Fragen zu Frondienst und Fronhof

Dieses Thema im Forum "Alltag im Mittelalter" wurde erstellt von Gast, 29. November 2004.



  1. Gast

    Gast Gast

    was ist Frondienst
    und was ist fronhof?
    könnt ihr mir bitte helfen !!!
    danke euer gast
     
  2. KFdG

    KFdG Neues Mitglied

    Frondienst war im Mittelalter eine Pflicht für jeden Bauern. Sie mussten dan für ihren Lehensherrn Felder bestellen oder Bewässerungsysteme und Strassen bauen.
    Der Frohnhoff war dann vermutlich der Hof ihres Lehensherrn.
     
  3. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Der Fronhof ist ein Herrengut, das vom Herrn oder einem Verwalter bewirtschaftet wurde. dabei leisteten die der Grundherrschaft hörigen Bauern Frondienste. Der Fronhof umfasste die Wohngebäude des Grundherren oder seines Meiers (Verwalter) und Wirtschaftgebäude. Zu den Wirtschaftgebäude gehörten die Vorratscheune und die Ställe. Zum Fronhof gehören auch Land.

    Unter Frondienst oder Fronden versteht manalle Dienste die in der Verrichtung körperlicher Arbeiten bestehen und unentgeltlich geleistet werden. Die Frondienstleistenden waren hörige oder leibeigene Bauern.
     
  4. Strupanice

    Strupanice Neues Mitglied

    Vorsicht, nicht Lehnsherr und Grundherr verwechseln. Frondienste wurden dem Grundherren, also dem Besitzer einer Grundherrschaft (entweder ein Adliger, an den vom Landesherren Gebiete verpfändet waren, Klöster, oder direkt die Amtsverwaltung des jeweiligen Landesherren) gefordert.
    Die Leistungen richteten sich nach dem Geschoß, d.h. die Grundsteuer für das Bauerngut auf dem der Frohndienstleistende lebte, also der theoretischen Wirtschaftskraft. Bewirtschaftet wurden bei der Frohne die Güter des Frohngutes/Frohnhofes. Diese waren keine Bauerngüter. Die Einnahmen von diesen Gütern gingen ganz an den Grundherren, der dafür Schutz und Gerichtsbarkeit übernahm.

    Der Lehnsherr dagegen verlehnt seine Güter zur Nutzung. So waren die meisten Bauerngüter Lehngüter, die die Bauern zur eigenen Verwendung hatten und als Nutzungsendgelt einen Zins (Geld oder Naturalien) aus den Erträgen an den Lehnsherren abgaben.

    Natürlich kommt es oft auch dazu, daß Lehnsherr und Grundherr eine Person sind, nur die jeweiligen Diensten zur Frohne und die Lehnszinsen sind natürlich unterschiedlich.
     
  5. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Wurde z.T. ja schon korrigiert, aber ich würde nochmal betonen, dass es NICHT JEDER Bauer war, der Frondienste leisten musste, sondern nur ein halbfreier/unfreier Bauer - ein Leibeigener oder Höriger also.

    Das System der Grundherrschaft entstand aus verschiedenen Faktoren heraus. Ursprünglich waren die meisten Bauern frei, als solche aber auch zum Heeresdienst verpflichtet. Da dann der Hof darunter litt, konnte sie dadurch durchaus von größeren Grundbesitzern abhängig werden (Schulden).
    Außerdem: Man konnte sich selbst alleine oft gegen Banditen schlecht schützen und im Falle einer schlechten Ernte stand man auch nicht gut da. Viele Großgrundbesitzer übten außerdem Druck aus, um an das Land der kleineren Bauern zu kommen.

    Daher übergaben die Bauern oft ihr Land und ihren Hof an einen Adeligen oder an ein Kloster. Das Land und den Hof durften sie meist weiter bewirtschaften, mussten aber einen Teil ihrer Erzeugnisse an den Adeligen oder das Kloster abgeben und die Frondienste leisten. Dafür erhielten sie auch Schutz durch das Kloster oder den Adeligen und Beistand bei schlechten Ernten. ... Im Mittelalter gehört zur Freiheit auch, für sich selbst sorgen zu können und sich selbst zu verteidigen. Benötigt jemand dazu Hilfe, begibt er sich in Abhängigkeit und ist nicht mehr ganz frei. Daher wurden aus den ursprünglich freien Bauern nun abhängige Hörige, die aber auch keinen Kriegsdienst mehr leisten mussten.
     
