Norwegen - die letzten Imperialisten?

Dieses Thema im Forum "Nordeuropa | Skandinavien" wurde erstellt von Tekker, 14. Mai 2007.

  1. norvegia

    norvegia Gesperrt


    Ich weiß wo Jan Mayen liegt.
    Das meinte ich ja.
    Vollkommen unbedeutend.
     
  2. Tekker

    Tekker Gast


    So, wie auch etliche Südseeatolle... :fs:
     
  3. collo

    collo Neues Mitglied


    so unbedeutend auch nicht, jedenfalls nicht damals. da es noch keinewettersatelliten gab, war man auf solche abgelegenen inseln angewiesen, um verlässliche vorhersagen zu bekommen (v.a. dann, wenn man keine wetterdaten aus dem raum des westlichen und nördlichen atlantiks mehr bekam).

    wenn mich meine erinnerung nicht täuscht, gabs zumindest versuche der deutschen in grönland wetterstationen zu betreiben, warum also nicht auch auf jan mayen?
     
  4. norvegia

    norvegia Gesperrt

    Auf Spitzbergen gab es auch eine deutsche Wetterstation.
     
  5. kwschaefer

    kwschaefer Aktives Mitglied

  6. RitterJens

    RitterJens Neues Mitglied

    Ich finde interessant, dass in der Diskussion (soweit ich es gesehen habe) Jämtland und Härjedalen (auf Norwegisch Jemtland und Herjedalen) nicht genannt wurden. Diese früher norwegischen Landesteile kamen nach dem Frieden von Brömsebro 1645 von Dänemark-Norwegen an Schweden. Etwas später mit dem Frieden von Roskilde 1658 kam dann auch Bohuslän (zusammen mit dem bis dato dänischen Skåne) zu Schweden. Ich hab das Gefühl der "Verlust" von Jämtland wird in norwegischen Zusammenhängen kaum diskutiert (anders als Skåne, das immer wieder mal als Thema in dänischen Zeitungen auftaucht).

    Zur Ausgangfrage: Ich halte Norwegen nicht für imperialistisch. Das Land verfolgt natürlich seine wirtschaftlichen und politischen Interessen (wie andere Länder auch). Aber imperialistisch würde ich das noch nicht nennen. Norwegen versucht sich außenpolitisch eher als Konfliktlöser zu profilieren.
     
  7. Tekker

    Tekker Gast

    Du sprichst hierbei in der Gegenwartsform, mir ging es seinerzeit um den historischen Rahmen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zudem hatte ich die Themenüberschrift etwas überspitzt gewählt. Trotz aller ausgetauschten Argumente ist nach wie vor allerdings festzustellen, daß Norwegen sich damals Gebiete "einverleibte" (unabhängig von der Art und Weise oder ob andere Staaten auch daran interessiert wären), was bei anderen Staaten (z.B. Dänemark oder Schweden) eben nicht festzustellen ist. :)
     
  8. RitterJens

    RitterJens Neues Mitglied

    Hi Tekker
    Mit Blick auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hast Du natürlich recht. Das habe ich überlesen. Ich würde dann auch gleich an den Svalbardvertrag und an die norwegischen Ansprüche in der Antarktis denken. Wobei ich das noch nicht imperialistisch nennen würde.

    Ich fand es ansonsten interessant, dass in diesem Zusammenhang zwar gerne auf Island, Grönland und die Färöer, nicht aber auf Jämtland und Härjedalen eingegangen wird. Denn außerhalb des von Dir genannten Zeitrahmens hat Norwegen ja schon einige Gebietsverluste (zum Beispiel an Schweden) hinnehmen müssen.

    Etwas am Rande: Es gab in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine lebhafte Debatte zwischen Finnland und Schweden über die Zugehörigkeit der Åland-Inseln. Wäre zugunsten Schwedens entschieden worden, hätte Schweden sich also auch ein größeres Gebiet einverleiben können. Auch in dem Fall würde es mir schwer fallen, von Imperialismus zu sprechen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. April 2008
  9. fingalo

    fingalo Neues Mitglied

    Sagt mal, was habt ihr hier eigentlich für einen Imperialismusbegriff?

    Guckt nur mal unter Imperialismus – Wikipedia

    und nehmt euch dann die oben diskutierten Gebietsveränderungen vor.

    Ist Polen imperialistisch, weil es Schlesien einverleibt hat?
     
  10. Bartek

    Bartek Aktives Mitglied

    Norwegen war nie imperialistisch. Mit ganzem Respekt fur diese sympatische Leute (ich war letzte 2 Monate dort) - genau die Karte Norwegens zeugt uns, dass die Norwegen niemals ein Macht waren. Sie besiedeln den armsten Teil Skandinaviens : Gebirge, Felsen und Fjorde. Areal der Getreideflache ist so klein, dass sie auch heute ca. 80% Lebensmittel importieren mussen. Die ganze Wirtschaft ist nur von Ol und Gas (seit 1960en) angetreibt.

