Parteien der Weimarer Republik

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von Gast, 27. Februar 2007.



  1. Gast

    Gast Gast

    also ich brauche hilfe mit unseren geschits ha's ich verzweifele hier total...

    Aufgabe:
    Beschreibe, welche Partein für, welche gegen die Republik waren. Bennene bei den Republik feindlichen partein die gründe aus denen sie die weimarer republik bekämpfen.


    Aufgabe 2.
    Bennen chancen und gefahren die sich für die weimarer republik in den ersten jahren ihrer existenz parteinpolitisch annehmen lassen und begründe deine beurteilung.



    -hilfeeee-
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Aufgaben stehen in deinem Arbeitsbuch?
     
  3. Roque

    Roque Neues Mitglied

    1.) also für die Weimarer Republik war die sogenannte Weimarer Koalition bestehend aus SPD, Zentrum und DDP. Dagegen waren die KPD, die DNVP und die NSDAP. Also das sind zumindest mal die größeren Parteien.
    2.) ist schon etwas schwerer, aber am Anfang hatte die Weimarer Koalition noch eine ziemlich große Möglichkeit und ich würde die Chancen daher als gut einstufen. KPD und DNVP waren ja eher Randparteien und hatten nicht die rießen Wählerschichten und die NSDAP war ja am Anfang noch völlig bedeutungslos. Als Gefahr würde ich sehen, dass es sehr viele Parteien gab, die alle in den Reichstag einzogen (5 % Hürde gab es damals noch nicht) und es deswegen immer notwendig war Koalitionen zu bilden. Außerdem könnte man noch als Problem sehen, dass die Parteien es aus dem Kaiserreich einfach nicht gewohnt waren, wirklich etwas zu sagen zu haben. Deswegen traten sie während der Kaiserzeit meistens nur stur für ihre Ideologie ein und waren für keine Kompromisse bereit. Dies musste sich eben in der Weimarer Republik ändern, da wie bereits erwähnt Koalitionen nötig waren, um eine Regierung mit solider Mehrheit zu bilden.
    ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.
     
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  4. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Ich gebe hier mal Auszüge wieder, was im Brockhaus steht, das ist eine recht gute Übersicht über die ersten Jahre:


    "Weimarer Republik: Deutschland bis 1933

    Kriegsende und Revolution

    Es ist deutlich geworden, dass Italien und Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg in ihrer Entwicklung verschiedentlich Parallelen aufweisen. In beiden Ländern wurde der Kriegsausgang als nationale Demütigung wahrgenommen. Unter dem Diktat der westeuropäischen Großmächte und der USA zu stehen, war in beiden Ländern - in Deutschland infolge des Versailler Vertrags noch mehr als in Italien, wo man nur über den glanzlosen Sieg enttäuscht war - ein Grundgefühl, das breite Massen für antiwestliche Vorstellungen aufnahmebereit machte. Antiwestlich - das bedeutete Ablehnung von parlamentarischer Demokratie und gesellschaftlichem Pluralismus, aber auch von Marktwirtschaft. Der Westen konnte auch als der kapitalistische Westen abgelehnt werden. In überaus komplexer Weise und mit unterschiedlichen Akzentsetzungen konnten sich nationaler und sozialer Protest vermischen, was wiederum scharfe innenpolitische und innergesellschaftliche Frontenbildungen nach sich ziehen konnte. Sozialer Protest konnte auch zu einer Negierung des Nationalen führen, wie es bei der extremen Linken der Fall war, die die sozialistische Weltrevolution und die damit verbundene Aufhebung von Klassengegensätzen als erstrebenswertes Ziel begriff. Mit einem Wort: Die Nachkriegszeit zeichnete sich durch die Vermischung und Überlagerung von inneren und äußeren Konflikten aus. Wie in Italien wurden sie auch in Deutschland zum Teil gewaltsam, ja zum Teil mit äußerster Brutalität ausgetragen.

