewisser Weise auch ein "Unternehmen"? Wenn ja, ist der Sprung zur Kriegshorde (deren Aktivität zu einem Gutteil auch aufs Beutemachen = Erzielen von Gewinn ausgerichtet ist) gar nicht mehr sooo weit, zumal auch ein Kriegsherr geeignetes Personal finden und es bezahlen sowie Abwerbeversuche der Konkurrenz abwehren muss.

    Wobei Dschingis Khan ja nicht nur in der Steppe aktiv war, sondern auch in Nordchina und Choresmien, wo er es mit entwickelten (und im Fall Chinas auch dicht bevölkerten) Reichen voller Städte zu tun hatte.
     
  5. Neddy

    Neddy Aktives Mitglied

    Mahlzeit

    @ 1:Glaubst Du, dass auch nur irgendein Vonirgendwas-Anführer im Mittelalter in Kategorien von "intrinsischer" und "extrinsischer Motivation" dachte oder handelte? Ich unterstelle die Anwendung des Prinzips von "Zuckerbrot & Peitsche".

    @2: Dass zuerst das Fressen, dann die Moral kommt, war den Leuten damals bewusst, ohne dass sie die Schinken der Fleischerei "Brecht & Maslow" zu den übrigen Fleischbrocken unter ihren Sätteln packen mussten. (ernsthafte Literaturempfehlung zur Veranschaulichung: "Goofy als Dschinghis Khan" aus dem Hause Disney. Ein sehr gelungenes Werk, das insbesondere auf Fragen zur Motivation Antworten bereit hält, die nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen sind...:scheinheilig:)

    @3: Says what? Ein Autor einer Zeitung erstellt eine Rangliste. Wie ist die Wertung begründet? Stichhaltig? Sonst müsste ein Galileo-Ränking auch zählen...

    @4:
    Dann wollen wir mal schauen, was es mit den Pers-Management-Fähigkeiten der von Dir genannten auf sich hat.
    Alexander: Im Suff seinen loyalsten und ehrlichsten Geschäftsführer erschlagen, die Loyalität anderer Geschäftsführer verspielt und diese mitsamt Sippe fristlos und ohne vorherige Abmahnung entlassen. Die eigene Belegschaft per Todesmarsch aus der Motivationskrise geholt. Die Firma hat seinen Abgang wegen einer Trunkenheitsfahrt kein Viertelstündchen überdauert, sondern wurde unter den Bereichsleitern in konkurrierende Teilunternehmen zerschlagen. So'n Chef möcht ich haben.

    Caesar: Aus Ruhmgeilheit ne rüde feindliche Übernahme eines branchenfremden Marktteilnehmers vom Zaun gebrochen, aus Machtgier einen firmeninternen Großkonflikt. Seinen Geschäftsführungskollegen ebenso ins Gegenlager motiviert wie seinen bewährten Stellvertreter aus den Tagen der o. a. Übernahme. Die Belegschaft erst durch einen öffentlichen Flirt mit der Konkurrenz und einer ebenso öffentlichen Affaire mit deren Geschäftsführerin vor den Kopf gestoßen und dann mit versuchtem Verstoß gegen die Firmenstatuten. Von leitenden Mitarbeitern überraschend während der Jahreshauptversammlung zum Rücktritt gedrängt. Keine geregelte Nachfolge. Machtkampf mit zeitweiliger Zerschlagung des Unternehmens. Beeindruckend.

    Adolf der Durchgeknallte: :still:

    Boney: Kündigung (z. T. aus Gesundheitsgründen) engster Mitarbeiter bis hin zu Geschäftsführern und Vorstandskollegen, Konkurrierender Zusammenschluss langjähriger Partner und eigener Tochterunternehmen beim ersten Nachgeben des Aktienkurses. Hunderttausende Mitarbeiter per burn-out verheizt, diese dabei häufig durch vorzeitiges Verlassen emotionaler Meetings im Stich gelassen.

    Zum CEO des eher kurzlebigen Veranstalters von Pferdereisen weiß ich zu wenig. Von einer langen und profitablen Marktteilnahme kann wohl eher nicht die Rede sein. Das Erfolgsmodell beruhte wohl auf den Vor- wie Nachteilen der "Kain-und-Abel-Strategie".


