Ist Alexander der Große in Afghanistan gescheitert?

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten im Altertum" wurde erstellt von leif, 1. August 2008.


  1. Meistens wird angegeben das er in Indien am Klima/Kriegselefanten/Krankheiten gescheitert ist.
     
  2. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    In Indien scheiterte er an einer Meuterei seiner Soldaten, die endlich nach Hause wollten. Die Kriegselefanten waren das wenigste Problem, mit denen kam er in der Schlacht am Hydaspes auch klar. Am Klima scheiterte er nur indirekt, nämlich insofern als seine Männer vom Monsunregen die Nase voll hatten.
     

  3. Nun ja - angeblich soll er ja bereits in Indien Krank geworden sein - und war so geschwächt das er die Meuterei seiner Männer nicht mit seiner charismatischen Ausstrahlung unterbinden konnte.

    Bei den Kriegselefanten ist zu bedenken: Die geographischen gegebenheiten bei Hysaspes waren für Pferde wesentlich Vorteilhafter als in Indien - während Elefanten durch den Dschungel nicht sonderlich behindert wurden.
     
  4. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Alexander wurde im Kampf gegen die Maller lebensgefährlich verletzt, weil er von einem Pfeil getroffen wurde, der seine Lunge verletzte. Da schwebte er eine Weile zwischen Leben und Tod und musste für längere Zeit das Bett hüten. Das war allerdings erst nach der Meuterei seiner Soldaten, als das Heer bereits wieder auf dem Rückweg war.

    Was nun die Kriegselefanten betrifft: Alexander ließ sich von ihnen am Hydaspes nicht abschrecken und hat nie eine Schlacht gegen sie verloren, also kann man nicht sagen, dass er an ihnen gescheitert wäre. Grundsätzlich war er nicht der Mensch, der sich von irgendwelchen Schwierigkeiten abschrecken ließ.
     
  5. Yadgar

    Yadgar Neues Mitglied

    Hi(gh)!

    Ein namhafter deutscher Afghanistan- und besonders Paschtunen-Experte, Dr. Bernt Glatzer (1942-2009) meinte einmal zu mir, es existierte die Theorie, derzufolge die "Weißen Hunnen", also die Hephtaliten um die Mitte des 1. nachchristlichen Jahrtausends die Vorfahren der Paschtunen gewesen sein könnten... gewisse an Turksprachen erinnernde Eigenheiten des Paschtu sprächen dafür.

    Meinst du dieses Teil hier? Die makedonische Mütze war unter der Bezeichnung "kausia" bekannt, ob sie tatsächlich wie die heutigen Pakols ("Chitrali-Kappen") ausgesehen hat, ist aber nicht wirklich bekannt. Du spielst wahrscheinlich auf eine Abbildung im zwischen 1974 und 1982 an der Universität Graz erschienenen Afghanistan-Journal (welche Ausgabe es konkret war, kann ich leider im Moment nicht sagen), von der mein bereits erwähnter verstorbener Freund Dr. Glatzer meinte, es handelte sich um einen Jux der Herausgeber (auf den übrigens auch Paul Bucherer-Dietschi, der Gründer der Bibliotheca Afghanica, hereingefallen war) ... jedenfalls werden pakol-artige Mützen erst im späten 19. Jahrhundert von britischen Autoren erwähnt, und ihr Verbreitungsgebiet lag ursprünglich weit im Osten außerhalb des afghanischen Herrschaftsgebietes, nämlich in den rechten Nebentälern des oberen Indus, also in Baltistan, Gilgit und Hunza - Gegenden, die Alexanders Makedonen allenfalls gestreift, wenn überhaupt jemals betreten hatten.

    ...von Herat (Areia) zog er südwärts, gründete erst Alexandria Prophtasia (heute Farah), dann Alexandria in Arachosien (Kandahar) - womit er schon im heutigen paschtunischen Kernland war!

    Du meinst wahrscheinlich Charikar (heute auch als das "afghanische Solingen" bekannt)...

    Bis bald im Khyberspace!

    Yadgar
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 30. November 2015
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  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Da wir nicht sicher wissen, was die Hephtaliten für eine Sprache benutzten und es in der Region sowieso durcheinander geht mit iranischen und türkischen Sprachen, muss man für an Turksprachen erinnernde Eigenheiten des Paschtu sicher kein antikes Volk heranziehen, über dessen Sprache man herzlich wenig weiß. Die können auch in den anderhalb Jahrtausenden danach noch gut ins paschtunische eingeflossen sein.
     
  7. Stefan70

    Stefan70 Mitglied

    War es nicht auch so das Alexander nach Indien über das Meer nach Hause gefahren ist?
     
  8. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Nein, er selbst zog von der Indusmündung aus den Landweg entlang zurück nach Westen. Allerdings segelte auch eine Flotte unter dem Kommando von Nearchos die Küste entlang.
     
  9. Stefan70

    Stefan70 Mitglied

    Lieber Ravenik,

    danke. Ich habe da auch mal was mit einem Tauchgang in einer Taucherglocke gehört die Alexander erfunden haben soll?

    Danke

    Stefan
     
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  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich bin mir da jetzt nicht so hundertprozentig sicher, aber meine, dass das eine Story ist, die erst mit dem Alexanderroman aufkam, dessen antike Originalfassung uns zwar nicht mehr erhalten ist, der aber im Mittelalter eine weite Verbreitung fand. Der Alexanderroman baut zwar auf dem historischen Alexander (und wohl auch auf den historischen Quellen zu Alexander) auf, ist aber ausgestaltet worden (und insbesondere der mittelalterliche Alexanderroman ist ausgestaltet worden, das gehörte zum Selbstverständnis auch des mittelalterlichen Nachdichtens).
     
  11. ThomasO

    ThomasO Gesperrt

    Nicht umsonst behaupten die Afghanen von sich selbst, das sie noch nie besiegt worden sind
     
  12. Caro91

    Caro91 Aktives Mitglied

    Das behaupteten in der Geschichte immer wieder einmal Völker und vor allen Dingen Herrscher von sich. :winke:
     
  13. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Sie haben sich immer gut im Hindukusch versteckt. :D
     
  14. Beaker

    Beaker Aktives Mitglied

    Blütezeit der Kelten? Zwischen April und Mai.
     

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