    Zunächst war die Novemberrevolution 1918 in Deutschland allerdings von dem Bedürfnis getragen, vor allem der kriegerischen Gewalt ein Ende setzen zu wollen. Es war die allgemeine Kriegsmüdigkeit und kein revolutionärer Impetus, der das Wilhelminische Deutschland und die Fürstenhäuser in den Ländern hinwegfegte. Politisch organisiert war die Umsturzbewegung überwiegend in der Mehrheitssozialdemokratie, auf deren Vorsitzenden Friedrich Ebert der letzte kaiserliche Reichskanzler die Regierungsgewalt übertragen hatte. Hinzu kam die Unabhängige Sozialdemokratie (USPD), die sich 1917 von der SPD abgespalten hatte. Beide Parteien bildeten eine Übergangsregierung, den Rat der Volksbeauftragten. Für die Mehrheit der so organisierten politischen Kräfte sollte es sich deshalb um eine Übergangsregierung handeln, weil so schnell wie möglich demokratische Wahlen zu einer verfassunggebenden Nationalversammlung durchgeführt werden sollten. Eine linke Minderheit war daran weniger interessiert. Sie wollte vor allem Sozialisierungsmaßnahmen durchgeführt wissen, um nicht nur politischen, sondern auch strukturellen Wandel und die Entmachtung der bisherigen Eliten zu erreichen.


    Wandel und Kontinuität


    Angesichts der innergesellschaftlichen Gegensätze und der ausweglos erscheinenden außenpolitischen Lage lehnten die Mehrheitssozialdemokraten alles ab, was nach Revolution »roch«. Realistischerweise plädierten sie für schrittweisen und vorsichtigen Wandel. Sozialisierung müsse am Ende eines längeren Prozesses stehen und könne nur im Zuge von parlamentarischen Mehrheitsentscheidungen herbeigeführt werden. So dachten auch die Gewerkschaften, die im November 1918 ein Abkommen mit der Unternehmerschaft schlossen, mit dem sie schon lange verfolgte Ziele wie die Koalitionsfreiheit, das Recht zum Abschluss kollektiver Arbeitsverträge und nicht zuletzt den Achtstundentag festschreiben konnten. Friedrich Ebert steuerte eine Zusammenarbeit mit den alten Kräften an, nicht zuletzt mit dem Militär, um die innere Ordnung zu gewährleisten. Daraus ergab sich über den Staatsumsturz vom November 1918 hinaus in Verwaltung, Justiz, Militär, Wirtschaft und Bildung ein Maß an Kontinuität, über dessen Umfang und Notwendigkeit kontrovers debattiert wurde und zum Teil noch heute wird. Für die USPD war es ein Grund, schon Ende Dezember wieder aus dem Rat der Volksbeauftragten auszuscheiden. Darüber hinaus gründeten Teile der USPD und andere linksextreme Gruppen an der Jahreswende 1918/19 die KPD.

    Wie umkämpft die politische Ordnung in Deutschland war, zeigte sich schon im Januar 1919, als der Spartakusaufstand, der auf die Revolutionsbereitschaft von Teilen der Arbeiterschaft in Berlin zurückging, Kämpfe mit Bürgerkriegscharakter einleitete, die an verschiedenen Punkten des Reichsgebiets bis 1923 immer wieder stattfanden. Die prominentesten Opfer der Januarkämpfe waren Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die von Freikorpsoffizieren ermordet wurden. An der Niederschlagung des Aufstands in Berlin und weiterer Unruhen in anderen Städten waren nämlich nicht nur reguläre Armeeeinheiten beteiligt, sondern auch Freikorps, die als Freiwilligenverbände von der Regierung gegen linke Aufständische eingesetzt worden waren. Mit besonderer Brutalität - es gab Hunderte von Toten - warfen sie die Münchener Räterepublik nieder, die im April 1919 ausgerufen worden war.


