East India Company - Herrschaft in Indien

Dieses Thema im Forum "Die großen Kolonialreiche" wurde erstellt von kisuki589, 25. September 2014.



  1. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Nur das was bei Tante Wiki auf der deutschen und der englischen Seite steht.
    Wobei das gar nicht abwegig ist, da nur britische Schiffe Handel mit den Kolonien treiben durften. Und von den englischen Kolonien Schiffe die Waren nach England bringen mussten und von dort dann auf andere Schiffe umgeladen wurden. Innerhalb des britischen Empire war es nicht erlaubt, das von einer Kolonie direkt mit einer anderen Kolonie Handel getrieben werden durfte. Siehe Navigation Acts.
    Navigation Acts - Wikipedia, the free encyclopedia
    Das Problem ist, das man die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Schauplätzen meist nicht sieht, da man sich meist nur auf ein Gebiet konzentriert.
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Die Praxis des Fracht-Umschlags ist klar.

    Was mir interessant erschien, ist die These, dass die britischen Kolonien in Nordamerika Absatzmarkt der EIC gewesen seien. Dazu habe ich bislang nichts gefunden, es sei denn, man ginge sozusagen von einer Wertschöpfungskette über Großbritannien aus.
     
  3. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    KA, wie genau da der Export von statten ging (ob über GB oder direkt von Indien nach Amerika), aber das Schicksal der berühmtesten Warenladung der EIC ist weltbekannt...

    Boston Tea Party ? Wikipedia
     
  4. JetLeechan

    JetLeechan Aktives Mitglied

    Ich beschäftige mich mit der Geschichte der EIC im 17. Jahrhundert und vornehmlich in Ostasien, deshalb habe ich selbst auch keine Daten zur Hand, in der Literatur wird aber häufig erwähnt, dass seit dem späteren 18. Jahrhundert die Kolonien verstärkt zu einem Absatzmarkt der EIC geworden waren, da dort keine ähnlich geartete Monopolgesellschaft tätig war. Dies scheint vor allem für Tee zu gelten, den die EIC nicht mehr in den Mengen nach England verkaufen konnte, wie sie das wohl früher im selbigem Jahrhundert gekonnt habe. Zudem ist durchaus vorstellbar, dass dies mit den zunehmenden Fortschritten in Landwirtschaft, Manufakturwesen und Technologie auch die Nachfrage nach anderen asiatischen Produkten betraf und diese deshalb in die Kolonien verkauft wurden. Es stellt sich dann jedoch die Frage, wie sehr die eigene Industrialisierung in den USA auch dort die Nachfrage nach Textilien und anderen Waren reduziert haben mag.
    Zum anderen denke ich aber, dass der größte Rückschlag der EIC darin zu sehen ist, dass sich staatliche Interessen mit jenen der Produzenten zusehend vereinten und das handelspolitische Denken im Rahmen des Freihandels, dessen Gegensatz die EIC aufgrund ihres Monopols bildete, letztendlich zum Niedergang geführt hat. Während England und die USA als Absatzmärkte wegbrachen, war es vor allem die Konkurrenz durch private Händler, zunehmend auch US-amerikanischer, der die EIC nichts entgegenzusetzen hatte, zumal der Wert ihrer Handelswaren vis-a-vis der durch technisch-soziale Errungenschaften möglich gewordenen hochqualitativen Massenproduktion in England stetig im sinken begriffen war. Wie das bereits in deinem Zitat aus Keay, der mir leider nicht zur Verfügung steht, deutlich geworden ist. Korruption war von Anfang viral, wie man so schön sagt, und erklärt glaube ich nicht, weshalb die EIC niederging, das ist aber auch nicht meine Expertise und ich könnte mir irren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. September 2014
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  5. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    In Indien bekämpfte die EIC jedenfalls die blühende indische Textilindustrie so erfolgreich, dass der Subkontinent im 19. Jahrhundert zu einem der bedeutendsten Absatzmärkte für Textilienrodukte aus Manchester und Birmingham wurde.

    Zu einer Nation von Teetrinkern wurden die Bewohner der britischen Inseln übrigens erst in viktorianischer Zeit. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gab es in London noch eine reiche Kaffeehaustradition, und für jede Klientel gab es ein passendes Kaffeehaus. In Loyds Kaffeehaus wurde die Grundlage für das moderne Versicherungswesen geschaffen, und Literaten wie Alexander Pope, John Addison u. a. schufen in Kaffeehäusern den Leserbrief in Zeitungen und Gazetten, Politiker, Militärs u. a. Zeitgenossen trafen sich in Kaffeehäusern, von denen sich manche zu Vereinslokalen entwickelten.

