GFS Thema: Öffentliche Meinung zum Vietnamkrieg

Dieses Thema im Forum "Blockbildung und Kalter Krieg" wurde erstellt von HalloDa, 18. Januar 2016.

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  1. HalloDa

    HalloDa Neues Mitglied

    Nun, ich muss demnächst meine GFS über die öffentliche Meinung zum Vietnamkrieg halten. Ich bin im Leistungskurs Geschichte in der K2 (BW). Da ich mir unter diesem Thema kaum was vorstellen kann, hab ich mein Lehrer nochmal gefragt und dieser hat mir erklärt ich sollte mich auf die BRD und USA beziehen. DDR wäre als Gegenpartei auch nicht schlecht. Er erwähnte, das dazu Darstellung in Medien zB. Filmen gehört aber auch Demonstrationen. Hätte hier jemand gute Quellen (vllt. auch Literaturquellen) zu diesem Thema? Kennt ihr Filme in welchen die Stellung gut dargestellt ist? Wie gingen die Menschen mit dem Thema Vietnamkrieg in der DDR um?

    Vielen Dank im Voraus! Ein Denkanstoß würde auch helfen!
     
  2. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

  3. HalloDa

    HalloDa Neues Mitglied

    Danke! Das hat mir auf jeden Fall schonmal geholfen!
     
  4. Ingeborg

    Ingeborg Premiummitglied

    1 Person gefällt das.
  5. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Guter Hinweis, auch wenn in dem Thread Eve of Destruction fehlt (von P. F. Sloan, bekannteste Interpretation von Barry MacGuire); mein persönliches Highlight zu dem Thema, und die Reaktionen auf den Song sagen auch viel über die "öffentliche Meinung zum Vietnamkrieg" aus.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Eve_of_Destruction
     
  6. HalloDa

    HalloDa Neues Mitglied

    Vielen Dank auch dafür :)
     
  7. beetle

    beetle Aktives Mitglied

  8. beetle

    beetle Aktives Mitglied

    hier noch eine Wiki-Liste mit Vietnam - Protest - Songs: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_anti-war_songs#Vietnam_War_Era
     
  9. steffen04

    steffen04 Gesperrt



    Einen guten Start findest du in der englischen Wiki: Opposition to United States involvement in the Vietnam War und zur Rolle der Medien: U.S. news media and the Vietnam War

    Die großen Filme zum Vietnamkrieg sind alle erst nach der Niederlage entstanden: Deer Hunter, Apocalypse Now, Platoon, Full Metall Jacket. In Forest Gump findest du auch was zur Protestbewegung. Weiss nicht, ob die noch zu deinem Thema passen.


    Zeitgenössisch ist der Pro-War-Movie "Green Berets" mit John Wayne. Bei Youtube findest du auch den zeitgenössischen Erklärfilm der US-Regierung zum Krieg: Why Vietnam? (1965), der so ungefähr die oeffentliche Meinung in der Anfangsphase widerspiegelt.

    Wie wäre eine GFS: "Von "Green Berets" bis "Platoon", der Vietnam-Krieg im Wandel der Wahrnehmung in Hollywood".

    Du schaust dir zwei ganz gute Filme an, schreibst ein paar Seiten und gut is
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Januar 2016
  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    M*A*S*H
    spielte zwar im Koreakrieg, wurde aber als Antikriegsfilm zu Zeiten des Vietnamkriegs gedreht! Die Serie ist natürlich viel bekannter, allerdings sind die Schauspieler andere. Ob die Serie (selbe Stoßrichtung wie der Film) auch noch zu Kriegszeiten gedreht wurde, weiß ich nicht, lässt sich aber sicher leicht herausfinden.
     
  11. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Na ja "Green Berets" gilt jetzt nicht grad als Highlight der Filmgeschichte, verdeutlicht aber di Position des konservativen Amerika ganz gut .-Die Spannungen innerhalb der amerikanischen Gesellschaft in dieser Umbruchsphase sind m.E, in "Good Morning,Vietnam" am besten wiedergegeben.
    M-A-S-H- von Robert Altman wurde 1970 gedreht, die Serie startete 1972 und ging bis 1985- , Beide wurden also in der Endphase des Vietnamkriegs begonnen als das Pariser Abkommen von 1973 bereits in der Verhandlungsphase war.

    Mit der Dauer des krieges und mit dem Bekanntwerden von Kriegsgräuel wie dem Massaker von MyLai oder den Napalmeinsätzen veränderte sich auch die Einstellung der Öffentlichkeit und mit den Flächenbombardements im Dezember 1972 erreichte das Ansehen der USA weltweit einen historischen Tiefpunkt.

    Teilweise war es eine Generationenfrage- die Kriegsgeneratio n war wesentlich antikommunistischer eingestellt als die jüngere Generation und in Europa wurde -im Gefolge der französischen Erfahrungen - die Gewinnbarkeit des Krieges wesentlich skeptischer gesehen als in den USA.

