"Entadelung" unter Ludwig XIV.

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Nergal, 9. März 2017.

  1. Nergal

    Nergal Neues Mitglied


    Es heißt Ludwig XIV. soll Vorgänge in Gang gebracht haben um Leuten, die zwar "standesgemäß" wie Adelige, -über einige Generationen- lebten, aber keine solche Abstammung nachweisen konnten, die Nutzung von Namenszusätzen etc. zu verbieten, soll aber auch groß darin gewesen sein selbst vermögenden Adeligen Pensionen zu zahlen damit diese ihrem Stand entsprechend leben konnten.
    Wie war nun die Sache dass er (Ludwig) Adeligen die schon länger nicht mehr standesgemäß lebten, ihre Titel trotz Abstammung entzog?

    Galt dies auch über mehrere Generationen oder auch wenn ein "Verfall" recht zügig eingetretten war?
    Konnten diese Personen dann ebenfalls königliche "Sozialhilfe" anfordern?
     
  2. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    War es nicht Heinrich IV., der die Adeligen überprüft hatte?
     
  3. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied


    Über das unstandesgemäße Leben von Adligen und dass sie dann faktisch nicht mehr als Adlige geachtet wurden, habe ich schon gelesen. Von einer konkreten juristischen Aberkennung des Adelsprivilegs aus diesen Gründen habe ich aber auch noch nie was mitbekommen.
    http://www.geschichtsforum.de/489387-post43.html

    Falls ich dazu Zeit finde, schaue ich mal in welchem Buch ich den Begriff aufgeschnappt habe. Vielleicht war das bei Ronald Asch.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. März 2017
  4. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Zunächst ist mit Doyle festzuhalten, dass Adel und Adel nicht das gleiche war. Die "schwächste" Stufe der "Adelung" bestand u.a. darin, sich ein vornehmes "de" vor den Namen zu setzen, gerechtfertigt oder auch nicht.

    Eine ernstzunehmende Form der "Adelung" lag in der deutlichen und sehr anspruchsvollen Form der "Distinktion". In einem entsprechenden aufwendigen adeligen Lebensstil.

    Dennoch trifft wohl die Vermutung von Nergal zu, dass die "Fassade" der materiellen Adelung durch Ludwig XIV als nicht ausreichend angesehen wurde.

    Und so schreibt Doyle:
    "But in 1660, Louis XIV had launched widespread searches for false nobles. Documentary proof was required either of a specific act of ennoblement since the year 1560, or a public recognition of a family`s nobility before that date."

    Durch diese Form der "Inquisition" waren hunderte von Familien betroffen und der Akt des offiziellen Entzugs des Titels durch Nicht-Nachweis wurde als öffentliche Schande von den Betroffenen wahrgenommen.

    In 1720 endete die offizielle Suche nach "schwarzen adeligen Schafen". Allerdings war auch nach diesem Zeitpunkt es notwendig in Bezug auf die Gewährung von steuerlichen Privilegien. (vgl. Kap. 1 Aristocracy Ascendancy)


    Doyle, William (2009): Aristocracy and its enemies in the age of revolution. Oxford: Oxford University Press.
     
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  5. Nergal

    Nergal Neues Mitglied

    Danke, ich werde mal sehen ob ich das Buch irgendwie günstig herbekomme, oder ob das irgendwo in den Bibliotheken meiner Umgebung zu bekommen ist.
    Interessant wäre auch wirklich mehr über dies Abstufungen zu erfahren, auch über die Verteilung von Pensionen.

    Interessant fand ich im Zusammenhang mit der Gewährung von Zahlungen diese eine Doku über Versailles, in welcher ein Soldat den König direkt um seine Pension bittet. Das hab ich hier mal nachgefragt, und die Sache mit der Audienz(der Verfügbarkeit des Königs) ist von El Quijote beantwortet worden, ob das aber mit den Zuwendungen, zahlungen etc. gut funktioniert hat weiß ich noch nicht.

    btw.:mad:thanepower ist der Avatar ein ehrliches Statement oder eine Anspielung auf den hysterischen Umgang der Medien mit Trump?
     
  6. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

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