Königin Viktoria von Großbritannien-die ideale Monarchin?

Dieses Thema im Forum "Nordeuropa | Skandinavien" wurde erstellt von Geschichtsfrage, 11. Oktober 2009.

  1. Geschichtsfrage

    Geschichtsfrage Neues Mitglied


    Hallo!
    Ich muss das Thema ausarbeiten, dass Königin Viktoria von Großbritannien (1819-1901) die ideale Monarchin war. Was sind die Gründe dafür? Vielleicht auch dagegen?
    Meiner Meinung nach ist sie eine ideale Monarchin gewesen, da sie tugendhaft, sich für ihr Volk einsetzte, ein großes Reich schaffte und soziale Neuerungen einführte. Aber ob das schon alle Gründe sind und was konkrete Beispiele dafür sind, da kenne ich mich nicht gut genug aus.
    Es wäre sehr hilfreich, wenn mir jemand weiterhelfen kann!

    Vielen Dank!

    MfG,
    Geschichtsfrage
     
  2. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    In welchem Sinne soll sie denn die ideale Monarchin gewesen sein?

    Ich würde als Beispiel Maria Theresia anführen, welche fromm war und soweit es ging, ihren Prinzipien treu blieb.

    Ob jemand als ideal gilt/galt, hat doch sicherlich mit dem Kanon der Herrschertugenden zu tun, welche man als Maßstab anlegt.
     
  3. Josephine

    Josephine Neues Mitglied


    Also entschuldigt, aber ich halte weder Maria Theresia noch Viktoria von England für eine ideale Monachrin, wie kommt ihr bloß da drauf?

    Alle beide hatten ihre Fehler, die man nicht vergessen sollte.................
     
  4. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

  5. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    In dem sie es in sinnlosen Prestigekriegen in Übersee verheizte?

    In dem Sie es erbte?

    Welche sozialen Neuerungen? hast Du mal darüber gelesen, unter welchen Bedingungen die britische Bevölkerung in ihrer Regierung lebte? Spürbare soziale Verbesserungen gab es erst nach dem 1. WK.
     
  6. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Das hier fällt auch in ihre Regierungszeit, als die Iren sich noch als glückliche Untertanen ihrer britischen Majestät bezeichnen durften:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Great_Famine_(Ireland)

    Würdest Du es als Fürsorge oder als soziale Neuerung bewerten?
     
  7. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

  8. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    Die Frage an sich ist ein historisches Paradoxon.

    Den Wiki-Artikel über Victoria wirst Du ja kennen (Posting von megatrend).

    Daraus kannst Du ableiten, welchen tatsächlichen Einfluß Victoria als konstitutionelle Monarchin hatte, er war eher gering.

    Nach meiner Meinung, beschreibt Churchill in folgendem Zitat die "ideale Rolle" von Victoria:

    "...In der Monarchie waren allmählich große Veränderungen vor sich gegangen. Die Herrscherin war zum Symbol des Empire geworden. ... Die Krone stellte das Bindeglied zwischen der wachsenden Familie der Völker und Rassen dar, die Lord Rosebery, der ehemalige Premierminister so vorausschauend das Commonwealth getauft hatte."

    (Winston S. Churchill, Geschichte IV, Von Napoleon bis Königin Victoria, WB-Verlag, 1990, S. 359)

    Die keywords in dem Zitat sind "Symbol" und "Bindeglied". Ihr "Verdienst" ist es, die Rolle einer konstitutionellen Monarchin angenommen zu haben, trotz mancher Widerstände (s. Biographie) und so zur idealen Repräsentantin des UK im 19. Jh. geworden zu sein. Müßte ich einen Vortrag zu dem Thema halten, würde ich folgende Gliederung wählen:

    Victoria im Spannungsverhältnis von Moderne und Tradition

    - kurzer biographischer Überblick
    - das "Victorianische England"
    . industrielle Revolutin (Ausgangspunkt) und die Industrialisierung im 19. Jh.
    . die Errichtung des Empire (Imperialistische Machtpolitik, Kolonien, Höhepunkt "Kaiserkrönung")
    - Entwicklung einer bürgerlichen Gesellschaft (sozialgeschichtlicher Aspekt)
    - Konflikte (Home Rule, Auseinandersetzungen mit den Premierministern, 1848, Chartisten etc.)
    - Akzeptanz der symbolischen Rolle der Monarchie (Personalunionen, Konstitutionsgeschichete etc.)

    Kernthese; sie akzeptiert die Rolle einer konstituellen Monarchin darüber hinaus antizipiert und verkörpert sie das "bürgerliche und imperiale Selbstverständnis" Englands im 19. Jh. Sie wird gleichsam zur "Folie" des 19. Jh.

    Melchior

    P.S.: Die Kategorie "tugendhaft" scheint mir doch eher zur Moraltheologie zu gehören und nicht zur Geschichte.
     
  9. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    :winke:

    Mir geht es um die Bewertung in ihrer Zeit.

    Bei Königin Victoria wäre es auch möglich, dass man sie für eine ideale Königin hielt. Die Verehrung in Deutschland ging immerhin soweit, dass sogar eine Zeitschrift nach ihr benannt wurde. Sicherlich gelang es ihr, sich in Szene zu setzen. Sie war sozusagen Trendsetterin, nicht zuletzt mit ihren Aufenthalten in Schottland. Nicht umsonst wurde nach ihr ein Zeitalter benannt.
    Dass es Emigration usw. gab, schließt ja Bewunderung durch andere nicht aus. Man würde wohl nie einen Herrscher finden, mit dessen Regierung 100% der Untertanen zufrieden wären.
     
  10. Geschichtsfrage

    Geschichtsfrage Neues Mitglied

    Also ich muss mich wirklich wahnsinnig bei euch allesn bedanken!! Dass man die Rolle von Queen Victoria als ideale Monarchin von so vielen Seiten her betrachten kann und was man alles aufführen kann dafür bzw. dagegen, das ist echt richtig hilfreich!
    Also vielen vielen Dank dafür!

    MfG,
    Geschichtsfrage
     
  11. FoxP2gen

    FoxP2gen Neues Mitglied

    Generell würde ich sagen, soetwas wie den "idealen" Monarchen gibt es nicht, genausowenig, wie es den "idealen" Menschen an sich gibt.

    Victoria hatte meiner Ansicht nach zwei markante Wesenszüge - dass sie in ihrem Privatleben so "menschlich" war und in der Politik hart wie Stahl.

    Sie war klug genug, sich die richtigen Berater zu suchen und hat ein ganzes Imperium aufgebaut, aus staatspolitischer Sicht eine Glanzleistung. Sie hat für ihr Land die - zu dem Zeitpunkt - wohl richtigen Entscheidungen getroffen.

    In gewisser Weise muss ich sie sogar bewundern, da sie es durchgedrückt hat, den Mann zu heiraten, den sie geliebt hat, auch wenn ihre Mutter und Andere dagegen waren, sie hat sich für ihn eingesetzt und war was ihre Ehe angeht offensichtlich einfach nur ein Mensch.
    Politisch muss man sagen, dass sie für ihr Land das Beste getan hat, was sie konnte, auch wenn das auf Kosten anderer Staaten und Menschen ging. (Das ist meine objektive Meinung, es bedeutet jedoch nicht, dass ich Unterdrückung und Sklaverei gutheiße!)
     
    1 Person gefällt das.

Diese Seite empfehlen