Cornelius Loos

Dieses Thema im Forum "Hexenverfolgung (1450-1750)" wurde erstellt von paracelsus, 29. Januar 2006.



  1. paracelsus

    paracelsus Neues Mitglied

    Hallo!
    Loos, ein Trierer Theologieprofessor im späten 16. Jahrhundert, soll sich gemäß verschiedenster Quellen als erster katholischer Theologe und sogar noch strikter gegen die Hexenverfolgung gewandt haben als später Spee. Freilich musste er in Todesgefahr seine Thesen widerrufen :still: , doch ist mir nicht klar, ob seine Schrift "De vera et ficta (falsa) magia" vernichtet wurde?! In diversen Quellen ist auch von Briefen die Rede, in welchen er sich gegen die Prozesse ausgesprochen haben soll. Weiß jemand, ob noch irgendwelche Dokumente von Loos vorhanden sind? :confused:
    lg
    paracelsus
     
  2. Mercy

    Mercy unvergessen

    Das Munuskript des Traktates "De vera et falsa magia" hat sich in der Stadtbibliothek Trier erhalten.
    http://www.uni-trier.de/hexen/abstracts/abfranz02.html

    Dazu auch:
    Mit dem rhetorisch brillanten Vortrag von Prof. Othon Scholer (Diekirch, Luxemburg) »O Kehricht des Aberglaubens, o leerer Wahn der Täuschungen und Gespenster der Nacht!« Der Angriff des Cornelius Loos auf Petrus Binsfeld wurde die Reihe der Kolloquiumsreferate abgeschlossen. Scholer behandelte den um 1590 in Trier in sehr polemischer Form ausgetragenen Gelehrtenstreit zwischen dem hexengläubigen Weihbischof Petrus Binsfeld und seinem Gegner, dem aus den Niederlanden stammenden Theologen Cornelius Loos. Ihm gelang der Nachweis, daß die in der Trierer Handschrift De vera et falsa magia des Cornelius Loos unterstrichenen Passagen, die im Kölner Druck kursiv gesetzt wurden, Zitate aus Binsfelds De confes-sionibus maleficorum et sagarum darstellen, ohne als solche gekennzeichnet zu sein. Loos leitete diese Textstellen aus Binsfelds Traktat jeweils mit nichtssagenden Formeln wie: »es wird untersucht«, »gefragt« etc. ein, um sie dann mit beißendem Spott zu widerlegen. Obwohl die bereits gedruckten Exemplare des Werkes von Loos in Köln konfisziert und der Autor selbst zum Widerruf gezwungen wurde, fand eine Rezeption durch zeitgenössische Autoren, allen voran Martin Delrio, statt. Pikanterweise lehrte Loos zur gleichen Zeit an der Trierer Universität, in der Binsfeld als Vizekanzler in Vertretung des Kurfürsten die Aufsicht hatte. Ein großer Teil der Auseinandersetzung wird sich, so vermutet Scholer, in diesem Kreis von Gelehrten abgespielt haben; möglicherweise zirkulierten Abschriften des Loosschen Manuskripts. Die tief empfundene Kränkung des »studierten« Weihbischofs ist durchaus nachvollziehbar, zumal es Loos gelang, Binsfeld die peinliche Verwechslung des Märtyrers Cyprianus von Karthago mit dem Magier Cyprianus von Antio-chien nachzuweisen. Diesen Fehler mußte Binsfeld bei der erneuten Auflage seines Werkes im Jahre 1596 korrigieren. An dieser Stelle erfolgte auch Binsfelds Abrechnung mit seinem Widersacher. Möglicherweise war Binsfeld die treibende Kraft hinter der Konfiskation der Schrift-Cornelius Loos. Scholer beendete seinen Vortrag mit dem Hinweis, daß eine umfassende Rezeption der Schrift De vera et falsa magia durch die Forschung noch aussteht, eine kritische Edition des lateinischen Originals mithin ein Desiderat ist.

    http://www.uni-trier.de/hexen/tagungen/tagungen1995.html
     
  3. benutzjamin

    benutzjamin Neues Mitglied

    Hallo,
    Falls die Frage nach knapp 6 Jahren noch annähernd aktuell ist:

    In der Universitäts- und Stadtbibliothek von Köln ist ein großer Teil seines ersten Buches des Traktats "De vera et falsa magia" vorhanden (96 Seiten).


    Außerdem findet man bei Othon Scholer, Der Hexer war`s, die Hexe, ja vielleicht sogar der Dämon höchstpersönlich..., in: Trierer Hexenprozesse - Quellen und Darstellungen, Bd. 8 auch einige Briefe die Angelegenheit "Cornelius Loos" betreffend (allerdings keine Briefe von Loos, dafür aber u.a. 1-2 AN Loos).


    Gruß
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Juni 2012
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