  6. Strupanice

    Strupanice Neues Mitglied

    Im Hochmittelalter und später waren in der Regel alle Bauern zu Frohndiensten verpflichtet. Die Grundherrschaft hatte sich soweit gefestigt, daß außer den sogenannten Freihöfen, die es nur noch vereinzelt gab, alle Untertanen herangezogen wurden. Dabei waren es nur vereinzelt die Adligen, die diese Grundherrschaft ausübten. Es war vorwiegend der Landesherr, der direkt die Grundherrschaft ausübte und ein Netz von Ämterbezirken schuf.
    Soweit ich es für den mitteldeutschen Raum sagen kann, gab es hier keine klassische Leibeigenschaft.
    Die Mannschaftsregister in den Archiven besagen, daß die komplette männliche Dorfbevölkerung gemustert wurde, also auch zum Kriegsdienst herangezogen werden konnte. Das hatte also zumindest in Mitteldeutschland keinen Einfluß, ob man frei oder abhängig war.
    Mit dem Bauernlegen im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit wurden allerdings eine ganze Menge Bauern, die in der Regel ja innerhalb der Grundherrschaft über ihre Bauerngüter selbst verfügten und nur die Frohne leisteten, durch Mißernten oder anderen Unwegbarkeiten von der Lehnsabhängigkeit in die vollständige Abhängigkeit getrieben, in dem sie ihre Güter nur noch gegen Wohnrecht und Verpflegung bewirtschaften konnten, ansich aber die Höfe im Frohngut aufgingen.
     
  7. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Dennoch bleibt festzuhalten, dass nicht jeder Bauer Frondienste leisten musste - selbst wenn im hohen Mittelalter die meisten dies tun mussten. Ich denke außerdem schon, dass sich aus meinem Beitrag erkennen lässt, dass es mir um die Entstehung dieses Systems ging und nicht darum, ob es nun im ganzen Mittelalter so war. Dass der Bauer in Mitteldeutschland im Hochmittelalter zum Kriegsdienst musste mag so gewesen sein - in der Entstehungsphase der Grundherrschaft im fränkischen Reich war dem dann nicht so.
     
  8. maren w

    maren w Neues Mitglied

    Zum Frondienst sind ja schon Antworten gekommen, da will ich nichts hinzufügen.

    Aber zu diesem Thema finde ich interessant, ist dass die „Fronarbeit“ einigermaßen bekannt geblieben ist, der wesentliche Teil des Wortes „Fro“ aber aus dem Sprachgebrauch verschwand.
    Der Fro und seine Gemahlin die Frouwe standen einst über den "einfachen" Männern und Weibern.
    Dann schwang sich der Fro begrifflich noch weiter auf, zum Herrn, ein Titel der ursprünglich Gott zukam.
    Die Frouwe dagegen blieb Frau und sackte damit auf die Ebene des niederen Volkes ab, wie es sich im Sprachgebrauch als Mann und Frau verfestigte.
    Ganz kurz konnten die Bessergestellten weiblichen Personen mal als Damen glänzen,
    doch heute benutzen wir in der Anrede wieder den krassen Unterschied:
    Frau Müller aber Herr Meier. ;-)
     
  9. Mercy

    Mercy unvergessen

    Die frouwe war nicht Frau sondern Herrin, da geht deine Interpretation total daneben.
     
  10. Tib. Gabinius

    Tib. Gabinius Neues Mitglied

    Mercy, ich glaube sie wollte diese sprachliche Entwicklung damit ansprechen. Das eben frouwe nicht in seiner Bedeutung als Herrin blieb, sondern sich semantisch weiterentwickelte zu Frau... wenn ich sie richtig verstanden habe.
    Übrigens bietet der Ausdruck frouwe eine Menge mehr: Herrin, Geliebte, Gebieterin, als Anrede auch Frau oder Jungfrau vom Stande, Dame.
    Interessant auch das schwache verb dazu: vrouwen, welches mit "zum Weibe machen" übersetzt wird.

