Operation Walküre/Spielfilm

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Lisa, 20. Januar 2009.

  1. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied


    Das ist wohl wahr, selbst wenn man "klassische Bildung" genossen hat. Ich denke da auch für uns Deutsche z.B. an Thomas Müntzer.
     
  2. rukelie

    rukelie Neues Mitglied

    Das mag sein, aber sind diese Details für den Durchschnittsmenschen wichtig? Oder ist vielmehr die eigentliche Geschichte das Wichtige?

    Wie ich geschrieben habe, du bist mit vielen Vorurteilen in diesen Film gegangen - zumindest hat sich dein Posting danach "angehört" - wenn man so etwas tut wird einem all das was diese Vorurteile bestätigt auffallen, während einem das was die Vorurteile widerlegt weniger bis gar nicht auffällt. Selektive Wahrnehmung halt.
    Kritiken lese ich grundsätzlich nicht. Filme sind Geschmackssache und deren Meinung ist auch nicht mehr Wert als die von irgendwem anderes.

    Nun, da der Durchschnittsmensch außerhalb Deutschlands wenig bis nichts über den deutschen Widerstand weiß kann ich mir durchaus vorstellen, dass Viele nach dem dem Sehen des Films eine differenziertere Sichtweise zum 3. Reich haben. Denke dass der Film das Deutschlandbild im Ausland durchaus (mit-)prägend für die nächsten Jahre wirken wird.
    Klar kennen viele Deutsche den Namen Stauffenberg aber wenn ich mir anschaue, dass so etwas weder an Hauptschulen noch an Realschulen unterrichtet wird, denke ich dass der Film bei so einigen durchaus zur Bildung beiträgt.

    Hm, Spartacus wurde bei mir auch nicht speziell thematisiert, die Sklavenaufstände in Rom wurden allerdings, wenn auch nicht ausführlich, bearbeitet.
     
  3. Robe

    Robe Gesperrt


    Ich hab ihn mir Gestern angeschaut. Und für mich hat es sich gelohnt. Da einige Geschichtliche Fakten wiedergegen wurden diese man nicht so altäglich erfährt. Oder halt noch nicht in meinem Allgemeinwissen waren. Was mich zum Nachdenken gebracht hat ist das ein Amerikaner "Walküre" verfilm hat.
     
  4. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Es gibt auch viele deutsche Filme über diese Thema.
    Warscheinlich verkauft sich ein Hollywood Film besser in den Kinos.
     
  5. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Es gab schon mal einen amerikanischen TV-Film zum Thema, den ich auch gar nicht übel in Erinnerung habe.
     
  6. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Das ist nicht der erste Film über das Attentat:

    1955 Der 20. Juli Deutsche-Produktion
    1955 Es geschah am 20. Juli Deutsche-Produktion (Spielfilm)
    1971 Operation Walküre Deutsche-Produktion (Dokudrama)
    1990 Stauffenberg - Verschwöhrung gegen Hitler
    2001 Die Stunde der Offiziere (Dokudrama)
    2005 Stauffenberg (deutsch-österreichische Fernsehdokumentation)

    Welche denn?
     
  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Da vor kurzem der Film "Operation Walküre" ausgestrahlt wurde:

    Ein besonderes Dokument ist das Fernschreiben, dass von den Widerstandskämpfern an die Wehrmachtsstellen versandt wurde, die nicht in die Umsturzpläne eingeweiht waren. Wiki sagt dazu:
    Attentat vom 20. Juli 1944 ? Wikipedia
    Eine besonders schwerwiegende Panne ereignete sich kurz zuvor beim Versand desjenigen Fernschreibens, welches den nicht in die Verschwörung Eingeweihten den Anlass der Walküre-Operation klarmachen sollte:

    „Der Führer ist tot ! Eine gewissenlose Clique frontfremder Parteiführer hat es unter Ausnutzung dieser Lage versucht, der schwer ringenden Front in den Rücken zu fallen und die Macht zu eigennützigen Zwecken an sich zu reißen....“

    Stauffenbergs Adjutant Friedrich Karl Klausing ließ dieses Fernschreiben als „Geheime Kommandosache“ einstufen. Dadurch konnte es nicht gleichzeitig an jeweils 30 Empfänger durchgegeben werden, sondern musste zunächst verschlüsselt und dann jede Seite einzeln versandt werden. Bis ab etwa 17:30 Uhr alle Empfänger das Fernschreiben erreicht hatten, wurde es später als 21 Uhr.



