der Nichtangriffspakt (Hitler-Stalin-Pakt)

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von askan, 21. Januar 2006.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Woraus ergibt sich, dass der polnische Kamerad auch ein Arbeiter ist?
     
  2. chrdidt

    chrdidt Mitglied

    Na woher kommt denn ein Soldat im Kriegsfall? Stinknormale Arbeiter die eingezogen werden. Das ist auch einer Hauptgründe warum Sozialisten noch vor Ausbruch des 1 Wk auf eine verhinderung dieses und eine mögliche Sabotierung auf internationaler Ebene gewünscht hatten, weil sie genau wussten das der Leidtragende der normale Arbeiter sein wird.
    Wenn man überhaupt eine Grenze zwischen Arbeiter und Soldat ziehen kann....(nicht Militär)
     
  3. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter


    Kleine Korrektur dazu,
    es gab zu dieser Zeit nur unwesentliche Abkommen und Gespräche. Die Abhängigkeit von Lieferungen setzte erst 1940 ein, das "große" Abkommen wurde hinsichtlich der Lieferungen im Winter 1939/40 verhandelt.
     
  4. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Das ist deine Interpretation und die des Karikaturisten.
    In der Realität waren die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Nazideutschland bis zum 22. Juni 1941 in einem guten Zustand.
    Das will man heute nicht so recht wahr nehmen, weil es einen der Sieger über Nazideutschland betrifft.
    Insbesondere die deutsche kommunistische Geschichte weist über die Jahre 1933-1941 einen großen weißen Fleck - oder zumindest eine Ära, die man gern vergessen möchte - in Beziehung zur kommunistischen Sowjetunion auf.

    Gerade Stalin war es, der Nazideutschland bis zum 22.6.1941 völlig unterschätzt hat. Deine Interpretation und die des Kariakturisten sind Wunschdenken über die Sowjetunion 1939 gewesen. Stalin glaubte, mit u.a. der Teilung Polens und der Aufteilung anderer Staaten wie die des Baltikums, Finnlands und Teile Rumäniens, dass sich Deutschland nach Westen bewege und sich dort in zermürbenden Schlachten mit anderen kapitalistischen Staaten totläuft.
    Am 10.2.1940 wird ein deutsch-sowjetischer Wirtschaftsvertrag abgeschlossen! Stalin war ein Bewunderer der nazideutschen Erfolge in Wirtschaft, Politik und Kriegswesen. Er ließ per Dekret in der Sowjetunion die Nazideutschfreundlichkeit ausrufen.
    Der Hitler-Stalin-Pakt vom August 1939 war eine völlige Neutralitätsverpflichtung, in der die Sowjetunion ausdrücklich darauf verzichtet, an irgendeiner gegen Hitlerdeutschland gerichteten Mächtekonstellation teilzunehmen!!

    Am 10. März 1939 erklärt Stalin in seinem Rechenschaftsbericht auf dem XVIII.Parteitag der KPdSU:
     
  5. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Ich weiss nicht, ob man Beziehungen als gut bezeichnen kann, wenn Hitler ab Juli 1940 den Angriff vorbereiten läßt, ursprünglich wohl schon im Herbst 1940 losschlagen wollte. Auch ansonsten knisterte es, siehe Wiener Schiedsspruch, sowjetische Gebietsforderungen an Rumänien, Ansprüche auf Bulgarien usw. Den Molotow-Besuch im November 1940 kann man kaum als friedliches und Freundschaftstreffen bezeichnen.

    Der Wirtschaftsvertrag kam nur unter beachtlichen Geburtswehen zustande, die deutsche Seite konnte die russischen Wünsche nicht erfüllen. Es gab laufend Stockungen, entweder wegen Deutschlands Zahlungsunfähigkeit oder Stockungen der Kompensatinoslieferungen. Gegenseitige unzufriedenheit wurde geäußert, es gab auch Sperrungen.

    Was die sowjet. Neutralitätszusage angeht, sollte man nicht übersehen, dass sich Stalin wenig um die Einhaltung von Verträgen gekümmert hat, wenn die Konstellation entsprechend war: siehe baltische Staaten, siehe Nichtangriffsvertrag mit Polen, usw. Hier nun "Vertragstreue" zu unterstellen, fehlt mir das Vorstellungsvermögen.
     
  6. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Ich wiederhole mich gern: Stalin hat Deutschland völlig unterschätzt. Seine Haltung zu Deutschland war positiver als zu den westlichen Nachbarn Deutschlands.
    Ob Stalin sich um Verträge mit anderen ihm wenig interessanten Staaten nicht einhielt, ist bei der militärischen Neutralitätstreue der Sowjetunion zu Deutschlands Expansionszielen in Mittel- und Westeuropa wenig nützlich. Stalins Sowjetunion verhielt sich nun mal neutral bei der deutschen Besetzung West-, Südost- und Nordeuropas 1939-Sommer 1941.
    Ich unterstelle also nicht Stalins Vertragstreue zu Deutschland sondern dokumentiere die durchgeführte Vertragstreue.
     