    Allen gleich ist: Sie haben Firma und Belegschaft nicht nachhaltig gemanaged, das Geschäftsmodell war nicht mal mittelfristig tragfähig, es gab keinen konsistenten Businessplan und damit sind sie am Markt gescheitert. Die unmittelbaren Mitarbeiter waren nach den euphorisierenden Anfangserfolgen, von denen sie häufig genug selbst überrascht waren, (und die häufig durch Marktmanipulation und waghalsigen Spekulationen herbeigeführt waren) eher unzufrieden und mussten unter Inkaufnahmen massiver Compliance-Verstösse und auf Kreditbasis finanzierter überhöhter Boni nachmotiviert werden.

    Ich behaupte, das die Motivationslage der Belegschaft eines mittelalterlichen räumlich ungebundenen Viehzuchtbetriebs mit saisonaler Tätigkeit im Inkassobusinees oder in der Kaltakquise von Versicherungsleistungen sowie die Führungsmittel von deren CEOs inkompatibel stark abweichen von derjenigen der Söldner in einer modernen Kompagnie, die leidenschaftlich irgendwas mit (Über)Trägern macht oder Erzeugnisse aus Sklavenarbeit einführen und verhökern und deren Hauptleuten. Der Erkenntnisgewinn einer entsprechenden Arbeit für die heutige Kriegspraxis dürfte entsprechend überschaubar sein...
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Januar 2014
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  6. Turandokht

    Turandokht Neues Mitglied

    Da hast Du aber die Mechanismen von mongolischer Herrschaft falsch verstanden. Dschingis Khan war doch kein absoluter Herrscher - der musste auch taktieren und verhandeln, um alle Gruppen unter einen Hut zu bekommen. Aber er war ungeheuer erfolgreich und hatte Charisma, so dass er als Anführer sehr attraktiv gewesen ist. Wenn man sich mit ihm verbündete, dann konnte man sicher sein, dass man ordentlich Beute machte. Genau das war nämlich die wichtigste Motivation, und Beute war immer ein nötiger Bestandteil der Reiternomaden-Ökonomie - die brauchte man also unbedingt zum Überleben.
    Ein wichtiger Punkt bei Dschingis Khan war, dass er sein Heer über Clan- und Stammesgrenzen hinweg organisiert hat. Es war also für den einzelnen möglich, Karriere zu machen, auch wenn er nicht "aus dem richtigen Stall" kam.
    Also ich finde die Idee wirklich nicht verkehrt. Natürlich hat sich damals keiner Gedanken über intrinsische und extrinsische Motivation gemacht, aber das hat ja auch nie einer behauptet.
     
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  7. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Ich schlage, nach dieser großartigen und prägnannten Analyse der historischen Führungspersönlichkeiten im Lichte moderner Managementstechniken, Neddy für einen Doktor h.c. ich welcher Fachrichtung dieses auch immer hineinpasst, vor.

    Er kriegt den Catbert-Lehrstuhl für Corporate Governance in Harvard (oder welche Uni wurde von einem ehemaligen Piraten und Sklavenhändler mit den Gewinnen seiner Tätigkeit gestiftet?)

    :rofl::rofl::rofl:
     
  8. hatl

    hatl Premiummitglied

    extrinsische und intrinsische Motivation, und absoluter Herrscher

    :rofl:

    Du behauptest, man habe sich damals "keine Gedanken über intrinsische und extrinsische Motivation gemacht" , nicht Neddy, welcher (oder welche - man muss das mal vorsichthalber 'gendern') seine (oder ihre) Einschätzung als solche kenntlich machte.
    Auch würde mich interessieren warum GK nicht als "absoluter Herrscher" betrachtet werden kann. Denn aus dem Umstand, dass er "auch taktieren und verhandeln" musste, wird sich das ja schwerlich ableiten lassen.

