Luftkrieg: Bombardierung von Dresden 1945

Dieses Thema im Forum "Der Zweite Weltkrieg" wurde erstellt von M.A. Hau-Schild, 9. November 2004.

  1. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied


    In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 erfolgte auf das rund 630.000 Einwohner zählende Dresden der schwerste Luftangriff auf eine Stadt im Zweiten Weltkrieg. 773 britische Bomber warfen in zwei Angriffswellen zunächst gewaltige Mengen an Sprengbomben ab. Durch die Zerstörung der Dächer und Fenster konnten die anschließend abgeworfenen etwa 650.000 Brandbomben eine größere Wirkung entfalten. Ihr Feuersturm zerstörte rund 80.000 Wohnungen,. Dem britischen Nachtangriff auf die ungeschützte Stadt, die über keinerlei Luftabwehr verfügte, folgte am Tag die Flächenbombardierung durch 311 amerikanische Bomber. Am 15. Februar mußte das bereits vollständig zerstörte und mit schlesischen Flüchtlingen überfüllte Dresden einen weiteren Angriff der US-Luftwaffe überstehen. Weit über 35.000 Zivilisten verloren ihr Leben. Die bis zur Unkenntlichkeit verkohlten Toten lagen noch Tage auf der Straße oder in den Trümmern, ehe die Leichenberge zur Verhinderung von Seuchen verbrannt werden konnten.

    Da Dresden über keinerlei Kriegswichtigen Industrieanlagen und Verkehrsanbindungen verfügte war dies meiner Meinung nach ein völlig unnötiges Massaker.
    Der Britische Oberbefehlshaber der Bomberkommandos rechtfertigte diese angriffe damit, das man den Gegner auf diese weise Demoralisieren wollte.
    Im Gegenzug benutzte die NS-Propaganda diesen Vorfall um an den Durchhaltewillen der Bevölkerung zu Apellieren.

    Kann man so ein Massaker überhaupt (selbst im Angesicht der unsäglichen Greultaten der Nazis) in irgendeiner Weise Rechtfertigen.
    Und hat dieser Angriff vielleicht sogar zum Gegenteil geführt sprich das einige deutsche die Aufgeben wollten es nicht getan haben aus Angst oder gar Rache?
     
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  2. Rovere

    Rovere Premiummitglied

    Zum Thema Bombenkrieg war heute ein ausgezeichneter Kommentar in der "Presse", Österreichs bester Tageszeitung, verfasst von Kurt Scholz, Restitutionsbeauftragter der Stadt Wien und ein sehr gscheiter Mensch:
    Den gesamten Artikel gibts hier
     
  3. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied


    Habe ich dass dann richtig verstanden?

    In bezug auf die Bombardierung Dresdens zum Beispiel dürfen wir den Allierten keinen Vorwurf machen weil Deutschland den Krieg angefangen hat und die Allierten ihn lediglich Beenden wollten.
     
  4. Rovere

    Rovere Premiummitglied

    Nein, du hast gar nix verstanden. Lies den Artikel. Wie kannst du es dir überhaupt anmaßen von "WIR" zu sprechen? Das ist genau diese Betroffenheitsheuchelei die von Scholz angesprochen wird. Die Bombardierung Dresdens war ein großes Unrecht, ein weiteres Fanal in einem unseligen Krieg der wie keiner vor ihm ein Spur der Zerstörung und des Todes durch ganz Europa gezogen hat.
    Aber wie man nach 60 Jahren immer noch von "wir Deutschen" gegen "die Alliierten" schwafeln kann ist mir unverständlich!
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. November 2004
  5. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied

    Finde unter dem Link leider den Artikel nicht.
     
  6. Rovere

    Rovere Premiummitglied

    sorry, dann spinnt die Seite der "Presse". Macht aber nix, wenn du links aufs Menü schaust findest du den Menüpunkt Meinung. Den klickst du an und dann den Artikel "Bußrituale und andere Moden" von Kurt Scholz. Müsste dann funktionieren.
     
  7. Rovere

    Rovere Premiummitglied

    Ich hab den Artikel lieber ganz reingestellt:

     
  8. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied

    Also zunächst einmal dazu:
    So war das nicht von mir gemeint. Habe mich aber zugegebener maßen Falsch ausgedrückt.
    Gomen Nasai

    Aber nun zum Artikel.
    Der ganze Artikel zeigt sagt tatsächlcih ein anderes als der Ausschnitt.
    Und ich muss zugeben ich wusste nicht das die BRD von der Queen eine Entschuldigung verlangt hat.
    Ich finde diese forderung nach einer Entschuldigung von der Queen auch nicht wirklich gerechtfertigt.
    Und wenn sie geheuchelt ist erst recht nicht. (leider liegt Heuchelei in der natur des Menschen)
     
  9. Rovere

    Rovere Premiummitglied

    Immer noch nicht ganz verstanden ;) - die britische Boulevardpresse hat behauptet Deutschland verlangt eine Entschuldigung der Queen während ihres Besuchs. Dieses Zündeln der Journaille dies- und jenseits des Kanals hat schon oft für Verwirrung, manchmal sogar für Verstimmung gesorgt.
    Was mir an diesem Artikel von Scholz so gut gefallen hat ist die Bezugnahme auf das Schicksal seiner Mutter, denn das zeigt die Unmöglichkeit der Aufrechenbarkeit von Unrecht.
     
