Die Herkunft der Serben?

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von Stipan, 26. Juni 2004.

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  1. Rastislav

    Rastislav Neues Mitglied

    Back to topic:

    Als VENTER werden mehrere historische Völker genannt Nordadriatische/Baltische/Britonische. Die adriatischen Veneter haben die meisten archäologischen Funde hinterlassen. Sie werden gerne mit der Lausitzer-bzw.Hallstattkultur in Verbindung gebracht. Auf der anderen Seite besiedelten Slawen (Sklavenen/Slabenoi) im 9. Jhd. geografisch mehr als die Hälfte Europas. Ihr Siedlungsraum entsprach dem Siedlungsraum der Veneter. Da es bei den Chronisten keine Stimmen über Invasionen der Slawen im frühen Mittelalter gibt, entstanden Thesen über die ALTEINGESESSENHEIT der Slawen. Die These des AUTOCHTHONISMUS. Gegener: die Transkarpatische Theorie. Dank dieser Märchenwanderung die zu einem Akziom erhoben wurde, leugnen bis heute viele Lehrstühle, dass die SLAWEN aus den VENETERN hervorgegangen sind.
    Es gibt einige Forscher die schon sehr früh (allerdings oft nur in Fußnoten ihrer Werke) die Frage zögernd wiederholten: Wo ist der historische Beweis für das Datum (6Jhd.) der angeblichen Wanderung?
    Jordanes Getica (551): "Links von diesen Alpen über Dakien, wo die Grenze nordwärts geht, von den Quellen der Vistula ab über ungeheure Strecken hin sitz das Volk der VENETER. Möge auch ihre Bennenung wechseln, sind es die hauptsächlichen Namen Sklavenen und ANTEN."

    Noch einer : Jonae Bobiensis (615) Vitae Sanctorum Columbani: "Einmal kam es ihm auch in den Sinn, nach dem Lande der WENDEN/Das Alpengebiet/die man auch Sklavenen nennt zu ziehen."

    und zu guter letzt:Fredegar Chronikon (7Jhd. für 631): "Im 40. Jahr verband sich ein gewisser SAMO..zu den Sklavenen die man Wineder nennt/Sclavi coinomento Winidi.
    (SAMO war übrigens ein fränkische Kaufmann der MAGNA MORAVIA (Großmähren) gründete ein erstes Slawische REICH, wo er mehrere Stämme vereinigte)
     
  2. Rastislav

    Rastislav Neues Mitglied

    Diese drei genannten Quellen, sowie die Geschichte über die Langorbaden des Paulus Diakonus aus dem 6 Jahd. wo die Rede von einer SCLAVORUM PROVINCIA ist, lösten eine Diskussion über die Altansessigkeit der Alpen sowie Westslawen aus. Im späten Mittelalter gab es einige Stimmen zu und pber die SLAWISCHE Abstammung der WENDEN/WINDEN/WANDALEN:
    Adam von Bremen (1075) Gesta Hammburgensis eclessiae pontificum:
    "SKLAVANIEN also, eine sehr ausgedehnte Landschaft Germaniens, wird von den WINULERN bewohnt, welche einst WANDALEN hießen. Es soll zehn Mal so groß sein wie unser Sachsen, zumal wenn man BÖHMEN und die jenseits der Oder wohnenden POLANEN, da sie weder im Äußeren, noch in der Sprache von jenen sich unterscheiden, mit zu SKLAVANIEN rechnet."

    Helmold von Bosau (1125-1177) Chronica Sclavorum et Venedorum:" Wo also Polen endet, kommt man zu einem sehr ausgedehnten SKLAVISCHEN Lande, nämlich zu denen, die vor Alters VANDALEN, jetzt aber WENDEN oder WINULEr genannt werden."

