Kriegseintritt USA 1941

Dieses Thema im Forum "Der Zweite Weltkrieg" wurde erstellt von Tehol Beddict, 5. Oktober 2013.

  1. Parsifal

    Parsifal Gesperrt


    Also meinst du Roosevelt litt im Bezug auf Deutschland unter ähnlich irrationalen Wahnvorstellungenwie Hitler im Bezug auf das Judentum und deshalb wollte Roosevelt den Krieg gegen Deutschland?

    Naja, Roosevelt war nunmal seit 1932 der US-Präsident und damit der mächtigste Mann dieses Landes, der die Leitlinien der Außenpolitik maßgeblich bestimmt hat.

    Laut Wikipedia war Roosevelt wohl von einem tiefen Haß gegen Deutschland erfüllt:

    Franklin D. Roosevelt ? Wikipedia
     
  2. Parsifal

    Parsifal Gesperrt

    Hast du dazu nähere Informationen? Das ist mir ehrlich gesagt unbekannt. Meines Wissens war noch nicht mal der Krieg gegen Großbritannien plangemäß.
     
  3. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied


    Du weißt sicher, was für ein perverses Regime Hitler etabliert hatte?
    Du weißt sicher, was Hitler und seine Schergen politischen Gegner oder schlicht Andersdenkenden alles an Leid zugefügt haben? Sofern diese dann mit den Leben davon gekommen sind.
    Du weißt sicher, was die Nazis mit den Juden gemacht haben?
    Du weißt sicher, was für grauenhaften taten im Zuge des Vernichtungsfeldzugs in der Sowjetunion begannen worden sind? Das gleiche gilt auch für Polen.

    Welcher normale Mensch soll da eigentlich Sympathien für Nazideutschland haben?
     
  4. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Der Sieg gegen GB sollte, nach dem die Sowjetunion "erledigt" worden wäre, errungen werden.
     
  5. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Roosevelts Angst war nicht unbegründet. Mögliche Ansprechpartner, vor allem im Bezug auf die Eindämmung der japanischen Expansion in Fernost, die ja durchaus schon seit 1932 in Gang war, wurden immer weniger, erst Recht nach dem Fall Frankreichs. Grade die Briten, mit ihrem Kolonialreich in Indien und den strategisch wichtigen Basen in Singapur, Hong Kong und dem Suezkanal waren für die USA ein wichtiger Verbündeter. Die USA waren militärisch in ihrem Kernland recht unangreifbar, aber schon damals von Handel und globalen Märkten abhängig. Die Anzahl der Demokratien auf der Welt war in den 30er Jahren arg geschrumpft und Roosevelt sah durchaus eine Verantwortung die bestehenden Demokratien zu schützen. Man hatte sich nach dem ersten Weltkrieg aus der internationalen Politik zurück gezogen und stand nun vor dem Problem, dass die Gegner einer liberalen Welt des Freihandels auf dem Vormarsch waren. Deutschland und Japan träumten von Autarkieräumen mit sich selbst im Zentrum und waren nicht gewillt amerikanische Produkte abzunehmen oder amerikanische Unternehmen in ihre Märkte zu lassen. Alles in allem eine Welt, die langfristig einen amerikanischen Wohlstandseinbruch und eine vollständige Isolation auf den amerikanischen Doppelkontinent bedeutet hätte.
     
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  6. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Im Krieg geht halt nicht immer alles nach Plan.
    Aber wenn man jemanden angreift, dem jemand anderes Beistand garantiert hat, was kønnte dann also passieren?
    Oh mann.

    Gruss, muheijo
     
  7. Parsifal

    Parsifal Gesperrt

    Also würdest Du sagen, daß Roosevelt einen wirtschaftspolitisch motivierten Krieg geführt hat? Er wollte sozusagen freien Handel mit Europa und wollte deshalb mit Gewalt dafür sorgen, daß Europa von Systemen regiert wird, die wirtschaftsliberal und kapitalistisch sind, weil das den wirschaftlichen Interessen der USA diente? So habe ich deinen Beitrag verstanden.
     
  8. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Zunächst standen die USA nach 1918 im Zeichen des außenpolitischen Isolationismus. Diese Politik der Bündnisfreiheit - nicht einmal ein Beitritt zum Völkerbund - fand breite Zustimmung in der Bevölkerung. Die Neigung zum Isolationismus erreichte Mitte der 30er Jahre ihren Höhepunkt. Zug um Zug verabschiedete der Kongress zwischen 1935 und 1937 Neutralitätsgesetze, die den Verkauf von Waffen sowie die Kreditgewährung an Krieg führende Staaten untersagten.

