Napoléon Bonaparte Todesursache

Dieses Thema im Forum "Französische Revolution & Napoleonische Epoche" wurde erstellt von Anne, 22. November 2011.

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  1. Anne

    Anne Neues Mitglied


    Hallo Ihr, habe neulich ein Buch über mysteriöse Todesfälle in der Geschichte gelesen - und festgestellt, dass auch Napoléons Todesursache umstritten ist.

    Der Autor des Buches vertritt die Meinung, dass es sich um eine Vergiftung durch Arsen gehandelt haben müsse, was mir doch etwas suspekt erscheint, denn seine Haare wurden post mortem gar nicht untersucht, es wurde nur Magenkrebs festgestellt.

    Allerdings gibt es jetzt, nach 200 Jahren Untersuchungen an Haaren, die angeblich von ihm stammen und tatsächlich eine erhöhte Konzentration von Arsen beinhalten. Auch Napoléon selbst hat nicht an einen natürlichen Tod geglaubt, seine letzte Bitte soll gewesen sein, ihn zu sezieren.


    Frage: Was meint ihr dazu, ist eine Vergiftung durch Arsen denkbar? Und was meinen die Historiker?

    Andere Theorien sind: Arsen ist in sein Körper gekommen, weil Weinfässer damals mit einer arsenhaltigen Substanz gesäubert wurden und er viel Wein getrunken hat und natürlich Magenkrebs.


    Ich selbst halte die Magenkrebs Variante am wahrscheinlichsten, denn auch sein Vater soll an Magenbeschwerden gelitten haben.
    Allerdings ist die Arsenkonzentration sehr hoch -.-
     
  2. Lili

    Lili Neues Mitglied

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  3. excideuil

    excideuil unvergessen


    Bei Willms findet sich dazu:

    "Am vierten Tag nach seinem Tod wurde N. zu Grabe getragen. Zuvor hatten die Ärzte Arnott und Antommarchi in Anwesenheit dreier Kollegen, der Mediziner Short, Mitchell und Livingstone, sowie der Generäle Bertrand, Montholon und weiterer zehn Personen eine Autopsie des Leichnams vorgenommen. Die Untersuchung ergab, dass alle Organe bis auf den Magen, der von einem Krebsgeschwür befallen war, gesund waren, lediglich die Leber war anormal groß, das Herz ungewöhnlich klein."

    Alles andere ist Spekulation und auch Legende.

    Grüße
    excideuil

    Quelle: Willms, Johannes: „Napoleon“, Pantheon, München 2009, (2005), Seiten 688-689
     
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  4. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Unter Unterhaltungsaspekten empfehle ich "Der Mørder Napoleons" von Ben Weider und David Hapgood, bei dem die Vergiftung einschl. Mørder "nachgewiesen" wurde. Liest man das Buch, glaubt man, es muesste so sein - und doch: Alles wohl nur zusammengereimt, es ist inzwischen widerlegt.
    Es wære ja auch nur zu schøn, wenn nach der Lebebensgeschichte auch noch seine Ermordung zum krønenden Abschluss herausgekommen wære.

    Nach dem heutigen Stand ist wohl nach wie vor Magenkrebs die am ehesten anzunehmende Todesursache.

    Noch zur Ergænzung:
    Napoleon trank Wein meist mit Wasser gemischt, nicht literweise pur.

    Gruss, muheijo
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. November 2011
  5. excideuil

    excideuil unvergessen

    Richtig, das ist das, was unter Legende zu verstehen ist. Dass die bösen Engländer ihn auch noch ermordet haben. Dabei waren sie nur pragmatisch.

    Es gibt m.A.n. ein gutes Buch: Aubry, Octave: „Sankt Helena“ (1-Die Gefangenschaft Napoleons, 2-Der Tod des Kaisers), Eugen Retsch Verlag, Erlenbach-Zürich und Leipzig, o.J.

    Viele hundert Seiten mit vielen Quellen, Briefen und Zitaten, auch die Legende beleuchtend.
    Auch bei Aubry der Magenkrebs, der schon seinen Vater und später seine Schwester Caroline dahinraffte.