    Hier der Eingang bei der Seekriegsleitung Nr. 1 -4; zuvor war bereits das "Gegen-Telegramm" von Dönitz eingetroffen, es ist als Nr. 5 angefügt. Das "Gegen-Telegramm" von Dönitz belegt, wie er sich endgültig in aussichtsloser militärischer Lage dem Verbrechen verschreibt, Durchhalte-Mentalität 1944/45 und in nichts mehr unterscheidbar von irgendwelchen SS-Schergen, die kapitulierende Bürgermeister auf dem Rückzug aufknüpften:
     

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  8. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    In dem Film wurde ganz gut dargestellt, dass Hitler mit dem Tisch, da er sich gerade über diesen beugte, an die Decke flog und wieder herunterkrachte (die Szene war nur ein bis zwei Sekunden lang). Dieser Umstand ließ ihn am Leben und ohne größere Verletzungen bleiben.
    Was für mich grotesk wirkt (nicht in diesem Film dargestellt); Seine Hose war volkommen zerfetzt, die Beine aber noch dran. Sein erster Satz soll gewesen sein: "Die Hose war neu."

    Damals der Kommentar der Briten zu diesem Attentat: "Jetzt schießen die sich schon gegenseitig tot."
     
  9. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Hier anliegend noch ein Rundschreiben von Guderian zum 20. Juli 1944/zum Widerstand und Attentat/die Kriegsfortführung betreffend.

    Es passt auch zu dem hier, und steht im Gegensatz zum "Nachkriegsbild" Guderians (und zu seinen Memoiren):
    http://www.geschichtsforum.de/715288-post32.html
     

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  10. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Eine zentrale Begründung, warum die WM während des 3. Reichs zum "Führer" gestanden ist, war das Argument, dass man keine Wiederholung einer neuen "Dolchstoßlegende" durch sein eigenes Verhalten Vorschub leisten wolle.

    Ob dieses Argument eine nachträgliche Rechtfertigung gewesen ist, sei mal dahin gestellt.

    Dennoch zeigt es, dass auch die nachträgliche Konstruktion der "sauberen Wehrmacht" ein widerspruchsvolles Konstrukt war.

    Auf der einen Seite wurde die "Pflichterfüllung" betont in Kombination mit einem "Befehlsnotstand" und einer Bindung an den "Eid auf den Führer".

    Das beinhaltete das Involvement in fast alle Aspekte der Kriegsführung, inklusive den Aspekten, die direkt dem Vernichtungskrieg zugeordnet werden können.

    Diese Darstellung beinhaltete, wie auch aus dem Befehl von Guderian ersichtlich, eine militärische "Nibelungentreue" des Offiziers-Korps, das völlig unkritisch, aber durchaus sehr politisch, nämlich im Sinne der NS-Ideologie, sich aktiv in seiner großen Mehrheit hinter den "Führer" gestellt hatte.

    Auf der anderen Seite mußte das Nachkriegsbild der Wehrmacht zwar die "Pflichterfüllung" deutlich machen, andererseits aber auch betonen, dass man lediglich ausführendes Organ war und die Verantwortung für die Befehle beim "Führer" lagen. Gleichzeitig den schwarzen Peter an die SS und Waffen-SS schieben, die für die eigentlichen Verbrechen zuständig waren.

    Im Rahmen dieses Bildes der Wehrmacht in der Nachkriegszeit war die Wehrmacht für die "heroischen" Aspekte der Kriegsführung zuständig gewesen und der "Dolchstoß" wurde in diesem Fall von einem anmaßenden, fast größenwahnsinnigen "Führer" verübt. Der implizite "Dolchstoß", ohne dass er so genannt wurde, erfolgte durch den "Führer" und seinen -
    inkompetenten - Interventionen in die militärischen Planungen.

    Hätte die Generäle alleine entscheiden können, so die vereinfachte Botschaft von Mannstein, Guderian, Kesselring etc., dann hätte man den Krieg gewonnen. Und es wäre auch nicht zu den "kritikwürdigen" Entgleisungen durch die militärischen Gliederungen der NSDAP gekommen.

    In diesem Sinne ist wohl nach jedem Krieg zu erkennen, dass sich die Generäle für die "Erfolge" für zuständig erklären, die "Mißerfolge" durch das Verhalten anderer - als Variation des "Dolchstoß"-Themas zu erklären sind. Und die "Schweinereien" in einem Krieg durch "Minderheiten" - als Ausnahme von der Regel - zu erklären sind.

    Diese Form der legitimen Exkulpation nach war wohl auch dem Umstand geschuldet, dass man aus "Weimar" lernen wollte und die Armee in die demokratische Gesellschaft integrieren wollte.

    In diesem Sinne folgte die politische und soziale Akzeptanz der Exkulpation führender Generale der allgemeinen politischen Überzeugung, dass die gesellschaftliche Integration der BRD wichtiger sei wie die rückhaltlose Aufklärung des Verhaltens der WM-Führung.
     

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