    Diese Einstellung begann sich erst zu ändern, als faschistische Staaten und Diktaturen wie Italien, Deutschland und Japan aufrüsteten oder Kriege anzettelten: Italien unterwarf Libyen und 1935/36 Abessinien. Japan überfiel 1931 die Mandschurei, 1937 China und stieß bis in die Innere Mongolei vor. NS-Deutschland rüstete ebenfalls bedrohlich auf, entgegen den Bestimmungen des Versailler Vertrags. Und in der Soiwjetunion, zu der die USA erst 1933 diplomatische Beziehungen aufnahmen, festigte sich die Diktatur Stalins.

    Diese bedrohliche Weltlage verursachte einen Schwenk in der US-Außenpolitik und führte 1937 in Chicago zur berühmten Quarantäne-Rede Roosevelts, in der er einen neuen außenpolitischen Kurs forderte. Und so waren die Amerikaner bereits auf eine Abwehr diktatorischer Regimes und die Aufgabe der Neutralität vorbereitet, als es nach dem Angriff Japans in den Krieg eintrat.
     
  9. Parsifal

    Parsifal Gesperrt

    Hallo Dieter,

    Natürlich kann man Italien vorwerfen Abessinien besetzt zu haben. Aber hast Du dir mal angesehen wer zum damaligen Zeitpunkt den Großteil des afrikanischen Kontinents besetzt und unterjocht hatte? Das waren doch Großbritannien und Frankreich, Roosevelts Freunde.

    Natürlich kann man Japan vorwerfen kolonialistische Bestrebungen in Ostasien gehabt zu haben. Aber hast Du dir mal angesehen wer zum damaligen Zeitpunkt überall in Asien seine Kolonien hatte? ;)

    Natürlich hat Deutschland ab 1933 aufgerüstet. Vorher hatte es ja auch nur eine 100.000-Mann-Armee und war umgeben von bis an die Zähne bewaffneten Nachbarstaaten. Selbst 1940/41 war die Wehrmacht sowohl den Westmächten als auch der Sowjetunion noch immer zahlenmäßig klar unterlegen.

    Eine militärische Bedrohung die den amerikanischen Kontinent stellten weder Japan noch Deutschland noch Italien dar.

    Mir scheint die Argumentation von "YoungArkas" am plausibelsten:

     
  10. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Sag mal möchtest Du alles relativieren? Und bloss weil einige Staaten schon Kolonien hatten, durfte man einen Krieg ungeahnten Ausmasses vom Zaun brechen? 'tschuldigung, das geht aber deutlich über mein Verständnis hinaus.

    Apvar
     
  11. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Andersrum. Die drei aufstrebenden Mächte Japan, Italien und Deutschland vertraten alle autarkieorientierte Wirtschaftskonzepte. Da selbst zu klein, musste der Zugriff auf notwendige Ressourcen mit kriegerischen Mitteln erreicht werden.
    Japan eroberte sich seine "Großasiatische Wirtschaftszone" zusammen, Italien versuchte ähnliches im Mittelmeerraum, Deutschland suchte seinen Lebensraum im Osten.

    Das amerikanische Anliegen war der Schutz der Länder, die diesen drei Aggressoren ausgeliefert waren. D

    Natürlich auch, um den Welthandel am Leben zu halten.
     
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  12. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Nein, gar nicht. In der amerikanischen Bevölkerung wurde Deutschland nach den Erfolgen der Wehrmacht als Bedrohung wahrgenommen. Dass Deutschland zu keinem ernsthaften Angriff auf das amerikanische Festland in der Lage war, spielte dabei keine Rolle.

    Auf Roosevelt hab ich mich gar nicht bezogen.
     
  13. hatl

    hatl Premiummitglied

    Sag mal Parsifal,

    merkst Du nicht selber was Du für einen Unsinn schreibst?
    Die Notwendigkeit, oder sagen wir besser wertneutral der Wunsch, einer Beschaffung ergibt sich nicht aus einem Embargo, sondern besteht zunächst einmal vorher, denn sonst wäre ja ein Embargo sinnlos.
    Und welchen "Zusammenbruch" musste man den abwenden?
    Doch wohl am ehesten den der eigenen kriegerischen Expansion.
    Es wäre ja, was die japanische Binnenwirtschaft angeht, zu fragen inwiefern diese in vergleichbarem Maße auf Öl angewiesen war.