    In den späteren USA wurde Kaffeetrinken sozusagen zu einem patriotischen Akt. Schon 1765 wurden Einsprüche gegen den Stamt Tax Act öffentlich vom Balkon von Merchands Coffeehouse in New York verlesen. Die allgemeine Empörung gegen Steuern auf Zucker, Papier, Glasund Farben veranlasste die Briten, 1770 diese Steuern zurückzunehmen, nur der Zoll auf Tee blieb bestehen, worauf sich Patrioten wie John Adams moralisch im Recht fühlten, als nur drei Jahre später als Indianer verkleidete Amerikaner den Klipper Dartmouth stürmten und 342 Kisten mit Tee in den Bostoner Hafen schmissen. Etwas gesitteter ging die New Yorker Tea Party von statten. Ein Kapitän Lockyer wurde nur daran gehindert, eine Ladung Tee zu löschen und danach in Merchant´s Coffeehouse an der ecke Wallstreet/ Water Street eingeladen. Dort trafen sich einen Monat später die "Sons of Liberty" um ein Komitee zu gründen, das alle antibritischen Maßnahmen in den 13 Kolonien zu koordinieren. Nach dem Krieg als Washington als erster Präsident ins Amt eingeführt wurde, richtete die Stadt New York ihm einen Empfang in demselben Cafe aus. Die Ablehnung des Teezolls führte zu einem Boykott des Teekonsums, und Kaffeetrinken erschien seit 1773 als patriotischer Akt. Französische und niederländische Händler nutzten die Chance, indem sie den Kolonisten preiswerten Rohkaffee in beliebiger Menge verkauften. Über Nacht stieg die Nation auf Kaffee um, und Kaffee wurde zum Nationalgetränk.

    So arm viele der Einwanderer im 19. Jhd auch gewesen sein mochten, eine Kaffeemühle besaßen doch fast alle, so dass es kaum einen Western gibt, in dem nicht am Lagerfeuer Kaffee gebraut wird.
    In den nordamerikanischen Kolonien
     
  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Danke sehr, das Ausmaß war mir unklar und das habe ich weit unterschätzt.

    Ende des 18. Jhdt exportierte die EIC über 5000 to pro Jahr, davon rd 10% nach Nordamerika.

    "Like the textile trade, a large source of the Company’s demand for tea came from outside the British market, notably in the Americas. As the Company’s charter only extended to imports from Asia, merchants would buy tea at its quarterly auctions for re-export across the Atlantic. By 1760, America was consuming over a million pounds (450 to., später um 1772 rd. 562 to*) a year. Only a quarter of this came directly from England, however, with the rest smuggled in to avoid Britain’s high tax regime. In the aftermath of the Seven Years’ War, this important trade became embroiled in a new struggle, as the British Crown sought to export its powers of taxation to its American colonies. Just as the state’s first raid on the Company’s coffers had been driven by post-war financial necessity, so the extension of Britain’s existing system of stamp duty in 1765 to America was justified by the imperative of sharing the cost of military spending with the colonists. The response was rapid and furious, with American opponents to the measure denying that Parliament had the constitutional authority to tax the colonies, and boycotts and riots forcing its prompt removal only a year later."

    Robins, The Corporation that Changed the World.

    * Balkin, Colonial America to 1763
     
  7. kisuki589

    kisuki589 Neues Mitglied

    Guten Morgen,

    besten Dank für eure zahlreichen Antworten! Habe das Forum natürlich nicht vergessen, wurde nur von einer heftigen Grippe erschlagen.

    Zunächst:


    Danke für diese Ausführung. In meiner Literatur habe ich zu den Umständen der Opiumkriege nur wenig gefunden, bzw. weitaus undetailiertere Fassungen.