    Die "intrinsische" Motivation entspringt dem Dilbert-Pinzip (dilbert the knack part 1 - youtube) .. wenn schon von Bdaian ein " Catbert-Lehrstuhl" vorgeschlagen wird...
    Die "extrinsische" Motivation hast Du sehr gut damit beschrieben: "Wenn man sich mit ihm verbündete, dann konnte man sicher sein, dass man ordentlich Beute machte."
    Und Neddy drückte es ebenso trefflich aus:
    Nun kann man sich gewiss fragen in welcher Weise geschichtliche "Welteroberer", Massenmörder und Schürer interkontinentaler Brände ihre Gefolgschaft motivierten.
    Der Zusammenhang mit 'modernem Personalmagament' jedoch, ist wohl eher ein Thema für die Titanic, ebenso wie manche Einlassungen hierzu.
     
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  9. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Eine Frage ist mir noch geblieben: Die Furcht bei den mittleren Führungskräften, bei einem Mißerfolg geköpft zu werden und vorher die eigene Sippe an die Hunde verfüttert zu sehen... ist das nun eine "intrinsische" oder eine "extrinsische" Motivation?
     
  10. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Schon mal überlegt das die Herren Geschäftsführer der Staaten es immer nur zu einer Scheinblüte brachten? Spätestens nach dem ableben der jenigen war es Essig mit der Firma.
    Alexander der Große: Mehrere Nachfolgestaaten. Gescheitert.
    Caesar: Umgebracht, danach ein langwieriger Bürgerkrieg, auch wenn er so nicht mehr heißt.
    Hitler: Allzu bekannt, wie was er geschafft hat.
    Napoleon Buonaparte: Ebenso gescheitert. Seine Firma schon zu Lebzeiten unter die Räder gekommen.
    Lehre daraus? Die Herren haben nicht genug gedacht.

    Apvar

    P.S. Zu einer Unternehmensführung gehört auch Fürsorge des Chefs für seine Mitarbeiter. Allenfalls beim oberen Management kann man das bei den Herren sehen, die Du ausgesucht hast. Die Ebenen darunter wurden rücksichtslos verzeit.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Januar 2014
  11. hatl

    hatl Premiummitglied

    Es ist eine "extrinsische" Motivation. :D :D

    "intrinsisch" ist der Dilbert.
    Und der extrinsische Persönlichkeitsteil von Lennard ist Penny bei "Big Bang Theory" oder auch umgekehrt. Mei, wie schwer kann man das trennen.. :winke:

    Siehe hierzu auch:
    Definition extrinsische Motivation | Gabler Wirtschaftslexikon
    und aus gleicher Quelle die "intrinsische":
    Definition intrinsische Motivation | Gabler Wirtschaftslexikon
    Dabei besonders interessant bei der "intrinsischen" Motivation ist das damit einhergehende "Flow-Erleben":
    Und das Beste: die Quelle hat ein Häckchen für "geprüftes Wissen"!

    =)
     
  12. Wilfried

    Wilfried Neues Mitglied

    nun, ganz so war das mit der Pleite des Reichs des GK dann doch nicht. Immerhin hielt das 200 Jahre, zu mindest in großen Teilen. Und dafür , das irgendwann einer die Sache versaut, kann er nix.
    Er muß also die Fähigkeit gehabt haben, seinen Untergebenen den "Spaß an der Sache" zu erklären. Also nicht nur durch äußere Anreize wie die Drohung von Ermordungen, sondern auch bei den anderen , den Spaß am Henken. Also geschickte Auswahl der Mitarbeiter.
    Ein Unternehmensführer muß nicht für das Wohlergehen seiner Leute sorgen, er muß nur geschickt motivieren. Dabei ist eine tatsächliche oder vorgetäuschte Loyalität sicher hilfreich, andersherum aber auch die Gewissheit, bei Fehlern in Ungnade zu fallen, aber auch.
     
  13. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Dschinghis Khans Expansionskonzept gründete sich auf das Raub- und Beuteverhaltens seiner Steppenreiter, was in der Mentalität nomadischer Reitervölker begründet lag. Sie sahen es als durchaus normal an, städtische Kulturen und Zivilisationen auszuplündern. Diese Einstellung ist überall zu finden, seien es nun Awaren, Ungarn, Hunnen, Hsiung-nu oder Mongolen. Auch die arabischen Beduinenstämme betrachteten Raubzüge als ihr gutes Recht und hatten in dieser Beziehung kein Unrechtsbewusstsein.