    Nationalversammlung und politische Unruhen

    Zu diesem Zeitpunkt war die am 19. Januar 1919 nach dem allgemeinen Wahlrecht, in das erstmals auch die Frauen einbezogen waren, gewählte Nationalversammlung in Weimar zusammengetreten. Dorthin hatte sie sich zurückgezogen, um dem unruhigen Berlin zu entgehen. Die Weimarer Koalition aus SPD, Zentrum und DDP (Deutsche Demokratische Partei) hatte eine breite Mehrheit. Mit dem »Gesetz über die vorläufige Staatsgewalt« vom 10. Februar 1919 war der im November 1918 eingeleitete Staatsumsturz im Wesentlichen abgeschlossen. Das Deutsche Reich, wie die offizielle Bezeichnung der Weimarer Republik lautete, hatte seit dem 11. Februar mit Friedrich Ebert einen von der Nationalversammlung gewählten Reichspräsidenten und seit dem 13. Februar eine unter der Führung von Philipp Scheidemann (SPD) stehende Regierung, die im Unterschied zum Rat der Volksbeauftragten parlamentarisch legitimiert war. Doch wie sich die Republik würde behaupten können, musste sich erst noch zeigen. Die antirepublikanische Rechte hielt sich bedeckt und nahm in der Kampfsituation des Jahres 1919 das neue politische System zunächst einmal hin. Eine akute Gefahr ging für sie von der sozialen Revolutionsbewegung der oppositionellen Massen aus, die nach Beendigung der Kriegswirtschaft unter Arbeitslosigkeit litten und mit dem Verbleib vieler alter Führungskräfte in Politik und Wirtschaft nicht einverstanden waren. An verschiedenen Stellen - mit Schwerpunkten im Ruhrgebiet, in Mitteldeutschland und in Berlin - kam es zu Unruhen, Streiks und auch zur Bildung revolutionärer Arbeiterräte, um eine alternative politische und soziale Ordnung zu begründen. In der Hauptstadt entluden sich die Konflikte im März 1919 in der »Berliner Blutwoche« mit 1200 Toten.

    Parallel zu diesen Unruhen war die Nationalversammlung in Weimar damit befasst, die Verfassung auszuarbeiten und über den von den Siegermächten vorgelegten Friedensvertrag zu entscheiden. Die Verfassung sah Reichstag und Reichspräsident als Gegengewichte vor. Dem nach dem reinen Verhältniswahlrecht gewählten Reichstag stand ein direkt gewählter Reichspräsident gegenüber, der im Krisenfall weitgehende Vollmachten an sich ziehen konnte. Nach der Inkraftsetzung der Verfassung im August 1919 hätte sich die Nationalversammlung auflösen und Wahlen für den Reichstag ausschreiben können. Doch hielt die Regierung die innenpolitische Lage noch nicht für stabil genug, sodass die Wahlen erst ein knappes Jahr später erfolgten. In der Tat war das erste Halbjahr 1920 von politischen Erschütterungen erfüllt. Es begann im März mit dem Kapp-Putsch (Kapp-Lüttwitz-Putsch).


    Putschversuch von rechts


    General Walther von Lüttwitz wollte die durch den Versailler Vertrag bedingte und von der Regierung verfügte Truppenverminderung und Auflösung der Freikorps nicht hinnehmen und stellte seine Truppen einem rechtsextremen Verschwörerkreis zur Verfügung. Nach dem Einmarsch in Berlin wurde Wolfgang Kapp zum Reichskanzler ausgerufen, doch mussten die Putschisten nach wenigen Tagen aufgeben, weil sie sich mit einem Generalstreik und mit einer zunächst einmal abwartenden staatlichen Bürokratie konfrontiert sahen. Bemerkenswert war, dass sich die Reichsregierung nicht nur putschenden Truppenteilen gegenüber sah, sondern auch von der Reichswehrführung praktisch im Stich gelassen wurde. »Truppe schießt nicht auf Truppe«, war von General Hans von Seeckt zu hören, dem Chef des Truppenamts und künftigen Chef der Heeresleitung. Geschossen wurde aber sehr wohl auf linke Putschisten, die sich in Sachsen, Thüringen und an der Ruhr als Reaktion auf den Kapp-Putsch noch einmal - auch militärisch - formierten und die Revolution vorantreiben wollten. Mit dem Scheitern auch dieses Versuchs, das parlamentarische System von Weimar zu beenden, waren die gewaltsamen revolutionären und gegenrevolutionären Auseinandersetzungen in Deutschland an ihr vorläufiges Ende gekommen. In weiten Teilen der Arbeiterschaft, die den Umbau des Staates 1918 erzwungen hatte, herrschte eine tiefe Enttäuschung, denn die bisherigen sozialen Errungenschaften der Weimarer Republik waren in ihren Augen mehr als bescheiden. In den ersten Reichstagswahlen im Juni 1920 verlor die SPD rund 16 Prozent. Der Anteil der Weimarer Koalition (SPD, DDP, Zentrum) ging auf 44,6 Prozent zurück. Dafür stellte sich aber die rechtsliberale DVP (Deutsche Volkspartei) mit Gustav Stresemann an ihrer Spitze auf den Boden der Republik. Für das Überleben der Weimarer Republik war ausschlaggebend, dass es genügend Vernunftrepublikaner gab, denen die Republik keine Herzenssache war, die aber um des Staates willen das neue Regime mittragen wollten.

