Einwanderung in die USA (und Kanada)

Dieses Thema im Forum "USA | Kanada" wurde erstellt von Gast, 15. August 2010.

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  1. Gast

    Gast Gast


    Gibt es Statistiken zur Einwanderung in die USA? Also woher die Einwanderer kamen, wieviele, und warum sie aus ihren alten Heimatländern ausgewandert sind?

    Ich bräuchte dies für eine Arbeit.
     
  2. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

  3. Rodriguez

    Rodriguez Aktives Mitglied

  4. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

  5. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

    Hallo,

    Bis ca. Ende des 19. Jahrhunderts waren die Einwanderer teils aus religiösen Motiven (Verfolgung), teils aus wirtschaftlichen Gründen (teilweise Hungersnöte in Europa) eingewandert.

    Heutige Einwanderer gehen meist aus wirtschaftlichen Gründen in die USA. Es gibt auch so Greencard-Verlosungen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. August 2010
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  6. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Das ist so aber nicht Richtig.
    Der Hauptgrund der Auswanderung war auch schon im 19. Jh die Armut und der Hunger in Europa. In Europa wurde die Bevölkerung meist mit freien Land geworben, um die Menschen nach Amerika zu locken.
     
  7. querdenker SZ

    querdenker SZ Aktives Mitglied

    Köbis17,
    in vielen Fällen lag die Armut aber an der Religion oder Ethnie der Auswanderer wie z.B bei den Iren oder den osteuropäischen Juden .
    Bei anderen Gruppen lag es einzig und allein an der Religion ,wie den Pilgervätern oder den französichen Hugenotten .
     
  8. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Entschuldigung, aber soetwas habe ich noch nie gehört. Die Armut liegt an der Religion?:S

    Und andersherum gefragt: Gab es auch unreligiöse Auswanderer? Damals waren die Menschen viel Religiöser als heute. Ob dies nun unbedingt vorrangig der Grund für die Auswanderung war, wage ich zu bezweifeln. Aber ich lasse mich gern eines besseren Belehren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. August 2010
  9. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Wir sollten hier die Zeit anschauen.

    Die Pilgerväter (Mayflower) fuhren nicht Ende des 19. Jahrhunderts in die USA, sondern 1620. Die Hugenotten wanderten auch eher im 17. Jahrhundert aus.

    Ende es 19. Jahrhundert war Armut und die Hungersnot eines der grössten Auswanderungskritierien, dazu gehören auch die Iren. Die grosse Hungersnot in Irland von 1845 bis 1849 führte zu den Massenauswanderungen in die USA. Diese Armut hatte aber nicht mit der Religon der Iren zu tun, sondern mit der Kartoffelfäule. Diese vernichtete die Ernte in Europa.

    Von dieser Hungersnot waren auch andere Teile Europas betroffen, wie zum Beispiel Schweiz und Deutschland.

    Die osteuropäischen Juden wanderten Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts in die USA aus. Der Grund lag bei den Pogrome die zwischen 1881 und 1920 stattfanden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. August 2010
  10. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    @Danke ursi, ich sprach eigendlich auch nur vom 19.Jh. War es nicht das Jahrhundert mit den größten Auswanderungszahlen in Richtung Amerika?
     
  11. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Ja, man spricht auch von Massenauswanderung aus dem deutschsprachigen Raum.
     
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  12. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Das kann man ganz sicher für das 19. Jahrhundert unterschreiben, dass vor allem wirtschaftliche und politische Gründe entscheidend waren. Die Hungerkatastrophen in den 1820er Jahren in Deutschland und die "Great Famine" in Irland bescherten den USA große Mengen an Einwanderern. Die Auswanderung aus Deutschland ging erst nach der Reichsgründung 1871 deutlich zurück, und gleichzeitig suchten bis zur Jahrhundertwende zahlreiche verarmte Italiener in Nord- und Südamerika eine neue Heimat.

