Investiturstreit in England

Dieses Thema im Forum "Die angelsächsischen Reiche" wurde erstellt von CenturioPrimus, 27. Juli 2017.

  1. CenturioPrimus

    CenturioPrimus Neues Mitglied


    Hallo zusammen,

    ich stehe vor meiner mündlichen Prüfung zum Thema Investiturstreit im Reich, worauf ich mich auch gut vorbereitet habe.
    Allerdings ist mir zu Ohren gekommen, dass der Dozent unter anderem auch wissen will, warum ein solch ausartender Streit, wie wir ihn im Reich hatten in England und Frankreich ausblieb?

    Ich würde spontan antworten, dass die enge Bindung von Herrscher und Papst (wie es im Reich seit Karl dem Großen und unter den Ottonen und Saliern noch verfestigt) nicht gegeben ist und sie somit nicht auf die Bestimmungen des Papstes reagieren mussten.
    Umso mehr verwundert mich aber dann, dass Heinrich I. von England auf die Investitur verzichtet - gut, um Streitigkeiten mit dem Papst zu entgehen, aber dennoch verliert er dadurch ja eine Machtstütze und wenn der Papst eh wenig in England mitbestimmen darf, versteh ich den Verzicht auf die Investitur nicht ... Selbiges gilt für Frankreich, was 1104 auf die Investitur verzichtet.

    Kann mir da jemand eine Aufklärung zu geben?
    Danke!
     
  2. ralfgrabuschnig

    ralfgrabuschnig Neues Mitglied

    Bei Heinrich I ist der Verzicht wohl wirklich darauf zurückzuführen, dass er sich in zu tiefe Streitigkeiten mit dem Papst verstricken wollte. Man muss aber dazusagen, dass die Sache in England damit ja noch lange nicht gegessen war. Sowohl Heinrich II in den 1170ern als auch Johann Ohneland Anfang des 13. Jahrhunderts hatten heftige Auseinandersetzungen mit dem Papst um die Investitur, was dann ja bis zur Exkommunikation führte.
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Die Kaiser sahen sich in der Nachfolge der Kaiser von Rom und damit den Papst als Untertan. Sie waren nominell die Schutzmacht des Papstes, also gewissermaßen bestand ein Lehnsverhältnis zw. Kaiser und Papst. Der Papst dagegen sah sich als irdischer Vertreter Gottes, der keinem Menschen Rechenschaft schuldig war. Da krachten zwei unvereinbare Selbstverständnisse aufeinander. Dort wo das kein Problem war, etwa im normannischen Sizilien, hatte dieselben Reformpäpste überhaupt gar keine Beanstandung, dass der jeweilige Herrscher die Bischöfe investierte.
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Da fehlt wahrscheinlich ein Wort?
     
  5. ralfgrabuschnig

    ralfgrabuschnig Neues Mitglied

    Oh, ja - tut es tatsächlich =)
     

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