    Im Buch Wandalia von Albertus Krantzius (1448-1517):"Auch hieraus fühlen wir uns berechtigt,dass wir von Polen,Böhmen,Dalmatinern und Istrien als einem Volke lehren,welches unsere Vorfahren SCLAVONES, die alten mit dem eigentlichen Namen WANDALEN genannt haben. Und:Warum sollte man sich des WENDISCHEN Ursprungs schemen/.../da doch dieser völcker vorfahren so mechtige thaten in Franckreich /.../Hispanien und Africa verrichtet..." (das sind keine Schreibfehler:)

    Im Werk Slavus Venedus Iliricus aus dem 18. Jhd:" Die Nation der WENDER, WINDEN und SCLAVENEN oder heutigen SLAWEN, dieses Volk welches seinen Anfang in Europa an den Grenzen Italiens und des venetianischen-tiroler Gebiets im Westen/.../vor alters begreift man diese Länderstrecke als KARNIA."

    Auch Carl Sicher schrieb im 19. Jhd. voller Überzeugung inseinem Buch:"Namen und Schwinden der Slawen": " Die SLAWEN waren im grauen Altertume viel weiter über Europa verbreitet als zu unserer Zeit. Sehr viele Stämme der selben sind seit Anbeginn des Mittelalters verschwunden, weil die Slawen ehemals über den größeren Teil Europas verbreitet waren, werden um dies nachzuweisen die geografischen Rahmen in Erinerrung gebracht.
    Die althistorischen Namen der Slawen bezeugten ihre ungemeine Ausbreitung in europa und ihr hohes Altertum. Die Anschauung, Meinung und Behauptung von der Einwanderung der Slawen vom 5. ins 6. Jahrhunderte ist ABSURD. Er zählte auch alle SLAWISCHEN Völkerschaften bzw. von abstammenden auf:
    Im Marginale schrieb er:"slawischer Nationalität sind alle folgenden:
    HENETI/VENETI/NORICI/SAMARTE/VENEDI/ILIRI/ANTES/ARMORICI/DAKI/GETE/SKYTE
    /QADI/BOHEMI/RETI/ARMORICI/POLONI/MESI/PANONI/TAURISKI/TRIBOKI/NEMETES LANKOBARDI/LIBURNI/VINDELITKI/BOJI/MANGIONES/MAROWANI/RUDI/HELVETI/RUTEN/SUEBI/VINULI/WANDALI/RUGI/VINITI und andere...

    Die Authochthonische Auslegung war folglich in der Geschichte nichts neues.
    Hier nochmals die Liste aller Forscher die diese These teilten:
    Adam von Bremen (?-1081)
    Helmold von Bosau (ca. 1125 - n. 1117)
    Albert Crantz (1448-1517)
    Antol Vramec 1538-1588)
    Adam Bohoric (1520-1598)
    Janez Vajkard Valvasor 1641-1692)
    Anton Tomaz Linhart (1756-1795)
    J.I Venelin (1802-1839)
    Davorin Trstenjak (1817-1887)
    Lehrbuch Helmolts Weltgeschichte (Ende d. 19.Jhd)
    Giuseppe Sergi (1841-1936)
    Henrik Tuma (1858-1935)
    Davorin Zunkovic (1858-1940)
    Jozko Savli (1943)
    Ivan Tomazic (1919)
    Matej Bor (1913-1993)
    Lucijan Vuga (1939-2006)
     
  3. Wilfried

    Wilfried Neues Mitglied

    Also in der Letzten Liste fehelen noch die Römer und die Griechen ;-)
    die Suebi sprechen heute entweder Bördeplatt oder Schwäbisch und hatten reichlich was gegen die Landnahme der Polaben. Unterhalten konnten die sich aber nur mit Dolmetscher. Die meisten anderen aufgezählten sind keltische Völkerschaften, die Sprache von denen ist nun nicht mit einer slawischen Sprache gleich zu setzen.
    Slawen tauchen ab dem 6. Jhdt in Mittel und Südeuropa auf, die Sprachen ihrer Nachfahren sind miteinander eng verwandt und unterscheiden sich von den Sprachen der sie umgebenden Völker deutlichst
     
  4. Rastislav

    Rastislav Neues Mitglied

    @Wilfried mach dir doch die Mühe und lies die beiden letzten einträge von mir, dn merkst du auch wie ununterhaltsam deine sarkastischen Übertreibungen sind.

