Karikatur 1919, Versailler Vertrag, 1. Weltkrieg

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von Unknown_User, 4. Januar 2016.

  1. Unknown_User

    Unknown_User Neues Mitglied


    Hallo alle zusammen! :D
    Und kann ich in Geschichte eine Karikatur analysieren um dafür eine gute Note zubekommen....
    ich hab meine Lehrerin heute noch einmal gefragt ob das ein Palmenblatt ist...
    ist es :p
    und ich habe glaube schon mal etwas darüber gelesen dass das im Christentum ein Symbol für Freiheit oder soetwas ist nun blos weis ich nicht wie ich jetzt genau diesen Zusammenhang beschreiben soll da ich diesen selbst nicht so richtig ''erfasse'' :D .....
    ja und dann sieht man noch in der oberen rechten Ecke wie ein Portrait das andere Überdeckt:yes:
    ja also das obere Portrait soll '' Hermann Müller'' darstellen welcher 1919 noch Außenminister war und später Reichspräsident......
    Auf jedenfall konnte ich nicht recht indentifizieren um wen es sich im unteren Portrait hadeln soll also habe ich mal rangezoomt und meinte dass das Liebknecht heit deswegem habe ich heute nochmal gefagt und sie meinte dass das eher Sinn macht wenn da stehen würde ''Willhelm'' ...
    höchstwahrscheinlich also wegen Reichspräsident oder soetwas...
    das sind die einzigen zwei Dinge die ich noch nicht so recht deuten kann ...:winke: und MORGEN:rofl: ist Abgabetermin (zwar freiwillig aber ich möchte meine Note verbessern)
    Kladderadatsch (72.1919)
    -Bilddatei
    wenn mir jemand helfen kann dann bitte nur zu und schon mal Danke im Vorraus:friends:
    PS: die Karikatur heißt:''Keine Weihnachtsfreude'' und unten drunter steht:'' Armer kleiner Michel! Das beste Spielzeug haben sie dir weggenommen, nur die greuliche Puppe darfst du behalten.''
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Januar 2016
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Lass das Christentum hier mal aus dem Spiel.

    Reichs...?


    Wie wär's denn mit Kaiser?


    Könntest du mal deine Interpretation der Karikatur einstellen? Ich befürchte nämlich, dass da noch der ein oder andere Schnitzer drin steckt... Wäre also in deinem Interesse.
     
  3. Unknown_User

    Unknown_User Neues Mitglied


    Karikatur: ‘‘Keine Weihnachtsfreude‘‘ aus Kladderadatsch Nr.50/ 1919 (14.Dezember)
    Aufgabe: Analysiere nach den dir bekannten Schritten diese Karikatur.
    Bildbeschreibung:
    Auf der linken Seite im Hintergrund sieht man einen Schrank der mit einem Vorhängeschloss verschlossen ist. In diesem Schrank befinden sich Spielzeuge. Diese Spielzeuge die man sehen kann sind unter anderem zum Beispiel eine Pickelhaube, ein Schwert, eine Lokomotive, Soldaten, Schiffe und Artillerie. Vor diesem Schrank befindet sich wie es in der Bildunterschrift genannt wird eine
    ‘‘greuliche Puppe‘‘ welche ein Stück Papier in der rechten Hand hält auf dem steht: ‘‘Friedensvertrag‘‘. In der linken Hand der Puppe befindet sich eine Schreibfeder.
    Die Puppe selber hat Vampirzähne und Fledermausflügel. Die Puppe selbst sieht nicht sehr schön aus von dem Gesamteindruck her.
    Rechts neben der Puppe ist der kleine Michel welchen man daran erkennt das er eine Schlafmütze trägt. Dieser schaut angewidert zur Puppe und neigt sich von ihr weg.
    Rechts oben in der Ecke sind zwei Portraits. Das ober Portrait mit der Unterschrift ‘‘Müller‘‘
    überdeckt das andere Portrait wessen Unterschrift man nicht lesen kann.


    · Durch den Michel wird Deutschland dargestellt.
    · Durch den verschlossen Schrank wird dargestellt was Deutschland durch die Bestimmungen des Versailler Vertrages abgeben musste (siehe Bildbeschreibung), grafisch dargestellt meiner Meinung nach dass das alles in einem verschlossen Schrank ist wo der Michel (Deutschland) nicht herankommt.
    Also zum Beispiel:- das Schiff stand für die abgegeben Flotten
    -die Lokomotive für die Waren und Güter die Deutschland abgeben musste
    (Waren und Güter waren zum Beispiel: Kohle, Lokomotiven, Geld) ….


    · Bei dem Schild was die Puppe in ihrer rechten Hand hält, handelt es sich um den Friedensvertrag von Versailles, ausgehend davon, dass dieser im Jahre 1919 (28.6.1919) unterschrieben wurde, auf dem Schild ‘‘Friedensvertrag‘‘ steht und die Karikatur vom Dezember 1919 ist.
    In ihrer linken Hand hält die Puppe ein Palmenblatt welches sie dem Michel hinhält.
    Das Palmenblatt steht beispielsweise im Christentum für Frieden.
    Der Michel schaut jedoch angewidert zur Puppe und zu dem Blatt und neigt sich von ihnen weg.
    Das steht dafür das Deutschland diesen Vertrag und den Frieden ablehnte bzw. uner diesen Umständen (erdrückende Forderungen) nicht haben wollte. Die Handelsflotte wurde den Deutschen weggenommen, dazu kam das der Weg auf dem Wasser durch U-Boote zu Handels durch die Britten abgesperrt wurde.
    Das setzte die Deutschen zusätzlich unter Druck, außerdem war Deutschland wirtschaftlich und militärisch erschöpft und es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen bis die Westmächte nach dem Durchbrechen der ‘‘Siegfriedlinie‘‘ nach Deutschland einmarschiert wären. Letztendlich war Deutschland, auch wenn nur ungern, gezwungen den Vertrag zu unterschreiben.
    Die Vampirzähne der Puppe deuten meiner Meinung nach darauf hin das der Versailler Vertrag (sozusagen wie ein Vampir Blut aus einem Lebewesen saugt) Deutschland ‘‘aussaugt‘‘ durch die harten Bestimmungen für Deutschland (teritoriale Bestimmungen , Abgaben ,alleinige Kriegsschuld….) durch den Versailler Vertrag . Abschließend lässt sich sagen das die Karikatur den Versailler Vertrag als Blutsaugenden Vampir darstellt was die Flügel zusätzlich darstellen.


