Hannibals Raffinesse

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten im Altertum" wurde erstellt von Cornelius Nepos, 12. Dezember 2010.

  1. Carsten

    Carsten Neues Mitglied


    Ich weiß nicht ob er ihn wollte, es war nur ein Gedanke mit Bezug darauf, das mir keine Friedensangebote bekannt sind. Nach Cannae hätte man das ja versuchen können, ein Angebot an die Römer zu machen.
    das mit den bedingungen des ersten krieges meine ich ja. Sie haben ihre Stärke ausgenutzt das war ihnen sicher zu dem Zeitpunkt egal, aber als Hannibal vor den Toren stand, werden sie ja schon gewusst haben, das er Rache wollte und daher sicher eben so harte Friedensbeingungen diktieren würde.
    Es ist ein Gedankenspiel. Hätten die Römer bessere Friedensbedingungen angeboten, hätte es eventuell trotzdem Rache durch hannibal gegeben aber eben auch mit geringeren Racheansprüchen.
    Zudem widersprichst du dir ja ein bischen selber. Wenn Sie sich gar keine Gedanken darüber gemacht haben, warum hat Polybios sie dann aufgeschrieben. (Gut er war kein direkter Zeitzeuge)
    Ist ja auch egal, mich würde halt interessieren, wie die Siegbedingungen für Hannibal ausgehsehen hätten und ob er sie den Römern gegenüber nachweisbar formuliert hat.
     
  2. Udo Grebe

    Udo Grebe Mitglied

    Das stimmt so einfach nicht! Beachte bitte die Liste in meinem vorherigen Beitrag und das kannst Du auch in jedem Standardwerk über den zweiten punischen Krieg nachlesen. Es haben sich in ganz erheblichem Umfang frühere Verbündete Roms auf die Seite Hannibals gestellt. Es war jedoch ein lockeres Bündnis, ohne die Verpflichtung unter Hannibals Oberbefehl zu kämpfen. Jeder Verbündete Hannibals kochte sein eigenes Süppchen, schrie aber nach Hannibal um Hilfe wenn Rom koordiniert gegen sie vorging.
    Die wichtigsten Verbündeten blieben jedoch auf Roms Seite. Am Ende reichte es für Hannibal nicht zum Sieg. In den Jahren 215- 211 (Fall Capuas) schien es so, als würde Hannibals Konzept gute Chancen haben.
     
  3. Udo Grebe

    Udo Grebe Mitglied


    Verhandlungsangebot Hannibals

    Es gab direkt nach Cannae ein Verhandlungsangebot von Hannibal an Rom. Hannibal schickte seinen Unterhändler Carthalo nach Rom. Dieser sollte eine Ablösesumme, die Rom für die Freilassung der römischen Kriegsgefangenen von Cannae zahlen sollte, aushandeln. Welche Angebote er darüber hinaus machen sollte ist nicht bekannt, weil Rom ihm den Zugang zur Stadt verwehrte, und es gar nicht zu Verhandlungen kam.

    Über die Kriegsziele Hannibals können wir nur spekulieren. Ausschließen können wir lediglich, dass Hannibal die totale Vernichtung Roms wollte. Es ist überliefert, dass Hannibal die kriegsgefangenen römischen Verbündeten frei gab. Er gab ihnen die Botschaft mit, er sei nicht gekommen um Krieg gegen die Verbündeten zu führen, sondern um diese vom Joch Roms zu befreien.
    Daher ist eine dauerhafte Zerschlagung des römischen Bündnissystems ein wahrscheinliches Kriegsziel Hannibals.
    Das allein war aber für Rom schon nicht annehmbar.
     
