Kelten in der Region um Mainz

Dieses Thema im Forum "Die Kelten" wurde erstellt von Brenn, 29. März 2014.

  1. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied


    Da muss das ein oder andere keltische Bienchen aber weit geflogen sein ;D
     
  2. Biturigos

    Biturigos Aktives Mitglied

    Lieber Ogrim, schön von dir zu hören, vielleicht wäre es ein eigenes Thema wert? Die Gefahr ist sonst, ein wenig diesen Thread zu sprengen, der speziell zu den Kelten in Rheinhessen und dem wahrscheinlichen Einflussgebiet der Treverer dient.
    Kurz zur Anmerkung nicht nachgewiesene Münzstätte: am sichersten ist, wenn Schrötlinge, Punzen, Stempel und anderes Material gefunden wird, für Wallendorf gibt es das, das Donnersbergoppidum kann damit nicht dienen. In einem anderen Thread habe ich einen guten Artikel eingestellt, ich suche ihn noch einmal.
    Zum Thema Münzrohstoffe: ich habe oben in einem Beitrag eine Untersuchung der treverischen Goldmünzen eingestellt, auffallend war, dass die Münzen aus Gold sehr weit entfernter Regionen geprägt wurde (Spanien, Sardinien, Alpen). Eine Überlegung von mir war, ob die Treverer am Martberg nicht einfach römische Goldmünzen umgeprägt haben, denn alle Bergbau-Regionen waren im Spätlatene in römischer Hand oder in engen Kontakt zu Rom (Noricum).
    Zu deiner Anmerkung der Gefahr der Übertragung heutiger ökonomischer Begrifflichkeiten auf die damalige Gesellschaftlichkeit: gebe ich dir recht, diese Gefahr besteht, der Titel des Grundlagenwerks von Michael Nick "Gabe, Opfer, Zahlungsmittel" gibt meiner Ansicht nach ganz gut die differenzierte Betrachtung der Funktionen des Geldes wieder. Michael NICK, Gabe, Opfer, Zahlungsmittel: Strukturen keltischen Münzgebrauchs im westlichen Mitteleuropa. 2 Bde. Freiburger Beiträge zur Archäologie und Geschichte des ersten Jahrtausends 12 (Rahden/Westf. 2006).
    Dazu könnte ich mehr schreiben, will es aber dabei belassen, da wir dann sicher in eine rein numismatische und ökonomische Diskussion einsteigen, oder eine der ökonomischen Entwicklung der Oppidakultur - die sicher von regionalen Handel, Arbeitsteilung und Fernhandel geprägt war. Für die Hallstattzeit und Frühlatene, sind die Unsicherheiten, wie der Warentausch funktioniert hat, wesentlich größer, Geldmünzen dürften tatsächlich keine Rolle gespielt haben. Exemplarisch am Beispiel der von Ogrim erwähnten etruskischen Schnabelkannne, die von keltischen Handwerkern in ihrer Form und Funktion für eine kleine "Oberschicht" (wieder ein moderner Begriff) übernommen wurde, und die vielleicht als diplomatisches Gastgeschenk zu frühkeltischen Aristokraten gekommen ist, und nicht als Tauschgut.
    Wir haben da einen Thread "Das Geld der Kelten?", der im Jahr anno 2009 leider verschieden ist:
    Das Geld der Kelten?
    Am Schluß habe ich den Text über die keltischen Münzmeister eingestellt, der ganz gut den Forschungsstand (2014) zu den keltischen Münzstätten wiedergibt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Juni 2018

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