Die 60er Jahre - Konflikt der Generationen (mündliches Abitur)

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von Mango, 26. Mai 2014.

  1. Mango

    Mango Neues Mitglied


    Guten Tag alle miteinander.
    Ich muss nächste Woche mein mündliches Abitur in Geschichte über das oben benannte Thema Halten.
    Natürlich musste die FAV das mir am unbeliebteste Thema wählen :motz:

    Thema:
    "Die 60er Jahre - Konflikt der Generationen"

    Selbst gewählte Unterpunkte:
    - Wirtschaftlicher Aufschwung
    - Studentenbewegung als Wegbereiter einer neuen Gesellschaft

    Habt ihr mir eventuell ein paar Tipps, wie ihr das Thema angehen würdet.
    Bzw. welche Ereignisse euch in der 60er als besonders wichtig erscheinen.

    Bin total überfragt und erschlagen mit diesem Thema, da man in 10 min. unmöglich ein ganzen Jahrzehnt referieren kann.

    Bitte helft mir

    MFG Philip
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Mai 2014
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wichtig sind auch v.a. die Jahre 1967 und 1968. Oder ab 1964 (Eintritt der USA in den Vietnamkrieg).
    Deutschland - Schahbesuch 1967 mit Prügelpersern, Leberwusttaktik dabei Tod von Benno Ohnesorg durch Polizeikugel: Unfall, Totschlag oder Mord?
    Anschlag auf SDS-Vorsitzenden Rudi Dutschke durch einen NPD-Sympathisanten nach monatelanger Hetzkampagnen der Bild (daher auch "Springerpresse halt die Fresse!" und Randale in den Zeitungsvierteln im April 1968)
    Das Puddingattentat und der Kaufhausbrand im KaDeWe, Radikalisierung hin zur Bewegung 2. Juni und RAF (die dann aber eher mit den 70er Jahren verbunden werden).
    Nicht zu vergessen auch die amerikanische Friedensbewegung (mitsamt der Hippies), welche einigen Einfluss auf die Geschehnisse in Europa hatte (Frankreich, David Cohn-Bendit, der zwischen Frankfurt und Paris hin und her pendelte)... Ho Chi Minh, der Chef der vietnamnesischen KP und Präsident Nordvietnams lieh seinen Namen dem SDS als Schlachtruf, die untergehakt durch Frankfurt oder Berlin mit dem Ruf HO-HO-HO-CHI-MINH liefen...

    So, genug gebrainstormt, ich denke, das sind genug Stichworte für die Eigenrecherche.
     
  3. Mango

    Mango Neues Mitglied


    Danke danke,
    hatte aber mehr die deutsche Geschichte im Kopf, wie es vom wirtschaftlichen Aufschwung und den Studentenbewegung schließlich zu einer neuen Gesellschaft kam. (Weltoffener,toleranter, sexuell aufgeklärt etc.)
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich habe v.a. über Ereignisse in Berlin und Frankfurt gesprochen. Paris, Washington und Saigon sind Querverbindungen, an denen man bei einer Betrachtung des Themas nur schwerlich vorbeikommt.
     
  5. Ingeborg

    Ingeborg Premiummitglied

    Was ElQuijote noch nicht angesprochen hat, aber zu deinem zweiten Punkt 'Wegbereiter einer neuen Gesellschaft' gehört, ist ua der Bereich Aufarbeitung der Vergangenheit. Es wurde thematisiert, inwiefern und wo Personen, die sich dem Nazi-Regime zur Verfügung gestellt hatten (sehr allgemein formuliert), nach 1945 bzw 1949 wieder in 'Amt und Würden' landeten - siehe zb der Slogan "Unter den Talaren der Muff von 1000 Jahren". Diese Thematik blieb nicht auf die Studentenschaft begrenzt, sondern wurde auch darüber hinaus, auch von Jugendlichen, aufgenommen. Erfahrungen zb mit Lehrern, die weiterhin unterrichteten und entsprechend ideologisch gefärbten Unterricht boten, waren damals keine Einzelfälle; das durften die meisten von uns erleben.