    Werbung für die Republik war angesichts der massiven Vorbehalte und Angriffe gegen sie dringend nötig. Immer klarer zeigte sich, dass die größte Gefahr für ihren Bestand von der politischen Rechten drohte. Deren Hetzkampagne gegen führende Politiker der Republik schlug sich auch in politischen Morden nieder. Zu den bekanntesten Opfern gehörten Matthias Erzberger und Walther Rathenau. Wie ausgeprägt die Sympathie für die extreme Rechte war, lässt sich daran ablesen, dass die Täter überwiegend mit milden Urteilen rechnen konnten. Rathenau hatte sich den Hass der Rechten zugezogen, weil er die Erfüllungspolitik betrieb. Die aus dem Versailler Vertrag resultierenden Forderungen sollten erfüllt werden, um in Kooperation - nicht in Konfrontation - mit den Siegermächten zu einer Revision des Versailler Vertrags kommen zu können. Der tödliche Hass auf Rathenau richtete sich aber auch auf ihn als deutschen Juden. »Schlagt tot den Walther Rathenau, die gottverdammte Judensau!« Wenn man auch aus solchen radikalen Sprüchen nicht unbedingt ableiten kann, dass die meisten Deutschen auf dem rechten Spektrum die Juden töten wollten, so besteht aber kein Zweifel daran, dass eindeutige antisemitische Einstellungen bis weit in die politische Mitte anzutreffen waren.


    Das Krisenjahr 1923

    In die tiefste Krise nach ihrer Gründung geriet die Republik 1923, als sie von außen und innen gleichermaßen bedroht wurde. Die äußere Bedrohung ging von der Besetzung des Ruhrgebiets durch französische und belgische Truppen aus. Sie erfolgte, um ein »produktives Pfand« in die Hand zu bekommen. Der Anlass waren geringfügige Rückstände bei fälligen Lieferungen an Frankreich, allerdings vor dem Hintergrund, dass von deutscher Seite Zahlungsunfähigkeit signalisiert wurde und das Ende der Erfüllungspolitik bevorzustehen schien. Für Frankreich bot sich im Laufe der Ruhrkrise darüber hinaus die Chance, den Versailler Vertrag nachzubessern und durch die Unterstützung des Separatismus im Rheinland und in der Pfalz die Integrität des Reichsgebiets anzutasten. Berlin reagierte auf die Besetzung mit der Ausrufung des passiven Widerstands, eine politisch-psychologisch nahe liegende Reaktion, die aber gegen die französische Übermacht nichts erreichen konnte und zudem auf die Dauer nicht zu bezahlen war. Die schon 1922 hochgeschnellte Inflation stieg 1923 noch einmal ins Unermessliche.

    Eine Lösung war nur zu erreichen, wenn die USA und Großbritannien mit ihrem Interesse an politischer Entspannung und wirtschaftlicher Kooperation für die deutsche Sache gewonnen werden konnten. Voraussetzung dafür war aber der Abbruch des passiven Widerstands, in den Augen der nationalistischen Rechten eine zweite Kapitulation nach dem Muster von Versailles. Genau diesen Weg aber ging Gustav Stresemann, der im August 1923 für rund hundert Tage Reichskanzler wurde, bevor er bis 1929 das Amt des Außenministers übernahm und der deutschen Politik seinen Stempel aufdrückte. Stresemann wollte zunächst einmal die Realitäten anerkennen, um dann mit den Siegermächten über ihre Veränderung zu verhandeln. Die Revision des Versailler Vertrags blieb auch für Stresemann auf der Tagesordnung, was aber die politische Rechte nicht anerkannte.