    Pozdrowienia dla Norwegii :winke:
     
  11. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Das die Norweger Imperialisten wären, ist doch etwas absurd. Allerdings, sie haben es schlau angestellt.
     
  12. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Nachgefragt:

    was meinst du mit "es"?

    Gruss, muheijo
     
  13. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Sich Inseln zu nehmen, die keiner will. Auch wenn es erst einmal nur Steine sind.
     
  14. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Norwegen war und ist nicht besser oder schlechter als andere Länder. Es war doch Gang und Gebe, unbekannte fremde Küsten (Antarktis) zu beanspruchen wie zu Kolumbus seligen Zeiten. Der Streit um die künftige Nutzungsrechte für das (künftig wohl im Sommer eisfreie) Arktisbecken ist schon jetzt in vollem Gang.
     
  15. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Es ist doch schon ein qualitativer Unterschied, ob man versucht, die halbe Welt zu kolonisieren oder sich fuer das interessiert, was mehr oder weniger vor der eigenen Haustuere liegt.

    Die Ausgangsfrage war, ob Norwegen imperialistisch sei - das kann man wohl klar negieren.

    Die Gebietsansprueche in der Arktis kann man kaum als imperialistisch werten.

    Gruss, muheijo
     
  16. Terantor

    Terantor Neues Mitglied

    mMn kann man Norwegen wirklich nicht als imperialistisch bezeichnen, höchstens vielleicht als "kolonialistisch". Allerdings ist es ja so, dass fast jedes Gebiet einem Land gehört. Und wem soll den Spitzbergen gehören? Es liegt doch schon relativ nahe an Norwegen, und es gibt, soweit ich weiß, auch keine Unahängigkeitsbewegung dort.
    Denn dann müsste man Russland ja eigentlich auch als imperialistisch bezeichnen wegen Nowaja Semlja oder dem Franz-Josef-Land.

    Wie aber in den Zitaten schon gesagt, geht das Rennen um den (die?) Pol(e) ja schon los, dort scheint es ja beträchtliche Mengen Erdöl zu geben.
     
  17. Tekker

    Tekker Gast

    Heute Morgen bin ich zufällig über eine kleine Randnotiz bei Wikipedia gestolpert, die dieses Argument der territorialen Nähe vielleicht etwas relativiert:
    :schau:
     
  18. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Von Imperialismus kann nicht die Rede sein.Bei der ganzen Sache handelte es sich nämlich nicht um ein Hinausgreifen über den eigenen Bereich hinaus.
    Spitzbergen einschließlich der Bäreninsel, Jan Mayen und Grrönland waren originäres Territorium des frühmittelalterlichen Königreichs Norwegen. Die Grönländer ,d.h. die grönländischen Wikinger, die ja vor den Inuit Südgrönland besiedelt hatten, werden im völkerrechtlichen Sinne als eigenständiges Staatsvolk angesehen, daß sich freiwillig dem norwegischen König unterstellt hatte.Die genannten Inseln waren von norwegischen Wikingern "entdeckt" und besiedelt.
    Zwischen Norwegen und Dänemark bestand eine Personalunion mit der völkerechtlichen Folge, daß bei Auflösung dieser Personalunion die einzelnen Gebiete wieder an das jeweilige Königreich zurück fielen.
     
  19. fingalo

    fingalo Neues Mitglied

    Na ja, also Christian III. hatte Norwegen annektiert und zu dänischem Staatsgebiet erklärt.
    Damit wurde auch Island dänisch, obgleich es nur durch den gamli sattmáli (den alten Vertrag) von 1262 mit Norwegen verbunden war. Als Norwegen 1818 zu Schweden kam, blieb Island bei Dänemark (und auch die Färöer), auch als Norwegen sich 1905 von Schweden löste. Grönland geriet erst 1921 in den Blickpunkt, indem Dänemark die Hoheit beanspruchte. Norwegen konnterte 1931 mit der Besetzung Grönlands. 1933 erklärte der Internationale Gerichtshof die Besetzung für Rechtswidrig. Dänemark behielt Grönland.
    Also nix mit "zurückfallen".
     
  20. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    ja,das war die faktische Lage, aber zwischen Realität und völkerrechtlicher Fiktion der Realität bestehen z.T.erhebliche Unterschiede.
    De facto war Norwegen und seine exterritorialen Gebiete natürlich damals ´schlicht ein Teil von Dänemark , de jure allerdings ein selbständiges Königreich und nur in Personalunion über das Königshaus mit Dänemark verbunden.Und de jure hätten bei Auflösung dieser Personalunion auch die einzelnen Gebiete wieder an Norwegen zurückfallen müssen.Mit diesem Ansatz wurde der Anspruch auf Grönland zumindest begründet. Der IGH verwarf diese Anspruchsgrundlage nicht vom Grundsatz her ,sondern löste diese Frage m.W.. dahingehend auf,daß die Kontinuität der Zugehörigkeit durch den Übergang Norwegens an Schweden ohne diese Gebiete unterbrochen worden und daher Dänemark letzter Eigentümer der Gebiete sei..
     

Diese Seite empfehlen