Gesundheitswesen im alten Rom

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von Cleopetra, 30. Oktober 2008.

  1. Cleopetra

    Cleopetra Neues Mitglied


    hallo:)
    ich mache meine 5. pk in latein...:confused:
    thema: gesundheitswesen der alten römer (kuren, operationen, medikamente, bekannte krankheiten...)
    könnt ihr mir da vll helfen oder buchtipps:fs: geben?!
    vielen dank :)
    cleopetra
     
  2. tela

    tela Aktives Mitglied

    Hi,

    also wenn ich bei google Medizin und Antike als Stichworte eingebe, dann kommen einige Links, die ganz vielversprechend aussehen.

    Als Buchtipp wäre vielleicht zu nennen: Karl-Wilhelm Weeber, Alltag im Alten Rom. Das Leben in der Stadt. Ein Lexikon mit verschiedenen Artikeln, die sich auch um Medizin drehen, so z.B.: Apotheker, Arzt, Chirurg, Facharzt, Gynäkologie, Krankenhaus, Krankheit uvm.

    Immer schön beschrieben, oft mit Abbildungen und/oder Zitaten versehen und mit Literaturtipps zum weiterlesen.

    Je nachdem, wie umfangreich du es brauchst, könnte dir das schon weiterhelfen.

    Was ist 5. pk?
     
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  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Prüfungskomponente, Teil des Abiturs in Berlin und Brandenburg.
     
  4. Martial

    Martial Neues Mitglied

    Empfehlenswert: "Antike Heilkunst" von Reclam. Das kleine Büchlein enthält Texte von Hippokrates, Galen und vielen anderen Koryphäen der antiken Medizin über Operationen (Starstechen, Gefäßerweiterung...), Heilmittel, Sezieren sowie Abhandlungen über Körpersäfte, Pneuma u. v. m.
     
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  5. Der Korinther

    Der Korinther Aktives Mitglied

  6. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Ob und wie das Römische Reich auch durch Malaria untergegangen ist, ist eher spekulativ.

    Aber es gibt eine neue Untersuchung an alten römischen Knochen:

    Antike: Welche Krankheit den alten Römern zu schaffen machte - SPIEGEL ONLINE



    https://www.sciencedaily.com/releases/2016/12/161206111728.htm
     
  7. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Die jetzt untersuchten Funde stammen aus dem 1. und 3. Jhdt. Malaria war also anscheinend ein langfristiges Problem. Insbesondere im 1. Jhdt. konnte von einem Untergang des Reiches noch keine Rede sein. Somit ist es schon recht gewagt, aus einer jahrhundertelang auftretenden Krankheit den Untergang des Reiches ableiten zu wollen. Nicht einmal die heftige Antoninische Pest im 2. Jhdt. ließ das Reich untergehen.
     
  8. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Ging es nicht ursprünglich nur um die Frage, ob die Malaria zum Aussterben alter, senatorischer gentes beigetragen hat? Jedenfalls wurde das vor einigen Jahren thematisiert. Genauso wie das Blei der Wasserleitungen, Chemikalien im Essgeschirr, ...
     
  9. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Ich kenne nur die Diskussion, ob Blei in den Wasserleitungen die senatorischen Familien unfruchtbar gemacht hat und sie deshalb ausstarben.
     
  10. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Ich hatte nochmal nachgelesen. Die Chemikalie im Silbergeschirr war ebenfalls Blei.
     
  11. Agricola

    Agricola Aktives Mitglied

    Problematisch war, daß man Sirup zum Süssen in Bleitöpfen einkochte. Weil hierbei Bleiverbindungen enstehen, die zusätzlich süß schmecken. Normales Essgeschirr ist eher unkritisch. Allerdings kannten die Römer auch andere Mittel zum Süssen, und sie wussten anscheinend, daß Blei giftig war.

    Daran den Untergang des römischen Reiches festzumachen bleibt aber dennoch lächerlich.
     
  12. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Wie gesagt, ich kenne das als Erklärung für das Aussterben der berühmten, alten gentes.
     
  13. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Erstaunlich ist nur, dass die Europäer im 19. und 20. Jh. nicht ausgestorben sind, da sämtliche Wasserleitungen in der Zeit aus Blei bestanden und das noch in großen Teilen der unsanierten Altbauten bis in die achziger Jahre des 20. Jh. (in Deutschland sowohl in Ost- als auch Westdeutschland) .
     
  14. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Die Bleirohre verkalkten schnell. Das wussten schon die Römer.
     
  15. Agricola

    Agricola Aktives Mitglied

    Ja es wurde viel Blödsinn geschrieben von mehr oder weniger kompetenten Historikern in den letzten Jahrhunderten.

    Die berühmten alten Gentes starben aus, weil sie in den Bürgerkriegen abgeschlachtet wurden oder auf Proskriptionslisten landeten! Der klägliche Rest wurde dann durch die Majestätsprozesse der Julisch-Claudischen Dynastie erledigt.

    Geschadet hat es dem römischen Reich aber in keiner Weise ;)
     
  16. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Nun, eigentlich stirbt die Mehrheit der Familien nach 4 oder 5 Generationen im Mannesstamm aus, da irgendwann nur Mädchen oder keine Kinder geboren werden.
     