    Meine Meinung zu dieser Karikatur
    Ich finde das die Kritik welche in dieser Karikatur dargestellt wird gar nicht so falsch ist da Deutschland nach der Unterzeichnung des Versailler Friedenvertrages sehr harte Bestimmungen getroffen haben hinsichtlich Territorium , Militär, Reparationszahlungen und der Kriegsschuld.
    Die alleinige Kriegsschuld welche Deutschland trifft finde ich unberechtigt da Deutschland diesen Krieg (1.WK) nicht ausgelöst hatte. Der 1.WK wurde durch das Attentat von Sarajevo auf den Österreichischen Kronprinzfolger Franz Ferdinand ausgelöst welches nichts mit Deutschland Anfangs zu tun hatte. Nur durch den Bündnis mit Österreich/ Ungarn wurde Deutschland später mit in diesen Krieg hereingezogen. Ich möchte damit nicht sagen das Deutschland gar keine Schuld trifft, jedoch aber auch nicht die ganze.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Januar 2016
  4. hatl

    hatl Premiummitglied

    Ich sach mal so Alder, :friends:
    der kleine Michel auf dem Bild ist noch ziemlich jung. 58 Jahre (Bild 1919 - Michel geboren 1871).
    Für eine Nation altersmäßig garnix und höchstens Pubertät, also so alters- und verhaltensmäßig. :D
    Und da weint er, weil er nur eine hässliche Friedenspuppe zum spielen hat.
    Das geile Zeug steht abgesperrt in der Glasvitrine:
    Säbel, Helm, Bombe, Kriegsschiff, Eisenbahn, Kanone, Truppen.
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Auf dem überhängten Bild steht Bismarck.

    Denk hierüber doch noch mal nach.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Januar 2016
  6. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Das Deutsche Reich hat im Vorfeld und während des WW1 eine klassische machtbasierte Großmachtpolitik gegenüber seinen Nachbarn betrieben.

    Das bedeutete, dass durch das DR völkerrechtliche Maßstäbe so gesetzt wurden wie es seinen Interessen entsprach. Das wird beispielsweise beim Angriff auf Belgien deutlich und wurde durch KW II. auch formuliert. Nur eine Neutralität, die militärisch durchgesetzt werden kann wird vom Deutschen Reich respektiert. Das ist pure machiavellistische Großmachtpolitik!

    Im Verlauf des Krieges hat das DR - erstmalig - einen sehr harten "Diktatfrieden" Russland ultimativ aufgezwungen und damit selber einen Maßstab definiert, an dem es sich bei weiteren Friedensverhandlungen hat messen lassen müssen. Dieser "Diktatfrieden" war deutlich härter wie beispielsweise die Friedensbedingungen gegenüber Frankreich 1871, formuliert noch durch Bismarck.

    Randbemerkung: Die "Zeitschrift" "Kladderadatsch" gehörte im Jahr 1919 zu den "deutschnationalen" Blättern mit zunehmender politischer Tendenz in das rechtsextreme Lager. Vor diesem Hintergrund wäre - quellenkritisch - diese Karrikatur zu beurteilen.

    Und diese kritische Sicht gegenüber der Quelle wird wohl auch Dein Lehrer erwarten, da "Kritikfähigkeit" gegenüber ideologischen bzw. politischen Positionen sicherlich auch ein didaktisches Ziel Deines Unterrichts sein sollte.

    Vor diesem Hintergrund hast Du - erstaunlicherweise - eine einseitige, die Kernaussage der Karrikatur bestätigende, Interpretation vorgenommen. Im Jahr 2016 eine erstaunliche Sicht auf den WW1 und den VV!

    Für mich persönlich entspricht die Kernaussage der Karrikatur der weinerlichen Haltung von gescheiterten Machtpolitikern, die bis zu dem Zeitpunkt ihre Politik durch die Ausübung von Macht, durch das Militär etc., durchgesetzt haben.

    Im Jahr 1919 stehen sie - die Eliten des Kaiserreichs - vor dem Scherbenhaufen ihrer Machtpolitik und es wird ihnen vorgeführt, dass die Machtmittel, die sie gegen andere Länder genutzt haben, auch das Deutsche Reich treffen können.

    Und es wird auch deutlich, dass diese Eliten sich - feige - aus der Verantwortung für die militärische Katastrophe "verabschieden und den Politikern der demokratischen Mehrheits-Parteien der Weimarer Republik die Verantwortung überlassen, die historische Last des verlorenen Krieges zu bewältigen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Januar 2016
  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Kann man noch unterstreichen.

    Und bei mindestens Teilen dieser Eliten könnte man hinzufügen: "vorübergehend" verabschiedet.

    Und für andere Teile, wie zB in der Reichswehr gebündelt, kamen neue pragmatische Koalitionen zustande (über die Motive und den Zeithorizont kann man eine weitere Diskusison aufmachen).
     

Diese Seite empfehlen