    Während des Pauperismus in den 1820er Jahren bezahlten viele Gemeinden lieber einmalig die Passage nach Amerika, als sie jahrelang zu unterstützen.


    Aber auch im 17. und 18. Jahrhundert überwogen wirtschaftliche Gründe für die Einwanderung nach Amerika, wenn auch freie Religionsausübung sicher für die Hugenotten, Puritaner, Quäker und Salzburger Emmigranten eine bedeutende Rolle spielte, und die große Zahl der ersten deutschen Einwanderer in Nordamerika auch im Zusammenhang steht mit der "großen Erweckungsbewegung" des Pietismus. Die Herrenhuter Brüder entfalteten bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts eine große missionarische Aktivität.

    James F. Coopers Romanheld Nathaniel Bumppo aka Wildtöter, Falkenauge wird übrigens bei diesen und den Delawaren erzogen.

    William Penn und andere Kolonisten standen in engem Briefkontakt mit deutschen Pietisten. Allerdings widersprach die Auswanderung den Interessen der "Peuplierungspolitik" der europäischen Fürsten, weshalb in den meisten Territorien des Reichs auch Auswanderung meist verboten war.

    Zugleich machten Fürsten, die den Hugenotten oder Salzburgern Zuflucht gewährten, wie die Landgraf Karl von Hessen und der "Große Kurfürst" und sein Enkel, der Soldatenkönig diesen auch wirtschaftliche Zugeständnisse. So waren die Hugenotten von Einquartierungen und Steuern befreit, und die zahlreichen Aufrufe, die zur Auswanderung nach Nordamerika aufriefen, betonten besonders die Vorteile und Chancen, die sich in Pennsylvania, South Carolina, Virginia und Massachusetts böten.

    Tatsächlich war der Bedarf an Arbeitskräften, durch den Siegeszug des Tabakanbaus in Virginia, des Reisanbaus in South Carolina und der Baumwolle- und Zuckerrohrkultivierung sehr hoch. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts überwog der Anteil der Indentureds" den von afrikanischen Sklaven, von denen die ersten bereits im 16. Jahrhundert in Jamestown, Virginia verkauft wurden.

    In der Regel wurden Indentureds für 7 Jahre verpflichtet, in denen sie sich gegen Kost und Logie als unfreie Arbeitskräfte verdingen mussten. Darunter befanden sich auch Strafgefangene und Aufständische und Jakobiten aus Irland, Schottland und Wales.

    Aus diesen und ihren Nachkommen, ging in den Südstaaten eine zahlenmäßig starke Bevölkerungsschicht hervor, die von der Pflanzeraristokratie abschätzig als "white trash" bezeichnet wurde. Der Besitz der kleinen Farmer und landlosen Tagelöhner war vielfach einzig die weiße Hautfarbe und die Abgrenzung gegen die Schwarzen.
     
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  13. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

    Köbis: wenn Du guckst, was es alles für sehr stark religiöse Gruppierungen es in den USA gibt, dann wirst Du zu einem anderen Schluss kommen:

    Quäker, Amische, Puritaner, Hugenotten, Juden...

    Juden in den Vereinigten Staaten von Amerika ? Wikipedia
    Auswanderung ? Wikipedia
    Gründe für die Auswanderung nach Amerika

    So wanderte der Gründer der Amischen Gemeinschaft, der Schweizer Jakob Ammann, in die USA aus. Ammann trat 1693 aus der mennonitischen Gemeinschaft aus, weil die Mennoniten, seiner Ansicht nach die Bibel nicht streng genug interpretierten. Bevor Ammann mit seinen Getreuen nach Amerika floh, versteckte er sich in den Schweizer Bergen.

    Die USA lockte (indirekt) viele Religionsflüchtlinge ins Land, weil es dort eine strikte Trennung zwischen Staat und Kirche gab und die Religionsfreiheit gewährleistet war.
     
