Heilige Schwerter

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von stinktier, 9. Dezember 2007.

  1. stinktier

    stinktier Neues Mitglied


    hallo leute,
    hat jemand informationen über schwerter oder andere waffen die mit einem mythos bzw einer legende verbunden sind? interessant wären vor allem legenden aus japan. schreibe da einen artikel und brauche dringend weitere infos.
    mfg
    alex
     
  2. Vercingetorix01

    Vercingetorix01 Gesperrt

  3. Kraft

    Kraft Neues Mitglied


    Hallo Stinktier!

    Das ist leider das falsche Forum für asiatische Schwerter! Hierfür zuständig ist das Subforum "Indien/Ferner Osten".
    Wenn du aber nach Legenden um europäische Schwerter suchst, dann würde ich mal bei den Wikingern und Kelten Ausschau halten, die haben ihren Waffen allerlei Firlefanz zugesprochen.
    Ich hab hier noch "Archeaology of Weapons" rumliegen, das steht einiges drin.
    Ich schaue beizeiten mal rein für dich.

    MFG
    Kraft
     
  4. Tannhaeuser

    Tannhaeuser Aktives Mitglied

    Die nordlische Mythologie kennt das Schwert Tyrfing:
    Tyrfing - Wikipedia
    Natürlich ist auch an Nothung, Balmung, Durendal zu denken, und auch das Schwert des Cid hat seine Legende:
    Tizona - Wikipedia
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Dezember 2007
  5. stinktier

    stinktier Neues Mitglied

    @tannhauser
    danke schonmal für die tipps, Tyrfing, Nothung, Balmung, Durendal sind mir schon bekannt, da gibt es auch ganz gute infos, ebenso zu Tizona.
    ebenso Mimung (Ekkisax) das auch von wieland geschmiedet wurde.
    wobei ich mir aber nicht ganz sicher bin ob mit Mimung und Ekkisax die gleichen schwerter gemeint sind. kann mir da jemand weiterhelfen?
    auch aus der nibelungensage stammt siegfrieds schwert Gram (soweit ich weiß, der altnordische name von Balmung)
    Nagelring sollte ja auch jeder kennen, der schon mal bei den nibelungen gestöbert hat.
    @Kraft
    Ja, ich hab auch erst überlegt in welches forum ich mit dieser frage gehe, aber ich wollte mich nicht auf eine Region festlegen. weil ich dann zu wenig leute erreiche die sich mit mythischen waffen auskennen.

    @Vercingetorix01
    excalibur und die geschichte die dazu gehört, sollte jedem bekannt sein.
    aber trotzdem danke.

    Kennt jemand die Geschichte die zu der Kogaratsu maru Klinge aus dem 9. Jhdt in japan gehört? :confused:
    Hab da nichts genaues gefunden.

    das schwert Han'nya Nagamitsu ist teil des japanischen nationalschatzes,
    und war im oktober 2003 in bonn zu bewundern, war jemand auf der ausstellung? kennt jemand die geschichte dieses schwertes?

    vielleicht hat jemand noch ein paar infos aus büchern, ich habe schon ohne ende gegoogelt, aber immer nur bruchstückhafte informationen gefunden.

    also es geht nicht nur um japan, china usw. ich möchte alle infos zusammentragen, es geht um eine website zum thema "waffen, legenden und mythologie" (soll nichts gewaltveherrlichendes werden!). wenn jemand einen ganzen abschnitt beschreiben möchte, wird er natürlich auch namentlich erwähnt. aber bitte allgemein verständlich. ich warte :fs:
    gruss alex
     
  6. Tannhaeuser

    Tannhaeuser Aktives Mitglied

    Es gibt kundigere Japanologen (für den Spezialfall rate ich wirklich zu einer eigenen Frage in der Japanabteilung des Forums), aber es ist eine der drei Gaben, die Jimmu Tenno von seiner Ahnfrau, der Sonnengöttin, erhalten hat:
    Throninsignien Japans - Wikipedia
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Der Cid hatte zwei Schwerter, die Tizona, die er dem Abu Bakr abnahm, einem almoravidischen General und die Colada, die er dem katalanischen Grafen Ramón Berenguer abnahm. Beiden Schwertern wird aber keine Heiligkeit, Magie oder dergleichen zugesprochen, sie gelten nur als besonders wertvoll, weil gut verarbeitet und mit Gold und Edelsteinen versehen. Wahrscheinlich ist der Cid-Epos auch einfach zu spät entstanden um den Schwertern Heiligkeit und Magie zuzusprechen.

    Wo Durendal schon genannt wurde: die Joyeuse fehlt noch, im französischen Rolandslied das Schwert Karls des Großen. Dieses hat tatsächlich in irgendeiner Form magische Kräfte. Wobei auch bei Durendal ja verschiedene lokale Traditionen gepflegt werden, etwa die Breche du Roland in den Midi-Pyrenees oder das an einem Pyrenäenpass im Felsen steckende Schwert. Roland habe es von Roncesvalles aus dorthin geschleudert, damit es nicht den Heiden in die Hände fiele. Der Ort ist aber einige km von Roncesvalles entfernt.
     
