Filmprojekt 4. Dynastie

Dieses Thema im Forum "Das Alte Ägypten" wurde erstellt von FarahReh, 1. September 2017.

  1. FarahReh

    FarahReh Neues Mitglied


    Hallo :)

    Ich arbeite gerade an einem Filmprojekt, welches zur Zeit der 4. Dynastie spielen soll. Ich wollte erst einmal generell fragen, ob es erlaubt ist hier um Rat zu fragen, gerade was Details angeht? Ich möchte so viele Meinungen haben wie möglich.

    Liebe Grüße

    Farah
     
  2. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Natürlich ist es erlaubt, hier zu fragen.
     
  3. FarahReh

    FarahReh Neues Mitglied


    Das ist sehr lieb. Vielen Dank. :)

    Ich dachte mir ich sende mal ein paar kurze Gedanken zu unserem nächsten Projekt. Es ist im Alten Reich Ägyptens in der 4. Dynastie angesiedelt.

    Vieles aus der Zeit ist aber im Dunkeln. Es gibt Dinge, die man nicht genau versteht oder nachvollziehen kann.

    Zu den Hintergründen:

    Begründer der 4. Dynastie war Pharao Seneferu (Snofru). Seneferu war ein sehr beliebter Herscher. Er hat Jahrzehnte regiert und in seiner Zeit Ägypten absoluten Wohlstand gebracht. Seine Bautätigkeit ist legendär. Er hat 3 Pyramiden errichtet.

    Nach seinem Tod wurde sein Sohn Khufu (Cheops) Pharao. Ich denke zu ihm brauche ich nicht viel sagen. Seine Pyramide ist die größte überhaupt und bis heute ein absolutes Ausnahmebauwerk.

    Khufu hatte eine Ehefrau, die Große Königliche Gemahlin Meritites I. Sie war adeliger Abstammung. Mit ihr hatte er einen Sohn. Djedefre, der auch sein Kronprinz war.

    Später heiratete er eine Bürgerliche deren Herkunft nicht bekannt ist. Ihr Name war Henutsen. Sie kam aus einfachen Verhältnissen und war "nur" Nebenfrau.

    Kurz darauf verstarb Meritites I und Henutsen stieg zur Großen Königlichen Gemahlin auf.

    Einige Zeit später gebar Henutsen einen Sohn, Khafra.

    Dann verstarb der mächtige Pharao Khufu. Er wurde in seiner Pyramide bestattet. Die Zeremonie wurde angeführt durch seinen älteren Sohn Djedefre, welcher dann auch zum Pharao gekrönt wurde.

    Dann geschah aber etwas, was man heute ganz schlecht versteht. Djedefre herrschte nur kurz und "verschwand". Es gibt kaum Zeugnisse seiner Existenz. Nur einige verstreute Inschriften und eine unvollendete Pyramide.

    Ihm folgte der junge Khafra auf den Thron. Ein König der sehr ehrgeizig war, schnelle Erfolge sehen wollte. Der selbst in seiner Titulatur vor Kraft strotzte und selbst für pharaonische Verhältnisse ein unerschütterliches Selbstvertrauen hatte.

    Unsere Storyline setzt ca 9 Wochen nach der Inthronisation an. Nur damit erst mal einige Hintergrundinformation vorhanden sind.

    Die Story selber wird aus der Sicht einfacher Leute erzählt. Stammesbewohner einer kleinen Stadt im Sinai. Weit weg vom Pomp des Alten Reichs. Ich habe hier mal eine Kurzzusammenfassung einer zentralen Szene dargelegt.

    Hauptfigur ist ein Mädchen Namens Kiya. Sie ist die Tochter des Bürgermeisters. Die Idylle wird aus ihrer Isolation gerissen, als eine gewaltige Armee aus dem Westen ihr Lager neben der Stadt aufschlägt.

    In der Stadt herrscht eine bedrückte und düstere Stimmung. Niemand weiß genau was vor sich geht. Am Abend stürmen plötzlich Truppen in die Stadt und steuern das Haus des Bürgermeisters an. Die Pforte wird eingetreten. Ein Dolmetscher fordert ihn auf sofort mitzukommen. Sie zerren ihn mit sich mit, Kiya lässt sich nicht aufhalten und folgt der Gruppe. Sie wird von den Soldaten bemerkt und nach vorne gestoßen. Sie sagt ihr Vater sei ein alter Mann. Außerdem versteht sie die ägyptische Sprache und möchte ihn begleiten.