  4. Carsten

    Carsten Neues Mitglied

    Das mit Cahtalo war mir nicht bewusst. Das es bündnispartner gab die abgfallen sind schon, aber wie schon selber geschrieben, die haben Hannibal nicht sehr stark unterstützt und auf der aneren Seite sind viele Bündnisse Rom treu geblieben. Der Ansatz Hannibals ist mit diesem Punkt gescheitert. Eine noch größere machtdemonstatotion als Cannae konnte er nicht bieten, mit Ausnhame Rom selber anzugreifen und dafür fehlten ihm die Mittel.
    Sein politisches kalkül ist nicht aufgegangen, Roms Bündnis System unter den Italikern war zu gefestigt. Hätte Hannibal z.B. ähnlich erfolgreich auf Sizilien agiert, hätte er Sizilien mölicherweise zurückerobern können, nur fehlte ihm für Sizilien bekannterweise die Seemacht.
     
  5. Udo Grebe

    Udo Grebe Mitglied

    Ich verweise auf das Kräfteverhältnis in Italien im Jahre 215 aus meinem eigenen Beitrag:

    http://www.geschichtsforum.de/f28/dertosa-entscheidungsschlacht-des-2-punische-kriegs-45205/

    Mit weiteren 50 000 Mann Verstärkung aus Karthago und entsprechender Ausrüstung wäre Hannibal stark genug Rom zu belagern. Jedoch könnte eine solche Truppe wegen der zahlreichen Latinischen Festungsstädte, die Rom umgeben, nicht versorgt werden. Über die karthagische Flotte wäre die Versorgung möglich, jedoch wegen der stärkeren römischen Flotte zu unsicher.
    Hannibals Konzept das römische Bündnissystem zu zerbrechen ist, wie wir heute hinterher wissen, am Ende gescheitert. Dennoch war es der einzige Plan mit Aussicht auf Erfolg. Auch nach Cannae kam es allein wegen der Anwesenheit Hannibals in Italien zu weiteren Rissen im römischen Bündnissytem. Im Jahre 209 (7 Jahre nach Cannae) verweigerte ein großer Teil der latinischen Städte Rom weitere Truppen und Abgaben und verlangte Friedensverhandlungen mit Karthago.
    Laut Livius und Polybius betrachtete es Rom als notwendig, ständig die Etrusker mit einer dort stationierten Legion zu überwachen. Wenn die Römer befürchteten die Etrusker könnten überlaufen, dann muss es wohl entsprechende Tendenzen gegeben haben.


    Das Kräfteverhältnis verhinderte weitere Abfälle römischer Verbündeter an Hannibal. Er war auch zu schwach um seine vielen Verbündeten erfolgreich zu verteidigen, vor allem weil er nicht überall sein konnte. Aber die von Rom abgefallenen Verbündeten waren nicht ohne Nutzen für Hannibal. Die freiwilligen Rekruten, die Hannibal in Italien warb, ermöglichten es ihm sich 13 weitere Jahre in Italien zu halten und sogar die Aufstellung einer zweiten karthagischen Armee in Italien und das obwohl er fast keine Verstärkung aus Karthago bekam.

    Mein Fazit ist, Hannibals Konzept war richtig und hatte Aussicht auf Erfolg, aber es erforderte wesentlich mehr Truppen und natürlich auch Versorgung für diese.

    Hannibal war sich dessen bewusst. Er schickte im Jahre 215 seinen Bruder Mago nach Karthago und bat um Verstärkung. Doch diese kamen nicht...
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. April 2013
  6. Carsten

    Carsten Neues Mitglied

    Ja das stimmt wohl, Hannibal hat aus den Möglichkeiten die er hatte das beste gemacht, nur hat das nicht gereicht, sicher auch weil er als Feldherr en ziemliches unicum und Talent war, wären seine Brüder ebenso begabt gewesen wäre es für Rom schwer geworden. Auf der anderen Seite hat Rom Scipio hervorgebracht, der nicht weniger begabt war auch damit war ja nicht zwingend zu rechnen.
    Es ist der seltene Moment in der geschichte, das zwei hochentwickelte Armeen mit zwei begnadeten Feldherren ins Feld gegeneinander zogen.
     

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