    Klar wurden hier im Westen auch slawischen Stämme germanisiert. Und stell dir vor man findet hier in Deutchland heute noch viele slawischen Ortsnamen (in der Schweiz genauso!)
    CHENITZ-KAMENICA (Steinhalde)
    ROSTOCK - ROZTOK (wo der Fluss sich entzweit)
    BERLIN - BERL

    Du lässt bei deinen Behauptungen einen wichtigen Faktor außer Acht-und der ist, dass die Slawen nicht immer zusammengehalten haben und dass die frühen Stämme oft Konföderationen mit ihren Nachbarn ein (war nicht verkehrt wegen den ständig einfallenden Nomaden).

    Und noch eins, die Völker die ich aufzählte gehören zu einem Zitat von KARL SICHA einem Geschichtsforscher.

    Noch einmal da gibt es Forscher *Horizonterweiterung ist im Alter schwierig* die Behaupten es gäbe keine eindeutigen Beweise, dass die Slawen erstim 6.Jhd eingewandert sind, sondern schon vorher da waren: DIE THESE DER AUTOCTHONIE.

    Und schließlich gab es den Herrn Giuseppe Sergi (1841-1936) einen italienischen Forscher der noch einen drauf setzte und behauptete (und bewies es auch in eingen Werken), dass das LATEIN, aus dem SLAWISCHEN und GRIECHISCHEN hervorgegangen ist! (da bricht deine Welt gerade zusammen und wenn nicht haben wir es mit einer steinharten Sturheit zutun, wenn das zweite zutrifft, ersparr uns diese, außer dur steigt wieder sachlich ein, wenn du es kannst!)
     
  5. Rastislav

    Rastislav Neues Mitglied

    @Wilfried ...den musste ich mir noch gönnen: Dieser Dolmetscher der Suebi warst du nehm ich an, von deinem Alter her kommt das doch hin oder ? :) (nimm es nicht zu ernst, tu dir selbst den Gefallen ;-)
     
  6. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter


    Ich bitte um Beispiele von Ortsnamen mit slawischem Ursprung in der Schweiz.
     
  7. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Der Name "Wenden" – z.B. überliefert im Landschaftsnamen "Wendland" als ehemaliges Siedlungsgebiet der Dravänopolaben an der unteren Elbe und zahlreichen Ortsnamen wie Wendhausen, Windsassen und bis heute Eigenbezeichnung der Sorben in der Lausitz – geht auf den Namen der antiken Veneter zurück. Sie werden z.B. bei Tacitus als Nachbarn der Germanen genannt.

    Ortsnamen wie Wendheim, Windheim usw. entstanden daher auch in Gegenden, wo Slawen niemals vorkamen, wie im Elsass, in Bayern und Westfalen, sodass eine ethnische Identität der "Wenden" und "Slawen" nicht immer gegeben ist. Als Zeugnis für slawische Aussiedler im Rahmen fränkischer Grundherrschaft gibt es aber solche Orts- und Personennamen bis weit nach Westen. Mit den Venetern zusammenhängende "Wenden" gab es, wie Quellen des 13./14. Jh. und die Ortsnamen bezeugen, auch östlich der Weichsel, in Semgallen und in Livland.