  17. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied


    ähm, das kann man so eigentlich nicht stehen lassen. Bei der Gesamtheit der Geburten ist das Geschlechterverhältnis einigermaßen ausgeglichen. (In der Neuzeit wird in einigen Ländern das Verhältnis beeinflußt, indem Mädchen häufiger abgetrieben werden, wie z. B. in Indien oder China). In einzelnen Familien kann es vorkommen, dass keine Jungen geboren werden und damit der Name ausstirbt, aber das ist keine generelle Regel.

    Die Habsburger sind im 18. Jhdt. im Mannesstamme ausgestorben und heißen seitdem Habsburg-Lothringen. Die Hohenzollern sind immer noch mit zahlreichen männlichen Nachfahren vertreten.

    In der Antike mit ihrer geringeren Lebenserwartung und hohen Kindersterblichkeit war die Wahrscheinlichkeit, dass eine Gens ausstirbt sicherlich höher, aber selbst da fallen mir einige Beispiele ein, wo z. B. in der kaiserlichen Familie der Julier/Claudier Adoptionen vorgenommen worden sind.

    Wo kommt denn überhaupt die Aussage her, dass die alten Gentes ausgestorben sind? Gibt es denn da Untersuchungen, um das ganze quantitativ zu begründen?
     
  18. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Nun, irgendwann sind sie verschwunden. (Und über die römische Oberschicht gibt es so einige Untersuchungen.)

    Natürlich ist es ein allgemeines Gesetz. Nur betrachtet es nicht die Allgemeinheit, sondern einzelne Familien. Für diese steigt tatsächlich die Wahre Heimlichkeit fehlenden männlichen Nachwuchses mit jeder Generation. Dass es die Welfen immer noch gibt ist da kein Gegenbeispiel, es muss dabei ja auch zwingend den gegenteiligen Fall geben.

    Und natürlich ist es wieder nur ein Aspekt. Warum z.B. hörten die Adoptionen auf Familien zu retten? Und Bürgerkriege und Intrigen gehören auch dazu. Die Zeitgenossen, insbesondere Augustus sahen die Ursache jedenfalls in zu wenig Nachwuchs.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Dezember 2016
  19. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Das erscheint mir nun auch wieder zu monokausal und auch chronologisch nicht wirklich plausibel. Unter Augustus tauchen noch genügend Vertreter der alten Geschlechter in den Konsulatslisten auf, sie haben also die Bürgerkriege und Proskriptionen trotz zahlreicher Opfer überlebt. Die Majestätsprozesse waren auch kein Massenabschlachten.
    Um nur ein Beispiel zu nehmen: Die Cicerones wurden von den Proskriptionen 43 v. Chr. besonders heftig mitgenommen. Marcus Tullius Cicero und sein Bruder Quintus fielen ihnen zum Opfer, ebenso Quintus' Sohn. Marcus' Sohn allerdings überlebte und wurde unter Augustus Konsul. Über Nachfahren ist meines Wissens nichts bekannt (aber auch nicht, dass er keine hatte), und später taucht auch kein Cicero mehr in den Konsulatslisten auf. Über das Warum kann man nur spekulieren. Hatte der jüngere Marcus keine Söhne? Warum? Falls er welche hatte, warum machten sie keine größere Karriere? Wir wissen es nicht.
    Andere Geschlechter und Familien wurden weit weniger heftig mitgenommen.

    Umfassende Untersuchungen sind mir dazu nicht bekannt. Allerdings zeigt schon ein Blick in die überlieferten Konsulatslisten, dass in der frühen Kaiserzeit viele der angesehenen und einflussreichen Geschlechter und Familien, die in der Republik laufend hohe Ämter besetzten, zunehmend verschwinden, was allerdings ein längerer Prozess war.
    Leider haben wir viel zu wenig Informationen darüber, inwieweit diverse Politiker Nachkommen hatten oder miteinander verwandt waren. Bei vielen Politikern der Kaiserzeit, die alte Geschlechter- und Familiennamen führten, lässt sich nicht sagen, ob sie tatsächlich noch zu den alten Geschlechtern und Familien gehörten oder durch Adoption hineingeraten waren oder es sich womöglich gar um Nachfahren von Freigelassenen dieser alten Geschlechter und Familien handelte, deren Vorfahren irgendwann den Aufstieg schafften.
    Vielleicht lässt sich das "Verschwinden" der alten Geschlechter und Familien zum Teil auch einfach damit erklären, dass zunehmend Geschlechter und Familien aus dem Rest Italiens und später auch den Provinzen den Aufstieg schafften und Karriere bis hin zum Konsulat und Statthalterposten machten, sodass einfach weniger Posten für die traditionellen Familien übrigblieben.
     
  20. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Die Familien müssen nicht unbedingt ausgestorben sein, wenn sie nicht mehr in den Senatslisten auftauchten. Sie konnten auch schlichtweg pleite gegangen sein. Um dem Senatorenstand anzugehören, war ein Mindestvermögen von 1 Mio Sesterze zwingend notwendig und wenn man das nicht mehr hatte, verlor man seine Standeszugehörigkeit. U.A. erwähnt Sueton mehrfach Senatoren, die der jeweilige Kaiser aus seiner Privatschatulle vor dem Verlust der Senatorenwürde bewahrte, da sie nicht mehr über das notwendige Vermögen verfügten.
     

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