Nachwirkungen von Pearl Harbor auf die Flotte der US Navy

Dieses Thema im Forum "Der Zweite Weltkrieg" wurde erstellt von Apvar, 2. Dezember 2017.

  1. Apvar

    Apvar Premiummitglied


    Hallo Zusammen

    Ganz klar das der Angriff des Japanischen Kaiserreiches auf die USA in Pearl Harbor 1941 Auswirkungen auf die Flottenrüstung hatte.
    Das offensichtliche war, das die USN im Pazifik erst mal keine Schlachtflotte hatte und erst einmal als Machtfaktor im Pazifik ausfiel. Die Marinefliegerei hatte mit dem Japanischen Angriff der Trägerflotte ihre Wirksamkeit eindrucksvoll bewiesen. Und als einziges As im Ärmel der USN war erst einmal die Amerikanische Trägerflotte, die ja vor dem Angriff auf Pearl Harbor zu Übungen ausgelaufen war. Wobei gerne übersehen wird das die U-Boot-Flotte der USN im Pazifik ja auch noch fast unangetastet geblieben ist.

    Angriff auf Pearl Harbor – Wikipedia
    U-Boot-Krieg – Wikipedia

    Ist der Wandel in der Ausrüstung von der Schlachtflotte zur Trägerflotte, der schon im Gange war, wegen der erwiesenen Fähigkeit der Flugzeugträger, beschleunigt worden, oder weil es einfacher war diverse Träger anstelle einer neuen Schlachtflotte zu bauen? Zumal ja auch nicht so viele Schiffe aus dem Atlantik abgezogen werden konnten durch die schon vorhandene Konvoisicherung vor der Kriegserklärung durch Deutschland. Das ganze wurde ja noch wichtiger als Deutschland den USA nach Pearl Harbor den Krieg erklärt hat. Umso weniger konnte die USN Schiffe im Atlantik entbehren.
     
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Das hatten wir mal diskutiert (vgl. z.B. #41) Aber vermutlich kennt Silesia den aktuellen Literaturstand besser.

    http://www.geschichtsforum.de/thema/japanische-landung-in-pearl-harbor-1941.30515/page-3

    Gab mal ein Pdf von Naval War College: Race for the decisive weapon: British, American, and Japanese carrier fleets 1942-1943,

    in dem das Thema diskutiert wird (habe es als Link nicht mehr gefunden sorry)

    Pauschal kann man sagen, dass die Dominanz der Träger wohl erst ca. 1944 einsetzte als sie in substantieller Zahl verhanden waren. Die US-Navy hielt sie tendenziell eher zurück, um sie nicht einzeln "zu verbrauchen".

    Wichtig ist, auf die Bedeutung der Flugzeuge hinzuweisen, da Träger ohne diese sinnlos sind. Die Bedeutung der Träger konnte sich auch durchsetzen, weil die Qualität der Flugzeuge besser wurde, wie beispielsweise die "Hellcat".
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Dezember 2017
  3. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied


    Als Ergänzung zur Evolution der Strategy der Verweis auf Hone (2009). Er schreibt:

    " Opportunities for the employment of major tactics were lacking in the two years following Pearl Harbor [Damit waren die Planungen im Rahmen von "Warplan Orange" zunächstrelativ bedeutungslos]. The combat that did occur - furious battles of light forces and lng range carrier duels - revealed flaws in the Navy`prewar approach to the developement ....of tactical doctrin."(S. 72)

    Und damit ist primär die Vorstellung der klassischen "Battleline" der Schlachtschiffe gemeint, auf die sich die Vorstellungen im Rahmen der US-Kriegspläne beziehen.

    Und fährt fort:
    The Navy`s carrier task force doctrine was revised on the basis of these developements and of lessons from the 1942 battles. Single carrier formations were abandoned: task forces were formed around multiple carriers operating together." (ebd. S. 23)

    Die neuen Vorstellungen fanden ihren Niederschlag in "Current Tactical Orders and Doctrines, US Pacific Fleet, kurz "PAC 10" im Juni 1943.

    Auf diese Vorstellungen basierte die navale Kriegsführung der USA für den Rest des WW2 im Pazifik. Und bildete ein einheitliches Verständnis für alle Offiziere von Schiffen, die in diesem Bereich agierten.


    http://www.ijnhonline.org/wp-content/uploads/2012/01/hone_doctrine-in-the-usn_-rev10-02.pdf


    Hone, Trent (2003): The evolution of fleet tactical doctrine in the US Navy, 1922-1941. In: The Journal of Military History 67 (4), S. 1107–1148.
    Hone, Trent (2009): US Navy surface battle doctrine and victory in the Pacific. In: Naval War College Review 62 (1), S. 67.
    Hone, Trent (2018): Learning War. The evolution of fighting doctrine in the u.s. navy, 1898 - 1945. [S.l.]: NAVAL INST PRESS.
    Hone, Thomas C.; Hone, Trent (2013): Battle Line. The United States Navy 1919-1939. New York: Naval Institute Press.
    Miller, Edward S. (1991): War plan Orange. The US strategy to defeat Japan, 1897 - 1945. 1. print. Annapolis, Md.: Naval Inst. Press.
    Potter, Elmar Belmont; Nimitz, Chester W.; Rohwer, Jürgen (Hg.) (1982): Seemacht. Eine Seekriegsgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart. Pawlak.
    Willmott, H. P. (2010): The last century of sea power. Volume 2: From Washington to Tokyo, 1922-1945. Bloomington, IN: Indiana University Press.
     
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  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Thane hat das alles schon zusammen gefasst. Auf PAC 10 als Operationsanweisung ist schon im anderen thread verwiesen worden. Wichtig ist auch der Unterschied zwischen handling des verbliebenen „Materials“ und gültiger Doktrin. Das ist auseinander zu halten.

    Aufhellend ab 1942 sind die Planbauten der BB, und hier auch die Montana-Klasse (storniert Juli 1943).

    Nachträge in der Literatur müsste ich nachschauen, aus dem Stand ist da aber inhaltlich nichts am Resümee verändert.
     

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