K. Adenauer - Szenen aus seinem Leben

Dieses Thema im Forum "Blockbildung und Kalter Krieg" wurde erstellt von Ralf.M, 18. März 2015.

  1. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied


    Gestern, 20,15 Uhr sendete ARTE Szenen aus dem Leben von K. Adenauer.

    Ob das eine Wiederholungssendung war, entzieht sich meiner Kenntnis. Ist ja auch egal, ich habe diese zum ersten male gesehen.

    Ich fand diese Sendung hoch interessant, auch sehr informativ, obwohl es ja nur Szenen aus seinem Leben waren und gehe mal davon aus, das da K. Adenauer historisch korrekt dargestellt wurde. Oder?

    Es ist für mich die 1. umfangreichere Biographie über ihn.

    Vielleicht ist mal in diesen Zusammenhang interessant, wie in 50igern bei uns K. Adenauer dargestellt wurde.

    Zunächst die damaligen Informationsquellen.
    · Zeitung (ND und Freie Presse – Bezirk Karl – Marx - Stadt), incl. die Satire Zeitschrift „Eulenspiegel“. Im Eulenspiegel war er wohl oft zu sehen.
    · Nur Radio, kein Fernsehen und auch kein Internet.
    · DEFA Augenzeuge. Ich ging oft ins Kino und vor dem Hauptfilm lief der Augenzeuge.
    · Geschichtsunterricht Schule.

    Eine Episode aus dem Geschichtsunterricht die bei mir haften geblieben ist:

    Unserer Lehrer durfte sicher nicht viel über K. Adenauer wissen, besser sagen.
    Einen Wow – Effekt erzielte er – es war in der 8. Klasse (1955/1956) – als am Rande das Thema mit behandelt wurde das es mal 1919 um die Gründung einer Rheinischen Republik ging.
    Sei Frage damals (sinngemäß), etwas spannend gemacht, und was glaubt ihr wer da Motor spielte, wer da Spiritus Rector war, wer da eine Abtrennung von Deutschland betrieb?
    Wusste natürlich keiner, stand auch nicht im Geschichtsbuch.
    Seine Antwort, K. Adenauer der damals Oberbürgermeister von Köln war.

    Das meiste erfuhr man über ihn in der Zeitung und durch den Augenzeugen. Im Augenzeugen konnte man ihn lebend sehen und dann meistens mit ein paar Sätzen die – im Nachhinein betrachtet – immer aus den Zusammenhang gerissen waren.

    Ich fasse mal zusammen.
    · K. Adenauer wurde als eingefleischter Antikommunist dargestellt. Max Reimann – der saß im Bundestag - konnte er überhaupt nicht leiden. Auch in der Sowjetzone den Ulbricht und Grotewohl nicht. Ich glaube er hat nie DDR gesagt, immer Sowjetzone im Rheinischen Dialekt.

    · K. Adenauer setzt sich sehr engagiert für die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik ein und ist damit der Kriegstreiber Nr. 1.

    · Seiner starrsinnigen Haltung und seines Hasses auf den Kommunismus in der Sowjetzone haben wir die Spaltung Deutschlands zu verdanken.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. März 2015
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  2. hatl

    hatl Premiummitglied

    Würde ich auch vermuten. (Oder auch SBZ)

    Tante Wiki dazu:
     
  3. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied


    Adenauer war in vielen Aspekten ein durchaus machtpolitisch denkender katholischer Konservativer.

    In diesem Sinne ist er tief in die traditionellen Konfliktlinien der politischen Kultur des Deutschen Reichs, basierend auf dem "Kulturkampf" gegen die katholische Minorität des neu gegründeten DR, eingebunden.

    Vor diesem Hintergrund bewertete er die machtpolitische Balance des neuen Deutschlands nach 1945.

    Hinzu kommt, dass er ein überzeugter Gegner sozialistischer oder stalinistischer Parteien war. Und diese Ablehnung fand natürlich auch ihren Niederschlag in der via Sprache vermittelten politischen Ideologie.

    Betrachtet man beispielsweise seine Rede vom 30. September 1955, den "Bericht zur politischen Lage" in der Sitzung des Bundesparteivorstands der CDU in Bonn, in der er über seine Reise nach Moskau referiert, dann finden sich die unterschiedlichsten Bezeichnungen.

    Auffallend ist, dass am häufigsten von Deutschland als ganzem, bzw. auch von einem vereinigtem Deutschland, gesprochen wird, was die offizielle Linie widerspiegelt.

    Ansonsten finden sich in diesem Bericht alle Begriffe wieder:
    - Zone
    - Sowjetzone
    - die DDR

    Auf dieser semantischen Ebene war er somit wohl ein wenig flexibler.

    Konrad Adenauer. Reden 1917-1967. Eine Auswahl. Stuttgart, dva, 1975, S. 302-314
     

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