    Als Beispiel für ich mal eigene Erfahrungen aus der Zeit an:
    Mein Vater -dank russischer Kriegsgefangenschaft ein strammer Antikommunist (lieber tot als rot ) sah im wesentlichen im Vietnamkrieg die Verteidigung westlicher Freiheiten, mein Patenonkel, der als französischer Fremdenlegionär Dien Bien Phu mitgemacht hatte war skeptisch und zweifelte von Anfang an daran,dass die US-Army diesen Krieg gewinnen konnte, weil er -zu Recht - davon ausging dass hier die materielle Überlegenheit von sekundärer Bedeutung war.
    Und meiner einer sah in erster Linie den Pakt mit dem zutiefst antidemokratischen südvietnamesischen Regime und die Kriegsgräuel und war gegen den Krieg ab.Unrecht,

    Das Ganze war bei uns verbunden mit dem gesellschaftlichen Umbruch ,den man als 68er-Bewegung bezeichnet und in die noch andere Faktoren-z.B. Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit , Emanzipation, Klassenkampf,erste Ökobewegung, etc- mit einflossen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Januar 2016
  12. Ingeborg

    Ingeborg Premiummitglied

    Nee, nix is gut - wenn deine Filmempfehlungen "contra" alle aus der Zeit nach dem Ende des Vietnamkriegs kommen...

    Ein bereits während des Vietnamkrieges 1970 entstandener Film, der sich allegorisch mit diesem Krieg befaßt, ist "Soldier Blue" (dt: Wiegenlied vom Totschlag). Kurz zusammengefaßt will der Film Analogien im Vorgehen gegenüber als 'andersrassig' wahrgenommenen Gegnern zwischen Vietnam und dem Massaker am Sand Creek darstellen. Der Film erschien übrigens nach Bekanntwerden des Massakers von My Lai ( https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Mỹ_Lai )

    Das kann der Film jedoch nur unvollkommen umsetzen - so muß zb tatsachenwidrig das Massaker am Sand Creek von regulären Armee-Einheiten verübt werden; es handelte sich jedoch nicht um reguläre Einheiten. Die Rahmengeschichte (Waffenschiebereien) ist gänzlich fiktiv.

    Weiterhin gibt sich der Film zwar den Anschein, indigene Völker faktengetreu bis positiv darstellen zu wollen, kann aber auch das nicht umsetzen. Bezüglich der Faktentreue scheitert es zb schon daran, daß die Protagonisten gegen eine Gruppe Kiowa kämpfen müssen, wobei der männliche Protagonist es im Anschluß nicht fertigbringt, seinen Gegner zu töten - dies wird von dessen Gefährten übernommen, die ihn kurzerhand erstechen. Sorry, aber so lief das nicht... (Es hätte die Kiowa doch beträchtlich dezimiert, im Kampf Unterlegene prompt jedesmal selbst über den Jordan zu schicken - und dafür gibt es heute einfach noch zu viele.)
     
  13. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Ob der Film tatsächlich vom breiten Publikum als Allegorie auf den vietnamkrieg wahrgenommen wurde, steht noch mal auf einem anderen Blatt- die frühen 70erJahre
    waren ja auch die Hochzeit des American Indian Movement -am spektakulärsten bekanntesten durch die Besetzung von Wounded Knee im Jahr 1973 .
     
  14. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    Norman Mailer Armies Of The Night (dt. Heere aus der Nacht) Pulitzerpreis 1969 wäre eine hilfreiche Lektüre bzgl. der öffentlichen Meinung und Rezeption in den USA
     
  15. Ingeborg

    Ingeborg Premiummitglied

    Der Film wurde eher als Western vermarktet.

    Du setzt die Bürgerrechtsbewegungen aber zu spät an - das ging bereits in den 60er Jahren los bzw (zb Stichwort Rosa Parks) in den 50ern.

    Ebenfalls Mitte der 60er Jahre wurde die Black Panther Party gegründet; ursprünglich als Selbstverteidigungsorganisation der in städtischen Ghettos lebenden Schwarzen. Panthers organisierten (teils bewaffnete) Streifen, um Polizeibrutalität gegen Schwarze zu verhindern. Andererseits organisierte die BPP Nachbarschaftsprojekte wie Hausuafgabenhilfe für schwarze Schüler und kostenlose Essenausgabe für Bedürftige in mehreren Städten ( https://de.wikipedia.org/wiki/Black_Panther_Party ).

    Ferner waren auch religiöse Gruppierungen (zb die Black Muslims) im Bereich der Bürgerrechte aktiv (siehe Malcolm X / Malik el-Shabazz).

    Das AIM wurde bereits 1968 gegründet; außer Wounded Knee II lief noch der 'Trail of Broken Treaties' nach Washington DC mit anschließender Besetzung des BIA-Gebäudes, oder auch Proteste gegen Mt Rushmore. 1968 (und nicht vom AIM) wurde außerdem die nicht mehr genutzte Gefängnisinsel Alcatraz von indigenen Aktivisten für zwei Jahre besetzt.

    Weitere Bürgerrechtsorganisationen waren die Young Lords, gegründet von puertoricanischen Migranten analog zur Black Panther Party.

