Luftkrieg: Bombardierung von Dresden 1945

Dieses Thema im Forum "Der Zweite Weltkrieg" wurde erstellt von M.A. Hau-Schild, 9. November 2004.

  1. florian17160

    florian17160 unvergessen


    Nur weiss man ja heute, dass der Schuss nach hinten losgegangen ist.
    Aber 25 000 sind immer noch zuviel. ( Im moralischem Sinne)
     
  2. floxx78

    floxx78 Aktives Mitglied

    Was die Moral der Deutschen betrifft: Sicherlich.

    Aber was ist mit der Moral der Engländer? Schließlich blieb nach Dünkirchen die RAF lange Zeit die einzig wirksame Waffe gegen das Reich. Wäre mal interessant zu wissen, wie sich die Luftkriegsführung auf die britische "Heimatfront" ausgewirkt hat.

    EDIT:
    Da hast du natürlich Recht.
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Ich habe gestern im Thread zu Original und Remake von Die Brücke die letzte Meldung aus dem Reich zitiert. Aus Gründen der Quellenkritik muss ich folgendes hier noch einmal festhalten: Der Verfasser dieser letzten Meldung hat sich ganz offensichtlich längst von der Reichsregierung distanziert. Jedenfalls klingt nicht alles, was er schreibt wie Kritik aus dem Volk, sondern es klingt wie eine als Bericht verkleidete Kritik an den Verantwortlichen. Wobei immer wieder - insbesondere Arbeiter - zitiert werden. Auch auf den Luftkrieg wird hier eingegangen und zwar einerseits die Empörung der Zivilbevölkerung über Luftangriffe (diese Passage halte ich für echt und für nicht allein aus der Feder des Verfassers entsprungen) und das Festhalten der Diskrepanz zwischen Kriegspropaganda und Stimmung in der Bevölkerung. Insbesondere Göring wird Gewalt angedroht.
     
  4. Turgot

    Turgot Neues Mitglied


    Die Briten nahmen doch für sich gerne in Anspruch für eine moralische Sache zu kämpfen und bedienten sich doch dabei Mittel, die doch wohl moralisch fragwürdig waren.:grübel:
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Oktober 2008
  5. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Als ich als 4-5jähriger erstmals mit offenen Augen durch Stuttgart lief, beide Schlösser kaputt, Kronprinzenbau, Hindenburgbau, alles leere Fensterhöhlen, ganze Stadtviertel einstockige Behelfsbauten.
    Habe ich gefragt, "wer war das?" "Die Amerikaner."
    "Aber das sind doch unsere Freunde?"
    Sagte Papa: "So hat sich das halt geändert".
    Kein Wort der Kritik oder sonst was.

    Und da findet man meiner Ansicht nach den Schlüssel zur bedingungslosen Westorientierung der frühen BRD.
    Diese Lektion die die Deutschen unter diesem Bombenhagel gelernt haben, haben sie nicht mehr vergessen. Es kann gehen wie es will, aber nur noch auf der Seite der Amis.
    Eine gewaltige Wirkung, die die Bombenangriffe langfristig hatten.

    Ich weiß nicht ob das schon mal untersucht wurde, falls ja, würde mich sehr interessieren.
     
  6. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Das hat Dresden und Magdeburg zB aber nichts genützt.
     
  7. Turgot

    Turgot Neues Mitglied

    Die alliierten Terrorangriffe sollen ursächlich dafür verantwortlich zeichnen, das die Bundesrepublik später fest im Westen integriert wurde? Meinst du nicht, das hier ganz maßgeblich Adenauer, mit seinen ganz persönlichen außenpolitischen Vorstellungen, verantwortlich zeichnet und den schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg heraufziehenden Kalten Krieg (Berlin, Korea etc.)?
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Oktober 2008
  8. Turgot

    Turgot Neues Mitglied

    Über dem grauenhaften Angriff auf Dresden, hat sich später der zuständige Gauleiter Sachsens Martin Mutschmann dahingehend geäußert, es sei furchtbar, was in jener Nacht an Kunstschätzen zerstört worden sein, es seien auch viele Menschen umgekommen, aber die Kunstschätze seien nicht mehr zu ersetzten.