    "Die wirtschaftliche und innenpolitische Schwäche der Qing-Dynastie, sowie der europäischen Konkurrenz, führte dazu, dass die Engländer an den Küsten Chinas zunehmen tun und lassen konnten, was sie wollten. Als China diesen Einhalt zu gebieten versuchte, kam es zum Krieg." --> "Dass die Engländer tun und lassen konnten, was sie wollten" meint also den Opiumhandel, der sich immer stärker entwickelte, oder? Nur ganz simpel gefragt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Oktober 2014
  8. kisuki589

    kisuki589 Neues Mitglied

    Das ist es, was mir momentan auch noch Probleme bereitet. Ich finde keinen wirklichen Zusammenhang zwischen dem Opiumhandel und den Opiumkriegen in Bezug zur Herrschaft in Indien.

    Ich finde allgemein nicht mal eine Möglichkeit beides in meinen Ausführungen zu kombinieren.
     
  9. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    @kisuki589

    Ich würde meinen, nein, sondern alles das, was die Engländer in China taten und in dessen Folge die sog. "Ungleichen Verträge" (der etwas neuere Terminus und m.E. genauere Terminus "asymetrische Verträge") ab den 1840'er Jahren zustande kamen. Diese Verträge hatten selbstverständlich großen Einfluß auf den Handel Indien <=> "Qing-China". So bekommst Du auch die Dir noch fehlende Verbindung zur EIC im UZ hin.

    M.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Oktober 2014
  10. kisuki589

    kisuki589 Neues Mitglied

    Aber es war doch der Opiumhandel, der zum 1. Opiumkrieg und somit zu den sog. "ungleichen Verträgen" führte (Nanjing als erster nach Sieg der Briten im Opiumkrieg).
    War dies nicht "alles was die Engländer" in China taten? Um Tee, Rohseide und andere Produkte in China zu kaufen, musste Großbritannien große Menge von Silber ausgeben. So wurde in Indien hergestelltes Opium als "Zahlungsmittel" eingeführt. Immer mehr Opium wurde eingeführt, was für China bedeutete dass immer mehr Silber abfloss. Der Silberpreis stieg, die finanzielle Situation unter der Qing Regierung wurde immer schwieriger und der Kaiser sah seine Herrschaft in Gefahr und sandte seinen Generalgouverneur aus Hunan als Sonderbeauftragten nach Guangzhou, um den Opiumhandel zu unterbinden und er beschlagnahmte riesige Mengen an Opium und verbrannte all dieses...kurzum: dies führte zum Krieg.
     
  11. kisuki589

    kisuki589 Neues Mitglied

    Ich glaube mittlerweile, dass mein Dozent nicht den Zusammenhang zwischen der EIC in Indien und dem Opiumhandel hinsichtlich weiterer Entwicklungen in Indien sieht, sondern vielmehr die Verschiebung des Schwergewichts des Empires Richtung Asien (v.a. nach Verlust der Kolonien in Nordamerika). Die Opiumkriege und China als weiteres Expansionszentrum führen diese Entwicklung ja fort.

    Meint ihr, dass das plausibel klingt?
     
  12. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Die Kombination von beiden Aspekten liegt im Fortgang der englischen ökonomischen und territorialen Expansion in Indien, dass heißt der Entwicklung der EIC.

    Nach den territorialen Erfolgen 1802/1818 (Third Anglo-Maratha War - Wikipedia, the free encyclopedia) in Indien ergab sich zweierlei:

    Die indische traditionelle Wirtschaft, die bis 1820 die koloniale Expansion einigermaßen überstehen könnte, brach zusammen. Exporte schrumpften, Importe überschwemmten das Land (Textilien), Silberabflüsse führen zu Kontraktionen der Geldmenge und steigerten die Probleme. 1820/40 kann man als Depression der Binnenwirtschaft ansehen, mit Halbierung der Preise in der Binnenwirtschaft (später -> Aufstände)

    Parallel baute sich der traditionelle Opiumexport nach Südostasien und China als Druckventil und lukrative Lösung der ökonomischen Probleme Indiens auf: Bombay, Calcutta und Madras orientierten sich auf diese Exporte. Speziell China sperrte sich aber den steigenden Importen (die Treaty Ports und die erzwungene Öffnung Chinas ergaben sich erst mit den Opiumkriegen), die Importe von ua. Opium liefen "umständlich" und kostenintensiv über anglo-chinesische Handelspartnerschaften (was wiederum zu Umwälzungen in China führte, die sich in den Kriegen auswirkten, ist hier aber nicht Thema). Die Depression in Indien verstärkte jedenfalls den Druck auf diese Handelsrichtung nach Südostasien und vor allem China immens.

