Evolution der Kultur (?).

Dieses Thema im Forum "Kultur- und Philosophiegeschichte" wurde erstellt von hatl, 10. Mai 2013.



  1. Beaker

    Beaker Neues Mitglied

    So etwas nennt man eine "Milchmädchenrechnung".
     
  2. Dion

    Dion Aktives Mitglied

    Ja? Inwiefern?
     
  3. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Kühe, Schafe, Ziegen: jede Menge Milch
     
  4. Beaker

    Beaker Neues Mitglied

    Wie viel Gras benötigt ein Herbivore, um ein Kilo Fleisch zu produzieren?
    Wie viel Kilo Herbivorenfleisch benötigt ein Carnivore, um ein Kilo Fleisch zu produzieren?

    Wie viele Kühe bekommen überhaupt noch Gras und nicht stattdessen Mais oder Soja aus Monokulturen?
     
  5. Dion

    Dion Aktives Mitglied

    Das ist nicht der Punkt, denn das Gras ist ohne Kühe etc. wertlos für Menschen. Kühe machen also aus Wertlosem Wertvolles: Milch (+ Käse) und Fleisch. Das sind Produkte, die uns u.a. groß und mächtig gemacht haben.

    Aber wir sollten das nicht weiter vertiefen, denn das Thema ist ein anderes.
     
  6. hatl

    hatl Premiummitglied

    Auch wenn es plausibel so scheinen kann, oder muss, dass sich der Erfolg dieser Vorstellung seinem Ende nähert,
    so ist es doch schwerlich zu bestreiten, dass diese Vorstellung selbst erfolgreich war.
    :pfeif:
     
  7. hatl

    hatl Premiummitglied

    Geht man davon aus, dass eine kulturelle Evolution (im Sinne des evolutionären Algoritmus) stattfindet, und zudem das Substrat unvermeidlich schwankend ist, dann neigt man dazu, es für noch nicht entschieden zu halten.
    Es wird Verzweigungen im Lauf des Zeitenstroms geben, bei denen kleine Einflüsse überprortional groß Richtungen bestimmen werden.

    Vielleicht kann man dabei nicht weiterkommen, weil die Zukunft stets neu geboren wird.

    Grüße hatl
     
  8. hatl

    hatl Premiummitglied

    Also wie? Evolution der Kultur?

    … das in dem Sinne, dass kulturelle Fähigkeiten, einer Gruppe,
    (denn eine solche setzt ja Kultur, die per se eine Gruppenleistung ist, voraus)
    einem ungeplanten Entwicklungsverlauf folgten,
    dessen zutreffende Beschreibung der „evolutionäre Algorithmus“* sei.

    Nun, feststellen lässt sich jedenfalls, dass auch geplante Entwicklungen stets Ungeplante nach sich ziehen.
    Und weiterhin scheint mir naheliegend anzunehmen, dass letztere in ihrer Wirkmächtigkeit wenigstens nicht geringer zu schätzen sind.
    (Das wäre wohl zu diskutieren.)

    Spannend fand ich dazu einen Beitrag des Soziologen Wolfgang Lempert zur „Taylorisierung der Verantwortung“.
    http://www.ssoar.info/ssoar/bitstre...ylorisierung_der_verantwortung.pdf?sequence=1

    Ganz grob, was sagt er:
    Die Industrialisierung geht (ging) mit einer Spezialisierung (Taylorisierung) einher, welche nicht nur die Arbeitsteiligkeit befördert, sondern auch die Dequalifizierung goßer Bevölkerungsanteile.
    Diese Dequalifizierung betrifft auch die Verantwortlichkeit und Verantwortungsfähigkeit des handelnden Individuums und begünstigt die Entwicklung des industriellen Massenmords durch das 3. Reich.

    Na, daran hat der Taylor wohl ebenso wenig gedacht wie der Benz an den Klimawandel,
    oder sonstwer an sonstwas.
    Man kann annehmen, ich lass mir gerne widersprechen, dass Kultur, und Unkultur, eben nicht hervorgehoben das Ergebnis weitsichtiger Planung durch den Menschen, womöglich gar des Einzelnen, sind,
    sondern irgendwelchen anderen Regeln folgen, sofern solche als solche, abseits des reinen Zufalls, existieren sollten.

    hatl

    (* Replikation, Variation, Selektion.)
     
  9. hatl

    hatl Premiummitglied

    Digitale Demenz ...

    (und Jungsteinzeit..)
    Ich würde mal vermuten Manfred Spitzer verkörpert gewissermaßen den Begriff „Digitale Demenz“ im deutschen Sprachraum.
    Worum geht es?
    Es sei also so, dass gegenwärtige Technologie der Verstandesentwicklung abträglich sei.
    Denn, so die durchaus fundierte These, die Automatisierung der Kommunikation setze die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns herab.
    Wenn dem so wäre, wäre es ein erstmaliges Ereignis?

    Gemäß Harari trat dergleichen bereits durch die Einführung der Landwirtschaft ein.
    Der Weizen blühte, das menschliche Hirnvolumen indes schrumpfte messbar.
    Wenig Wunder, könnte man argwöhnen..
    Denn ist es nicht geistig ungleich viel anspruchsvoller durch die Vielgestaltigkeit der Wälder zu jagen,
    als schwere Wassertröge zu schleppen?

    Und wie sich dabei zeigen kann, korreliert ja die Fähigkeit des Individuums nicht unbedingt mit dem Erfolg einer Gruppe.
    Somit wäre es doch vernünftig denkbar, dass die Entwicklung der Höhe einer Kultur, bereits von Anbeginn, nicht direkt an eine vergleichbare Entwicklung des menschlichen Verstandes gekoppelt sein musste.
    Und ist das nicht trivial festzustellen?
    Ging nicht auch die Taylorisierung der Arbeitswelt den selben recht eigenständigen Weg?

    Fragt man sich ob der Mensch klüger werde, so kann man das nur schwer von einer vergleichbaren Geschwindigkeit der Entwicklung der kulturell erworbenen Fähigkeiten trennen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Juli 2017
  10. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Die PNAS hat das Thema zum Schwerpunkt der Wochenausgabe gemacht, und dazu gleich mehrere Artikel aufgenommen:

    Table of Contents ? July 25, 2017, 114 (30)

    ZB
    Cultural evolutionary theory: How culture evolves and why it matters
    Einige Artikel sind im freien download verfügbar.
     

Diese Seite empfehlen