    Somit ist klar, dass die Mongolen expandieren mussten, nachdem der Khan das große Rad erst einmal in Gang gesetzt hatte. Der kriegerische Kern wuchs beständig, da immer neue Vasallen und Eliten integriert wurden. In gleichem Maße mussten auch immer neue Regionen ausgeplündert werden, um das wachsende Heer und die Großen bei Laune zu halten. Es handelt sich hier also nicht um Kontinente umspannende weitsichtige Planungen, sondern um Beutezüge in geografisch und machtpolitisch vorgegebener Richtung.

    Nachdem China erobert war, und der Pazifik eine Schranke setzte (Japan konnte bekanntlich nicht erobert werden), bot sich der Weg nach Westen an, da sich die Steppenreiter hier zunächst auf sicherem Terrain bewegten. Sie mögen vielleicht vom glanzvollen Rom und unermeslicher Beute im Westen gehört haben, und wandten sich in diese erfolgversprechende Richtung.

    So einfach in seinen Grundzügen muss man sich die Gründe, die zur Expansion der Mongolen führten, wohl vorstellen. Dass die Machterhaltung in den eroberten Gebieten nicht so problemlos war, steht auf einem anderen Blatt. Wie das aussehen konnte, kann man gut am Beispiel der Goldenen Horde sehen, die die russischen Fürstentümer mehr als 200 Jahre nieder hielt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Januar 2014
  14. Anthea

    Anthea Mitglied

  15. Turandokht

    Turandokht Neues Mitglied

    Was soll eigentlich dieses Lächerlichmachen hier? Es geht doch Qatan nur darum, mit den Theorien des Personalmanagements die Methoden eines historischen Herrschers zu analysieren. Wer redet denn davon, die ungefiltert auf heutige Unternehmensführung anzuwenden? :confused:
     
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  16. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    möglicherweise habe ich damit, ganz am Anfang dieses Fadens, damit angefangen (kann ja nachgelesen werden) -- nun ist Dschingis Khan nicht irgendeiner von vielen historischen Herrschern; und das Kompositum Personalmanagement ist kein allgemeingültiger Logiksatz, welchen man rein formal auf alle Sätze anwenden kann - mit anderen Worten, die Diskrepanz zwischen einem ganz besonders herausragenden, geradezu aberwitzig (militärisch) erfolgreichen Anführer reiternomadischer Krieger des Mittelalters und dem heutigen Personalmanagement enthält ein gerüttelt Maß an unfreiwilliger Komik (der Dschingsi saß weder in einem Aufsichtsrat noch in Meetings...) Praxis sowie zeitlicher und kultureller Abstand sind einfach gar zu groß, als dass dieses Experiment sonderlich ernst genommen werden kann.
     