  8. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Dieser ganze Mythos um "heilige Schwerter" ist m.E. der simplen Tatsache geschuldet, dass ein normales Schwert vom örtlichen Dorfschmied hergestellt wurde. Man hat diese zusammengerollt oder gefaltet in Urnen beigegeben, das sagt alles über ihre Qualität.
    Ein Königsschwert war dann natürlich was Besseres, damasziert und stählern.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Dezember 2007
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Es ist aber zu bedenken, dass Schmiede in alten Texten immer eine mystische Rolle spielen und sehr häufig mit Magie verbunden sind.
     
  10. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

  11. timotheus

    timotheus Neues Mitglied

  12. stinktier

    stinktier Neues Mitglied

    hallo leute,
    danke für die links und infos.
    hab da auch noch was gefunden:

    http://www.uni-bamberg.de/fileadmin/uni/fakultaeten/
    ggeo_lehrstuehle/archaeologie_mittelalter/Dateien/
    HS_Wikinger/DieBewaffnungderWikinger.pdf

    zwar nicht speziell zu magischen waffen aber trotzdem gute infos zu inschriften auf schwertern und namen.
    werd mal weitersuchen.
    bis dann und grüsse aus hamburg
    alex
     
  13. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich nehme diese Vermutung zurück, denn offensichtlich hat man im spätmittelalterlichen Spanien dem Schwert Fernandos III. der nach der Entstehung des Cid-Epos lebte und regierte, La Lobera (das Wort ist vieldeutig und kann je nach Kontext Wolfsbau oder auch Wolfsfalle bedeuten oder auch (lobero) Wolfsjäger) eine quasimagische Bedeutung zugesprochen. Es gilt heute als Reliquie (Fernando III. gilt - weswegen auch immer - zumindest in Spanien als heilig) und befindet sich in der Kathedrale von Sevilla und wird einmal im Jahr in Prozessionen präsentiert (Fernando III. hatte Sevilla 1248 erobert). Jedenfalls wurde es mehrfach in der Spätphase der Reconquista mit auf die Schlachtfelder geführt, beispielsweise 1326 in der Schlacht am Guadalhorce und 1410 bei der Eroberung Antequeras, weil man sich davon eine Wirkung versprach (in der Schlacht am Guadalhorce sollen nur 80 Kastilier gegenüber 3.000 Mauren ums Leben gekommen sein; Antequera wurde ebenfalls erfolgreich erobert, nachdem der Prinzregent von Kastilien (der dann aber später als Fernando I. König von Aragón wurde, weil sein siechender Bruder (Pocken) doch noch einen Nachfolger zeugte, dafür Onkel Martín von Aragón erbenlos starb), gegenüber dem Schwert geschworen hatte, dass er es nicht von den Truppen Sevillas in Empfang nehmen würde, bis er nicht Antequera erobert habe).
     
  14. Teresa C.

    Teresa C. Aktives Mitglied

    Zu Dietrich von Bern gibt es einen ganze Reihe von altnordischen und mittelhochdeutschen Texten, die zwar oft die selbe Geschichte erzählen, aber in wesentlichen Details immer wieder von einander abweichen, weswegen es nicht immer so klar ist, wem jetzt welche Waffe gehört und auch, welche Waffe die beste ist. Während zum Beispiel im Nibelungenlied der Balmung das beste Schwert ist, ist es in den meisten Sagen um Dietrich von Bern der Ekkisax, in der Thidreksaga aber der Mimung.

    Mimung und Ekkisax sind nicht ident.

    Mimung ist gewöhnlich das Schwert von Wittich (Widga), dem Sohn von Wieland (Veland) dem Schmied, der in diesem Fall in den Texten eindeutig der Erschaffer dieser Wunderwaffe ist. Der Name verweist übrigens auf den Schmied Mime, der zumindest in Thidrek-Saga einer der Lehrer von Wieland ist, und wiederum der für Siegfried (Sigurds) verantwortliche Schmied. Wieland schmiedet den Mimung ursprünglich für König Nidung, der letztlich auch nicht nur der Hauptfeind, sondern auch so etwas wie sein "Schwiegervater" ist. Im Sagenkreis um Dietrich von Bern ist der Mimung dann die Waffe von Wielands Sohn Wittich.

    Der Ekkisax ist neben dem Schwert Nagelring eines der Schwerter, die Dietrich (Thidrek) von Bern führt, wobei der Ekkisax ursprünglich dem Riese Ecke gehört, der von Dietrich in einem Heldenlied, dem "Eckelied" oder "Ekki-Lied" getötet wird.

    Der Nagelring ist ebenfalls eines der Schwerter Dietrichs und wird letztlich das Schwert von dessen Gefolgsmann Heime.
     
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