Gefecht vor dem Rio de la Plata

Dieses Thema im Forum "Der Zweite Weltkrieg" wurde erstellt von silesia, 21. August 2018.

  1. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter


    Da zum Untergang des Panzerschiffes Graf Spee bzw. zum vorlaufenden Gefecht vor dem Rio de la Plata
    Admiral Graf Spee – Wikipedia (englisch: Battle of the River Plate - Wikipedia )
    noch kein Thema besteht, bei dem man die neueren Literaturhinweise unterbringen kann, hier der Start:

    Die neue Ausgabe der Warship 2018 bringt gleich zwei Aufsätze, die das Gefecht im Detail nachzeichnen:

    Zimm (von dem auch die sehr gute und neuste Pearl-Harbor-Publikation stammt):
    The Battle of the River Plate: A Tactical Analysis

    und

    Jurens: Under the Guns: Battle Damage to Graf Spee, 13 December 1939
    Warship 2018

    Dazu die umfangreiche Publikation aus 2013, mit der Perspektive Langsdorff:
    Miller, Command Decisions: Langsdorff and the Battle of the River Plate
    Command Decisions: Langsdorff and the Battle of the River Plate
     
  2. Cliomara

    Cliomara Aktives Mitglied

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  3. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter


    Zur Info stelle ich den bei Kaack erwähnten Bericht der Skl ein:
     

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  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

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  5. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    3. Teil, für alle Quelle NARA T1022 Roll 2998, Frame wie angezeigt.
     

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  6. Neddy

    Neddy Aktives Mitglied

    Danke für den Hinweis auf den Artikel von Kaack und das Einstellen des Berichts der SKL. Dann erfährt selbst ein alter Marineverächter noch Neuigkeiten.
     
  7. Neddy

    Neddy Aktives Mitglied

    Das ist ja kraß:
    Im Wesentlichen verstehe ich die Auswertung durch v. Fischel als vernichtende Kritik an der Gefechtsführung Langsdorffs. (Ich hatte zuvor nur einmal gelesen, dass der A. O. des "Graf Spee" sich nach dem Gefecht beklagt hat, dass er ja auch nichts treffen könne, wenn ihm jedesmal, kaum dass er sich eingeschossen habe, schon wieder der nächste Zielwechsel befohlen würde.)

    Vorwürfe hier:
    1. Die stark angeschlagene "Exeter" nicht entschlossen versenkt zu haben.
    2. Völlig überzogene Furcht vor den Torpedos der Leichten Kreuzer am äußersten Rande von deren Waffenreichweite.
    3. Inkaufnahme - durch völlig passives Verhalten - dass die Leichten Kreuzer auf effektive Reichweite ihrer 6" - Geschütze kamen.
    4. Zusammenfassung: Völlige Fehlbeurteilung der kompletten Lage, hierdurch:
    a) Nichtausnutzung der massiven Fehler in der britischen Taktik [Holla! - selbst Kaack schreibt wie alle anderen, dass Harwood seinen Verband exzellent geführt habe],
    b) Nichtvernichtung der "Exeter" und mindestens eines der Leichten Kreuzer; und
    c) Aufgabe eines eigentlich bereits haushoch gewonnenen Gefechts.

    Wenn nun die Zusammenfassung dieses Berichtes aus 1940 schon folgert, dass das Gefecht gezeigt habe, dass DAS SCHIFF dem Gegner haushoch überlegen sei, muss im Umkehrschluss gefolgt werden, dass gem. Meinung v. Fischels (der gesamten SKL?) Langsdorff (ein Schlachtschiffmann, dann Minsöker, dann Torpedobootsfahrer), das Gefecht völlig verk.ckt hat, vor allem durch seine durchgehende Fehlbeurteilung der Lage und das Versäumnis, seine weit überlegene 28-cm Artillerie erst entschlossen gegen "Exeter" und erst dann ("Damn the torpedoes!") gegen die Leichten Kreuzer einzusetzen.

    Harter Tobak!

    Wurde diese Be- bzw. vielmehr VERurteilung von Langsdorffs Gefechtsführung allgemein geteilt?

    Hämisch: Zumindest "Bis zur letzten Granate - es lebe der Führer" - Lütjens scheint diese Beurteilung nicht gelesen, nicht verstanden oder nicht geteilt zu haben, sonst hätte er doch ein Jahr später der ähnlich schwer angeschlagenen PoW noch mal eben den Garaus machen zu müssen, als diese sich aus dem Gefecht in der Dänemarkstraße abzusetzen versuchte. Spannend.
     
  8. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Fehler passieren in jedem Gefecht, auf beiden Seiten.

    Zimm bringt aber die Auswertung hübsch auf den Punkt: It was a gunnery battle commanded by two torpedo specialists.*
    Zu Langsdorff ist noch einiges zu sagen. Vorab aber zu Harwood:

    Er risikierte die Exeter unter vollem Einsatz, dieser Kreuzer überlebte nur durch die "Unterlassung" auf deutscher Seite, den Teilerfolg zu finalisieren. Gleichzeitig mit diesem Risiko behielten Ajax/Achilles einen zu großen Anfangsabstand, ohne gefährdet zu sein, als das ihre 6in durchschlagen konnten. Die Kreuzer hatten einen unglaublichen Munitionsverbrauch, ehe sie aufschlossen. Er verschoss sinnlos auf ineffektive Entfernung sämtliche Torpedos, und hielt nichts für ein etwaiges Nachtgefecht zurück.
    Die taktischen Fehler hätten fürs Kriegsgericht gereicht, wenn ihn nicht die Fehler der Gegenseite gerettet hätten. Die Wendung bedeutet dann Ehrung statt Verdammung?


    * betr. nicht nur die Torpedophobie in der Führung der GS, und der Torpedoverschwendung der britischen Kreuzer, sondern die Hektik in der Artillerieführung. Die deutsche MA war daneben aus mehreren Gründen völlig wirkungslos.
     
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