    Und das, zumindest wohl in diesem Fall nicht ganz zu recht, denn es war doch Hitler, der immer wieder einen forcierten Ausbau der Jäger verhindert hat.
     
  9. Kaiser Wilhelm

    Kaiser Wilhelm Neues Mitglied

    Ich denke, dass eine Vielzahl von Umständen zur Westintegration Deutschlands geführt hat, u.a. und maßgeblich natürlich die totale Niederlage sowohl der Ideologie, der Wirtschaft und auch der Infrastruktur, die Deutschland gar nichts anderes ermöglichte, und die Lektion und Erkenntnis, dass beide Weltkriege im Endeffekt in einer Niederlage endeten. :winke:
     
  10. Balduin

    Balduin Gesperrt

    Da stimme ich dir eher zu, ja - Repos These halte ich in diesem Sinne etwas gewagt.
    Ich denke, es spielt auch die Einschätzung der Bevölkerung über die Sowjets und die Amerikaner eine Rolle.

    Hatten nicht schon deutsche Soldaten die Meinung vertreten, dass eine Gefangenschaft durch die Amerikaner sehr viel erträglicher als durch die Rote Armee wäre?
     
  11. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Die BRD war eine Demokratie, und Adenauer brauchte Wähler die mitgezogen haben.
    Die bedingungslose Westintegration war in der BRD ständig mehrheitsfähig.
    "Unsere Freunde die Amerikaner"

    Und eine große Rolle haben da die riesigen Bombengeschwader gespielt, die die zukünftigen Freunde an den Himmel über Deutschland gehängt haben.

    OT: Das Wort "Terrorangriff" kenne ich aus dem Wehrmachtsbericht, und aus den Erzählungen Mitteldeutscher. Im Westen ist das Wort zu meinen Lebzeiten nicht mehr üblich gewesen.
     
  12. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Nee nee Leute, nix mit maßgeblich Adenauer.
    Mag ja sein, dass vieles mit hineingespielt hat, das ist diskutierfähig.

    Aber "maßgeblich Adenauer"....
    wenn dies nicht mehrheitsfähig gewesen wäre, dann hätte der Conny an Vorstellungen gar vieles haben können.....
     
  13. Turgot

    Turgot Neues Mitglied

    Du vertrittst also die Ansicht, das nach den Untergang des "tausendjährigen" Reichs, die deutsche Bevölkerung dazu neigte, sich in den Westen zu integrieren. Die Amerikaner sind nicht als Befreier gekommen und sie wurden auch nicht als solche empfunden. Die Amerikaner haben sich beispielsweise in Sachen Entnazifizierung nicht gerade Freunde gemacht. Leider haben sie damit viel zu schnell wieder aufgehört. Sie haben dieses Unterfangen, wenn auch nur für relativ kurze Zeit, konsequent betrieben. Aber eine Einstellung bei der Bevölkerung, nach der bedingungslosen Kapitulation und der restlosen Besetzung Deutschlands, "unsere Freunde die Amerikaner", ist mir unbekannt.

    Das war ein Prozess, der erst langsam über mehrer Jahre gewachsen ist, vor allem nach dem die Amerikaner erkannt haben, das "ihre" Deutschen im Kalten Krieg nützlich durchaus sein könnten.

    Kurt Schuhmacher war beispielsweise anfangs gegenüber den Westen durchaus misstrauisch.

    Die Blockade Berlins, die Furcht vor den Kommunismus in Gestalt der Sowjetunion und auch das Ausbrechen des Korea-Krieg haben doch zu der Verbundenheit zu den USA so einiges beigetragen.

