Nahostkonflikt

Dieses Thema im Forum "Blockbildung und Kalter Krieg" wurde erstellt von tessaqueen, 16. November 2010.

  1. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter


    Sein Artikel in dem Buch habe ich noch nicht gelesen. Kann das also nicht beurteilen. Er ist ja einer unter vielen Autoren. Werde ihn mir mal näher anschauen. Danke für den Hinweis.
     
  2. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Worauf sich der Begriff "Antisemitismus" bezieht, wurde oben mehrfach gesagt. Auch wenn er im Hinblick auf die Araber, die ebenfalls eine semitische Sprache sprechen, nicht korrekt ist, so werden wir beide daran nichts mehr ändern.
     
  3. Zeki

    Zeki Neues Mitglied


    Ich wollte nur ein Bewusstsein dafür schaffen nicht jedes Wort blind zu benutzen.
    Denn was bei dem Nahostpolitik stets in den Hintergrund tritt ist eben die Verwandtschaft von Hebräern und Arabern, die eigentlich eine Basis für Frieden bilden könnte.
    Durch das Benutzen des Wortes "Antisemitismus" für arabischen Judenhass wird das meiner Meinung nach nur verstärkt.
    Aber ich merk schon selber das geht hier zu weit was ich gerade schreibe und hat hier nichts zu suchen ;).
     
  4. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Das musst du uns nicht sagen. Hier gibt es doch einige die sind vom Fach und wissen, wann man welche Begriffe einsetzen kann und auch muss.


    In der Tagespresse sicher. Aber sicher nicht bei den Historikern und auch nicht hier im Geschichtsforum.


    Antisemitismus ist ein Begriff der sich durchgesetzt hat. Wenn man unter Historikern oder Politikwissenschaftlern von Antisemitismus spricht, weiss jeder um was es geht. Ich habe schon einmal erwähnt, dass es auch im arabischen Raum Antisemitismus gibt, dieser wird von gewissen Elementen gekennzeichnet, ich wiederhole mich gerne:

    Die zentralen Elemente sind Verschwörungstheorien in der Tradition der "Protokolle der Weisen von Zion" und die Leugnung des Holocaust. Der islamische Judenhass (vor allem durch die radikal islamischen Organisationen) ist durch das Internet mit dem europäischen und amerikanischen Rechtsextremismus verbunden, diese Verbindungen darf man nicht unterschätzen.

    Bei jeden Begriff ist es wichtig diesen im richtigen Kontext einzusetzen und wenn wir hier von Antisemitismus sprechen, dann setzen wir den schon in den richtigen Kontext.
     
  5. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Es gibt drei verschiedene Formen von Judenfeindlichkeit:
    - Antisemitismus (gegen die jüdische "Rasse")
    - Antijudaismus (gegen das Judentum als Religion)
    - Antizionismus (gegen den Staat Israel)
    Bei Antisemitismus ist klar, was gemeint ist. Würde man stattdessen Wörter wie "Judenhass" oder "Judenfeindlichkeit" verwenden, müsste erst näher nachgefragt werden, was denn nun genau gemeint ist.
     
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  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Zu zwei Dingen möchte ich noch etwas bemerken, zunächst einmal zum rassistischen Antisemitismus und zu der These, "selbst Antisemiten sehen den Begriff Antisemitismus als falsch an". Letztendlich kann es sich immer nur um eine Teilmenge handeln. Da Antisemitismus nicht rational ist, hat man es im Prinzip bei jedem Antisemiten mit einem sehr eigenen Konstrukt zu tun; wenn also Goebbels - ich weiß nicht zu welcher Gelegenheit, vielleicht als man dem Mufti von Jerusalem Honig um den Bart schmierte? - versucht den Begriff Antisemitismus auf Antijudaismus zu ändern, dann betrifft das zunächst nur seinen eigenen Antisemitismus. Und, wie schon angedeutet, ist vielleicht auch situativ zu verstehen.

    Nun zum Antijudaismus im andalusischen Islam: es gab 1066 ein größeres Massaker an Juden in Granada, bei dem bis zu 4000 Menschen umgekommen sein sollen (die Zahlenangaben schwanken). Ein verbannter Richter, Abū Isḥāq al-Ilbīrī hatte - per Gedicht - schon länger dazu aufgerufen, weil die Juden in Granada nicht mehr die ihnen zugewiesene Rolle als Dimmīūn ausübten, sondern im Königreich der Zīrīden von Granada immer mehr Macht ausübten.
     