    Sie werden zu einem großen Lager gebracht. Es ist dunkel. Sie sieht viele Zelte und in der Mitte ein sehr großes Zelt. Sie sieht Priesterinnen und Priester, Beamte, Soldaten und hohe Würdenträger. Sie werden vor das Zelt geführt und mehrere hohe Beamte treten vor sie. Sie reden mit den Soldaten. Ein Priester murmelt dabei Gebete. Sie werden nach innen geführt und brutal zu Boden gestoßen.

    Ein Priester verkündet laut das Protokoll. Er liest die 7 Namen des Königs.

    Kiya wagt es einen Blick zu riskieren. Vor ihnen sitzen 3 Personen. Eine sehr junge und wunderschöne Frau. Neben ihr ein junger schöner Mann. Hinter den beiden stehen weitere junge Frauen. Etwas abseits von beiden sitzt eine sehr elegante Frau mittleren Alters.

    Der Beamte verkündet das Protokoll auf ägyptisch. Der Dolmetscher übersetzt es und die ganze Prozedur zieht sich immer weiter in die Länge.

    Der junge König schaut gelangweilt und leicht genervt. Er blickt zu seiner Partnerin und sie zu ihm, wobei sie die Augen verdreht.

    Er lehnt sich kurz zurück, nimmt Schwung und springt auf. Läuft auf die Gruppe zu, packt seinen Beamten an der Schulter und schiebt ihn zur Seite. Der Beamte ist sichtlich nervös und verängstigt.

    Der junge König sagt: Usersatet, du langweilst meine Gäste!

    Er wendet sich den beiden am Boden liegenden Personen zu und sagt scherzend: Unser alter Usersatet hängt so sehr am Protokoll, er würde nicht merken, wenn er seine eigene Bestattung leitet."

    Ich bin Khafra! Sohn des großen Königs Khufu. Sohn des Ra! Herscher der beiden Länder.


    Kiya wagt es kurz aufzublicken und verstohlen zu Khafra zu schauen. Er bemerkt dass und grinst ihr zu...Sie schaut schnell wieder weg.

    Khafra wendet sich Kiyas Vater zu und sagt: Mein Großvater Seneferu, der große König kam in euer Land um wertvolle Steine nach Ägypten zu bringen.

    Ich mache euch ein Angebot. Eure Stadt gibt mir Späher. Ihr gebt mir euer Getreide und Wasser. Und im Angebot hierfür steht ihr unter dem Schutz des großen Horus.

    Khafra lächelt selbstbewusst, als sein Dolmetscher die Worte für den Bürgermeister übersetzt. Kiya hat lange verstanden worum es geht und schaut schockiert.

    Ihr Vater schweigt kurz und antwortet dann...Du bist großzügig...Herscher der beiden Länder. Sohn von Khufu...Ich kenne deinen Großvater. Er war ein großer König und unsagbar reich. Was ist geschehen Khafra? Bist du so arm? Nur jemand der nichts hat würde so viel verlangen. Willst du uns ruinieren?"

    Der Dolmetscher wird blass. Kiya schaut ihren Vater mit großen Augen an.

    Khafra lacht und fragt seinen Dolmetscher: Was ist los? Warum übersetzt du nicht?"

    Der Dolmetscher übersetzt verängstigt die Worte...Khafra schaut dabei zu beginn grinsend zum Bürgermeister...wobei sich sein Gesichtsausdruck sichtbar verfinstert...

    Die Stille wird durch Khafra unterbrochen der sagt: "Du bist mutig...."

    Khafra nimmt seine Axt vom Gürtel und erschlägt den Bürgermeister mit einem Hieb...

    Kiya schreit auf und stürzt zu ihrem sterbenden Vater. Während sie ihn in den Armen hält kniet Khafra neben ihr und wechselt fast beileufig wieder in seinen gönnerhaften Ton.

    "Ich bin nicht nachtragend, keine Angst. Geh zurück in dein Dorf und bringe jemanden der besser verhandeln kann als dieser dumme, alte Mann."

    Kiya wird hinaus gezogen. Khafra wendet sich seinem General zu und gibt den Befehl die Stadt zu umstellen, jedes Haus zu durchsuchen und sich zu nehmen was man braucht.

    Die elegante Frau im Hintergrund (Henutsen) verlässt ihren Platz und sagt beiläufig zum General, dass er dies nicht tun solle. Der General schaut verunsichert zu Khafra und zu seiner Mutter Henutsen, die soeben seinen Befehl widerrufen hat...

    Khafra ist sichtlich wütend und brüllt: ICH BIN DER KÖNIG!

    Henutsen antwortet kühl: Du bist ein noch etwas naiver junger Mann...

    Sie schickt den General, die Beamten sowie Khafras Begleiterinnen nach draußen, um mit ihrem Sohn alleine zu sein...

