Deutsches Interesse an Kolonien

Dieses Thema im Forum "Die großen Kolonialreiche" wurde erstellt von choco, 27. Oktober 2009.



  1. Repo

    Repo Neues Mitglied


    OT: Es ist hier sowas von daneben.....

    Aber das stimmt so nicht, Deutschland wurde ganz kräftig zur Kasse gebeten.

    Anders, klüger als 1918, aber bezahlt wurde.
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Also zurück zum Kolonialsandkasten:

    Wer - wie - wo - wann?

    Zunächst einmal wird die Ressourcen-Armut mit Blick auf die Deutschen Reichsstatistiken und die geförderten Rohstoffe etc. widerlegt. Niemand käme wohl auf den Gedanken eine Kohlarmut, und selbst mit lothringischem Erz (plus skandinavischen Zukäufen, die man wohl nicht als koloniales Ziel ansprechen kann) kam man über die Runden.

    Richtigerweise könnte man von ganz bestimmten Engpässen sprechen, die zT durch die sich entwickelnde Chemieindustrie (Expansion!) gebraucht wurden.

    Zum Thema Ressourcen im Zeitpunkt des Erwerbs von Kolonien käme mir nur die Verbindung Samoa/Kobra und, weit bedeutender, Ostafrika/Textilindustrie in den Sinn.

    Quantitativ und qualitativ bedeutender als diese diversen Kolonialphantasien waren handfeste Übernahmen und Rohstoffsicherungen deutscher Unternehmen zB in Frankreich (zB Normandie) - durch Kauf und Erwerb von Lizenzen etc. Diese Vorgänge dürften den gesamten Kolonialbereich wertmäßig überstiegen haben.

    Bezüglich der Kosten der Kolonien gebe ich Dir recht.

    Bei diesen Kolonialphantasien sollte man für die damalige Zeit berücksichtigen, dass häufig das indische Beispiel/Großbritannien (man findet das selbst bei Hitler) das "Abziehmuster" bildete.
     
  3. Eohan

    Eohan Gast

    Kam schon jemand auf den Gedanken eines einfachen "Verlängertes Steißbein"-Vergleichs? Der gute Kaiser hatte doch ein paar Minderwertigkeitskomplexe, da kann er doch nich hinter seinen Verwandten von der Insel bleiben. Frei nach dem Motto: Mir san mir!
    Hätte man logisch und besonnen überlegt,wäre man bei Bismarck geblieben und hätte die Wölfe sich selbst zerfleischen lassen.
    Das bisschen Öl, Bauxit, Chrom und so weiter hätter man auch über die Osmanen auf dem Nachbarkontinent holen können.
     
  4. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Irgendwo ist mir schon mal untergekommen, dass deutscher Korn (Schnaps/Fusel) zB nach Togo verkauft wurde, und Teile des Ostelbischen Adels deshalb Interessen gehabt hätten.
    Will mir zwar nicht einleuchten, Schnaps kann man doch aus so ziemlich allem brennen....

    Andererseits ist zu lesen, dass den Deutschen die Kolonien herzlich egal waren, sie ihnen erst durch die Kolonialkriege zwischen 1900 und 1907 "ans Herz wuchsen"
     
  5. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Kohl konnte man sicherlich in weiten Gegenden Deutschlands anbauen, anders als Kakao wahrscheinlich.:devil:
     
  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Huch, gemeint sind natürlich die "Kohlen", die schwarzen und braunen natürlich. :rofl:
     
  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Du wirst hier - gerade in der zeitgenössischen Literatur - die merkwürdigsten Gründe finden. Sicher wurde das in Bevölkerungsteilen, bei denen das ankam, auch geglaubt.

    Man sollte das vom konkreten unternehmerischen Handeln trennen, deshalb habe ich auch als Vergleich auf die Investitionen in Frankreich verwiesen, die selbst Paris unheimlich wurden.

    Dabei sassen die Interessenten zT ganz woanders: nehmen wir mal Frankreich, bei dem die Geographiegesellschaften wesentliche Treiber der Expansion nach 1871 waren. Massenweise Petitionen setzen dann auch Teile der Geschäftswelt in Bewegung, mit mehr oder weniger erfolg, meistens mit weniger.:devil:


    EDIT:
    Es wäre interessant, dieses Thema des Kolonien-Hypes, vielleicht im Vergleich Frankreich, Deutsches Reich, Großbritannien, einmal in den Zusammenhang der globalen Großen Depression 1880-1895 zu stellen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Dezember 2009
  8. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Das war doch die 3. Welle der Kolonialen "Erwerbungen", und ich glaube man geht davon aus, dass diese für überhaupt alle beteiligten Staaten ein Verlust-Geschäft war.

    Ich muss mal schauen, ich habe wenn mich die Erinnerung nicht trügt etwas zu jeweiligen Kosten.

    Was auch erwähnt gehört, von den diversen Missionsgesellschaften wurde auch ein gewisser Druck auf die Regierung ausgeübt, "Schutzgebiete" zu übernehmen. Zentral- und Ostafrika war in der Hand von arabischen Sklavenjägern.
     
  9. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Und bei der Welle könnte man die deutschen Aktivitäten einsortieren. Deshalb der Hinweis.
     
  10. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    In seinem Buch über die Expedition zur "Rettung" Emin paschas, macht sich Stanley über einen französischen Kardinal lustig, der zum Kreuzzug gegen die arabischen Warlords aufrief, worauf sich tatsächlich auch Freiwillige meldeten, die allerdings niemals Afrika erreichten. Rabeh oder Tibbu Tib waren beide nicht weit entfernt von ihrem Traum, ein unabhängiges Kolonialreich zu errichten. Eine Zeitlang kooperierten die belgier´und auch die Deutschen mit Tibbu Tib, der nach außen hin ehrbar geworden und in den Elfenbeinhandel eingestiegen war.


    Der oben erwähnte Emin Pascha, der "Bula Matari" in einem makellosen weißen Tropendress begrüßte, wollte gar nicht von Stanley gerettet werden, und wenn man sich den Zustand von Stanleys Expeditionskorps ansah, musste man sich fragen, wer wen gerettet hatte. Er trat nach Ende der Expedition in deutsche Dienste in Deutsch- Ostafrika, wo er 1890 durch arabische Sklavenhändler getötet wurde.
     
  11. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Wissmann durfte sich Freund Tibbu Tipps nennen. Wobei in jener Zeit eine Durchquerung Afrikas ohne einen Schuss abzugeben, wie Wissmann, schon bemerkenswert ist. Man beachte insbesondere den Gegensatz zu Carl Peters.

    Wer? Der Schlesier Emin Pascha?
    Ich dachte der wäre im Suff aus dem Fenster gefallen.
     
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  12. Arne

    Arne Premiummitglied

  13. andrealang

    andrealang Neues Mitglied


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    Liebe Grüße
     

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