    Grüße
    excideuil
     
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  6. excideuil

    excideuil unvergessen

    Ich drösel einmal die Theorie näher auf:

    Als Todesursache wurde Magenkrebs diagnostiziert. Einige Locken wurden von Bediensteten und Vertrauten abgeschnitten und aufbewahrt.

    In den 1960er wurde eine stark erhöhte Arsenkonzentration in den Haaren festgestellt, die die bereits vorher formulierte These der Vergiftung zu unterstützen schien.

    Als Gegenargumente wurde angeführt, dass Arsen zu Beginn des 19. Jahrh. ein üblicher Bestandteil von Konservierungsmtteln war, und daher alle Lebensmittel, die vom Festland herangeschafft wurden damit versetzt waren.
    Zusätzlich war Arsen, wie Lili weiter oben schon ausführte, in grüner Tapetenfarbe in Form von Kupferarsenik enthalten, mit dem N. Zimmer teilweise gestrichen war.

    Einen scheinbar deutlichen Beleg lieferte CNN mit einer Meldung "vom 1. Juni 2001, wonach französische Wissenschaftler in der Locke Napoleons 38 Nanogramm Arsen pro Milligramm Haar festgestellt hätten, was keine natürliche Ursache haben könne. Eine bereits tötliche Dosis schlage sich mit lediglich 1 Nanogramm nieder."

    Woher also die hohe Konzentration? Die Antwort scheint banal: "Arsen wurde seinerzeit nicht nur zum Konservieren von Lebensmitteln verwendet. Die Locke selber sei nach N. Tod zu Konservierungszwecken in eine arsenhaltige Substanz eingelegt worden, wodurch die hohe Konzentration zu erklären sei."

    Grüße
    excideuil

    Quelle: Meidenbauer, Jörg: Lexikon der Geschichtsirrtümer – Von Alpenüberquerung bis Zonengrenze, Eichborn, Frankfurt am Main, 2004, Seiten 241-242
     
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  7. Klugscheißer

    Klugscheißer Neues Mitglied

    na ja soweit ich weiß hatt napoleon versucht sich mit gift umzubringen ist aber gescheitert
     
  8. Afkpu

    Afkpu Aktives Mitglied

    Weshalb sollte er das genau getan haben? Außerdem geht es ja um die Todesursache.. ein gescheiterte Suizidversuch... nunja.. führt normalerweis enicht zum Tode.. oder verstehe ich nun was falsch?
     
  9. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Soweit ich mich erinnere, war das nach der 1.Abdankung 1814, das Gift war aber wohl schon zu alt.
    Mit dem Tod auf St. Helena hat es nichts zu tun.

    Gruss, muheijo
     
  10. excideuil

    excideuil unvergessen

    In der Tat, seine Todesursache war der Magenkrebs.

    Sein Selbstmordversuch datiert auf die Nacht vom 12. zum 13. April des Jahres 1814. Wen es interessiert, sehr genau beschrieben bei Caulaincourt: „Unter vier Augen mit Napoleon – Denkwürdigkeiten des General Caulaincourt, Herzogs von Vicenza, Großstallmeister des Kaisers“, von Dr. Friedrich Matthaesius, Verlag von Velhagen & Klasing, 1937, Seiten 245 - 285

    Der Versuch scheiterte, weil die Wirkung des Giftes nicht ausreichte.

    Grüße
    excideuil
     
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  11. Geschichteleser

    Geschichteleser Neues Mitglied

    Die Begründung des hohen Arsengehalts durch Konservierung und oder Kontakt mit Gebrauchsgegenständen bzw Einrichtungen scheint plausibel.

    Möglicherweise war dem "Empereur" auch der Apetit etwas vergangen und man nutzte Arsenik als Stimulanz. (Med. Aspekt)

    Wer (Bitte hier nicht als Diskusionsstoff ausweiten) sollte denn ausser einigen Rachsüchtigen vielleicht noch Nutzen vom Tode des N gehabt haben?
     

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