Douglas DC-3/PS-84/Li-2 in der SU ab 1935

Dieses Thema im Forum "Russland | Sowjetunion | Osteuropa" wurde erstellt von pelzer, 10. August 2018.

  1. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied


    Es waren wohl eher sowjetische DC-3!
     
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Wenn schon Klugscheißerei, dann bitte richtig!!!!!

    1. Darf ich um eine Quelle bitten, in der dokumentiert wird, dass es sich um einen sowjetischen Nachbau, also die Li-2 handelt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Lissunow_Li-2

    2. bei Montefiore (Stalin, S. 450)steht: "Außerdem hatte man vier amerikanische Flugzeuge des Typs Douglas DC-3 für ihn startklar gemacht".

    Diese Info hatte ich auch an einer andere Stelle [Weiss aber auf die schnelle nicht mehr wo]gelesen und deshalb für vertrauenswürdig gehalten.

    3. Nicht zuletzt, weil im Raahmen von lend-lease seit Flugzeuge geliefert worden sind. Nicht zuletzt über Persien eine sichere Route bestand.

    Insgesamt wurden, so Weeks (S.144) 14018 Flugzeuge an die UdSSR geliefert. Da können durchaus in den ersten Monaten nach Juli 41 auch amerikanische DC-3 darunter gewesen sein, die direkt "eiengeflogen" worden sind. Auch deshalb, weil sie sichere Flugzeuge für diplomatische Kontakte gewesen sein dürften.

    Für Transportflugzeuge werden keine separaten Informationen tabellarisch aufgelistet.

    4. Nicht zuletzt ist es für den "Narrativ" ziemlich egal, ob es sich um 4 amerikanische DC-3 oder um sowjetische Li-2 gehandelt hatte.

    5. Ansonsten steht es jedem frei, sich beim Verlag oder bei Montefiore zu melden und auf einen inhaltlichen Fehler aufmerksam zu machen. Das wird sicherlich in einer der nächsten Auflagen dann dankend korrigiert werden in "sowjetische Li-2".

    Allerdings bleibt das unter 1. genannte Problem, der quellenmäßigen Belegung, dass sich Montefiore geirrt hat.

    Weeks, Albert Loren (2010): Russia's life-saver. Lend-lease aid to the U.S.S.R in World War II. 1st pbk. ed. Lanham, Md.: Lexington Books.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. August 2018
  3. flavius-sterius

    flavius-sterius Aktives Mitglied


    Kann es sein, dass in #16 und #17 aneinander vorbei geredet wird?

    So wie ich es verstehe, will Pelzer darauf hinweisen, dass es sich um in den USA gebauten DC 3 mit sowjetischen Besatzungen handelt.
     
    Carolus gefällt das.
  4. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Ich wollte bloss festhalten dass es sowjetische DC-3 waren. Dass die Flugzeuge (eventuell) ursprünglich in den USA hergestellt wurden spielt in diesem Zusammenhang ja keine Rolle. Sie waren Eigentum der Sowjetunion und wurden von sowjetischen Besatzungen geflogen.

    Die meisten sowjetischen "DC-3" waren ja eh keine, sondern "Lissunow Li-2". Und da die Li-2 in grossen Stückzahlen gebaut wurde liegt die Vermutung nahe, dass es sich auch bei den fraglichen Flugzeugen um Li-2 und nicht um DC-3 handelte.
    Irrtum vorbehalten lieferte die USA bloss 18 C-47, alle anderen DC-3 waren sowjetische Lizenzbauten...

    Gruss Pelzer
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. August 2018
  5. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied


    In der englischen Wikipedia werden die sowjetischen Lizenzbauten auch als Varianten der DC-3 in die Gesamtproduktionszahlen mit eingerechnet. Die japanischen Lizenzbauten ebenso. Die Frage ist, ob die von den hier genannten und ungenannten Autoren genutzten Quellen zwischen den in den USA gebauten und den in der SU gebauten Flugzeugen unterscheiden konnten. Optisch sahen sie wohl sehr ähnlich aus. Die Lackierung dürfte wohl auch gleich gewesen sein.
     
  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Beiträge aus der Stalin-Diskussion ausgegliedert.
     
  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Die USA lieferten 709 C-47 (die militärische Version der DC-3), über die Alaskaroute, wovon 707 ihr Ziel erreichten (2 crashs). Über Persien (Flugzeuge überhaupt erst ab Anfang 1942 über lend-lease, so dass für Oktober 1941 keine in Frage kommen) oder die Nordroute wurde keine C-47 Dakota geliefert.

    Dazu kamen die paar von der Aeroflot gekauften DC-3 (22 Stück, darunter zwei zerlegt, darunter auch min. eine DC-2), sowie die sowjetischen Lizenzbauten PS-84 (in Details umkonstruiert - PS steht für Passagierflugzeug, 84 ist die Fabriknummer des Staatlichen Fertigungswerkes) bis Mitte 1942.

    Erst September 1942 erfolgte Umbenennung in Li-2.

    An Lizenzbauten wurden 2258 bis Kriegsende gefertigt (davon rd 300 bis Oktober 1941, dann Werksverlagerung nach Taschkent und weitere Auslieferungen ab 1942).

    Die Angabe bei Montefiori beruht eventuell auf dem Hintergrund der Landung von 4 angeforderten DC-3 der Aeroflot im Moskauer Flakschirm, der schlecht zwischen eigenen und deutschen Flugzeugen (die nach anfänglichen Tastversuchen die enorme Flakdichte um Moskau mieden) unterscheiden konnten.
    Dazu: Braithwaite, Moscow 1941 - A City and its People at War

    Ansonsten:
    Davies, Aeroflot - An Airline and its Aircraft.
    Hays, The Alasca-Siberian Connection - The World War II Air-route
    Lang, Warplanes to Siberia - Flying the Alaska-Siberia Airway, Sibirica 2014: Seite 75ff.
    Gribanov, The Role of US lend‐lease Aircraft in Russia in World War II, Journal Slavic Military Studies 1998, S. 96ff.
    Vail Motter, The Persian Corridor and Aid to Russia
    Francillon, McDonnell Douglas aircraft since 1920, Vol. I
     

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