Handelsmarine der DDR - Einstellungsvoraussetzungen für Seeleute

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von El Quijote, 25. April 2015.



  1. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Wie weit durfte eigentlich die DDR-Regierung die Aussenwirtschaftsbeziehungen selbst gestalten? Die SU oder besser gesagt die KPdSU hatte doch eigentlich sehr stark in die Wirtschaft der sozialistischen Brudervölker rein regiert. Zumindest Eisenbahnwesen sollte keiner alles anbieten können. Soweit ich weis wurde in der DDR eine schwere Diesellok entwickelt. Die Entwicklung wurde dann auf Intervention der SU eingestellt und die Taigatrommel wurde dann fast im gesamten Sozialistischen Wirtschaftsraum genutzt.
    LTS M62 ? Wikipedia

    Apvar
     
  2. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Wie in fasst allen Industriellen Bereichen, wurde die DDR von den Sowjets schwer zu Ader gelassen, vor allem in den Jahren nach den Krieg bis in die 60iger.

    Hier mal ein Interessanter Link: Steckenpferd-Bewegung ? Wikipedia
     
  3. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied


    Diese Frage ist gut.
    Erinnert mich an den 03.12.1965, den Schuss im Büro.
    Dieser Tag war dann wohl ein Wendepunkt, nach diesen Tag kam dann G. Mittag immer mehr in den Vordergrund.
    Zumindest waren dies unsere Wahrnehmungen.

    Hier ein Artikel vom Spiegel (Nr. 51/1965):
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46275300.html

    Begriff: „Taigatrommel“.

    Meinst Du:
    · Die Diesellokomotiven oder
    · Den Zappelfrosch 968
     
  4. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Die Diesellokomotive. War sogar im Westen als solche bekannt.

    Apvar
     
  5. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Das sind die Abstimmungen über die fünfjährige RGW-Rahmenplanung, sozusagen RGW-interne Produktionsabstimmung, natürlich dominiert in den relevanten Bereichen von der SU.

    Davon zu unterscheiden ist, was man mit vorhandenen Produkten im NSW-Export und zur Devisengewinnung anfing. Da wurde fast alles versucht, in den späten 70ern und 80ern.

    Eine Besonderheit waren die speziellen "Aufbereitungen" dieser NSW-Exporte, zum Teil mit erheblichem Aufwand, der kapitalistische Kostenrechner die Schweißperlen auf die Stirn getrieben hätte. Das ging bis zu minimalen Sonderserien, rentabel nicht zu betreibender Sonderentwicklung, kleinteiliger Ersatzteilhaltung etc., "alles für den Export".
     
  6. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Hier ein Link zum Thema Berufsverbot von DSR-Seeleuten. Das dürfte deine Frage weitestgehend beantworten.
     
  7. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das hat mir zumindest ein ehemaliger DDR-Seemann so erzählt. Er durfte auch mal seine Frau mit nach Mexiko nehmen. Die DDR behielt allerdings - wenn das auch sicher euphemistischer gehändelt wurde - die Kinder als Pfand zurück.
     
  9. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Mitreisende Ehefrauen in der DDR Handelsmarine muss es gegeben haben.

    Bitte mal hier bei "BStU" lesen.

    Scrollen bis Text: „Besonderheiten“.
     
  10. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Ja, darin sehe ich auch kein Problem, und danke fuer den Link als Beleg.

    Unverstændlich ist fuer mich aber immer noch, warum ein Seemann sein Schiff verlassen und heimreisen darf, egal auf welchem Schiff und unter welcher Flagge das sein mag.
    Die Personaldecke eines Schiffes ist i.d.R. nicht üppig, jeder hat seine Aufgabe, und jedes Besatzungsmitglied weniger bedeutet Mehrarbeit für die anderen.
    Es muesste also ein dringender Grund vorgelegen haben, wie z.B. Krankheit oder Todesfall eines Angehørigen - da ist dann auch das Risiko gering, dass der Seemann diesen Anlass nutzt, um der DDR den Rücken zu kehren.

    Gruss, muheijo
     
  11. Rodriguez

    Rodriguez Aktives Mitglied

    Hab das Thema erst jetzt gelesen/gesichtet/entdeckt. Der Bruder des Mannes meiner Schwester war zu DDR-Zeiten bei der Handelsmarine. Ich pflege allerdings keinen Kontakt zu ihm, also kann ich ihn nicht befragen, wie das damals war. Kann mich aber erinnern, dass er auch mal in Südamerika (Guyana) an Land durfte. Ansonsten wurden (zumindest auf dem Schiff, auf dem er fuhr) mit der DDR verbruderte Länder angefahren, wie Kuba...
    Soweit ich mich erinnere, waren seine Voraussetzungen: 3 Jahre bei der NVA und keinerlei Westverwandtschaft (auch keine verwinkelten 3. o. 4. Grades). Wieweit es bei ihm ideologisch aussah, kann ich nicht sagen, hatte nie irgendein Verhältnis zu ihm. Ausserdem hatte ich die DDR 1978 (als 19 Jähriger) verlassen, da war sowieso keinerlei Kontakt erwünscht. Ich glaube mich zu erinnern, dass er diese Tätigkeit nicht allzu lange ausführte, viell. 2 oder 3 Jahre. Zu dieser Zeit war er unverheiratet. Dann wurde er straffällig und danach hatte er keine Chance mehr, auf einem Handelsschiff der DDR zu arbeiten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. April 2016

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