  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Woraus schließt du denn das, insbesondere das "positiver"?

    Die Unterschätzung paßt nicht nicht mit dem sowjetischen Aufrüstungsprogramm in keiner Weise zusammen. Ich würde es so formulieren, als "Fehlschluß": Stalin hat nicht kurzfristig mit einem deutschen Angriff gerechnet, eben nicht schon 1941.

    Die Vertragstreue dokumentiert sich in dem fehlenden Vertragsbruch bis 1941, während beide Seiten hochrüsteten für den Waffengang. Der eine - Stalin - ist dabei nicht "fertig" geworden, obwohl das Zwischenergebnis beeindruckend war.

    Dass die Auseinandersetzung kommen wird, war der sowjetischen Führung spätestens nach dem Molotow-Besuch im November 1940 klar, wie anhand der folgenden Maßnahmen dokumentiert ist. Offen blieb der Zeitpunkt des Krieges. Passend zur Vertragstreue kann man die umfangreichen sowjetischen "Kriegsspiele" zur Jahreswende anführen, die bereits von einem deutschen Erstschlag ausgingen (der Teilnehmer Pawlow wurde später im Juli 1941 hingerichtet).

    Für beide Diktatoren war das ein Vertrag auf Zeit mit vorläufiger Interessenregelung (wie die Beispiele Bulgarien, Rumänien, Finnland und Jugoslawien zeigen, über die man sich schnell in die Haare geriet, mit beiderseitigen "Vertragsverletzungen", wenn man das bei einem völkerrechtswidrigen Vertrag überhaupt so bezeichnen kann).

    Einzig die Wirtschaftslieferungen funktionierten ab Mitte 1940, mit der Einschränkung, dass die sowjetische Seite ständig nicht bekam, was sie wollte.
     
  8. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Was diese Zeit betrifft, sollte man sich mal Wolfgang Leonhardt:"Die Revolution entlässt ihre Kinder" zu Gemüte führen.
    Leonhardt, auch in der Gegenwart gesuchter Talkshow-Gast, verbrachte seine Jugend in Moskau und hat die damalige Situation genau beschrieben.
    Die Prawda ging sogar soweit, den Westallierten den Schwarzen Peter anzuhängen, vor allem nach Churchills "No" nach Dünkirchen.
     
  9. segula

    segula Gast

    Nach dem Hitler - Stalinpakt wurde in der Sowjetunion laut Leonhardts Buch sogar antifaschistische Literatur und Zeitungen vorübergehend nicht verkauft bzw. nicht gedruckt.
     
  10. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Beide Seiten änderten ihre Propaganda, entsprechende Anweisungen zur Mäßigung gingen auch über Goebbels an die deutsche Presse, bereits als sich die Wirtschaftsbeziehungen im Frühsommer anbahnten. Nach Abschluss des Paktes wurde über die SU nicht negativ berichtet.
     
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Der Weg in den Krieg - 70 Jahre Hitler-Stalin-Pakt

    Jedes Abkommen war nur Ausgangspunkt für neue Kämpfe - Adolf Hitler wollte unbedingt "seinen Krieg" und führte die Welt so in die Katastrophe.

    [​IMG]
    Am 23. August 1939 unterzeichneten der deutsche Joachim von Ribbentrop (links) und der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw Molotow (vorn) in Moskau den deutsch-russischen Nichtangriffspakt. Im Hintergrund lächelt Stalin.

    Anders als beim Ersten hat es beim Zweiten Weltkrieg nie eine Diskussion über die Schuldfrage gegeben. An Hitler-Deutschlands Hauptverantwortung besteht kein Zweifel. Kampf und Krieg waren für den deutschen Diktator die Lebensprinzipien. Ein Gegensatz zwischen Politik und Krieg hat für ihn nie bestanden. Der Friede war kein positives Ziel, stets nur ein Ausgangspunkt für neue Kämpfe. Keine Frage: Hitler wollte "seinen" Krieg.

    Bis zum Jahr 1937 war Hitler auf seinem Weg vorangekommen, zunächst eine Hegemonialstellung auf dem europäischen Kontinent durch stückweise Revision des Versailler Vertrages zu erlangen. Mittel und Zweck vermischten sich dabei: Austritt aus dem Völkerbund (1933), Nichtangriffspakt mit Polen (1934), deutsch-britisches Flottenabkommen (1935), Einmarsch in die entmilitarisierte Zone des Rheinlandes (1936), "Achsenbündnis" mit Italien (1936). 1937 sprach er dann erstmals von einer möglichen Auseinandersetzung mit den europäischen Kontinentalmächten. Seine Wunschkonstellation war dies nicht.
     