    Auch OT: Ich kenne das Wort u.a.Terrorangriff auch aus der Schule. Gerade die englischen Bombardements ab 1942 erfüllen m.E. einwandfrei den Tatbestand von Terror. Wie würdest du denn beispielsweise die "Jagd" auf Zivilisten und Kühen von englischen Flugzeugen heraus sonst nennen. Auch die so genannten Blockbusterbombem oder der gewaltige Einsatz von Brandbomben waren purer Terror. Oder mit Vorsatz die Bomber aufsteigen zulassen, um zum Beispiel die Löscharbeiten wie in Hamburg zu unterbinden. Die Briten haben erst gar nicht militärische Ziele angegriffen, sondern Krieg gegen die Zivilbevölkerung geführt. Da gibt es nichts zu beschönigen, das war schon so. Die britische Regierung war sich auch nicht zu schade, ihr eigenes Parlament in dieser Anglegenheit zu belügen.

    Harris wurde einmal auf diesen Umstand angesprochen und meinte mehr oder weniger achselzuckend, diese Menschen haben Hitler gewählt. Jooh, Säuglinge und Kinder haben Hitler gewählt . Alles klar. Außerdem sollte Mr. Harris wissen, das der Massenmörder Hitler in demokratischen Wahlen nie eine´absoluten Mehrheit erreicht hat. Der englische Luftkrieg war doch eine zutiefst inhumane Kriegführung ohne jegliche Grenzen. Irgendwann hätte Harris doch kapieren müssen, das sein Konzept vollkommen verfehlt war. Ich glaube Harris würde in Deutschland auch heute noch keine gute Presse bekommen. Die Amerikaner hingegen haben im Zuge ihrer Tagangriffe ganz überwiegend Präzisionsangriffe gegen militärischen Ziele geflogen. Und für Mrs Harris wurde in London sogar ein Denkmal aufgestellt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Oktober 2008
  14. Tib. Gabinius

    Tib. Gabinius Neues Mitglied

    Ich stimme zwar zu, dass die Akzeptanz der Bevölkerung eher in der Gesamtheit von Dingen wie der schnellen Beendigung der Entnazifizierung, der Berlinversorgung und nicht zuletzt auch der Wiederbewaffnung zu suchen ist, von Präzisionsangriffen Seitens der Amerikaner kann aber auch nicht allein die Rede sein. Es gibt eine Reihe von Kombinationsattacken mit den Engländern und Angriffe wie der auf Köln in den letzten Kriegstagen sprechen ebenfalls nicht gerade von Präzision.

    Aber zurück zu Dresden. Es wundert doch ein wenig, dass man nun mit dem Metalldetektor über die Auen gegangen ist, und damit feststellt, dass alle Zeugen über die Tieffliegerangriffe falsch waren.
     
  15. Turgot

    Turgot Neues Mitglied

    Das ist korrekt, deshalb schrieb ich ja auch ganz überwiegend.
     
  16. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Zuletzt bearbeitet: 3. Oktober 2008
  17. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Interessant für dieses Thema:
    in einer Zeitung stand heute darüber ganz ähnliches:
    Historiker: In Dresden gab es 25 000 Tote
     
  18. floxx78

    floxx78 Aktives Mitglied

    Dass Irving als alter "Auschwitz-Leugner" zu realistischen Zahlen kommt, hat mich auch immer wieder erstaunt, ist doch gerade "Dresden" eines der Paradeargumente der NS-Apologeten.

    David Irving ? Wikipedia

    Wie auch immer: Gut, dass sich mal eine seriöse Historikerkommission detailliert mit dem Thema beschäftigt hat.

    http://www.geschichtsforum.de/365683-post99.html
     
  19. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Es ist schon ein Treppenwitz, dass ausgerechnet die Ikone der Holocaust-Leugner David Irving gewisse immer wieder vorgebrachte Behauptungen widerlegte. Oder hatte der Mann damals (1966) noch seine 5 Sinne beisammen ?
     
  20. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Man geht von aus, dass die Nazis wegen Propagandazwecken kontinuierlich bei jeder Amtsebene die Opferzahlen nach oben gefälscht haben. Gleiche Prozedur fand in der DDR unter den Kommunisten bei Wahlen statt.
     

Diese Seite empfehlen