  14. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Dazu kann ich leider nur das sagen:
    Sicherlich war das auch ein Grund, das möchte ich garnicht abstreiten doch der Hauptgrund für die europäischen Auswanderer im 19.Jh und frühen 20.Jh war die wirtschaftliche Perspektive, die der USA auch zum enormen Wirtschaftswachstum in diesem Zeitraum verhalf.
     
  15. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter


    Wie schon einmal gesagt, wir sollten die Zeiten genau definieren.

    Köbis spricht vom Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts und du megatrend vom 17. Jahrhundert.

    Jede dieser Zeit hatte ihre Auswanderungen, die Hintergründe oder Ursachen waren aber schon verschieden.

    Auch sollte man regionale Unterscheidungen machen und nicht alle Auswanderungen in den selben Topf werfen.
     
  16. querdenker SZ

    querdenker SZ Aktives Mitglied

    Durch das aussplitten des Themas ging leider auch die Statistik , die eigendlich hier her gehört in den neuen Thread .
    Die Iren kamen am stärksten in den Jahren von 1870 bis 1890 in die USA also 20 - 40 Jahre nach der Hungersnot .
    Deutsche Einwanderer hatten die grössten Zahlen in den Jahren zwischen 1890 und 1910 .
    United States immigration statistics - Wikipedia, the free encyclopedia
     
  17. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

    @ Ursi:

    Der Threadinitiator hat diesbezüglich keine Einschränkung gemacht (welche Periode).

    Bei den Juden reichte die Einwanderung bis weit ins 19. Jahrhundert hinein:
    Juden in den Vereinigten Staaten von Amerika ? Wikipedia
    Wikipedia schreibt hier "Wegen der Verfolgung in Teilen Osteuropas erhöhte sich die jüdische Einwanderung in den 1880ern drastisch, viele neue Einwanderer kamen aus Russland und Polen"
     
  18. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Das ist richtig. Das heisst aber nicht das wir bei der Antwort die Zeiten durcheinanderbringen müssen.

    Wir sollten schon präzsie Zeitangaben geben, sofern dies möglich ist und nicht Kraut und Rüben zusammenmischen.

    Pilger (Mayflower) war eben nicht bis Ende des 19. Jahrhunderts, sondern 1620, etc. Aber das habe ich ja bereits in Beitrag 9 geschrieben.

    Wenn einer vom Ende des 19. Jahrhunderst spricht und einer vom 17. Jahrhundert dann gibt es nur Verwirrung. Einfach genauer schreiben (ich muss mich da auch immer wieder an der Nase nehmen).
     
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  19. jschmidt

    jschmidt Neues Mitglied

    Ich finde die verlinkte amtliche Tabelle sehr nützlich! Notwendiger Hinweis: Es handelt sich nicht um eine Einwanderungsstatistik, sondern um eine Statistik nach Geburtsland!

    Das bedeutet in Bezug auf die Iren: 1870 gab es 1855827 in Irland Geborene, 1880 1854571 und 1890 1871509. Die Zahl der zwischen 1870 und 1890 in die USA Eingewanderten lässt sich hieraus gar nicht entnehmen bzw. kann nur gering gewesen sein.

    Sehr gut zu erkennen ist hingegen - und das meinst Du natürlich! - der weitaus überproportionale Anteil der Iren an den "noch im Auswanderungsland Geborenen": 1850 waren es 961719 von insgesamt 2244602 = ca. 43 %. Danach kamen dann schon die Deutschstämmigen mit 26 %.
     
  20. Liborius

    Liborius Neues Mitglied

    So ganz daneben ist das nicht. Die Armut der irischen Katholiken und der russischen Juden hatte durchaus mit ihrer Unterdrückung und Unterprivilegierung wegen der Religionszugehörigkeit zu tun. Und auch, dass die irischen Katholiken so sehr unter der Hungersnot litten - im Unterschied zur anglikanisch-protestantischen Oberschicht.
    Große Hungersnot in Irland ? Wikipedia
     

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