    Er ist immer noch sichtbar verärgert und schnaubt ihr entgegen: "TU DAS NIE WIEDER!"

    Henutsen ist davon sichtlich unbeeindruckt und antwortet: Vergess nicht wer dir das Leben und den Thron geschenkt hat.
    Khafra lässt die Schultern hängen und schaut sie an....

    Henutsen fährt fort: "Der Tod deines Halbbruders kam nicht für jeden unerwartet. Es gibt Gerüchte in Memphis...dass seine vorzeitige Abreise geplant war..."

    Khafra antwortet zornig: "Niemand würde das wagen offen auszusprechen!"

    Henutsen stellt sich vor ihn und streichelt seine Wange: " Ach mein lieber Sohn. Es sind nicht Worte allein die Großes bewirken können...Es gibt viele Feinde zu Hause in Memphis. Sie fürchten uns aber sie warten nur darauf, dass du Fehler begehst. Ich verstehe, dass du schnelle Erfolge willst. Ein großer militärischer Sieg, hier im Sinai, wie dein Großvater Seneferu. Ich kann das gut nachvollziehen. Aber höre meinen Rat...Ich empfahl die eine Strafexpedition nach Nubien. Du hörtest nicht auf mich. Wir sind hier abgeschnitten von der Versorgung. Wir brauchen die Unterstützung der Bewohner. Ich halte dieses ganze Vorhaben hier für falsch, aber unterstütze dich. Aber du musst meinem Rat vertrauen, wenn du als Sieger in Memphis zurück kehren willst. Mach durch unüberlegte Handlungen nicht kaputt, was ich aufgebaut habe.....
     
  4. balkanese

    balkanese Aktives Mitglied

    Nette Fantasy Story, die grundsätzliche Logik erschließt sich mir jedoch nicht wirklich.

    Was genau will der Pharao eigentlich,

    vordergründig Späher, Getreide und Wasser,
    wozu braucht er das,
    für das fruchtbare Ägypten nicht,
    für die gewaltige Armee wohl auch nicht, die Ägypter als großartige Organisatoren hätten keine Armee ohne ausreichende Versorgung sichergestellt zu haben, in die Wüste geschickt,

    bleibt also zwischen den Zeilen irgendwas mit Steinen, die schon der Opa aus dieser Gegend geholt haben soll,
    also vielleicht die Reaktivierung eines Steinbruchs, Getreide und Wasser wären dann für die Steinbrucharbeiter samt eventueller Garnison zum Schutz gegen Räuber.

    Die Reorganisation eines Steinbruchbetriebes wäre für die Ägypter ein rein organisatorisches und bürokratisches Problem gewesen, warum hätten sie also eine gewaltige Armee dorthin schicken sollen anstelle einer Kommission von Schreibern und Beamten für die Verträge und Ingenieuren und Vermessern für die Evaluierung des für die Wiederinbetriebnahme nötigen Aufwandes? Begleitet von einigen leichten Truppen zum Schutz gegen Räuber.

    Und der Pharao verhandelt persönlich mit Bürgermeistern entfernter Käffer und erschlägt sie dann gleich selber? Mein Bild eines gottähnlichen Herrschers eines durchorganisierten Riesenreiches sieht anders aus.
     
  5. FarahReh

    FarahReh Neues Mitglied

    Hallo, danke für die Antwort.

    Zum Hintergrund: Pharao Snofru (Seneferu) ist in den Sinai einmarschiert um die Lapislazuli Minen ausbeuten zu können. Seine Nachfolger mussten zwangsläufig immer wieder Präsens zeigen, damit der dortige Einfluss nicht kollabiert. Soviel erst mal zum Hintergrund. ^^

    Zum zweiten Punkt. Wasser, Späher und Getreide braucht er nicht für Ägypten sondern um die Situation und Organisation seiner "Expedition" zu verbessern. Der Sinai stand nur unter sehr loser Kontrolle Ägyptens im Alten Reich. Das Gebiet war weitestgehend "terra incognita".

    Was "gewaltige Armee" angeht muss man auch die Relation in Betracht ziehen. Für eine Siedlung mit 500 - 600 Leuten ist auch ein Trupp von 2000 Soldaten eine gewaltige Armee. Gerade zu dieser Zeit.

    Und ja, Pharaonen haben persönlich mit "Bürgermeistern" entfernter Käffer verhandelt. Amenophis II war sich nicht zu schade persönlich Hände abzuschlagen, Gräben auszuheben und sich sich damit zu brüsten da Leute lebendig verbrannt zu haben. Er wurde dann von lokalen Bürgermeistern auch zur Jagd eingeladen. Ramses II hat sich persönlich sogar mit feindlichen Spähern unterhalten.

