Christentum und Islam

Dieses Thema im Forum "Religionsgeschichte" wurde erstellt von Rikardo, 10. Oktober 2018.

Schlagworte:
  1. Rikardo

    Rikardo Neues Mitglied


    Der Konflikt zwischen beiden Weltreligionen Christentum und Islam, ist weltbekannt und immer politisch ausgeprägt. Meine Frage ist, was denken Sie an diesem Konflikt. Sind nicht die Politiker, die Herrsscher daran schuldigt? Und was denken sie an der religiösen Toleranz. Könnten Christen und Muslimen friedlich zusammen leben, ohne Vorurrteile, ohne Hass, oder die rechtsradikale Politiker und Fundamentalisten machen das unmöglich?
     
  2. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Zunächst ein Willkommen an dich als Neumitglied, Rikardo.

    Darüber hinaus möchte ich allen Diskutanten und Interessierten in Erinnerung rufen, daß wir uns im GF nicht mit Tagespolitik befasssen und darum bitten, daß unter historischen Gesichtspunkten diskutiert wird. Merci vielmals.
     
  3. Rikardo

    Rikardo Neues Mitglied


    Her Ingeborg, ich weiss, aber ist nicht manchnal die Politik mit der Geschichte im engen Zusammenhang? Die Mehrheit von geschichtlichen Erreignisse werden durch die Politik beeinflüsst.
     
  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Hallo Rikardo,

    der Ausschluss der Tagespolitik und politischen/weltanschaulichen Gläubigkeiten ist Bestandteil der Forenregeln:
    Nutzungsbedingungen | Geschichtsforum.de - Forum für Geschichte

    Islam und Christentum können hier im Forum dagegen vielfältig unter historischem Blickwinkel diskutiert werden - was auch schon der Fall war und ist.
     
  5. Rikardo

    Rikardo Neues Mitglied

    Als ich gefragt habe, ob Politiker schuldig sind, wollte ich fragen was denken sie, ob die Politiker in der Geschichte, z. B ob Papsttum und Rittertum, Schuld haben, da sie die Kreuzzüge organisieren, ob osmanische Herrscher Schuld haben, da sie junge Knaben aus christlichen Völker genomen haben und als Janitscharen für ihre Armee benutzen. Die Frage ist, sind die Herrscher, die die Religion für politische Ziele nützen schuldig?
     
  6. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Das ist erst mal eine ethische Frage. Eine konkretere Fragestellung kann aber historisch sein: Welchen ethischen Grundätzen gehorchte Papst Urban als er den Kreuzzug predigte, wenn er dabei überhaupt solches im Auge hatte? Entsprachen diese Grundsätze einer Ethik der Zeit? (Meist gibt es mehrere Ansichten und sehr, sehr selten ist eine davon richtig.)

    Ähnlich können andere Entscheidungen hinterfragt werden. Das wäre eine historische Betrachtungsweise des Themas.

    Dazu muss natürlich auch überprüft werden, ob überhaupt willentlich gehandelt wurde und Einsicht in die Folgen des Handelns bestand oder bestehen konnte. Auch ist im Einzelnen natürlich zu fragen, ob aus der Sicht der Handelnden Alternativen bestanden und was es da sonst noch alles gibt. Dabei steht dann die Historie und der Einzelfall im Blickpunkt.

    Wenn wir aber z.B. von den muslimischen Eroberungskriegen über die Kreuzzüge bis in die jüngste Vergangenheit gehen, dürfte aber fraglich sein, ob da ein einheitliches Bild entsteht, dass eine allgemeine Aussage erlaubt. Eher wird es auf einzelne Zeiten beschränkte und komplexere Antworten geben.

    Abgesehen davon, hat deine Frage keinen Inhalt. Du musst schon fragen, wessen jemand schuldig sein soll. Einfach nur 'schuldig' gibt es nicht. Z.B. auch nicht bei der katholisch verstandenen Erbsünde. Dazu ist ethische Verantwortung und damit Schuld immer individuell. Z.B. auch bei der katholisch verstandenen Erbsünde. Eine allgemeine Frage ist auch aus diesem Grund kaum zielführend.
     
    thanepower und silesia gefällt das.
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Fragestellung geht von einem 1300jährigen Religionskonflikt aus, den es so allenfalls phasenweise gab. Z.B. im 11. - 13. Jhdt., also in der Kreuzzugszeit. Konflikte vorher (gleichzeitig und nachher) wurden v. a. um Territorien geführt, spätere Konflikte waren Nationalstaatskonflikte.
    Vom osmanischen Jungenraub bzgl. der Janitscharen muss man sich ein wenig verabschieden. Vor allem haben christl. (aber auch muslim. Eltern) ihre Söhne an den Staat gegeben, weil sie dafür a) Geld bekamen und b) damit ein soziales Aufstiegsversprechen für die Jungen verbunden war. Da war es dann relativ latte, dass die Jungs dafür zu Muslimen erzogen wurden.
     
  8. Rikardo

    Rikardo Neues Mitglied

    Riothamus, ja vielleicht habe ich nicht richtig die Fragen formuliert. Meine Überlegungen sind in der Richtung, dass Christen und Muslime friedlich zusammen leben können, wie z. B zur Zeit Sultans Saladin, oder sogar früher in Syrien aber erlauben das eigentlich die Herrscher? Das Papsttum und Westeuropa sagte im Mittelalter, wir müssen Jerusalem von Ungläubigen befreien, aber was passiert eigentlich-Plünderung, Misshandlung gegen Juden, orthodoxe Christen, sogar Eroberung Byzanz. Muslime anderseits erklären Dschihad z. B Osmanen erobern und plündern Konstantinopel, zerstören Kirchen in der Name Allahs. Die radikalen fundamentalistischen Strömungen vernichten alles... Aber die einfache Menschen, die Christen und Muslime, sie verstehen sich gut, und nur die Geschichte und Politik gibt Ursachen für hass und Intoleranz.
     
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das Massaker von Jerusalen zum Trotz: in den Kreuzfahrerstaaten konnten Muslime genauso gut leben, wie Christen im Kalifat (bzw. in den Herrschaften, die sich nominell einem der Kalifate „unterwarfen“).
     

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