  10. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Hier noch ein paar allgemeine Links :

    Abschlussbericht der US-amerikanischen Untersuchungskommission, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Bombenschäden und Auswirkungen des Luftkriegs in Deutschland analysierte.
    http://www.anesi.com/ussbs02.htm


    http://www.bombenkrieg.historicum.net/

    http://www.bombenkrieg.historicum.net/themen/index.html


    Website über die US-amerikanischen Luftstreitkräfte im Zweiten Weltkriegs. Ein Beispiel für die Rezeption des Zweiten Weltkriegs in der US-amerikanischen Öffentlichkeit: "In honor of the members of the air corps here and gone but never forgotten".

    http://collectorsnet.com/milhist/
     
  11. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Bei diesem Thema fällt mir was von Karl Valentin ein.

    Deutsche Bomber steigen in Deutschland auf, fliegen nach England und werfen dort ihre Bomben ab.
    Englische Bomber steigen in England auf, fliegen nach Deutschland und werfen dort ihre Bomben ab.
    Da könnten doch die Deutschen ihre Bomben gleich in Deutschland abwerfen und die Engländer die ihrigen gleich in England abwerfen. Der Effekt wäre der selbe, man würde nur Benzien sparen.
    Eigenartigerweise, hat ihn dafür keiner belangt.
     
  12. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied


    Gegenfrage: Lässt sich Warschau, Coventry, London, Rotterdam oder Guernica in irgendeiner Weise rechtfertigen?
    Du stimmst einen Grundtenor an, wie er zur Zeit im öffentlichen Meinungsbild Einzug hält. Dazu tragen nicht zuletzt Autoren wie Walser oder Grass dazu bei. Oder ein "Historiker" Friedrich. Vox populi übernimmt das kommentarlos weiter. Das ist jetzt kein Vorwurf an dich und ich unterstelle auch keineswegs unhehre Motive, aber:

    Ich überspitz es mal: Nachdem man 60 Jahre lang die Vergangenheit (in dem Fall die Verbrechen des Naziregimes) bewältigt habe, müsse es doch an der Zeit und erlaubt sein, auch auf das eigene Leid und Elend hinzuweisen.
    Nun bezweifelt das ja auch keiner und wegen mir darf man sich gerne (gerade auch im biographischen Kontext) damit auseinandersetzen. Nur: Wenn man eben das eine ausblendet, bleibt eben genau das übrig, was zur Zeit die NPD erblühen lässt. Da ist mittlerweile jeder 10. Abiturient diesen Landes der Ansicht, der Nationalsozialismus habe auch gute Seiten gehabt. Oder beinah jeder 4. Westdeutsche glaubt, die Juden seien immer noch "zu mächtig".
    Und eben diese dumpfe Linie der Wahrheitsverweigerer (nochmals ausdrücklich ehe es zu Mißverständnissen kommt: Für mich gehörst du nicht dazu) nutzt ungeniert einen Grass zur Legitimation ihrer unseligen Flatulenz.
     
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  13. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied

    Gut das der Satz in klammern noch dahinter kam sonst hätte ich dich tatsächlich mißverstanden.

    Nun diese von dir beschriebene Intention hatte ich tasächlich nicht, natürlich haben die Nazis unvergleichliche greultaten begangen die nicht nötig waren und natürlich darf und soll soetwas nicht aufgewogen werden.
    Aber ich denke das man sich vor augen halten sollte das es in einem Krieg nie, also wirklich nie, jemand rein gutes gibt.
    Jeder befleckt seine Weste im Krieg.
     
  14. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Es bleibt festzustellen, dass meiner Ansicht nach der Krieg nie ein Mittel der Politik sein darf und kann. Krieg hat noch nie Probleme gelöst, sondern immer nur neue geschaffen. Lieber zehnmal miteinander reden, als einmal aufeinander schießen. :(
     
  15. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Eigenartigerweise hat das Zitat von Clausewitz heute immer noch Gültigkeit.

    Krieg ist die Fortsetzung von Politik, nur mit anderen Mitteln.
     
  16. Mercy

    Mercy unvergessen

    Und wie stellst du dir die Lösung bei Hitlers Angriffskriegen vor? Wer sollte hier mit wem reden?
     
  17. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Lieber Mercy,Hitler hätte eben keine Angriffskriege macchen dürfen, weil die letzendlich Deutschland nur geschadet haben. England und Frankreich waren nicht gerüstet und hätten so von sich aus nicht angreifen können. :(
    In München ist zwar unter militärischen Druck von Deutschland und Italien geredet worden, aber da war es schon zu spät dazu. Das Reden mit Deutschland hätte längst vor Hitler stattfinden müssen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Februar 2005
  18. Kirlon

    Kirlon Aktives Mitglied

    Hast du schon einmal von Hitlers Zielen, seiner Ideologie und seinem absoluten Willen zu diesen Angriffskriegen gehört?
     
  19. Kirlon

    Kirlon Aktives Mitglied

    Auch das hat stattgefunden. Schon einmal etwas von den außenpolitischen Erfolgen der Weimarer Republik (vor Hitler!) gehört?
    Faktum ist und bleibt, dass Hitler keinen Ausgleich mit anderen Staaten wollte, sondern unbedingt den Krieg mit ihnen.
     
  20. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Lieber Kirlon, ich kenne Hitlers Ideologie. Mit Deutschland hätte vor Hitlers Regierungsantritt geredet werden müssen. Nach der Übernahme der Regierung durch ihn, war es dazu zu spät, da man mit Diktatoren nur schwer reden kann. :(
     

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