Fatales Wetterphänomen

Dieses Thema im Forum "Der Zweite Weltkrieg" wurde erstellt von El Quijote, 6. Oktober 2016.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Fatales Wetterphänomen Die taghelle Kriegsnacht von 1941

    Ein extremes Wetterphänomen mitten im Zweiten Weltkrieg ließ die Nacht hell leuchten, mit Folgen: Radios spielten verrückt, der Strom fiel aus - und im Atlantik hatte das Flackern tödliche Konsequenzen.

    Dass etwas nicht stimmte in der Nacht vom 18. auf den 19. September 1941, bemerkten als erstes Radiohörer im Norden der USA. Eben noch sang Bing Crosby "Where the Blue of the Night Meets the Gold of the Day", dann knarzte und knackte es - und plötzlich unterhielten sich zwei Männer über ihre Liebschaften, live auf Sendung.


    Ihnen folgten zwei Frauen: "Ich habe es hinbekommen mit Eddie, dass er einen Kerl für dich klarmacht", sagte eine. Jedem Hörer war klar: Eine normale Radiosendung war das nicht. Tatsächlich waren private Telefongespräche übertragen worden.

    Warum die Nacht des 18. September 1941 taghell war - SPIEGEL ONLINE
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Ein Nachtrag zu den angesprochenen Kriegsereignissen auf dem Atlantik.

    Aus dem KTB der UBoote, Eintrag 20.9.1941:

    "Gegen Abend meldet U 74, der zu der Gruppe "Brandenburg" gehört, daß er seit dem 18.9. von AD9781 [Positionsquadrat] ab an einem Geleitzug gewesen sei.

    Er nimmt den Standort des Geleitzuges für heute morgen um 0400 Uhr in AD7827 an. Er befindet sich, da verschossen [keine Torpedos], auf Rückmarsch und meldet nördlich 59° 22 ' Nord keine F-T-Verbindung [keine Funkverbindung] mit der Leitstelle.

    Er hat die Fühlung an andere Boote abgegeben und aus dem Geleitzug 4 Schiffe mit etwa 26000 BRT versenkt."

    Quelle NARA, T1022R4063.


    Eintrag der wlb-stuttgart, Seekrieg 9/41:
    Seekrieg 1941, September

    "Konvoi SC.44 (Commodore Robinson, 56 Schiffe), gesichert von der kanad. EG.23 mit Zerstörer Chesterfield und den Korvetten Mayflower, Levis, Agassiz und Honeysuckle (RN), wird bereits am 18.9. von U 74 (Kptlt. Kentrat) gesichtet, noch bevor der Aufstellungsbefehl-Befehl für die U-Boote in Bletchley Park entschlüsselt werden kann. Funkstörungen verhindern allerdings einen planmäßiger Ansatz, es operieren außer U 74 nur U 373, U 94, U 552 und U 562. In der Nacht zum 19.9. greift U 74 erstmalig an und versenkt die Korvette Levis. In der Nacht zum 20.9. versenkt es das brit. CAM-Schiff Empire Burton (6956 BRT), während U 552 (Kptlt. Topp) zuerst den brit. Tanker T.J. Williams (8212 BRT) und die panam. Pink Star (4150 BRT) versenkt und im zweiten Anlauf den norw. Tanker Barbro (6325 BRT) torpediert, den U 69 (Kptlt. Zahn) am nächsten Tag mit Fangschuß versenkt. – Die Geleitgruppe wird am 20.9. verstärkt durch die Korvette FFS Alysse und am 21.9. durch die Korvetten HMCS Arrowhead und Eyebright, die dazu von anderen Konvois abgezogen werden. Ebenfalls am 20.9. wird eine US Zerstörer-Einheit mit Winslow, Overton, Truxton, Bainbridge und Reuben James zur Unterstützung detachiert. – Weitere Angriffe von U 74 und U 562 (Oblt.z.S. Hamm) gehen fehl, doch versenkt letzteres am 22.9. den brit. Einzelfahrer Erna III (1590 BRT). Am selben Tag wird die Sicherung für den SC.44 am MOMP von der brit. EG.3 mit den Zerstörern Bulldog, Amazon, Richmond, Georgetown, den Korvetten Heartsease, Aconit (FFN) und 4 UJ-Trawlern übernommen. Erfolg am SC.44: Unter Einsatz von 5 Booten werden 4 Handelsschiffe mit 25.653 BRT versenkt."
     

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