    Ein wichtiger Punkt im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Aufschwung wäre noch, daß dessen Folgeerscheinungen teilweise von Jugendlichen abgelehnt wurden und bewußt ein Gegenmodell für das eigene Leben angepeilt wurde - siehe zb die damals sogen Gammler (das war ja noch vor den Hippies). Viele Jugendliche lehnten den Kapitalismus ab, wie er sich damals präsentierte und vor allem: für die Jugendlichen präsentierte. Der Gegenentwurf dazu war der Sozialismus, wobei es nicht nur um den seinerzeit real existierenden Sozialismus im damaligen Ostblock ging, sondern ebenso um demokratischere Formen, eine bessere Verteilung des Wohlstands und der erwirtschafteten Profite, aber ebenso Meinungsfreiheit (die gehörte in den 50er Jahren in der Adenauer-Republik auch nicht unbedingt zum täglichen Leben).
     
  6. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    -siehe Spiegelaffäre

    Es war eine Melange aus Hochpolitischem und Banalem,das das etablierte System sturmreif schoss:
    Rockmusik,Minirock, Flower Power, lange Haare und wilde Bärte bei Männern ,die Gammler,die Hippies,die Rocker, Filme wie Easy Rider, PopArt von Andy Warhole, sexuelle Aufklärung,
    die Pille, Gleichberechtigung und Feminismus, Sozialismus- und Anarchismusdebatten, Komunen, Sit- und andere Ins, ziviler Ungehorsam, der Marsch durch die Institutionen ´,die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit, Hinwendung zu fernöstlichen Kulten,Kampf gegen autoritäre und hierarchische Strukturen, Sex&Drugs&RocknRoll, das war der genaue Gegensatz zum etablierten System.Únd es war ein Massenphänomen

    Und das Interessante war,daß die etablierten gesellschaftlichen Kräfte und Hierarchien dem Phänomen fast hilflos gegenüber standen bzw. es weder verstanden noch begriffen.
     
  7. michaell

    michaell Aktives Mitglied

    Vor allem nicht die enorme Ambivalenz der Jugendkultur der 60er Jahre begriffen. Jugendliche Subkulturen hatte es immer gegeben, aber erst durch die enorme Wohlstandsexpansion der 50er und 60er Jahre hatten Jugendliche nunmehr genügend Kaufkraft, dass es sich für die Industrie in großem Stil lohnte, speziell auf diese Käuferschicht zugeschnittene Produkte (Kleidung, Musik, Filme) auf den Markt zu bringen.

    Das führte zu dem Paradox, dass einerseits viele Figuren der Jugend- und Popkultur Rebellion und Nonkonformismus propagierten, andererseits diese Rebellion auch bereits heftigst vermarktet wurde und damit eine konsumistische und hedonistische Lebenseinstellung beförderte, die letztlich systemstabilisierend wirkte. Wer sich eine Beatles-Platte kaufte, konnte einerseits seine Spießereltern herrlich mit dem "Negergejaule" ärgern, mehrte aber auch den Profit des Musikkonzerns EMI. Die Band bekam nicht umsonst 1965 von der Queen wegen ihrer Verdienste um die britische Exportindustrie Orden verliehen.

    Den intelligenteren, politisierteren und theorieaffineren Teilen der Jugendkultur fiel das natürlich auch irgendwann auf, und die Gammler und Hippies machten dann ja auch in der zweiten Hälfte der 60er Jahre ernsthafte Versuche, aus der kapitalistischen Verwertungslogik auszusteigen. Den radikalsten Ansatz verfolgten in diesem Sinne sicher die Situationisten (Guy Debord, Die Gesellschaft des Spektakels, 1967). Zu den schäfsten Kritikern der damaligen Popkultur gehörte nicht von ungefähr Adorno: "Wenn sich jemand hinstellt und auf eine kitschige Melodie darüber singt, dass Vietnam nicht zu ertragen sei, dann finde ich gerade diesen Song nicht zu ertragen, weil er dem Grauen noch so etwas wie Konsumqualitäten abpresst" (sinngemäß aus einem damaligen Fernsehinterview). Auch die Beatles versuchten durch die Gründung ihres eigenen Plattenlabels Apple 1968 aus diesem Widerspruch auszubrechen, was allerdings in einem finanziellen Debakel endete. In großem Stil trug dieser Ansatz erst zehn Jahre später Früchte, als im Punk versucht wurde, durch Gründung von Independent-Labeln selbstbestimmte Produktion und Vertrieb von Musik zu organisieren.
     
