Mythen die einmal Menschen waren.

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten im Mittelalter" wurde erstellt von askan, 28. Juni 2004.

  1. Kassia

    Kassia Neues Mitglied


    Als Pendant dazu erfand die Staatsführung der DDR dieses extra gestärkte Zonen-Raststätten-Klopapier Stalins Rache - Damit auch der letzte Arsch rot wird
     
  2. Mercy

    Mercy unvergessen

    Aber, aber, Stalin im Mittelalter (historisch natürlich)?
     
  3. Kassia

    Kassia Neues Mitglied


    nun ja, dann gehören Jesus und Homer wohl auch nicht hierher und weißdergeier wer noch alles... und Montezuma ist selbst so ein Grenzfall

    *klugscheiß*
     
  4. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Eine weitere historische Persönlichkeit die in die Sagenwelt einzug fand war Ramon II. Roger Trencavel, der Vizegraf von Carcassonne.
    Der 1209 gegen die Kreuzfahrer seine Herrschaft und Leben verlor.
    Wolfram von Eschenbach nahm in als Vorbild für den Gralshüter "Parzival".
    Esclarmonde von Foix, eine Verwandte des Trencavels, machte Wolfram zu dessen Sagenmutter "Herzeloyde".
     
  5. LadyAlienor

    LadyAlienor Gesperrt

    @joineville

    Kennst du die Gralsromane von Peter Berling?
    Da kommt der Name auch vor, ich glaub im Roman war das der Vater des Gralshüters Roc.
     
  6. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Das stimmt, in den Berling Büchern ist das ein zentrales Thema.
    Allerdings war da der "Parzival"-Trencavel der Großvater von "Roc".
    Ich bin ein absoluter Berlingfan.

    Ein weiterer legendenumnebelter Heroe war Gottfried von Bouillon. So war sein Vater, Eustachius II., einer der Schwanenritter. Außerdem sagte man Gottfrieds Herkunft vom Hause David nach (über die Plantart-Grafen von Razès).

    Dann fällt mir noch Heinrich "der Löwe" ein.
    Im Heiligen Land tötete er einen Drachen und rettete dadurch einen verwundeten Löwen. Aus dank versprach der Löwe sich zu revangieren.
    Als bald, überbrachte eine Taube (oder ein anderes Federvieh) eine Nachricht von Heinrichs Frau, Mathilde. Verräterische Vasallen und anderes ruchloses Gesinde bedrohe ihre Sicherheit (und Keuschheit).
    Heinrich schwang sich auf den Rücken des Löwen und dieser sprang mit nur einem einzigen Satz von Jerusalem nach Braunschweig.
    Heinrich erschlug die Verräter, rettete sein bedrängtes Weib und stellte Ruhe und Ordnung im Sachsenland wieder her.
    Und so kam Braunschweig zu seinen Löwen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Juni 2006
  7. timotheus

    timotheus Neues Mitglied

    Sagenstoffe über historische Personen - oder auch deren Ahnherren (die noch nicht einmal mit Sicherheit belegt sind) - bringen wirklich interessante Aussagen zur Heraldik zutage...
    Bisweilen finden sich solche Geschichten noch heute in Stadtchroniken, welche sich mit dem eigenen Stadtwappen auseinandersetzen.

    Da fallen mir nämlich die Grafen von Schönburg ein (ja, schon wieder ;) ), deren Wappenschild von Rot und Silber dreimal schrägrechts geteilt ist.

    Es gibt eine sagenhafte Geschichte zum Zeichen der Schönburger, die rund 1200 Jahre zurückreicht. Damals soll Karl der Große seine Getreuen nach einer gewonnenen Schlacht mit Wappenschilden belohnt haben, doch der Schönburger bat, seinen Schild leer zu lassen, "bis er für ihn geblutet habe".
    Die Gelegenheit kam in einer Schlacht, in der Karls Schild zerbrach und ihm der Schönburger, schwerverletzt, seinen eigenen Schild reichte.
    Karl der Große wurde gerettet. Daraufhin soll er die Wunde des Schönburgers berührt und zwei blutrote Streifen über den bis dahin leeren Schild gezogen haben: "Dies, Schönburger, sei von nun an dein Wappen!"

    Anm.: Es gibt natürlich genug historische Fakten, die eher dafür sprechen, daß es so garantiert NICHT gewesen ist...
     
  8. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Eine wundervolle Geschichte. Wahrlich.

    Eine ähnliche Geschichte brachte den Österreichern ja ihre Landesfahne ein.
    Herzog Leopold, der von "Löwenherz" tief beleidigt wurde, soll sich im Heiligen Land wie ein Berserker in die Schlacht gestürzt haben.
    Nach siegreichem Kampf war sein weißer Waffenrock vom Blut des Feindes rot gefärbt. Nur ein Streifen, nähmlich der unter seinem Gürtel, blieb weiß.
     
  9. timotheus

    timotheus Neues Mitglied

    Und nicht nur ihnen; schau mal bei Wikipedia, wie nach der Legende das Wappen von Katalonien entstanden sein soll: http://de.wikipedia.org/wiki/Wilfried_der_Haarige

    Gibt es noch mehr davon?
    Vor allem solche, die in die Zeit der Karolinger zurückreichen?
    Immerhin ist Wilfried - oder genauer Guifre - als Begründer der Dynastie der Grafen von Barcelona historisch gesichert (ich erwähne seine Person gleich noch unter "Beinamen")...
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Juni 2006
  10. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Hmm. Die Geschichte mit Wilfred hab ich schon mal gehört.
    Allerdings weiß ich nicht viel über Heraldig oder wie die Wappen und Fahnen entstanden sind.
     