    Es ist übrigens sehr seltsam, wenn man Thesen raushaut, ohne dass man erkennbar macht auf welche Quellen sie sich stützen.
    Bemerkenswert ist auch Dein fortlaufendes Bemühen Angegriffene als Aggressoren darzustellen und umgekehrt.
     
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  14. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Er hat ja diesen Krieg nicht vom Zaun gebrochen. Der Krieg existierte schon, er hat sich nur entschieden die Seite zu unterstützen, die den USA politisch, wirtschaftlich, sozial näher stand. Hätte Deutschland nicht angegriffen wäre es nicht zum Krieg zwischen Deutschland und den USA gekommen. Japan, Italien und Deutschland haben, wie von anderen schon beschrieben ebenfalls aus ideologischen und wirtschaftlichen Gründen den Krieg geführt. Roosevelt sah sich also einer globalen Situation entgegen, die die Interessen seines Landes massiv bedrohten und hat daraus den Schluss gezogen, dass eine Unterstützung Großbritanniens im nationalen Interesse der USA war, wie es jeder Staatsmann in Kriegszeiten machen muss.
     
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  15. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Ich verstehe diese Argumentation nicht ganz. Unzweifelhaft fühlten sich die USA von den aufrüstenden Diktaturen und faschistischen Regimes bedroht. Diese Tatsache zeigt ganz eindeutig die berühmte Quarantäne-Rede Roosevelts, in der er forderte, Deutschland, Italien und Japan unter "Quarantäne" zustellen, ohne dass er diese Länder namentlich erwähnte. Speeches by Franklin D. Roosevelt: Quarantine the Aggressor

    Natürlich verfolgten die USA auch massive Wirtschaftsinteressen, sodass sie z.B. nach Japans Angriff auf China den freien chinesischen Markt gefährdet sahen. Primär jedoch war es das Anwachsen militärischer Aggression, dass die Vereinigten Staaten beunruhigte.
     
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  16. Parsifal

    Parsifal Gesperrt

    Die "Quarantäne-Rede" war 1937. Da hat Deutschland noch keinen Fuß auf fremdes Territorium gesetzt. Deutschland hat zwar aufgerüstet, aber verglichen mit den anderen Großmächten war es immer noch klar unterlegen.

    Italien hat zwar Abessinien besetzt und Japan China. Aber wie kommt Herr Roosevelt auf die absurde Idee, Italien, Japan oder Deutschland würden die USA militärisch bedrohen?

    Mit Verlaub, aber dieses Argument ist doch von allen wirklich das schwächste. Weder Italien, noch Japan noch Deutschland wollten Nordamerika militärisch bedrohen, noch hätten sie überhaupt die militärischen Mittel dazu.

    Großbritannien war damals Weltmacht, hatte ein Viertel der Erde unter seiner Kontrolle, Rohstoffe im Überfluss und eine riesige Flotte. Die hätten vielleicht schon eher eine theoretische militärische Bedrohung für Nordamerika darstellen können. Oder die Sowjetunion.

    Die einzig logische Erklärung für Roosevelts Kriegskurs und seine Feindseligkeit gegenüber Japan, Italien und Deutschland ist das wirschaftspolitische Argument, das "YoungArkas" gebracht hat.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Oktober 2014
  17. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Also da gibt es einige Argumente, die eindeutig aufzeigen, wohin die Reise außenpolitisch Hitlerdeutschlands gehen wird.