  8. Mango

    Mango Neues Mitglied

    Vielen lieben Dank,
    mir wurde noch in keinem Forum so geholfen.

    Falls euch natürlich noch mehr einfallen sollte, nur zu :)
     
  9. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    In Ergänzung zu meinen Mitdiskutanten, da die Ergebnisse nicht nur die Jugend bewegten waren die Audschwitz-Prozesse (1. bis 3.), das hat die Menschen bewegt und manche Biographie in Nachkriegsdeutschland geprägt.

    Dazu findest Du massig Material im i-net.

    M.

    Auschwitzprozesse ? Wikipedia
     
  10. hatl

    hatl Premiummitglied

    Dabei war das ja garnicht so abstrakt.
    Wir (also unsere Generation) haben uns auch gefragt, was unsere Eltern und Großeltern machten, in der "dunklen Zeit" als niemand etwas sah und sehen wollte,
    und warum der liebe Opa so ein schmales Bärtchen unter der Nase auf dem Erinnerungsfoto trug.
    Und die Ausgebombten konnten nicht verstehen warum der Bub und das Mädel sie mit abgerissenen Jeans verhöhnten, wo sie doch so hart gearbeitet hatten, um dem Nachwuchs wenigstens die Würde des sichtbaren Anstands zu geben und sie vor dem Hunger zu bewahren, den sie selbst so schmerzlich erlebten.
     
  11. michaell

    michaell Aktives Mitglied


    Wobei es in meinem persönlichen Fall eigentlich andersherum war: Ich kaufte mir als Kind in den 70er Jahren unbedarft Kriegsspielzeug in Form von Soldaten und Panzern. Mein Opa war Jahrgang 1913, hatte vor dem Krieg ein eigenes Geschäft, verlor Gesundheit und Lebensgrundlage im Krieg. Ich erinnere mich an seinen wütend-resignierten Kommentar, den ich damals nicht verstand, als ich damit herumspielte: "Den Dreck gibt es jetzt ja besonders billig". Und die Reaktion meiner Oma: "Ach Siegfried, laß gut sein". Es dauerte Jahre, bis ich verstand.
     
  12. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Da der Fragesteller von der deutschen Geschichte sprach, denke ich, da auch die DDR-Jugend nicht ausgeklammert werden kann , denn nicht nur in der alten Bundesrepublik lebten Deutsche.
    Die Ausgangssituation war in der DDR natürlich eine Andere. Es gab kaum alte Naszis ,die noch als Lehrer arbeiten durften. Man hatte nach dem Krieg, in der sowjetischen Besatzungzone begonnen, in Schnelllehrgängen Neulehrer auszubilden, die nicht zuvor in das Nazisystem integriert gewesen waren. Diese Neulehrer waren meist gar nicht schlecht und waren weniger kommunistisch ,fanatisch als ihre jüngeren Kollegen, die ein volles Lehrerstudium in der DDR durchlaufen hatten. Im Unterricht war der zweite Weltkrieg ein ständiges Thema, allerdings immer verknüpft mit dem kommunistischen Widerstandskampf. Deshalb hing das Thema der Jugend zum Halse heraus und war privaten Zusammensein der jungen Leute überhaupt kein Thema . Zu Hause wollte man das nicht auch noch diskutieren. Deshalb war kaum ein Bedürfnis vorhanden, die Verstrickungen der eigenen Familie in das Nazisystem zu ergründen.
    Da wir die „Segnungen „ des Sozialismus jeden Tag erleben durften, war da wenig politisches Interesse für die Achtundsechziger im Westen, die Mao-Bibeln hochhielt und auch teilweise ein kommunistisch anmutendes Vokabular, wie Klassenkampf, Macht der Arbeiterklasse, etc. gebrauchten, welches unsere Feindbilder ,die roten Funktionäre auch verwendeten.
    Beide Seiten besaßen aber eine Gemeinsamkeit, die Liebe zur englischen und amerikanischen Rockmusik, langen Haaren und zerrissenen Jeans ( die man in der DDR aber fast nicht bekam). Illegale Drogen waren kein Thema in der DDR der sechziger Jahre, da fehlte das Angebot. Alkohol und Tabak wurden aber reichlich konsumiert. Die meisten rauchten spätestens ab dem 14. Lebensjahr. Wurden Langhaarige im Westen von der älteren Generation nur mit Unverständnis bedacht, so konnte eine zu westliche Frisur , besonders in der Ulbricht-Zeit zu echten Problemen in der Schule führen. Ein Bekannter von mir, wurde aus der Matheprüfung herausgeholt und musste diese abbrechen, weil seine Haare zu lang waren. Der Lehrer, der das veranlasst hatte, wurde später Schuldirektor und trug in den siebziger Jahren die Haare länger als der Schüler.