    Diese ökonomischen Probleme trafen zusammen mit dem gewaltigen Finanzbedarf der EIC zwecks Sicherung der bisherigen territorialen Erfolge. Die stehende Armee in den 1820er umfasste rund 250.000 Mann. Das "Ventil" - zur Sicherung der kostenintensiven Kolonialherrschaft in Indien, massiv durch die Depression und die Umwälzungen in Indien erschwert - stellte der Ausbau dieser Handelsvolumina mit China dar, darunter das Opium mit den enormen Gewinnspannen.

    Die "Explosionsrichtung" dieses Kolonialismus Indien->China war damit ökonomisch vorgegeben, und nicht etwa Ergebnis von eigenem britischen Handel, britischen Eisenwaren, Textilien usw.
     
  13. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Und gerade in der Endzeit der HEIC sollte man nicht übersehen, das der 2. Opiumkrieg gleichzeitig mit dem Sepoy-Aufstand in Indien stattfand. Das war eunter Garantie eine Bedrohung für das Empire.


    Zweiter Opiumkrieg ? Wikipedia
    Second Opium War - Wikipedia, the free encyclopedia

    Indischer Aufstand von 1857 ? Wikipedia
    Indian Rebellion of 1857 - Wikipedia, the free encyclopedia

    Vielleicht meint das Dein Dozent. Wie vorher auch, beim amerikanischen Unabhängikeitskrieg auch, hier mehrere Krisen/Kriege an unterschiedlichen Schauplätzen.

    Und um weiter zu verwirren, der Krimkrieg hat auch noch gleichzeitig stattgefunden. Also eine explosive Gemengelage zu diesem Zeitpunkt.

    Krimkrieg ? Wikipedia

    Apvar
     
  14. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Diese "Krisenkumulation" ist der wichtige Kontext.
    Da wären Querverbindungen interessant, sozusagen mit dem Fokus London sowie Indien.

    Ich habe die Fragestellung aber auch so verstanden, wie ein Zusammenhang der anglo-chinesischen Entwicklungen mit der Kolonialherrschaft in Indien und der EIC herzustellen ist.
     
  15. kisuki589

    kisuki589 Neues Mitglied

    Besten Dank für eure Antworten, die mir wie immer sehr hilfreich sind!

    Nächste Woche habe ich einen Termin bei meinem Dozenten, um die Unklarheiten bzgl. dieses Teilaspekts zu klären.

    Da ich nicht weiß (und es auch nicht erfahren werde), ob ich zur Prüfung eine konkrete Frage gestellt bekomme oder ob ich einfach "erzählen" soll, möchte ich mir nun einen Vortrag vorbereiten, der sich mit der groben Thematik von Beginn der Handelskompanie bis zum Niedergang beschäftigt.

    Ich habe insgesamt 15 Minuten für dieses Thema.
    Gliedern möchte ich es in etwa so (ganz grob):
    - Gründung
    - Struktur
    - Zusammenhang zum Mogulreich und dessen Zerfall
    - Handelspolitik
    - Expansionspolitik und damit der Übergang von Handelsgesellschaft zur Kolonialmacht
    - Krisen, Konflikte, Restriktionen durch die englische Regierung --> Opiumkriege, Sepoyaufstand --> Niedergang

    So einen wirklichen roten Faden habe ich bei diesem Thema immer noch nicht gefunden.
    Hätte nicht vermutet, dass ich mich mit der EIC so schwer tu.
     
  16. kisuki589

    kisuki589 Neues Mitglied

    Nachdem ich nochmal mit meinem Dozenten gesprochen habe, hat sich bzgl. des Opiums folgendes ergeben:

    Es geht ihm "lediglich" um die Eroberung Bengalens und die völlige Umstrukturierung des Agrarlandes zugunsten des Opiumanbaus, der eine massive Hungersnot und schlimmere Miseren auslöste. Ihm ist es zudem wichtig zu zeigen, wie sehr der Einfluss der Briten dazu beitrug die Kulturlandschaft völlig umzugestalten.

    Gibt es da eurer Meinung nach viel zu sagen? Ich meine, die wichtigsten Veränderungen stehen ja in dieser Formulierung drin. Worauf sollte man näher eingehen? Zunächst werde ich mir den Sieg über Bengalen (Schlacht bei Plassey) näher anschauen und versuchen herauszufinden, wie genau sich diese "Umstrukturierung" vollzog. Bisher habe ich zu letzterem eher wenig in meiner Literatur gefunden.
     
