Hinrichtungsarten

Dieses Thema im Forum "Sonstiges in der Neuzeit" wurde erstellt von Lisa96, 15. Dezember 2012.

  1. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied


    Das hängt wahrscheinlich mit dem jeweiligen Land und der Epoche zusammen. Da Vinci wurde von der Inquisition wegen Homosexualität unter der Bezeichnung Sodomie vorgeladen. In Michal Heberers "Aegyptiaca Servitus" wird ein alter neapolitanischer Seemann wegen "Sodomie" mit Peitschenhieben bestraft. Er hatte sich wahrscheinlich an einem Gefangenen oder einem Schiffsjungen vergangen. Nur weil sich das Schiff in Seenot befand und jede Hand gebraucht wurde, entging er der Todesstrafe.
     
  2. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Im 18. und 19. Jahrhundert sagte man Schneidern Unzucht mit Ziegen nach, das ist auch der Hintergrund des 2. oder 3. Streichs von Max und Moritz, die den Schneidermeister Böck ärgern:

    "Alles konnte Böck ertragen,
    ohne nur ein Wort zu sagen;
    Aber wenn er dies erfuhr,
    ging´s ihm wider die Natur."
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Dezember 2013
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  3. schwedenmann

    schwedenmann Aktives Mitglied


    Rädern

    Hallo

    beim Querlesen im Inet ist mir aufgefallen, das das Raädern in Deutschland un d z.B. in der Schweiz mit einem Rad praktiziert wurde, Stiche, Abb. aus dem Spätmitelalter und der neuzait gibt es ja genug. In Feankreich hingegen, hat man dem Delinquenten die Knochen mit eienr Eisenstange gebrochen.
    Es gab aber auch in Deutschland (Groß-Gerau) Gegenden, wo dem Delinquenten die Glieder mit einer Eisenstange zerschlagen wurden.
    weiß man, wieso diese typische frz. art, mjit der Tange, in einigen Gegenden Deutschlands praktiziert wurde ?

    Als weitere "nette" Hinrichtungsart, wurde in Italien dem Delinquenten ein Hammer an den Schädel geschlagen (entweder betäubte das den Delinquenten, oder er hatte eine Schädel.-Hirntraumata) und ihm wurde anschließend die Kehle durchgeschnitten um ihn ausbluten zu lassen.

    Ist afaik z.B. beim Roman Der Graf von Monte Christo so beschrieben

    mfg
    schwedenmann
     
  4. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

  5. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Der letzte deutsche Scharfrichter war Hermann Lorenz, der in der DDR 1981 das letzte Todesurteil vollstreckte.
     
  6. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    In Hamburg gab es darüber sogar einen Streit, der bis vor den Rat der Stadt ging. 1742 tauchte auf dem Johannesmarkt ein Wunderheiler auf, der neben dem Verkauf seiner "Medizin" auch eine Art Zirkus betrieb. Das lockte die Leute an. Unter anderem ritt in diesem Zirkus ein grotesk als Schneider verkleideter Darsteller auf einer Ziege. Das sorgte für großes Gelächter und die Schneidergesellen konnten sich hamburgweit nicht auf die Straße trauen, ohne das man ihnen "Schneider, Schneider, meck, meck, meck!" nachrief.
    Die Älterleute der Schneiderzunft versuchten zu vermitteln. Auf ihr Anregen hin schickte der Wunderheiler "...zwei Haiducken zur Herberge, die in seinem Namen Abbitte thaten. Aber die wüthenden Schneider drohten alles, sogar die Älterleute, ins Wasser werfen zu wollen."
    Der Rat verwies darauf den Wunderheiler der Stadt, der Spott allerdings blieb. Letztendlich wendeten sich die Schneidergesellen mit einer Supplik an den Stadtrat, dass sie "...vor den Neckereien des Pöbels keine Ruhe mehr fänden, worauf der Rath in einem Mandat den mit scharfer Ahndung bedräuete, der es fernerhin wagen würde, die hiesigen Schneidergesellen in irgendeiner Weise böswillig oder leichtsinnig zu verkleinern."
     
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  7. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    In dem Buch, "Vom Hängen und Würgen"(Mario Sempf) fand ich eine Hinrichtungsmethode, die mir noch unbekannt war. Im Jahr 1540 wurden zu Wittenberg unter dem Bürgermeister Lucas Cranach d.Ä., 4 der Hexerei für schuldig befundene Personen, eine Frau( Prista Frühbottin) und drei Männer "geschmäucht" (geschmaucht) . Lucas Cranach d.J. hat das bildlich dargestellt https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/736x/83/7e/58/837e582955d462ef48a0d43c608b5b2e.jpg. Auf dem Holzschnitt sind die 4 Delinquenten bereits tot. Cranach hatte aber das grausame Spektakel mit angesehen und für gut befunden.
    Zitat Sempf: " Sie sollten nicht einfach" nur" in den Flammen verbrennen, hier ging es darum ,sie über einem vom Henker gekonnt angelegten kleinen Feuer der heißen Glutluft auszusetzen und die Haut zu dörren. Sie wurden von der aufgeheizten Luft also langsam und sehr qualvoll ausgetrocknet beziehungsweise mumifiziert. "
    Einen ähnlichen Tod fand der Bauernkriegsanführer Jäklein Rohrbach, der an einer Kette ,die an einem Baum befestigt war, einen grausamen Todestanz aufführen musste, weil man das Feuer in einem gewissen Abstand um den Baum herum gelegt hatte. https://de.wikipedia.org/wiki/Jäcklein_Rohrbach#/media/File:Rohrbach-verbrennung-1525.jpg
     
  8. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Anscheinend war es handwerklich, vom Standpunkt des Scharfrichters aus, gar nicht mal so einfach, jemanden durch den Scheiterhaufen zu exekutieren, wie man annehmen würde. Normalerweise trat der Tod durch Kohlenmonoxydvergiftung relativ schnell ein. Es galt, die Menge an Brennholz und eventuell Brandbeschleunigern korrekt abschätzen zu können und eventuell die Windrichtung.

    Ein Scharfrichter, der eine Exekution durch den Scheiterhaufen durchführen musste und seinen Job vielleicht besonders gewissenhaft betreiben wollte, hatte sich bei der Kalkulation des dafür benötigten Brennholzes vertan und einen viel zu großen Scheiterhaufen angelegt. Jedenfalls entfaltete der Brand sehr schnell eine zu große Hitze und ließ sich nicht mehr kontrollieren, so dass ein benachbartes Gebäude ebenfalls Feuer fing und die Zuschauer, für VIPs hatte man eine Tribüne errichtet, die Flucht ergreifen mussten. Für diesen Fauxpas sperrte man den Henker zur Strafe eine Woche ins Narrenhaus.
     

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