Günter Grass

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten in der Neuzeit" wurde erstellt von El Quijote, 12. August 2006.

  1. Martas

    Martas Neues Mitglied


    Günter:cool:

    In unserer Lokalzeitung stehen jetzt seit Tagen nur Verrisse von Günter Grass und seinem neuesten Werk. Der Verfasser ist immer derselbe und er kann es sich anscheinend erlauben auf Seite 3 Günter Grass Ehrlichkeit und Moral anzuzweifeln und dann auf Seite 5 ganz objektiv das Buch zu bewerten und ein Urteil darübr zu fällen. Hetze...
    Der Beitrag heute war auch nicht sehr nett. Diese Heuchler.

    Und gerade finde ich mit Google heraus, dass dieser Verfasser nicht mal ein kleines Lichtchen ist, sondern überregional schreibt und Bücher herausgibt.:weinen:
     
  2. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Aus der NZZ Am Sonntag vom 20. August 2006:

     
  3. Mercy

    Mercy unvergessen

  4. Martas

    Martas Neues Mitglied

    Gestern war in der WELT folgendes Interview zu lesen. Dassselbe Interview mit Daniel Goldhagen findet sich auch auf der WELT-Homepage, allerdings sind die Fragen ausführlicher gestellt. In der gedruckten Ausgabe scheint das alles ein bisschen aus dem Kontext gefallen zu sein, wahrscheinlich um Platz zu sparen.

    http://www.welt.de/data/2006/08/19/1003653.html

    Hat Günter Grass "geheuchelt"? Er hat ja nicht gelogen, oder etwas falsches gesagt....
     
  5. Darüber, dass Grass nicht (wie von vielen angenommen) in der Wehrmacht, sondern der SS war, kann sich wohl nur aufregen, wer nicht der Meinung ist, dass die Wehrmacht auch eine Verbrecherbande bzw. Teil der Nazibande war.
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Da haben wir jetzt genau das Problem der "Wehrmachtsausstellung" (die ich in der ersten wie zweiten Auflage recht gelungen fand). Nämlich die ihr vorgeworfene Generalisierung - wobei natürlich die am lautesten geschrieen haben, die am meisten Dreck am Stecken hatten, bzw. diejenigen, die am ehesten Sympathie für die mit dem Dreck am Stecken zeigten.
    Es ist unzweifelhaft so, dass es aus der OHL verbrecherische Befehle gab und diese auch ausgeführt wurden (über die Dynamik lasse ich mich hier jetzt mal nicht aus). Es ist sicher auch unzweifelhaft so, dass eine Armee, die für ein verbrecherisches Regime einen Vernichtungskrieg führt, kaum sauber bleiben kann. Trotzdem kann man die Wehrmacht kaum als Verbrecher- oder Nazibande bezeichnen. Das wird den tausenden Soldaten, die das Glück hatten, das ihre Einheiten sich nicht an verbrecherischen Befehlen (also jenseits von Kampfhandlungen) beteiligen mussten (der einzelne Soldat konnte befohlenen Mord an Zivilisten verweigern!) und die eingezogen worden waren, nicht gerecht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. September 2006
  7. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied


    Erstens mal ist das Geschichtsforum nicht der Platz für derartig pauschale und demagogische Unterstellungen (Wehrmacht = Verbrecherbande), zweitens regt sich niemand über die Tatsache auf, dass Grass als Teenie bei der Waffen-SS war, sondern dass er dies jahrzehntelang verschwiegen hat, obwohl er gern als öffentliches Gewissen aufgetreten ist.
     
  8. Als Neuling hier will ich mir nicht im Geringsten anmaßen, darüber zu befinden, was hierher gehört und was nicht. Zu meiner Rechtfertigung möchte ich aber anmerken:
    1. Die Diskussion über Grass hier (die nicht von mir initiiert wurde) scheint mir schon darauf hinzudeuten, dass hier nicht nur Informations-, sondern auch Meinungsaustausch seinen Platz haben darf.
    2. Was wäre daran besser gewesen, wenn Grass nicht in der Waffen-SS, sondern, wie von ihm angestrebt, in der Marine gewesen und dort, wie er sagt, keinen Schuss abgegeben hätte (was Quijote vermutlich in etwa unter "sauber geblieben" verstehen würde)? Dass er am Krieg beteiligt war, hat er nie bestritten.
    3. Wie sonst soll man Leute bezeichnen, die gemeinsam und schwer bewaffnet ihre Nachbarn überfallen, sie umbringen und ausrauben, wenn nicht als Verbrecherbande (wobei ich nicht verkenne, dass nicht alle gleich freiwillig Mitglieder waren)? Ist da nicht eher das von "Kampfhandlungen" Reden demagogische Verharmlosung? Und weshalb soll nur das Umbringen von so genannten Zivilisten verwerflich sein und das von Uniformierten nicht? Ist ein Bankräuber nur dann ein Verbrecher, wenn er einen Bankmitarbeiter und nicht, wenn er einen Polizeibeamten umbringt?
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 6. September 2006
  9. St.Georg

    St.Georg Neues Mitglied

    Du kannst doch nicht eine ganze Armee wie die Wehrmacht einfach als Verbrecherbande abhaken, das hat absolut nichts mit der Realität zu tun und ich finde es garnicht nett das du unser aller Großväter als Verbrecher behandeltst.. So jetzt zum eigentlichen Thema: Ich kann durchaus verstehen das er damit solange gewartet hat, wenn man mal bedenkt wie sehr man durch sowas in Deutschland in verruf geraten kann.Allerdings finde ich es jetzt noch schlechter das er früher immer über alle Waffen SS Angehörigen hergezogen ist, also über seine ehemaligen Kameraden.Das sollte er nicht tun, frei nach dem Motto wer im Glashaus sitz.... Aber das einige ihn dafür verurteilen das er bei der Waffen SS war und ihm sogar Preise deswegen wegnehmen wollen finde ich etwas arg unfair, schließlich hat seine Jugend nix damit zu tun was er während seiner späteren Karriere so geschrieben hat.
     
  10. beetle

    beetle Aktives Mitglied

    ja, 2006 schlugen die Wellen hoch, als Günter Grass bekannt gab, dass er bei der Waffen-SS gewesen war.

    Jetzt, 2014, 3 Tage nach dem 87. Geburtstag von Grass gibt es in Lübeck im Günter-Grass-Haus eine neue Ausstellung:
    "Grass als Soldat"

    ein Bericht dazu:
    Cellesche Zeitung | Ausstellung «Grass als Soldat» eröffnet
     
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