Lager der Römer in Thüringen

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von Arthur00He, 10. Mai 2014.

  1. Wilfried

    Wilfried Neues Mitglied


    Also, Hedemünden ist vielleicht ein Rastplatz nach Norden, aber Teil einer Verteidigungslinie , nö..
    Denn was sollte um Christi geburt verteidigt werden und gegen wen? Und auch später?
    Der Platz bietet sich an, um von da aus zu Fuß, also nicht über die Weser , nach Norden oder Osten zu ziehen, nicht mehr und nicht weniger.
    Wenn Wir von marschierenden Legionen reden, reden wir von minimum 1000 Menschen und so um den Dreh 100 Maultieren, ist nur eine Kohorte Reiterei (1oo) dabei , sinds zusätzlich noch 200 Pferde und die Wagen werden von Ochsen gezogen, dazu ev. Schlachtvieh, also ~200 Stück Rindvieh. Die brauchen alle Weide bzw Futter, mit sowas tobt man nicht tagelang durch den germanischen Urwald oder packt die auf flache Kähne, um mal eben die Weser runter /rauf zu fahren.
    Und angeblich war so eine römische Legion noch größer, was ja nun für einen wie mich auch ne Menge Volks ist. Und für die Anwohner der Straßen wohl auch ...

    So gesehen, können sich die Römer in den Mengen in der Region garnicht lange aufgehalten haben, sie hätten in kürzester Zeit die Gegend im wahrsten Sinne des Wortes kahlgefressen. Denn normalerweise hielten die Einwohner auch Vieh, das ja auch Futter braucht.
    Und die Einwohner der Gegend zu der Zeit müssten schon zu Marbods Sueben gehört haben, später gehörte die Gegend dann zum Einflußbereich der Hunnen. Also nicht gerade eine Gegend, wo man als Römer ruhi schlafen kann...
     
  2. Hermundure

    Hermundure Aktives Mitglied

    nun da kann ich dir helfen. Bekanntlich gehörte der Weringowe am Maindreieck zum späteren Thüringerreich. Dort fand man Hypokaustziegel (Zeuzleben - siehe auch Fürstinnengrab). Herr Friedolin Beßler (leider 2012 verstorben) mit dem ich regen Kontakt hatte, hat mir persönlich mitgeteilt wo die römische Villa einst auf seinem Ackerland stand. Jedoch teilte er dies nie dem Landesamt BY mit, da er jahrelang um die Rückgabe seiner Funde kämpfen musste. Im Anhang ist einer der Hypokaustziegel aus Zeuzleben.

    Grüße Michael
     

    Anhänge:

  3. Hermundure

    Hermundure Aktives Mitglied


    siehe auch hierzu

    Link: Ausgrabungen

    Michael
     
  4. Hermundure

    Hermundure Aktives Mitglied

    Zitat: "Wie Funde aus allen Epochen der Frühgeschichte beweisen, ist die Gemarkung von Frankenwinheim ältestes vorgeschichtliches Kulturland. Seit einigen Jahren ist eine Germanensiedlung aus der Zeit der römischen Kaiser nachgewiesen, in der die Häuser in römischer Art gebaut waren. Auch römische Münzen, sonstiges Handelsgut und Beutestücke gehörten zu den Funden. 1977 entdeckte Hans Koppelt (Gerolzhofen) auf einem Acker in Frankenwinheim das Bruchstück eines römischen Bronzeadlers aus dem 2. bis 3. Jahrhundert nach Christus. Seine römische Herkunft steht außer Zweifel, über seine ursprüngliche Verwendung aber sind die Meinungen geteilt. Einige Fachleute halten es aber für denkbar, dass dieser Bronzeadler als Legionsadler krönender Teil eines römischen Feldzeichens war." ENDE

    Man erinnere sich an die 80 Leugen vom Rhein im Laterculus Veronensis zu Zeiten Kaiser Gallienus. Damit kommen wir, wenn wir in W-O Richtung uns bewegen, in besagte Gegend.

    Grüße Michael
     
  5. Hermundure

    Hermundure Aktives Mitglied

  6. Wilfried

    Wilfried Neues Mitglied

    Nun, im direkten Vorfeld des Limes ist ja mit Römern zu rechnen, und hinter dem Limes sowieso.
    OTAlso im heutigen Regierungsbezirk Franken des Landes Bayern waren Römer, die gegend südlich davon wurde ja von den Römern irgendwann auch unter Mitnahme der Bevölkerung geräumt OT off

    Und neben bei, von Thüringen bis ins Maindreieck ist etwas weiter weg, und wir reden über Lager der Römer in Thüringen. Da kann man ja übers Voigtland noch reden, aber Franken gehört da nun nicht mehr zu.
     
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  7. Hermundure

    Hermundure Aktives Mitglied

    Zeuzleben und Frankenwinheim liegen aber schon deutlich entfernt vom Limes. Außerdem sprach ich vom ehem. Bereich des Thüringer Reiches und da gehörte das Maindreieck archäologisch gesehen dazu.

    Grüße Michael
     
  8. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    ja, und mit staunen habe ich auch gelesen, dass du die Saale zu einem römischen Grenzfluß machen willst...
     
  9. Wilfried

    Wilfried Neues Mitglied

    Naja, Südengland war mal eindeutig sächsisch, und Wessex auch ....
    Gut, war nach den Römern und es gab auch im Hochmittelalter dort keine romanische Sprachinsel ...., aber Römer waren da, ganz bestimmt.
    Wir reden hier über das heutige Thüringen, das Bundesland. Zur römischen Kaiserzeit , über das Imperium Romanum und seine Armee.
     