    @Michaell, Spielzeugpanzer und Gummisoldaten waren für unsere Eltern und Großeltern auch ein rotes Tuch. Meine Eltern duldeten kein Kriegsspielzeug zu Hause. Wir spielten als Kinder hauptsächlich mit Indianer-und Cowboyfiguren.
     
  13. michaell

    michaell Aktives Mitglied

    Ein wichtiger Punkt: 1958 wurde die Zentralstelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg eingerichtet. Sie selbst konnte nur Material sammeln und gab dieses dann an die Staatsanwaltschaften ab, die für die Anklageerhebung zuständig waren. In den 60er Jahren fanden die meisten Prozesse gegen NS-Straftäter statt, vorher miusste die bundesdeutsche Justiz in diesen Fällen meist zum Jagen getragen werden. Besondere Verdienste erwarb sich dabei der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Bauer

    Die Prozesse fanden dann vor den jeweiligen Gerichten statt, worüber meist die Lokalpresse berichtete. Der Bundestag änderte mehrmals die Verjährungfrist für Mord, um die Verfolgung von NS-Verbrechen zu ermöglichen.

    Verjährungsdebatte ? Wikipedia
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Mai 2014
  14. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Richtig! Es war im wesentlichen die kritische Öffentlichkeit einer erwachsen werdenden bundesrepublikanischen Zivilgesellschaft, die zum "Jagen trug" wie bei Reichel u.a. dargestellt (P.Reichel, H. Schmid, P. Steinbach Hrsg.: Der Nationalsozialismus - Die zweite Geschichte. Überwindung - Deutung - Erinnerung)

    Und diese kritische Öffentlichkeit war ein vielschichtiges soziales und politisches Phänomen - wie beispielswiese "Mehr Demokratie wagen" (W. Brandt) - , das sich u.a. aus dem studentischen Protest der Apo speiste und sich unter dem generalisierenden Oberbegriff der "68" subsumieren läßt.

    In diesem Sinne waren die "68" er ein wichtiger kollektiver politischer Akteur!

    Wobei mit den "68" eher eine Generation bezeichnet wird, die sich als "Generationslagerung" (K. Mannheim) von der "Skeptischen Generation" (H. Schelsky) abgrenzt. Und diese Generation war mehr als nur der studentische Protest. Zusätzlich wirkten sich die "68"er umittelbar "stilbildend" auf die politische Kultur in der Bundesrepunlik aus, wie beispielsweise die damalige Studie von G. Lederer "Jugend und Autorität" deutlich belegt.

    Darüber hinaus speiste sich aus der Generation der "68" personell und organisatorisch u.a. auch die Anti-AKW-Bewegung, die Bürgerinitiativ-Bewegung, wie insgesamt die "Neue Soziale Bewegung" (NSB) und zudem die Neugründung der Alternativen Liste / die Grünen.

    In dieser politisch so relevanten Phase entwickelte sich die Demokratie in der Bundesrepublik im Sinne einer aktiven Partizipation und der zunehmend aktiven Teilhabe an den demokratischen Institutionen und die Indikatoren für den Grad der Demokratisierung erreichten in den achtziger Jahren relative Höchstwerte, wie die damals wichtige komparative Studie von Barnes und Kaase (Political Action) feststellte.

    Auch basierend auf dem parallel stattfindenden "Wertewandel", den R. Inglehart (The silent Revolution) für die westlichen Industriestaaten erkannt hatte.

    Diese soziale oder politische Bewegung der "68" er hatte sicherlich ihre Widersprüche und sicherlich war manches - aus heutiger Sicht -überzeichnend, aber es war vermutlich eine notwendige "Modernisierung", die autoritäre Restbestände hinterfragte, um eine demokratische Tradition - mit - zu begründen wie auch bei @"Ingeborg" bereits ausgeführt!