    Die Untergrabung des VV waren schon kurz nach der Machtergreifung massiv.
    In kürze ein paar Dinge, die durchaus die Alarmglocken in der Außenpolitik haben läuten lassen:
    1933 Austritt aus dem Völkerbund
    1935 Übernahme des Saargebiet
    1935 Wiedererlangung der Wehrhoheit, Einführung der Wehrpflicht
    1935 Aktivierung der Luftwaffe
    1935 Flottenabkommen mit Großbritannien
    1936 Besetzung entmilitarisierte Zone im Rheinland
    1936 Legion Condor (Eingriff dt. Militärs im spanischen Bürgerkrieg)
    1937 Eingriff der Kriegsmarine in den spanischen Bürgerkrieg
    ….
    Das ist so nicht richtig!
    Mit dem Washingtoner Flottenabkommen von 1922 hatten sich alle führenden Seemächte auf eine Abrüstung der Kriegsflotten geeinigt. Dabei wurde die RN mit der USN gleich gesetzt.
    Letztlich war es notwendig, die Flotten zu reduzieren, weil die finanzielle Belastung unverhältnismäßig zu dem Nutzen des Flottenmaterials, vor allen in Friedenszeiten stand.
    Deutschland machte mit dem einseitigen Flottenabkommen mit Großbritannien von 1935 den ersten Schritt sich dieser Rüstungsbeschränkungen vom VV, dem WV 1922 und Londoner Konferenz von 1930 und 1935/36 zu entziehen.
    Und wer Mahans Werk kennt, weiß, das der Gedanke über den Zusammenhang der Seemacht und der Weltmacht sich noch an den Schlachtschiffsflotten orientierte. Somit war jeder deutsche Flottenaufbauplan auch ein Plan, an der globalen Machtstellung zu arbeiten.

    Deine Argumentation ist einseitig und durch das Ausblenden aller historische Fakten auch leicht zu widerlegen.
     
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  18. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Dann guck Dir mal die Entwicklung des Deutschen Reiches zwischen 1933 und 1939 an, auch des Militärs.

    Deutsches Reich 1933 bis 1945 ? Wikipedia

    Legion Condor im Spanischen Bürgerkrieg
    Legion Condor ? Wikipedia

    Und dann soll einem nicht Angst und Bange werden?

    Vertragsbrüche wie Locarno, illegaler Einmarsch in Ruhrgebiet mit der Wehrmacht, Austritt aus dem Völkerbund.
    Die schon vor 33 beginnende Judenverfolgung.

    Zeit des Nationalsozialismus ? Wikipedia

    Politisch "Gleichschaltung", das alles macht keine Angst? Also ich bitte dich.

    Apvar
     
  19. Parsifal

    Parsifal Gesperrt

    Die USA waren doch selbst nicht im Völkerbund. Warum sollte Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund für die USA bedrohend sein? Der Austritt aus dem Völkerbund folgte der Genfer Abrüstungskonferenz, bei der Deutschland eine gleichberechtigte Behandlung in der Militärrüstung verweigert wurde.

    Im Saarland fand eine freie Volksabtimmung statt. Die Saarländer stimmten mit über 90% für die Rückkehr zu Deutschland.

    Die Einführung der Wehrpflicht und die militärische Besetzung des Rheinlandes waren rein innenpolitische Angelegenheiten des Deutschen Reiches.

    Das deutsch-britische Flottenabkommen erlaubte Deutschland nur eine kleine Flotte, die nur ca. ein Drittel so groß war wie die britische Flotte.

    Bleibt nur noch der Eingriff im Spanischen Bürgerkrieg. Das stimmt, Deutschland und Italien haben sich dort engagiert. Aber auch Portugal, die Sowjetunion und Mexiko waren dort beteiligt, ebenso zehntausende Kommunisten aus vielen Ländern, überwiegend Franzosen.

    Wie gesagt, Deutschland war nach dem deutsch-britischen Flottenabkommen nur eine kleine Flotte erlaubt, die nur ca. ein Drittel so groß wie die britische Flotte sein durfte. Diese kleine Flotte stellte nun wahrlich keine Bedrohung für die USA dar.

    Das Argument der Bedrohung der USA durch Deutschland finde ich nicht sehr überzeugend. Um es ehrlich zu sagen ist das doch ein ziemlich absurdes Argument, weil es schlicht falsch ist.

    Warum gehst Du nicht auf die plausibelste Erklärung ein, die wirschaftspolitisch motivierte Feindschaft Roosevelts gegenüber den antikapitalistischen und antiliberalen Staaten in Europa und Asien?
     
  20. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Sagt Dir der begriff Versailler Vertrag etwas? Ja? Gut, den er hatte eine sehr lange Laufzeit. Und eine Aufrüstung des Deutschen Reiches war nicht vorgesehen, Also war das Deutsch-Britische Flottenabkommen schon ein entgegenkommen.
    Und die Besetzung des Rheinlandes war keine innenpolitische Angelegenheit.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Rheinlandbesetzung_(1936)
    Oder braucht man sich nicht an Verträge zu halten, wenn sie einem nicht mehr gut genug dünken?

    Apvar
     

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