    Bereits Jordanes gebrauchte Mitte des 6. Jh. "Wenden" als Synonym für die Slawen. Der fränkische Chronist Fredegar bezeichnete diese im Zusammenhang mit den Ereignissen um Samo als "Sclavos coinomento Winedos". Andere überlieferte Namensformen, dabei stets auf Slawen bezogen, sind Hwinidi, Guinidi, Winidones, Winethen, Wendene sowie auch Wandali. Konkrete und dauernde Anwendung auf eine slawische Bevölkerung fand das Ethonym zuerst in der Windischen Mark im Zusammenhang mit den Slowenen und bei den Main- und Regnitzwenden, deren Siedeltätigkeit im nordöstlichen Bayern sich in einer großen Zahl von Ortsnamen vom Typ "-winden, Windisch" widerspiegelt.

    Wenn "viele Lehrstühle" das leugnen, die alle wissenschaftlich seriös sind, sollte dir das zu denken geben.

    Anhand einer Reihe von Zitaten aus der Fachliteratur konntest du sehen, dass die Slawen von einem Raum nördlich der Karpaten und östlich der Weichsel ihre Wanderungen antraten. Die Westwanderung der Slawen ist archäologisch und durch zeitgenössische Quellen insofern erschlossen, als im Raum zwischen Elbe, Oder und Weichsel bis zur Völkerwanderung ostgermanische Stämme wie Goten, Burgunder oder Vandalen siedelten, die erst seit dem 3./4. Jh. Richtung Westen abzogen. Westslawische Stämme sickerten in einem langsamen Prozess in den Raum zwischen Elbe und Oder/Weichsel ein, der vermutlich noch von einer germanischen Restbevölkerung bewohnt war, die von den Slawen assimiliert wurde.

    Die einzelnen slawischen Stämme wie Obodriten, Liutizen, Heveller, Pomoranen oder Daleminzier- zusammenfassend Elbslawen genannt - bildeten sich erst in ihren neuen Sitzen heraus:

    Wenden ? Wikipedia

    Gleiches gilt auch für die Polen und Tschechen:

    Tschechen ? Wikipedia

    Hinsichtlich der Landnahme der Südslawen kann ich dir nur immer wieder die von mir zitierte Literatur ans Herz legen, die dieser Wiki-Beitrag gut ergänzt: Landnahme der Slawen auf dem Balkan ? Wikipedia
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Juli 2011
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  8. Wilfried

    Wilfried Neues Mitglied

    nö, ich kann keinen slawischen Dialekt.

    Ob jetzt Veneter und Slawen/Wenden mit einander verwandt sind wie Sachsen und Niedersachsen?
    jedenfalls sind viele Germanen aus dem Raum östlich der Elbe nach der Zeitenwende abgewandert und Slawen eingewandert.
    So ab 1200 wanderten dann nach der Eroberung durch die -Wendenkreuzzüge wieder "Deutsche" da ein. Von den ortsansässigen Slawen blieben nur die Sorben "über". Der Rest wurde "Zwangsassimiliert".

    Nach Süden vertrieben hat die aber keiner, die Serben kommen also nicht aus diesem Raum.
     
  9. S.L.

    S.L. Neues Mitglied

    Herkunft der Kroaten und Serben

    Zu Stipans Fragestellung:

    Ich lese nun schon ein zweites Mal, dass behauptet wird, dass Kroaten und Serben nicht miteinander "verwandt" sein können, weil es der Papst so gesagt haben soll und die beiden Namen "Serben" und "Kroaten" ihrem Wortlaut nach unterschiedlich seien. Dass Kroatien im Jahre 879 (?) in einer Papstschrift erwähnt worden sein soll, kann darin begründet sein, dass die in dem Gebiet Kroatien lebenden Menschen zu diesem Zeitpunkt vom Westen aus missioniert wurden. Warum sollte der Papst damals die orthodoxen Serben erwähnt haben, wo er sie nicht einmal heute ausdrücklich erwähnt?

    Die Kroaten und Serben haben überwiegend gleich- oder ähnlich lautende Namen, insbesondere Nachnamen. Sie sprechen die gleiche Sprache. Sie lachen im übrigen über die gleichen Witze, die in anderen Ländern unübersetzbar sind.

