Das Dispargum-Mysterie

Dieses Thema im Forum "Die Franken" wurde erstellt von Gast, 29. Januar 2007.



  1. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    ;) an Nein, das heißt:
    "DISPARGUM CASTRUM HUGONIS NATIONIS, QUONDAM CUGERNIS GENTIS." ;) aus
     
  2. Biturigos

    Biturigos Aktives Mitglied

    Also wenn es schon einen Nachweis gibt, dann können wir den Blog ja dicht machen. Wo wurde denn die Weiheinschrift gefunden?

    Eine für euch vielleicht nicht neue Hypothese, gefunden beim Lesen zum Hugonen-Blog:
    "In Anbetracht der Ereignisse der vorherigen Jahrzehnte ist es nicht ausgeschlossen,daß in der Textüberlieferung "Dispargum castrum" eine Verschreibung von"disparsum castrum" vorliegt.Damit aber bezeichnet der bei Gregor von Tours genannte Siedlungsort der Chlogio-Franken nicht mehr als ein verwaistes, in der Spätantike von den römischen Truppen aufgegebenes Lager.Ein aufgelassenes spätantikes Lager oder munimentum,ein befestigter Platz, läßt sich im fünften Jahrhundert nur linksrheinisch,entlang des Rheins selbst oder im angrenzenden Binnenland annehmen. Die mittelalterliche Geschichtsschreibung verlegte jenen Platz in das heutige Xanten. Der Ort des Lagers aber war nach den Worten des Gregor von Tours "interminum Thoringorum",d.h. an der Grenze zur "Thoringia" gelegen. Thoringia selbst war linksrheinisches Gebiet, welches die Franken, vom Rhein kommend, durchzogen. Daher ist "Disparsum castrum" im Binnenland, vielleicht an der Maas, am
    Rande der Ardennen zu suchen.Hier nämlich hatte Kaiser Julian zerstörte Lager zum Schutz der nördlichen Grenze entlang der Straße Köln-Bavai wiederaufbauen lassen, nachdem sie durch die Frankeneinfälle stark in Mitleidenschaft gezogen worden waren." (Studien zum frühen Christentum in Niedegermanien, Josef Kremer, 1993, S.67)
     
  3. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied


    Ich erinnere mich so ganz, ganz dunkel daran, irgendwo etwas mit den Buchstaben gelesen zu haben. Der Fund dürfte höchstwahrscheinlich im Herzen von Duisburg (Burgplatz in der Innenstadt am Rathaus) gemacht worden sein.

    Dass Dispargum ein Verschreiber von Disparsum sein sollte, halte ich für unwahrscheinlich. Disparsum gibt es nicht, falls dispersum gemeint sein sollte, so heißt dieses "weit verstreut" und nicht "aufgegeben".


    den o. g. Aufsatz findet man hier:

    http://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/a/a106907.pdf
     
  4. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Immerhin sind ja noch Detailfragen der Textinterpretation und der Feindatierung zu klären. :D

    So genau schreibt es Milz* nicht. "In einer anderen Grabungsfläche fand sich ein Reststück einer römischen Inschrift aus dem 1. Jahrhundert. Leider sind nur noch die Buchstaben O und N mit Sicherheit zu erkennen."

    Auszuschließen ist nichts.
    Die Form "disparsum" muss man aber im Wörterbuch mit der Lupe suchen und bedeutet laut Georges "das Vereinzelte". Von "dispergo" (ausstreuen, zerstreuen)...
    Georges-1913-01-2214 - Zeno.org

    * EDIT: Joseph Milz, Geschichte der Stadt Duisburg (1. Von den Anfängen bis zum Ende des Alten Reiches), Duisburg 2013
     
  5. Biturigos

    Biturigos Aktives Mitglied

    Leute, eine römische Inschrift 1.Jahrhundert soll auf den drei Jahrhunderte später lebenden Chlodio hinweisen? Hat Milz den Bienenwolf?
    Warum nicht gleich 1900 Jahre? Wenn dann OL lesbar wäre, könnten wir von der Textinterpretation SepiOLa oder CarOLus lesen, bei OT müssten wir uns zwischen El QuijOTe oder RiOThamus als fränkischer König entscheiden. Endlich in die Geschichte eingehen......
     
  6. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied



    Ich kenne das von Sepiola genannte Werk von Milz nicht. Als ehemaliger Leiter des Stadtarchivs von Duisburg wurde Milz hier im Thread schon erwähnt (z. B. hier: http://www.geschichtsforum.de/384994-post9.html). Dass er vom Fund eines Teils einer römischen Säulentrommel auf einen römischen Tempel im Bereich des Zentrums von Duisburg schließt, halte ich für zu weitgehend. Allerdings ist das nur ein Teil der Argumentation (s. http://www.geschichtsforum.de/453312-post16.html).


    Am Burgplatz steht das Rathaus (ca. 1900) und die Salvatorkirche (14. Jhdt.). Das Rathaus steht an der Stelle der ma Königspfalz, deren Reste beim Bau des Rathauses entdeckt worden sind:

    http://www.archaeologie-duisburg.de/Stadtarchaologie_in_Duisburg_gestern.pdf

    Interessant wäre, ob anhand der Ausgrabungen vom Ende des 19. Jhdts. ausgeschlossen werden kann, dass an der Stelle der Pfalz schon vorher eine römische Festung gestanden hat.
     
  7. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Wie gesagt, an der Feindatierung muss auch noch gefeilt werden. :D
     
  8. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Oder sind da 2 Jahrhunderte erfunden?
     

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