    Bei den Latinos ging es (auch bereits seit den 50er Jahren) vorwiegend um gewerkschaftliche Organisation, wobei in diesen Kampf auch Bürgerrechtsaspekte einflossen. Bekanntester Protagonist hier ist Cesar Chavez, der die weitgehend rechtlosen Landarbeiter mit Latino-Hintergrund in den United Farmworkers organisierte. Die UFW war dabei interessanterweise strikt gegen eine weitere Imigration aus Lateinamerika, da die Zuwanderer häufig als Streikbrecher ausgenutzt wurden, womit eine Verbesserung der Bedingungen für die bereits ansässigen Latinos nicht mehr zu erreichen war. Soweit ich mich erinnere war das hauptsächliche Klientel der UFW die autochthone Latinobevölkerung in den USA, hauptsächlich von Texas bis Kalifornien.

    Auch bei den 'Chicanos' (Latinos) gab es eine Analoggründung nach dem Vorbild der Black Panther Party, die Brown Berets ( https://en.wikipedia.org/wiki/Brown_Berets )


    In die Bürgerrechtsbewegung eingebunden waren die 'Students for a Democratic Society', die zunächst aktiv die Aufnahme von schwarzen Bürgern in die Wählerverzeichnisse unterstützt und sich allgemein für die Abschaffung der Rassentrennung eingesetzt hatte. Der SDS wurde aber auch während der Proteste gegen den Vietnamkrieg zur Anlaufstelle weißer Studenten ( https://en.wikipedia.org/wiki/Students_for_a_Democratic_Society - der englische Artikel ist sehr viel ausführlicher und besser als die deutsche WP).

    Andere wichtige Stichworte:

    Black Power Movement ( https://en.wikipedia.org/wiki/Black_Power_movement )
    Red Power Movement ( https://en.wikipedia.org/wiki/Red_Power_movement )
    [Hier geht es nicht nur um das AIM, sondern auch um gewaltfreie Gruppen]


    Für @HalloDa interessant ist auch noch folgende Kategorie in der englischen WP:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Category:Anti–Vietnam_War_groups
    (33 Anti-Kriegsgruppen mit eigenen Artikeln bei der WP).
     
  16. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Was gibt es denn noch Pro?

    Er soll ja über die öffentliche Meinung schreiben, und die war ja nicht nur gegen den Krieg.
     
  17. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Von Green Berrets zu Kakhi Mafia

    Auch ganz interessant:

    Robin Moore, selbst Veteran der Special Forces, hat 1964 den Roman "Green Berets", der dann mit John Wayne verfilmt wurde, geschrieben.

    1971 erschien sein Roman "Kakhi Mafia", in dem er sich mit der Korruption in den hohen Rängen auseinandersetzt.

    Wärte auch ein schönes Beispiel über den Wandel in der Wahrnehmung des Krieges, fokussiert auf eine Person.
     
  18. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Nun ja, die Zustimmung zum Krieg in Vietnam nahm mit zunehmender Dauer ,
    insofern müßte man eigentlich die Stimmungslage in den einzelnen Kriegsphasen untersuchen.
    Und dazu reicht es nicht aus,sich alleine auf die Reflektion in Kunst und Kultur zu stützen- da ist die Pro-Seite eindeutig unterrepräsentiert zumal die Auseinandersetzung mit dem Thema meist erst in der letzten Phase des Krieges stattfand
    John Wayne ist da wirklich die Ausnahme.
    Interessanter für die tatsächliche Meinungslage ist sicherlich die Entwicklung der Meinungsumfragen zu dem Thema .
    Einen gravierenden Unterschied zwischen Europa und den USA gibt es sicherlich- die USA waren direkt vom Krieg betroffen, die Europäer waren eigentlich nur unbetroffene Beobachter. Das heißt-hier zu Lande war der Vietnamkrieg für die Mehrheit der Bevölkerung eigentlich kein wirklich essentielles,zentrales Thema- die 68er waren ja bei Licht betrachtet eine kleine,radikale Minderheit (wie Dutschke es mal formulierte)

    In den USA war durch die direkte Beteiligung am Konflikt verbunden mit der letzetn Phase einer Wehrpflicht im sogenannten „Selektiven Wehrdienstsystem“ und insgesamt 58.220 gefallenen US-Soldaten die Betroffenheit weiter Bevölkerungskreise ungleich stärker.Trotzdem stimmten noch 1972 die meisten US-Bürger der erneuten Bombardierung Nordvietnams laut Umfragen zu.
     
  19. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  20. HalloDa

    HalloDa Neues Mitglied

    Vielen Dank für die vielen Vorschläge! Ich hätte da noch eine Frage: Es gibt ja die Umfrage "In view of developements since we entered the fighting in Vietnam, do you think the U.S. made a mistake sending troops to fight in Vietnam ?" (zB. hier zu finden)

    Warum waren am Anfang, also August 1965, schon 39% gegen die Truppen in Vietnam?
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Januar 2016

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