    Vrô, dass solte noch gesagt sein, bedeutet zwar Herr, steht aber im positiven, mit der Bedeutung des milden und gnädigen, mitunter steht es sogar für vrouwe.
    Es kann auch als adjektiv gebraucht werden und drückt positive Emotionen aus, aber das führt jetzt zu weit.

    Darum freu ich mich, wann immer ich es in einem Text sehe, bei dem oft die besprochenen Personen wechseln...
     
  11. Cassandra

    Cassandra Neues Mitglied

    Moin Maren,

    ich habe gelesen, das Frouwe von Freya abstammen soll, hast du eine Ahnung ob diese Assoziation gerechtfertigt ist?

    Gruß
    Cassandra
     
  12. maren w

    maren w Neues Mitglied

    Hallo Cassandra,
    nach meinem Herkunftswörterbuch, sind das althochdeutsche frouwe, das mittelhochdeutsche vrouwe und ebenso der altisländische Name der Göttin Freya weibliche Formen
    zu den männlichen Wörtern althochdeutsch fro, altenglisch friega und dem altisländischen Götternamen Freyr, in der Bedeutung “der Erste, Vorderste“.
    Auch der Begriff Fürst könnte sich aus diesen Stamm entwickelt haben.

    Tib. Gabinius,
    ja, genauso hatte ich den Beitrag gemeint.
     
  13. Themistokles

    Themistokles Neues Mitglied

    Besteht zwischen Frondiensten und Fronleichnam (Mai) eigentlich ein Zusammenhang, und wenn ja welcher?
     
  14. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Fronleichnam: Mittelhochdeutsch "Leib des Herrn".
     
  15. Göktug

    Göktug Gast

    Unser Geschichtlehrer hat uns nach der Länge der Frondienst im Mittelalter gefragt.
    Ich hoffe jemand kann mir helfen.
    Danke
    Göktug
     
  16. Red Devil

    Red Devil Neues Mitglied

    Frondienst

    hallo ich brauch mal wieder eure hilfe:confused::confused::confused:

    ich brauche informationen zum thema:

    FRONDIENST

    bitte helft mir as soon as possible

    vielen dank im vorraus

    gruß

    Red Devil
     
  17. timotheus

    timotheus Neues Mitglied

    Ich versuche mich einmal an einer Antwort...

    Ein bißchen präzisere Angaben, was genau zum Frondienst - oder auch fachsprachlich Scharwerk - Du wissen möchtest, wären schon hilfreich gewesen. Aber sei's drum...

    Ich zitiere bei meinen folgenden Ausführungen aus Wilhelm Volkert "Adel bis Zunft. Ein Lexikon des Mittelalters".

    Strukturell gesehen ist der Frondienst bzw. das Scharwerk an bestimmte agrarische Erwerbszentren, denen oftmals auch ländliches Handwerk zugeordnet war, gebunden. Um diese Erwerbszentren (Fronhöfe) gruppierte sich ein Verband bäuerlicher Anwesen (Fronhofsverband oder Villikation).

     
  18. Red Devil

    Red Devil Neues Mitglied

    ja einfach so allgemeines
    ich denke mal aufbau und ablauf
     
  19. timotheus

    timotheus Neues Mitglied

    OK, noch eine Erklärung dazu...

    Ich habe Dir drei Definitionen, die notwendig sind, um das Thema "Frondienst" zu charakterisieren, herausgeschrieben.

    1. Frondienst/Scharwerk ist zum Fronhof eines Herrn zu leisten.
    2. Zu diesem Fronhof gehört der/die sog. Fronhofsverband/Villikation bzw. mehrere Fronhofsverbände/Villikationen.
    3. Ein(e) solche(r) Fronhofsverband/Villikation besteht aus mehreren Bauernwirtschaften, deren Inhaber (Bauern) Frondienst/Scharwerk zu leisten haben (vgl. 1.).

    Alle weiteren Details stehen in den angeführten Definitionen, deren Durchlesen bzw. Durcharbeiten ich Dir aber nicht abnehmen kann... :fs:
     
  20. Red Devil

    Red Devil Neues Mitglied

    danke du hast mir schon sehr geholfen
    ich denke das hauptsächliche war wohl das was in dem text übers scharwerk stand

    vielen vielen dank
     

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