    Der dann in bestimmten Bereichen sehr deutlich und sehr erfolgreich widersprochen wurde, wie beispielsweise Dubiel zeigt (Was ist Neokonservatismus?)

    Was blieb unterm Strich? Die Erkenntis in Teilen der Gesellschaft, dass sich eine Demokratie bei ihren politische Entscheidungen dem informierten und aufgeklärten Bürger stellen sollte, um eine deutlich Unterstützung für das politische System zu erreichen. Und dieses basiert auf einer kompetente, rationalen - im besten Fall - Beurteilung (Wahl etc.) und auf der Möglichkeit, sich im Rahmen pluraler Medien zu informieren (vgl. J. Habermas: Strukturwandel der Öffentlichkeit).
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Mai 2014
  15. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Happy Birthday Johannes Nikel :chor:

    "Pardon"-Erfinder Johannes Nikel wird 85 - SPIEGEL ONLINE

    Eine kleine, vielleicht auch unkritische Homage: :anbetung:

    Und "pardon" war dabei und mittendrin, deswegen eine kurze Erinnerung an etwas damals "Neues", Unerhöhrte, "Ungehöriges" und "Unanständiges", in fast jeder Beziehung. Es war Kult und gehörte einfach dazu wie "MAD" und Alfred E. Neumann und wie z.B. "The Who".

    "Wichtige" andere kulturelle Großereignisse waren: die eine "Uschi" räkelte sich im Beat-Club in der Badewanne mit viel Schaum und die andere "Uschi" war ihrem "Rainer" weggelaufen und lief mit "Dieter B" durch das "Chicago" und "Udo" saß am Schlagzeug und gab ein "Ständchen", Samstagsnacht um 04.00 Uhr. Und "Thomas B" und seine "Nutella-Gang" warteten noch auf ihren "großen Auftritt in der Szene" und bis dahin perfektionierte er noch im Uni-Dojo seinen Ashi-Barai.

    Derweil diskutierten Teile des Asta über die Trieb-Sublimation - nach Reich - durch Spitzensport und manche belegten die St Pauli-Nachrichten mit Kontaktanzeigen, quasi als revolutionärer Akt der persönlichen sexuellen Befreiung.=) Waren das die "kleinen Fluchten"?

    So war das mit der "pardon" und den kulturellen Einflüssen oder wenigstens, vielleicht so ähnlich. :devil:

    Und dann - aus dem Nichts? - materialisierte sich die :frauenpower: als Antwort auf die dogmatischen, sozialistischen Monologe der sich politisierenden männlichen Alphatiere und fand die Apo-Chauvis nur noch langweilig, nicht sensibel, einfach unemanzipiert. Das führte über "EMMA" zu Ina D. und der bahnbrechenden Erkenntnis "Neue Männer braucht das Land". Oder vielleicht doch nur zu einer neuen Frau, als Umkehrschluss? Wußte Ina mehr damals und hat sie es kommen sehen?

    Und die "pardon" verschwand zusehens in der Versenkung, auch wegen "Deutschland im Herbst, und wurde im kommerziellen Sinne durch den Playboy, die Lui oder das Penthouse ersetzt und parallel zur "Wirtschaftswoche" oder der "Zeit" gelesen. Die "sexuelle Revolution" wanderte in den "Samsonite" und Adorno kritisierte den damit verbundenen "Fetisch-Charakter".

    Und so wurde eine "Idee" im langen Marsch durch die Instanzen kommerzialisiert und die "Revolutionäre" veränderten die Republik, aber sie wurden auch verändert und angepaßt. Dennoch haben sie das Land auch "modernisiert", in seiner vollen Ambivalenz. Auch wenn sie den "Ruhm" mit "Birne" und "Nobbi" teilen müssen. Kein Sieg ist perfekt und die Zukunft wird in der Gegenwart immer wieder neu "ausgehandelt", aber es wird keine "pardon" mehr geben, die im emanzipativen Sinne neue "Welten" aufzeigt.

    Irgendwie fehlt da was, vielleicht auch weil die positiven Utopien erschöpft scheinen?
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. September 2016

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