  7. Zeki

    Zeki Neues Mitglied

    Ich mache mich nur stark dafür den Begriff etymologisch zu prüfen und einen passenderen Begriff zu finden.
    Dass ich jetzt net alleine irgendwas ändern kann ist klar, aber innerhalb der (historischen) Forschung ändern sich nun mal Begriffsdefinitionen oder Bezeichnungen, aber auch nur wenn "Forschende" Begriffsdefinitionen weiterentwickeln.
    Ein Beispiel hätte ich aus der Germanistik: jeder von uns weiß was mit "lyrisches Ich" gemeint ist und es ist auch allgemein gebräuchlich.
    Trotzdem gehen viele Germanisten gerade darüber hinzu nur noch vom "Ich" oder dem "artikulierten Ich" zu sprechen.
    Man muss sich also nicht an einem Begriff festhängen :) .
    Im Antonym zu "Antisemitismus", Semitismus sind übrigens die Araber etc. auch enthalten, gerade das bezeugt die falsche Verwendung der Definition im allgemeinen Sprachgebrauch.

    Also mir ist klar was im allgemeinsprachlichen Gebrauch unter Antisemitismus zu verstehen ist, und ich weiß auch dass sich diese Definition durchgesetzt hat, das muss echt nicht mehr wiederholt werden ;) . Und ich weiß auch warum der Begriff diese Definition hat, ich möchte nur anregen über den Gebrauch des Wortes nachzudenken:grübel:.

    Edit: Aber das gehört nun echt nicht mehr zum Thema... .
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Dezember 2010
  8. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Dann kannst du das ja mal versuchen.

    Antisemitismus ist nun mal der Oberbegriff für jede Art von Judenfeindschaft. Er charakterisiert aber auch die Wortbildung des letzten Drittels des 19. Jahrhunderts und die damit verbundene Pseudowissenschaft. Da kannst du lange dagegen sprechen.

    Ich weiss nicht ob dir bekannt ist, dass es auch eine Antisemitismusforschung gibt. In der Antisemitismusforschung werden eine vielfallt von Erscheinungsformen des Antisemitismus untersucht. Beginnend mit der Judenfeindschaft in der Antike bis zum modernen Antisemitismus. Dabei haben sich auch die Theorien der Psychologie und der Psychoanalyse in dieser Forschung etabliert. Um ein so komplexes Thema wie der Antisemitismus zu erklären braucht es das Zusammenwirken von verschiedenen Disziplinen, Methoden und Theorien. Die Antisemitismusforschung schaut sich nicht nur die Judenfeindschaft an, sondern untersucht auch die Diskriminierung und Ausgrenzungen von Minderheiten und Xenophobie. Migrationsprozesse und Minoritäten Konflikte gehören ebenso in das Forschungsfeld, wie die Geschichte der Verfolgung ethnischer, religiöser und politischer Minderheiten.
     
  9. Zeki

    Zeki Neues Mitglied

    Ja und ich kritisiere nun mal das wir heute diese unpassende, pseudowissenschaftliche Wortbildung als Selbstverständlichkeit weiter nutzen aber treffe da nur auf Mauern a la "Das ist nun mal so.".

    Deswegen brauchen wir da eigentlich nicht weiter zu diskutieren ;).

    Edit: das mag auf manche wie Haarspalterei wirken, allerdings empfinde ich es als wichtig für wissenschaftliches Arbeiten passende Begriffe zu nutzen und eben keine pseudowissenschaftlichen Begriffe.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Dezember 2010
  10. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Du kannst ja mal beim Zentrum für Antisemitismusforschung anklopfen und ihnen einen neuen Begriff zukommen lassen, den du für passend findest.

    Aber Du hast natürlich Recht, wir brauchen an dieser Stelle nicht weiterdiskutieren, weniger deshalb "weil es so ist", sondern weil du dich jedem wissenschaftlichen Zugang zu einem historisch gewachsenen Begriffsverständnis verwehrst und wir uns bei einer weiteren Diskussion nur weiter im Kreis drehen würden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Dezember 2010
  11. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Es ist eine gänzlich unsinnige Haarspalterei, denn jeder auf dieser Welt weiß, was mit dem Antisemitismus verbunden ist. Niemand, der bei Trost ist ist, wird einen semitisch sprechenden Araber als Opfer des Antisemitismus betrachten.
     

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