  17. enrico

    enrico Mitglied

    Generell ist so ein Thema schwierig , irgendwelche gesicherten Aussagen über die Führungseigenschaften DK zu treffen..Aber ja, wie alle mit einem materiellen Unterbau (Essen, Beute) und einem ideologischen Überbau ,sich einer großen Sache in den Dienst stellen und dazu Sanktionen zur Disziplinierung., in der einen oder anderen Weise zu führen..
    Aussagen kann man immerhin aufgrund „der geheimen Geschichte der Mongolen „ machen .
    Die mongolische Ursprungsversion ist zwar nicht mehr vorhanden, konnte aber anhand von mehreren Abschriften rekonstruiert werden.
    Immerhin hat Temudschin die Nomaden der Steppe geeint . Sein Vater kam noch aus einer führenden Schicht. Nach dem Tod des Vater versuchte seine Mutter die Ansprüche das Sohnes in der Steppe durchzusetzen, ohne Erfolg. Als Dschingis in der Steppe nach vielen Ereignissen, die ich hier mal schnell überfliege, zum Khan aufstieg, ordnete er die Hierarchien vollkommen neu . Er missachtete alte Adelsprivilegien und angeborene Rechte. Stattdessen schaffte er sich sein eigenes Feudalprinzip. Er teilte seine Kämpfer in Zehntschaften, Hundertschaften, Tausentschaften und Zehntausentschaften ein.(siehe Neumann Hoditz) Heeresaufbau und Kampftaktik Wer sich im Kampf bewährte, tapfer und erfolgreich war, konnte in eine höhere Funktion aufsteigen. Wenn aber eine Zehntschaft z. B. versagte oder gar die vollständige Flucht vor dem Feind antrat, wurden alle Verantwortlichen gleichermaßen bestraft.
    Das Gesellschaftssystem war also durchlässig, um die besten Männer für Führungsaufgaben im Heer zu gewinnen, oder aber um die schlechtesten von Führungsaufgaben abzulösen. Die Gleichbehandlung war sicherlich ein wichtige Motivation für seiner Kämpfer, neben den des Beute machen und der Belohnung..Dadurch bekam er in der Steppe großen Zulauf und Fürspruch. Er erließ neue Gesetze und Regeln, die er schriftlich verfassen lies.
    Für ein Führungsseminar kann man daraus ableiten, dass man seine Beschäftigten gleich und gerecht behandeln sollte, eine klare Aufgabenverteilung sicherstellt , die einzelnen Ebenen strukturiert und organisiert und auch keine Angst vor Giganten im Unternehmen zeigt. Sollten Subchefs Fehler machen, müssen sie dafür genauso zur Verantwortung gezogen werden, wie der einzelne Beschäftigte. Und nur so ist es möglich seine Beschäftigten zu motivieren und zu animieren immer das Beste zu geben.
    In einem Führungsseminar bestens geeignet, ist auch als Metapher- die Überwindung „der großen chinesischen Mauer“. Dschingis hat bekanntlich mit seinem Heer, um in das Chin - Reich einzufallen, „die große chinesische Mauer“ in mehren Monaten einfach umgangen. Auch die Belagerung von Peking mit den anschließenden Fall der Stadt war eine organisatorische Meisterleistung..
    Hier könnte man das so interpretieren, dass es keine Aufgaben und Ziele gibt im Unternehmen, die unlösbar sind.
    Als Dschingis Khan in das Choresm - Reich eingefallen war und es besiegte, leistete eine kleine (Krieger)schar um Dschlal ad – Din ( Sohn des Sultan Muhammeds) im heutigen Afghanistan erbitterten Widerstand . Durch die Abschriften „der Geheimen Geschichte der Mongolen „ ist überliefert : -stürzte sich Dschlal ad Din nach verlorener Schlacht mit einigen Gefährten zu Pferde in den Indus und überlebte schwimmend. Erst von den Erben des Khans wurde er zur Strecke gebracht.
    Dschingis Khan soll dabei geäußert haben:“Nur solche Söhne müsste ein Vater haben.“
    Dschingis_4
    Für die heutige Zeit könnte man es so interpretieren: Führungskräfte mit besonderen Eigenschaften und Fähigkeiten und einem Hang zu neuen mutigen Aktionen und Innovationen müssen von konkurrierenden Unternehmen abgeworben werden, wenn sie in das Unternehmen sich integrieren lassen. Folgende Führungseigenschaften könnte man freimütig Dschingis Khan unterstellen:
    entscheidungsfreudig, zielstrebig, diplomatisch, gerecht, erfahren und risikobereit.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Januar 2014
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  18. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    warum nur dem Dschingis?
    dieser kleine (und recht allgemeine) Eigenschaftenkatalog passt ebenso zu Chlodwig, Theoderich, Attila, Geiserich und und und...
    ...und wie verbinde ich diesen Katalog jetzt mit dem modernen Personalmanagement?
     
  19. enrico

    enrico Mitglied

    Die Seminararbeit hieß ja auch " Chingis Khaan als Führungskraft" und nicht Chlodwig, Theoderich, Attila, Geiserich und und und...
     
  20. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    scharfsinnig bemerkt :) aber: wenn die Eigenschaften der Titelfigur derart allgemein sind, dann ... ja hm ... dann sieht es irgendwie etwas mau aus ;)
     

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