  17. Apvar

    Apvar Premiummitglied

  18. kisuki589

    kisuki589 Neues Mitglied

    Ich habe mich eben schlau gemacht und auch folgendes herausgefunden:

    Während 1750 - 1850 etwa, wurde Indien in die kapitalistische Weltwirtschaft inkorporiert. Den Grundstein dafür legte die Eroberung Bengalens 1757 und die damit verbundenen Zugeständnisse lokaler Herrscher (Recht auf Steuereintreibung). Im weiteren Verlauf wurde Indien wirtschaftlich umstrukturiert, wobei Opium die wichtigste Rolle spielte (v.a. in Bezug auf den wachsenden Teebedarf und wenige Exportmittel, die in China Anklang fanden) Je höher der Bedarf also in England wurde, desto mehr Silber musste ausfließen und dies versuchte man mit dem Handel von Opium zu unterbinden (sehr erfolgreich, wie sich ja heraus stellt)
    1773 beanspruchte die EIC unter dem General-Gouverneur Hastings das Monopol für den Vertrieb und die Produktion der Droge und konnte auch bis zu einer gewissen Zeit mit einer gewissen Produktion bestehen bleiben, da die Nachfrage stieg und somit auch der Preis.
    Allerdings kam es zu Konkurrenzkämpfen mit einem weiteren Gebiet, Malwas, wo Opium ebenfalls in großem Stil produziert wurde und somit die EIC dazu zwang mehr Opium zu niedrigeren Preisen zu produzieren. Das Gebiet Bengalen vergrößere die Anbaugebiete also immer mehr und verringerte so das Land für Subsistenzhöfe der Bauern, die sich damit selbst versorgten.

    Mit Einführung des agency systems 1797 wurde die gesamte Opiumproduktion in Bengalen bis ins kleinste Dorf kontrolliert. Die Bauern, die sich dazu "entschlossen" für die EIC Opium anzubauen, gingen einen Vertrag ein, der ihnen einen Vorschuss gewährte, mit dem sie jedoch ihre Steuern und Pachten zahlen mussten, was ja gewissermaßen wieder an die EIC zurück ging. Die Bauern verschuldeten sich durch niedrige Auszahlungen immer mehr, sodass sie durch diese Schulden immer weiter von der EIC abhängig waren.

    Die EIC war der einzig legale Anbieter des Opiums durch das Handelsmonopol und bot zwei mal jährlich Versteigerungen an, die privaten kaufmännern ein hohes Maß an Profit boten - die EIC schloss hier offiziell ihr Geschäft mit dem Opium ab, welches weiter über Kalkutta exportiert wurde.

    Ohne dieses Opium hätte es den Teeimport nach England in dem Ausmaß nicht gegeben, da England wie gesagt das Handelsdefizit (durch Silber) erst mit Opium (erst Baumwolle) beseitigen konnte.

    Außerdem war das Opiumgeschäft dermaßen hohe Gewinne ab, dass die Kosten der britischen Expansion bis zu 50 % von den Einnahmen gedeckt wurden und somit durch das Opium wahrscheinlich weiter "ausgebaut" wurden.
     
  19. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Und nach 1830 wurde die HEIC langsam aber sicher unabhängiger vom chinesischen Tee, da er ja nun auch in Indien angebaut wurde. Die Nachfrage nach Opium in China brach aber nicht ein, also ein noch höherer Gewinn des HEIC, da der Tee nicht mehr in China eingekauft werden musste.

    Apvar
     
  20. kisuki589

    kisuki589 Neues Mitglied

    Danke! Das ist in dem Zusammenhang auch sehr interessant. Dieser Umstand führte u.a. auch zu weiteren Miseren seitens der Chinesen, da noch weniger Ware exportiert wurde, aber immer mehr Silber aufgrund des Opiumhandels abfloss. Oder?

    Ich bin mit meinen Recherchen mittlerweile ziemlich vorangeschritten und habe immer noch Probleme die wichtigsten Informationen rund um die Herrschaft der EIC in Indien und die Wandlung der Handelsgesellschaft zur Kolonialmacht zu gliedern und zusammen zu fassen.

    Ich versuche, nochmals, die wichtigsten Ereignisse zu gliedern und wäre über Unterstützung und weitere Anreize dankbar.
     

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