    Wobei man "Bürgermeister" auch als lokaler Fürst sehen kann. Also ein lokaler Stammesführer bzw. Person höherer Position.

    Man darf die Relationen nicht vergessen.

    In einer früheren Version unseres Drehbuchs hat er befohlen den lokalen Fürst hinrichten zu lassen. Das wurde uns von einer Ägyptologin aus den USA angekreidet, dass das für einen Herscher des Alten Reichs zu passiv sei. Vor allem, da er gerade erst den Thron bestiegen hat. Einen Feind oder Gegner zu erschlagen war Teil der göttlichen Ordnung.

    Liebe Grüße

    Farah
     
  6. balkanese

    balkanese Aktives Mitglied

    wird ja eine super "Doku" werden
     
  7. FarahReh

    FarahReh Neues Mitglied

    Es soll keine Dokumentation sein.

    ich habe Dinge erläutert, welche zu bestimmten Entscheidungen geführt haben und diese an den historischen Fakten belegt. Du machst mir jetzt einen gekränkten Eindruck, was mir sehr leid tut.

    Liebe Grüße

    Farah
     
  8. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Da ist einiges zu bemängeln. Die Pharaonen haben sich zu der Zeit nicht selbst 'die Hände dreckig gemacht'. Da muss man Zeremonien von tatsächlicher Arbeit scheiden. Und sie haben auch nicht hunderte von Gefangenen persönlich erschlagen. So wurden sie in ausgewählten Fällen tätig. So ein Stammesführer mag schon gehen, aber wohl nicht formlos. Das wurde dann inszeniert, damit jeder wusste, was Sache ist. Bei so etwas waren die Ägypter ganz groß.

    Und Lapislazuli? Meinst Du nicht eher Türkis?

    Ein vollkommen unorganisierter Feldzug ist nicht glaubhaft. Und so naive Bürgermeister von Städten, die schon in Kontakt mit Ägypten standen auch nicht. Die wussten schon recht genau, was Ägypten auf dem Sinai wollte.

    Ägypten ist nicht gerade mein Schwerpunkt. Aber das sind nicht die einzigen Mängel. Und wenn mich es schon anspringt...

    Zu mehr habe ich keine Zeit, aber wenn nur Kritik gelten soll, die in den Kram passt, brauche ich ja sowieso nicht antworten. Wir sind immer gerne bereit zu helfen. Und wenn eine Antwort wie die von balkanese kommt, ist es recht gut, darüber nachzudenken, was er dazu sagt.

    Einen guten Tipp habe ich noch. Jedem Buch/Film u.s.w. merkt man an, wie weit sich jemand eingearbeitet hat. Oft wäre es schon damit getan, ein paar Bücher zu lesen. Ein guter Ausgangspunkt ist Toby Wilkinson, Aufstieg und Fall des Alten Ägypten. Durch den Literaturkommentar wirst Du dort schnell auf Literatur zur Zeit stoßen. Kurze Ratschläge von Ägyptologin und den Experten hier im Forum können schnell zu Missverständnissen führen, wenn man ganz fremd dabei ist. (Wilkinsons Spezialgebiet sind die älteren Zeiten der altägyptischen Geschichte.)

    Aber der dickste Hund ist, dass der König (Pharaoh ist ein Titel jüngeren Datums, die Verwendung ist wegen der Verständlichkeit für die Allgemeinheit natürlich eine lässliche Sünde und in einem Film kaum zu vermeiden.) anfängt, um Essen und Wasser zu betteln, nachdem seine Truppen die Stadt eingenommen haben. Das würde wohl selbst einem Unteroffizier aus Schilda nicht einfallen. Passt da nicht das Verlangen nach Führern oder Arbeitern besser? Auch da mögen gerade nicht genug junge Männer zur Verfügung stehen. Seuche, Unglück, kleiner Stamm, was auch immer.

    Wenn der König unterwegs ist, sind 2000 Mann etwas wenig Begleitung, zumal er hier mit mehr als dem militärischen Personal unterwegs ist. Ein Ägyptologie, der sich mit dem ägyptischen Militär auskennt, wird das vorrechnen können.

    Aber, wie gesagt, Antworten sind nur dann sinnvoll, wenn es nicht einfach heisst: "Quatsch!" Und ich denke, darauf bezieht sich denn auch die Bemerkung von balkanese.
     
  9. balkanese

    balkanese Aktives Mitglied

    also ich bin nicht gekränkt, danke dir aber für die freundlichen Worte,

    was mir an Details noch aufgefallen ist, die "elegante Dame" wird erst 2000 Jahre später erwähnt und Nubien erst einige hundert Jahre später erobert.