    Aber da offensichtlich (leider) versucht wird, sich krampfhaft voneinander zu trennen, bleibt es den Serben und Kroaten zur "Beweisführung" unbenommen, Gentests zur Bestimmung ihrer Abstammung (Ahnenforschung) durchzuführen. Warum nicht?

    Glücklicherweise sind in meinem Freundes- und Familienkreis sowohl kroatische als auch serbische "Angehörige", die sich wunderbar miteinander verstehen...
     
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  10. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    925 werden auch die Serben in der Spliter Synode erwähnt. Außerdem war es nicht von Anfang an klar das die Serben Orthodox werden würden.

    Stipan hat scheinbar nie was von den sarmatischen Serboi (oder doch slawischen, nur wussten die Römer nichts von den Slawen), von denen Sueton.


    Es ist nun eine Ironie der Geschichte das überall wo der serbische Name auftaucht auch der kroatische Auftaucht und umgekehrt. Sei es mit den Weißen Serben und Weißen Kroaten in Ostdeutschland/Polen oder die iranische Theorie. Nun leider ist Stipan nicht mehr da.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Juni 2016
  11. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Auf jeden Fall handelt es sich bei Serben und Kroaten um ethnisch und sprachlich eng verwandte Völker, die im frühen Mittelalter aus einem südslawischen Kontinuum hervorgingen.
     
  12. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Zwar alt aber wenn Stipan noch mal vorbeitkommt.

    1.) Die Serben kamen nach allen byzantnischen Quellen aus Ostdeutschland (wo die Sorben noch wohnen) möglicherweise ist der Name iranischen Ursprungs. Wobei ich die These das Tactius und Sueton nicht zwischen Slawen und Sarmaten unterscheiden konnten bevorzuge, aus einem irrationalen panslawischen Liebe heraus. Nicht das ich dafür gute Argumente hätte.

    2.) Das haben alle Balkanslawen. Bei den Serben assimilieren sich grade die in Ostserbien, die aber auch erst im 19. Jahrhundert nach Serbien gekommen sind. Alle orthodoxen auf dem Gebiet Serbiens haben sich in die Serben assimiliert, auch Griechen, Aromunen Armenier, viele Roma, Rumänen, Armenier e.t.c

    3.) Mit den Kroaten, ja bei der panjugoslawischen Bewegung. Bei den Bosniern hängt es immer davon ab von welcher Zeit wir sprechen und ob Bosnien Teil Serbiens ist. Die orthodoxen Bosnier fühlten sich seit dem Mittelalter als Serben.

    Genau westlich vom Weißen Kroatien, lag Weiß Serbien, aber in vielen kroatischen Internetquellen wird auf das serbische vergessen. Selektives Lesen da kann ich ein Haufen Beispiele bringen. :bangin:

    Wieder selektives Lesen. Die Verbindung ist genauso wie wenn die Kroaten des Polens bis heute überlebt hätten. Man kann die Geschichte von Konstantin VII. für Blödsinn halten und die Namensähnlichkeit für Zufall halten. Aber warum man zwischen Sorben und wie du sagst Krakauer Kroaten so eine Differenz sieht erschließt mir nicht. Es gibt keine historischen Punkte beide Geschichten sind gleich Vertrauenswürdig.

    Seit wann sind Kroaten den heller. Jetzt wenn es keine assimilierten Roma sind. :grübel:

    Flapsig formuliert stimmt das sogar, aber wie gesagt nicht nur die Serben. Die Kroaten haben die Vorbevölkerung auch nicht ausgerottet.

    Serbien und Raszien sind nicht ident. Der König von Srem nannte seinen Bruder König von Raszien, sich selbst König der Serben. Sein Bruder selbst nannte in König von Srem und sich selber König der Serben. https://sr.wikipedia.org/sr-el/Сремска_земља

    Es gibt auch die These das die Raszier mal ein von den Serben erobertes eigenständiges slawisches Gebilde war. Irgendwann sei dann der Begriff Raszier für alle Serben von Ausländern genutzt worden (Ungarn, Österreicher e.t.c.)