  10. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    eigentlich ging es hier in dem Thread um das festgestellte, römische Marschlager in Thüringen. Jetzt haben wir (bisher) 19 Seiten mit hypothetischen Marschlagern, Straßenstationen, griechischen Schriften im MA, römischen Gutshöfen im freien Germanien, römisches Mauerwerk, Römerstraßen, Grenzflüsse....

    Da blickt ja keiner mehr durch:motz: (zumindest ich nicht mehr:red:)

    Hier wird eine Annahme auf, unter und neben die andere gesetzt, so dass man gewaltige Kartenhäuser aus Spekulationen hat.


    @MODERATORES:
    Könnte man das römische Lager aus den ersten Beiträgen in einen eigenen Thread auslagern (unbeabsichtigtes Wortspiel:D) und die ganzen Beiträge in einen eigenen Spekulationsthread belassen?
     
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  11. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    da stimme ich komplett zu!

    eine Diskussion über das Marschlager (!!) bei Hachelbich (Thüringen, Kyffhäuserkreis) hat einen realen und hochinteressanten Gegenstand - Spekulationen über thüringische römische Straßenstationen und thüringische römische Straßennetze hingegen gehört eher ins Land Fantasia
     
  12. LEG XVII

    LEG XVII Aktives Mitglied

    Dann bin ich's zufrieden :)

    Ja, wir müssen Hachelbich definitiv in einem größeren Kontext sehen, und das war die Vorverlegung der Grenze vom Rhein zur Elbe als neuem Grenzstrom. Und in diesem Kontext müssen wir auch Hedemünden berücksichtigen. Die Römer sind nämlich nicht planlos in Germanien einmarschiert, und haben hier und dort mal ein Kastell errichtet und wieder aufgelassen, so wie sie gerade lustig waren. Das diente alles dem römischen Aufmarsch bzw. der Fluss für Fluss Vorverlegung der Grenze ostwärts, bis irgendwann der Elbstrom erreicht war, genau wie der Rhein ein relativ schwer zu überwindendes Hindernis und daher eine relativ kostengünstig zu bewachende Grenze.


    In diesem Kontext müssen wir auch darüber reden, woher die Römer in Hachelbich kamen, und wohin sie gingen. Und dabei gilt es zu berücksichtigen, dass sich römische Militäreinheiten eben nicht beliebig in Germanien bewegen konnten, und auch nicht an beliebigen Orten Marschlager errichten konnten, dedizierte und in regelmäßigen Abständen angelegte Militärareale entlang der Altstraßensysteme wären hierzu ein probates Mittel gewesen. Zumindest was den Austausch kleinerer Truppeneinheiten als Teil des Regelbetriebes der nach Osten vorgeschoben Kastelle angeht, die von Wilfried erwähnte Verlegung ein oder mehrerer Legionen bedingte sicherlich eine ganz andere Logistik.
     
  13. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    das mit der Elbe als Grenzfluß hatte doch Kaiser Tiberius gestoppt...
    und das Marschlager Hachelbich... dazu meint Tante Wiki:
    aus Römisches Marschlager bei Hachelbich ? Wikipedia

    willst du erklären, dass das römische Imperium in der Zeit vom 1.-3. Jh. die ganze Zeit lang die Grenze vom Rhein zur Elbe verlegen wollte?

    (schon fies, dass der Tacitus ausgerechnet in seiner Germania nichts von der weiterhin (und via Hachelbich) betriebenen Grenzverschiebung mitteilt...)
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Juni 2014
  14. LEG XVII

    LEG XVII Aktives Mitglied

    Mit der Datierungsangabe könnten die Römer natürlich sensationellerweise auch noch im Jahr 300 in Hachelbich ein Lager aufgeschlagen haben. Aber, wenn wir realistisch sind und uns mal ganz tief in die Augen schauen: die Römer waren während der Okkupationszeit dort unterwegs.
     
  15. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    und nach diesem tiefen Blick willst du - trotz Tacitus, trotz anderer späterer Quellen, die im 2. und 3. Jh. nichts von einer in Arbeit befindlichen Grenzverlegung an die Elbe wissen - dabei bleiben, dass das Projekt Elbegrenze im genannten Zeitraum betrieben wurde?...
     
  16. LEG XVII

    LEG XVII Aktives Mitglied

    Nein, spätestens im Jahr 17 wurde das Projekt aufgegeben.
     
  17. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    eben, es wurde aufgegeben
    wenn das Marschlager Hachelbich Anfang des 1. Jhs. errichtet worden wäre, dann liegt ein Zusammenhang mit dem Großprojekt Elbegrenze nahe -
    wenn sich aber erweisen sollte, dass es später angelegt wurde, dann hat es nichts damit zu tun
     
  18. LEG XVII

    LEG XVII Aktives Mitglied

    Genau so ist es :hoch:
     
  19. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    :yes: ...diese Einigkeit hätten wir gefühlte 200 Beiträge vorher auch schon erzielen können... :grübel::autsch::D
     
  20. Hermundure

    Hermundure Aktives Mitglied

    Das Lager ist nicht aus augusteischer Zeit. Das zeigt schon allein die Form der Schuhnägel, diese sind jünger. Sie besitzen keine Noppen wie jene in augusteischer Zeit. Siehe auch dazu auch die Tabelle der einzelnen Nagelformen in "Römerlager Hedemünden" (Grote, 2012). Zudem wurde auf der Grabensohle ein Fibelrest einer augenlosen Fibel Hofheim Typ IIa -d gefunden. Das Erdlager in Hofheim wurde 39/40 n. Chr. errichtet. Bei dem Thüringer Stück handelt es sich um ein Derivat dieser Fibel.

    Grüße Michael
     
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