Künstler gesucht- Klassizismus?

Dieses Thema im Forum "Sonstiges in der Neuzeit" wurde erstellt von Artefakt, 7. April 2017.



  1. Artefakt

    Artefakt Neues Mitglied

    Hallo Forum,

    vielleicht weiss jemand, wen ich suche?

    Ich habe bestimmte Zeichnungen vor Augen, die aus dem Klassismus stammen könnten.

    Die Frauen auf den Blättern sind mit einer Sepiafeder dargestellt, keine Schattierungen, nur Konturen.
    Die Kleider: hohe Taille, unter der Brust
    Haare hochgesteckt-oder Schute auf dem Kopf
    Bewegungen leicht, fließend
    Ausdruck: fröhlich, jung, unbeschwert

    Ich habe sämtliche mir bekannte Künstler gegoogelt-und bin nicht fündig geworden: Gerard, der Mme Recamier gemalt hat, Runge, Spitzweg, Friedrich - alle nicht

    Von Schadow hab ich im Netz nur wenige Zeichnungen entdeckt-vielleicht ist es Schadow...

    Leider hab ich keine Bibliothek in der Nähe-darum würde ich mich sehr freuen, wenn hier jemand eine Idee hätte

    LG
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  2. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Uff, Zeichnungen, die nicht in irgendwelcher Literatur vorkommen. Aus dem Klassizismus?

    Wie kommst Du überhaupt auf Friedrich und Spitzweg?

    Schute klingt auf jeden Fall schon eher nach 1800 und später. Ist ja schonmal ein Anhaltspunkt. Wenn das Studien zu Porträts sein sollen oder für Allegorien wie die der Monate aus republikanischer Zeit, kommen ja "nur" noch unzählige Porträtisten in Frage.

    Boilly kann es eigentlich nicht sein. Als er massig Porträts malte, war das eher in seinen Anfangsjahren.

    David malte auch zu der Zeit schon eher Historienbilder und dann massig dasselbe. Kann ich mir nicht vorstellen.

    Um 1800 malte auch Johann Baptist Seele. Einfachere, klare Linienführungen würden zu ihm passen. Aber mir sind keine solchen Reihen von ihm bekannt. Nach 1800 war er ja dann auch eher Historienmaler in württembergischen Diensten. Porträts hat er wohl geschaffen, aber das war sicher nicht sein Haupttätigkeitsfeld.

    Ingres war mal sowas wie ein Vielmaler, ähnlich Gérard.

    Bei Deiner Beschreibung muss ich jetzt irgendwie primär an französische Künstler denken. Aber Zeichnungen sind ein sehr weites Feld und ohne ein Foto von einer der Sepiazeichnungen ist es einfach so einem Künstler schwer zuzuordnen. Da müsste man das Gesamtoeuvre aller namenhaften Klassizisten kennen - obendrein könnte es ja auch von einem "unbekannten" Meister stammen. :grübel:

    Vielleicht sind es ja Illustrationen für ein Sachbuch - z.B. zu Mythologie. Also das wären dann Vorlagen für Kupferstiche. Da gab es aber zahlreiche Künstler, die Du heute nicht mehr finden wirst.

    Fragen über Fragen. Bin zwar in der Zeit recht bewandert, aber kann Dir da nicht weiterhelfen.
     
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  3. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    An die Dame habe ich auch gedacht, als ich deine Beschreibung gelesen habe.
    Ich fand Bilder von J.L. David und einem Nicolas Jacques, die sie gemalt haben.
    Google doch mal nach diesen Malern, und auch nach Madame de Staël, vielleicht triffst du da den passenden Künstler/das richtige Bild.

    Und in jedem Fall erwarte ich entsprechende Updates zu deiner Suche! :)

    BTW, wo steckt Briso, der wird dazu sicher mehr wissen...

    Gruss, muheijo
     
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  4. Artefakt

    Artefakt Neues Mitglied

    Hallo hallo!

    Danke für eure Rückmeldungen.

    Ich google mal die genannten Namen.


    Und dann bin ich demnächst wieder (irgendwann) in Hamburg.
    Vielleicht hilft mir die Bibliothek dort weiter

    Bin gespannt auf das Buch von Peter Prange "Deutsche Zeichnungen", das dort steht.

    Werde die Regale durchforsten ---

    Aber vielleicht hat hier auch jemand Ideen.
    Es geht mir noch nicht einmal darum, genau diesen Künstler zu finden.

    Es gibt ja auch noch den Zeitgeist- Will sagen, es war sicher nicht nur einer, der so gezeichnet hat.

    Ich behalte diesen thread hoffnungsvoll im Auge-
    und poste, wenn ich fündig werde.


    edit: Ingre hilft mir schon mal weiter!
    Danke-an den hatte ich nicht gedacht!

    Lg
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    Zuletzt bearbeitet: 7. April 2017
  5. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Wenn es nur Gesichter oder Bruststücke sind, könnte es sich auch um Studien für Modejournale handeln. Da haben auch teilweise namenhafte Künstler dafür gearbeitet wie Ingres für La Mode Parisienne oder Georg Melchior Krauss für Das Journal des Luxus und der Moden. Es gab auch Kupfer, welche praktisch nur Frisuren, Hauben oder Hüte vorstellen sollten. Das waren dann zwei Bruststücke auf einem Blatt. Zu alledem muss es auch Studien oder Vorlagen für die Stiche gegeben haben - natürlich seitenverkehrt.
     
  6. Artefakt

    Artefakt Neues Mitglied

    Danke Brissotin,

    es geht mir um Ganzkörperbilder.
    Und es geht auch gerade um diese fliessende Linienführung.

    LG
    Arti
     
  7. Mashenka

    Mashenka Aktives Mitglied

    Das klingt nach frühem 19. Jahrhundert. Unter den Brüsten gebundene Kleider waren zwar bereits ab dem Directoire (etwa ab 1785) in Mode. Die Schute kam aber erst im Empire (1804–1815) dazu und war während der Restauration (ab etwa 1815) bereits nicht mehr so angesagt. Müsstest Dich also auf 1804–1815 konzentrieren, d.h. auf diese 10 Jahre innerhalb des Klassizismus (resp. neoclassicism).

    Sepia Tuschezeichnungen ohne Lasierung dürften aber die meisten Maler jener Zeit mal hergestellt haben, sodass diese Angaben die Suche leider kaum einengen.

    Hier mal ›paar‹ Namen: Category: Neoclassical painters, en. Wikipedia.
     

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