    Grade die türkischen Einflüsse sind überdeutlich vor allem da die meisten Einwohner von Slawonien, der Krajina, Norddalmatiens aus dem osmanischen Reich vor allem Bosnien und der Herzegowina stammen.


    Ich als Anhänger der These von einer slawischen Elite und einer größeren vorslawischen Bevölkerung würde das unterschreiben. Aber die Kroaten haben auch Wallachen assimiliert und jede Menge Katholiken.

    Nedim Filiopovic ein Historiker der vor dem Balkankrieg geschrieben hat, meint das die meisten Konvertiten aus Serbien stammten https://de.scribd.com/doc/35584514/Islamizacija-u-BiH. Das würde auch erklären das die Muslime Bosniens das Kosovo und die Nemanjics besangen. Das die mittelalterlichen Bosnier sich für Kroaten hielten am Ende Bosniens ist Unsinn.

    Das ist mehr als umstritten und das die bosnische Kirche Bogumilen waren auch nicht. Nedim Filipovic geht davon aus das die Krstjani in die Serben assimiliert haben. Der letzte djed Ratko III. soll zum orthodoxen Glauben konvertiert sein als er zur Herzegowina.


    Das gilt auch für die Moslems Serbiens, Slawoniens, sogar Ungarns die zum guten Teil in den Bosniern aufgegangen sind.

    Das ist gelinde gesagt Unsinn. Katholiken wurden nicht anders als Orthodoxe behandelt, mit ganz wenigen Ausnahmen.


    Ja aber von diesen Einwanderern stammen nach Nedim (der mir auch die Augen geöffnet hat) auch mehrheitlich die Bosniaken ab.

    Das ist gelinge gesagt Schwachsinn hoch 10. Super Wende es gibt ja kaum Serben in Kroatien mehr. Vor 1918 gab es sowohl serbische Parteien, Vereine. Rujanin und Mrkalj waren serbische Nationalisten, auch wenn sie gegen Kroaten und Kroatien nichts hatten, der erste schrieb sogar die kroatische Hymne.


    Die Bosniaken halten über Jahrhunderte den Laden zusammen, wenn Sie unverlässig waren was soll man zu den Christen sagen. Der erste Bosniakische Aufstand gegen den Sultan, ist nicht gegen das Osmanische Reich gerichtet sondern gegen die Reformen. In Kroatien war Bosnien ganze 4 Jahre (der faschistischen NDH) und bei den Partizanen waren die Muslime mit am wenigsten Vertreten, da waren ja mehr Kroaten gegen Kroatien, nach dieser Logik.

    Meinst die Bosniaken, dass ist Käse. Mehr Muslime haben sich als Serben deklariert im 2. Jugoslawien, nur in der NDH haben sie aus Zwang sich als Kroaten deklariert. Aber das sie sich als solche deklarierten heißt das sie sich als solche fühlten. Sie fühlten sich als was eigenes.


    Sie haben sich schon vorher als eigenes Volk gefühlt. Tito hat ihnen erlaubt was eigenes zu sein.

    Das Wiener Abkommen war 1850 und erfunden werden nur Sprachen wie Esperanto.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Dezember 2016
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  13. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Unzweifelhaft wurde die romanisierte illyrische Vorbevölkerung im Zuge der slawischen Landnahme von südslawischen Stämmen assimiliert. Leider ist darüber angesichts der dürftigen Quellenlage nur wenig bekannt, sodass wir nicht wissen, wie lange sich eine romanische oder illyrische Identität innerhalb des entstehenden Serbiens oder Kroatiens erhalten hat. Immerhin hielten sich in Teilen Dalmatiens (z.B. Zara, Spalato, Ragusa) und auf den vorgelagerten Inseln noch lange balkanromanische Sprachen, auf Krk sogar bis Ende des 19. Jh.

