Naturverehrung als Begriff

Dieses Thema im Forum "Religionsgeschichte" wurde erstellt von Haerangil, 7. Februar 2017.

  1. Mashenka

    Mashenka Aktives Mitglied


    (Ohne hier auf die gepostete Literatur eingehen zu wollen, paar einfache Gedanken meinerseits: )

    »Natur« steht in diesem Zusammenhang für ›Realität‹. Außerdem muss hier der Mensch aus dem Begriff ausgeklammert werden, da er sich selbst, bzw. seine Interessen, immer für wichtiger erachtete, d.h. sich über der Natur stehend sah. »Naturverehrung« ist demnach die Verehrung von realen, nicht menschlichen Dingen, während sich die meisten heutigen Religionen mit abstrakten Ideen beschäftigen, v.a. mit der Frage des Todes und des Ichs danach, d.h. mit einem menschlichen Ereignis und der Lösung für die Unerträglichkeit der Vorstellung des Ichverlustes.

    Animismus als Ursache für eine Naturverehrung ist reichlich spekulativ. Klar jedoch, dass die naturgegebene Fähigkeit zur Empathie mit anderen Wesen eine der Voraussetzungen darstellt, was aber allein noch kein Grund ist, etwas aus der Natur zu verehren. Entscheidend war eine gute Beobachtungs- und Erinnerungsgabe. Sah der Mensch bspw. mehrmals ein bestimmtes Tier, wonach etwas außergewöhnlich Gutes geschah, war eine positive Verknüpfung hergestellt und das Tier keine Beute mehr. etc.

    Die Fähigkeit, Ereignisse zu verknüpfen, und die Erinnerung daran, waren die eigentlichen Voraussetzungen für eine »Naturverehrung«, während zur Empathie mit anderen Wesen auch Tiere fähig sind. Die extreme Form von Empathie, den Animismus, würde ich weder als Naturreligion, noch als deren Ursache bezeichnen, sondern eher als eine (vmtl.) somatische Überfunktion (evtl. der Spiegelneuronen…?)
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. März 2017
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