  12. Gast

    Gast Gast

    Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt

    Hallo, ich hätte da mal eine Frage die ich für meine GFS in Geschichte brauche!
    Und zwar warum genau das Zusatzprotokoll streng geheim behandelt werden sollte?

    Über eine rasche Antwort wäre ich sehr sehr dankbar

    Gruß Claudia
     
  13. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Da wurde ein souveräner Staat von zwei anderen Staaten untereinander aufgeteilt. Schon das war Grund genug, das Protokoll geheim zu halten. Außerdem wollte sich Deutschland ja der Welt als Angriffsopfer und nicht als Angreifer präsentieren: "Polen hat heute Nacht zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen. Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen! Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten!"
     
  14. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  15. Gast

    Gast Gast

    Hitler-Stalin-Pakt / Unverständnis

    Hallo,
    folgende Aufgabe:
    Warum stieß der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt überall in der Welt auf Unverständnis?

    Zur Lösung dieser Aufgabe liegt eine Karikatur vor:
    http://img526.imageshack.us/img526/9981/hitlerstalinpakteo6.jpg

    Nun mein Ansatz.
    Deutschland und Sowjetunion pfeifen auf die anderen Mächte und retten ihren Arsch, indem sie sich nicht gegenseitig angreifen.

    Der Tonfall und Wortwahl wird natürlich geändert :D
    Aber stimmt das so in etwa?

    Bei Google finde ich nur laaaange Texte und ich erfahre nicht mal, was ich erfahren will.

    Danke!
     
  16. gustav7

    gustav7 Neues Mitglied

    Wie waere es denn mal, wenn du die politische Richtung Deutschlands und Russlands untersuchst (Hinweis: Stalin auf der Karikatur sagt etwas von workers) und dann die deutsch-russischen Beziehungen zu dieser Zeit untersuchst. Mit politischer Richtung meine ich die Ideologie Stalins bzw. die Art des Regims und die Ideologie Hitlers.

    kurze Anmerkung: Geschichte erfordert auch ein wenig Praezision. Vielleicht koenntest du deinen naechste Beitrag darauf anpassen. Deine Antwort ist wohl nicht ganz die Gesuchte. Untersuche doch einmal, was auf dem Boden liegt bzw. was darauf steht und untersuche die Worte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Oktober 2009
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  17. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  18. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

    Unverständnis deswegen, weil Kommunismus und Nationalsozialismus Feinde waren: in Deutschland wurden Kommunisten vom Nazi-Regime brutal verfolgt. Umgekehrt lästerten die Kommunisten über die Faschisten (und taten es Jahre später noch): eigentlich zwei völlig gegensätzliche Ideologien. Gemeinsamkeit der Totalitarismus, der Imperialismus und die Verachtung der Menschenrechte.

    Wenn es ums äufnen der eigenen Pfründe geht, wirft man offenbar alle ideologischen Grundsätze über Bord...

    Im Moment wollten offenbar die beiden noch keinen Krieg miteinander und haben sich in geheimen Zusatzprotokollen Europa aufgeteilt. Später dann haben sie sich bis aufs Blut bekämpft.
    Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt ? Wikipedia
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Oktober 2009
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  19. iamNex

    iamNex Aktives Mitglied

    Die Nationalsozialisten erklärten die Bolschewisten unter anderem zum politischen Hauptfeind. Anton Drexler erklärte den Bolschewismus unter anderem zu "jüdischem Betrug".
    Alfred Rosenberg veröffentlichte eine Schrift namens "Pest in Russland" (Unterschrift: Der Bolschewismus, seine Häupter, Handlanger und Opfer.)

    Kurz gesagt, die Nazis hassten die Bolschewisten, verfolgten Kommunisten und steckten diese in Konzentrationslager. Die KPD wurde schnell verboten nach der Machtergreifung.
    Auch wenn neue Forschungen oft zeigen, dass der Nationalsozialismus und der Bolschewismus sich in Staatsform, etc oft sehr ähnlich waren, galten beide damals als krasse Gegensätze - die sich außerdem hassten.

    Des weiten ging Hitler davon aus, dass die Russen als Slawen rassisch-naturwissenschaftlich den "Ariern" unterlegen waren.

    Jetzt gab es auf einmal einen Pakt zwischen diesen beiden verhassten Parteien.
    War ja eigentlich klar, dass das v.a. demokratische Europa sich darüber empörte.

    Des weiteren zeigte, wie beide Länder POLEN von der Landkarte tilgten und sich dort benahmen, wie sie dass internationale Völkerrecht und den Versailler Vertrag einfach ignorierten.

    Hoffe ich konnte helfen.
     
  20. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Zu beachten ist auch, dass die sich die Sowjet-Union zu der Zeit noch im Krieg mit Japan befand.
     
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