    Die Walachen hingegen widerstanden mehrheilich dem slawischen Assimilierungsdruck und vermochten ihre eigenen Fürstentümer Walachei und Moldau aufzubauen.

    Auch die Albaner konnten sich der slawischen Überformung entziehen, wobei bis heute umstritten ist, ob sie ursprünglich von romanisierten Illyrern, Dakern oder anderen ethnischen Gruppen abstammen.
     
  14. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Die berühmte Ethnie der Katholiken? ;)
     
  15. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    :confused:

    Ganz wichtig in der Ethnogese der Serben und Bosniaken sind die deutschen Gastarbeiter die als Söldner, Musiker und vor allem als Bergleute in den Silberwerken gearbeitet haben. Das waren noch Zeiten als das so war und ein Steirer Ritter noch nach Serbien gekommen ist um richtig zu verdienen.

    Die Sorben und Serben haben übrigens innerhalb des slawischen Spektrums einen sehr unterschiedliche Sprachen, was zur Theorie führte das die Serben und auch Kroaten als Herrschaftsschicht aus dem Westslawischen Raum stammen aber die von ihnen eroberten slawischen Stämme (die Serben und Kroaten kamen erst in zweiter Welle) aus dem Karpatenraum stammen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Dezember 2016
  16. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Eine Religionsgemeinschaft ist keine Ethnie. 'Katholiken' wurde hier aber so benutzt.

    Ethnogenese kann nicht mit Aufnahme von Ethnie Y und Religionsgemeinschaft X erklärt werden.

    Zudem ist es keinesfalls eindeutig, wer hier mit 'Katholiken' gemeint ist.

    Dann sind die Serben schon im 9. Jahrhundert bezeugt. Da gab es keinen Gegensatz katholisch - orthodox. Ich habe bisher gedacht, es seien später orthodoxe Christen zugewandert, die Gruppen assimilierten sich und die Orthodoxie breitete sich aus und heute würden die Katholiken sich als Angehörige anderer Ethnien begreifen, sofern sie überhaupt Nachfahren der Serben sind. Da gab/gibt es ja massive Propaganda.
     
  17. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Du hast mich falsch verstanden.

    Alle orthodoxen Ethnien (mit wenigen Ausnahmen Roma) auf dem Gebiet Serbiens/Bosniens haben sich in die Serben assimiliert, in der Neuzeit.

    Alle katholischen Ethnien in Kroatien und Bosnien haben sich in den Kroaten assimiliert z.B sind sehr viele Österreicher/Deutsche, Italiener, Polen nach Bosnien nach der Anektion gekommen.

    Die Serben haben sich nicht in die Kroaten assimiliert in Kroatien. Grund Religion (im Gegensatz zu den ukrainischen Serben. https://de.wikipedia.org/wiki/Slawenoserbien

    Die Serben und Kroaten sind nicht als Religionen entstanden, Religon spielt in der Ethnogese aber eine ganz zentrale Rolle.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Dezember 2016
  18. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Oder sie konvertierten aufgrund der osmanischen Oberherrschaft zum Islam und wurden zu muslimischen Bosniern bzw. Bosniaken. - Katholische und orthodoxe Bošnjaken bezeichneten sich hingegen als Kroaten und Serben.

    In einigen Ländern dient die Religion auch als abgrenzendes Unterscheidungsmerkmal zu einer benachbarten Ethnie. Stark ausgeprägt ist das bei katholischen Kroaten, orthodoxen Serben und muslimischen Bosniaken. Im Hinblick auf die Ethnogenese ist die Religion allerdings nur bei den Bosniaken relevant.

    Im 19. Jh. spaltete sich der katholische südliche Teil der protestantischen Niederlande u.a. aus religiösen Gründen ab und wurde zum belgischen Staat.
     

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