  11. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Hab soeben ein Kreuzfahrermythos ausgegraben.
    Ida von Cham, verwitwete Markgräfin von Österreich, führte 1101 das österreichische Kontingent auf dem "deutschen Kreuzzug" an.
    Jedenfall wurde dieser Kreuzug in Kleinasien von den Seldschuken niedergamacht.
    Eine Legende behauptet, dass Ida die Schlacht überlebte und in die Gefangenschaft von Kilidsch Arslan geriet.
    Dieser verkaufte sie in den Harem des Atabegs von Aleppo.
    Ihm gebar Ida, Imad ed - Din Zengi, der 1144 Edessa von den Kreuzfahrern zurückeroberte.
     
  12. timotheus

    timotheus Neues Mitglied

    Das ist aber wirklich ein Mythos, welcher der historisch-chronologischen Überprüfung nicht standhält.
    Abgesehen davon, daß Ida um 1101 bereits über 40 Jahre alt war (* um 1055), war auch Imadeddin Zengi im Jahre 1101 bereits mindestens 14 Jahre alt (* 1082 oder 1085 oder 1087).
    Leider gibt es zu Ida nur den englischen Artikel: http://en.wikipedia.org/wiki/Ida_of_Formbach-Ratelnberg
     
  13. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Eine Interessante Frau scheint sie gewesen zu sein.
    Angeblich soll sie ihr Heer, in Rüstung und im Sattel sitzend, angeführt haben.
     
  14. timotheus

    timotheus Neues Mitglied

    Interessant?
    Den Überlieferungen nach soll sie sehr schön gewesen sein...

    Einige Textstellen aus Reinhard Barth "Taschenlexikon Kreuzzüge"...

    Aus dem selben Buch - vgl. oben...

    Ähnliche Aussagen, wonach Ida lediglich den Heerführer Herzog Welf IV. von Bayern begleitete, finden sich auch hier: http://www.genealogie-mittelalter.d...rg_markgraefin_von_oesterreich_+_um_1101.html

    Wer das deutsche Kontigent angeführt hat, steht demnach eindeutig fest: Herzog Welf IV. von Bayern.
    Abgesehen davon sind die muslimischen Berichte über kämpfende Frauen auf christlicher Seite nicht ganz unumstritten...
     
  15. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Natürlich führte Herzog Welf den Kreuzzug an, da er wohl der "Ranghöchste" Adlige war. Jedoch dürften Ida auch einige Ritter aus der bayrischen Ostmark gefolgt sein, die sich dann, mit ihr, dem Heer des Welfen anschlossen.
    Über Idas Rolle bei dieser bewaffneten Pilgerfahrt hab ich leider nur Informationen die eben legendären Ursprungs sind.

    Überhaupt war ja Welf der Lehnsherr Idas, als Herzog von Bayern.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Juni 2006
  16. alfred

    alfred Neues Mitglied

    Interessant wäre es auch, etwas mehr über Rodrigo Diaz de Vivar zu erfahren, der unter dem "Künstlernamen" El Cid sogar zu Filmehren gekommen ist.
     
  17. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

  18. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Diese Sendung kam heute Nachmittag auf 3sat. "Schneewitchen und der Mord in Brüssel". War sehr interessant.
     
  19. Mercy

    Mercy unvergessen



    Da gibt es auch noch:

    Schneewittchen in Bayern
    Das "sprechende" Spieglein an der Wand in Lohr
    Als Entstehungsort bzw. Heimat Schneewittchens wird unter anderen die Stadt Lohr am Main im Spessart angesehen.


    Schneewittchen in Hessen
    Der hessische Heimatforscher Eckhard Sander bietet eine weitere Erklärung. Im Stadtarchiv von Bad Wildungen befindet sich ein Dokument über Fräulein Margaretha von Waldeck,...


    Schneewittchen in Niedersachsen
    Vermutet wird auch die inhaltliche Herkunft des Märchens aus den Sieben Bergen, einem Höhenzug im Leinebergland im südlichen Niedersachsen.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Schneewittchen
     
  20. Helma

    Helma Neues Mitglied

    Hat jemand schon vom Heiligen Transi gehört?

    Der wurde in Frankreich recht lange verehrt, in der Kirche von Ganagobie (Provence) hatte er einen Altar zu dem Eltern ihre totkranken Kinder brachten, zeitweise auch totgeborene oder ungetauft verstorbene Kinder. Er erweckte sie ganz kurz wieder zum Leben, damit sie rasch getauft werden konnten, um sodann wieder zu den Toten zurückzukehren und in geweihter Erde bestattet werden zu können (dieser auch an anderen Orten in Frankreich verbreitete Brauch, ist im Zusammenhang mit der Lehre vom Limbus zu sehen).

    Die "Herkunft" des Heiligen Transi, der selbstverständlich kirchlich nie anerkannt, dessen Kult aber zumindest zeitweise stillschweigend geduldet wurde, liegt im Dunkeln. Eine der Vermutungen gehört dahin, die Legende gehe darauf zurück, dass die Gebeine des Heiligen Honoratus für einige Zeit in Ganagobie als Transitstation zwischengelagert worden sein sollen.

    :grübel:
     

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