    Wie Riothamus schreibt, Pharaonen haben gelegentlich gefangene Häuptlinge getötet, aber das waren rituelle Schlachtungen vor irgendeinem Tempel.
    Das von dir geschilderte Vorgehen entspricht eher einem räuberischen Beduinenstamm als einem Staat, der so perfekt durchorganisiert ist dass er große Pyramiden bauen kann.
    Und abgesehen von den "Fakten", die Story überzeugt auch nicht, wenn der Chepren wirklich durch Brudermord an die Macht gelangt ist wird er wohl damit beschäftigt gewesen sein diese Macht auch zu behaupten und nicht gleich einmal Memphis, wo es ja "viele Feinde" gibt, verlassen um irgendwelche Ausflüge in die Wüste zu machen, wobei er noch die Damen mitnimmt, weil es sich in der Wüste so angenehm reist.
    Und weil du Amenophis II. und Ramses II. erwähnst, die sind mit der Armee ausgezogen weil es vitale Interessen Ägyptens zu verteidigen galt aber nicht um alte Steinbrüche zu besichtigen. Im übrigen ist dazu bekannt wie sich die Ägypter auf einen Wüstenmarsch der Armee vorbereiteten indem sie schon 1 Jahr vorher begonnen haben Depots entlang der Route anzulegen.
    Mein Eindruck ist dass du dir über die grundsätzliche Beschaffenheit des alten Reichs nicht wirklich im klaren bist und wie Riothamus schreibt würde es nicht schaden ernsthaft Literatur zu dem Thema zu lesen.
    PS: und was die amerikanische Ägyptologin betrifft, frag gleich den Zahi Hawass, der führt dir dann noch genau vor wie Chepren sein Beil geschwungen hat
     
  10. Teresa C.

    Teresa C. Aktives Mitglied

    Nur eine Frage, die bei einem Film (historisch stimmig oder nicht) immer im Auge zu behalten ist (leider) - für welche Zielgruppe ist der Film bestimmt?
     
  11. FarahReh

    FarahReh Neues Mitglied

    Hallo, sorry ich war leider 2 Tage abwesend.

    Unsere erste Version hatte auch nur die Order, dass der König die Exekution befiehlt. Dies wurde von unserer Beraterin massiv kritisiert als "Orientalismus". Sie hat uns einige Beispiele gebracht, die von der StarGateification der ägyptischen Geschichte sprechen. Ein Pharao, gerade wenn noch jung und neu auf dem Thron will sich beweisen und seine Stärke unter Beweis stellen. Es waren aktive Herscher und nicht Witzfiguren die auf einer Sänfte herum getragen wurden. Sie haben aktiv Kriege geführt, aktiv getötet und auch aktiv verhandelt.

    Als Beispiel hierzu kann Amenhotep II aber auch Ramses II dienen.

    Henutsen ist als Mutter von Khafra bezeugt

    Henutsen – Wikipedia

    Was Nubien angeht, wurden dort auch im Alten Reich wiederholt Strafzüge durchgeführt. Unter anderem von Djoser im 3. Reich.

    Der Film richtet sich nicht an ein Fachpublikum.

    Was die Kritik an Zahi Hawass angeht, muss ich sagen, dass er sicher ein Charakter ist, den man kritisch sehen kann, aber ohne Ihn wären die ägyptischen Altertümer massiv in Gefahr. Es gibt wenige, die sich um Erhalt und Popularisierung so bemüht gezeigt haben wie er. Ob seine Methoden immer die Richtigen sind, darüber kann man sicher streiten. Aber ich habe ihn als Person erlebt, dem diese Sache wirklich am Herzen liegt.

    Bleibt zu sagen, dass ich auf die Story sowieso nur marginal Einfluss nehmen kann und ich mir Inspirationen bzgl. der Kostüme und Waffen sowie anderer Requisiten erhoffe.

    Ich wollte hier niemanden zu nahe treten.

    Liebe Grüße

    Farah
     
  12. balkanese

    balkanese Aktives Mitglied

    Amenhotep II und Ramses II waren mehr als 1 Jahrtausend später und in einer gänzlich anderen Situation, da hat die Reichsarmee um die Position Ägyptens gekämpft, von beiden ist aber nicht überliefert dass sie sich mit Bautrupps in der Wüste herumgetrieben hätten.

    Henutsen wird einmal erwähnt und das 2 Jahrtausende später, genauso dokumentiert könnte der Pharao auch elektrisches Licht gehabt haben.^^
     

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