    Die Republik profitierte davon, dass die Rechte uneins über das politische Vorgehen war. In Bayern, das zu einem Sammelbecken verschiedenster rechter Republikgegner geworden war, ließ sich dies besonders gut beobachten. Dort standen Putschisten wie Adolf Hitler, der nach italienischem Vorbild einen Marsch nach Berlin unternehmen wollte, der ebenfalls republikfeindlichen Regierung von Gustav Ritter von Kahr gegenüber. Diese lag auf der Linie der Reichswehrführung, die in ihrer abwartenden Gegnerschaft zur Republik auf einen Putsch von links warten wollte, um dann quasi legal eine Militärdiktatur errichten zu können. In der Tat verfolgten die Kommunisten Aufstandspläne, die am 23. Oktober 1923 in Hamburg zum Losschlagen führten. Aber innerhalb von zwei Tagen hatte die Polizei die Situation unter Kontrolle. Noch schneller war der Hitlerputsch in München am 8./9. November beendet. General von Seeckt an der Spitze der Reichswehr, des entscheidenden Machtfaktors in jeder gewaltsamen inneren Auseinandersetzung, begnügte sich damit, dass Ebert ihm die vollziehende Gewalt übertrug, die er bis Ende Februar 1924 behielt.

    [...]
    usw....
    Prof. Dr. Gottfried Niedhart
    "
    Hoffe, nun haste mal nen Überblick...
     
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  5. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Ergänzung, auch wenn nie Feedback erhalten sollte:

    Ich denke, damit sind deine Probleme ein wenig gemildert?
    Kann es sein, dass das alles auch in deinem Geschichtsbuch steht?
    Schau mal was ich in dem Duden Schülerlexikon gefunden habe:

    "
    Die Weimarer Verfassung definierte die junge, in Weimar gegründete Republik zwar als parlamentarische Demokratie, enthielt aber auch mächtige Instrumente, um das Parlament zu umgehen. Vor allem der Reichspräsident besaß so weit reichende verfassungsmäßige Befugnisse, dass er notfalls auch ohne den Reichstag regieren konnte. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Weimarer Republik deshalb von einer parlamentarischen Demokratie zu einer Präsidialdemokratie. Die demokratischen Parteien konnten diese Entwicklung nicht aufhalten. Sie waren einer großen Konkurrenz durch antidemokratische Parteien ausgesetzt, die ihnen die Schuld an fast allen Missständen gaben. Die demokratischen Parteien unterschätzten, dass die radikalen Parteien den Menschen mit Losungen die Lösung aller ihrer Probleme versprachen und so für viele Wähler immer attraktiver wurden.

    [-----]

    Das parlamentarische System der Weimarer Republik
    Am 14. August 1919 trat die Weimarer Verfassung (Bild 2) in Kraft und begründete damit die Weimarer Republik. Laut Verfassung handelte es sich bei dem neuen Staatswesen um eine parlamentarische Demokratie:
    • Die Abgeordneten wurden in allgemeiner, freier, gleicher und geheimer Wahl in das Parlament, den Reichstag, gewählt.
    • Der Reichstag war wiederum für die Gesetzgebung und die Kontrolle der Regierung zuständig.
    • Die Staatsform war die Republik.
    Die Macht sollte also beim Staatsvolk und seinen demokratisch gewählten Vertretern liegen.
    Außerdem war die Weimarer Republik bundesstaatlich bzw. föderalistisch organisiert. Die Länder mussten also bestimmte Politikbereiche selbst verantworten.
    Ferner garantierte die Verfassung in der Republik die Rechtsstaatlichkeit, also die Überprüfbarkeit aller staatlichen Maßnahmen durch unabhängige Gerichte.

    Reichstag
    Dem Reichstag waren durch die Verfassung mehr Kompetenzen verliehen worden, als er sie während des Kaiserreichs besessen hatte. So war die Regierung jetzt dem Parlament gegenüber voll verantwortlich. Später zeigte sich jedoch, dass die umfassenden Rechte des Reichstags durch Volksbegehren sowie Volksentscheide, wie sie der Artikel 73 der Weimarer Verfassung vorsah, und durch die Befugnisse des Reichspräsidenten erheblich eingeschränkt wurden. Der Reichspräsident wurde ebenso wie die Abgeordneten des reichstags direkt vom Volk gewählt und besaß deshalb ein starkes Fundament für seine Machtausübung. Die Artikel 25 und 48 der Weimarer Verfassung erlaubten dem Reichspräsidenten sogar,
    • den Reichstag aufzulösen und
    • zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung mithilfe von Notverordnungen zu regieren.
    Außerdem ernannte der Reichspräsident den Reichskanzler und auf dessen Vorschlag hin auch die Reichsminister.
    Solange es einen demokratisch gesinnten Reichspräsidenten wie FRIEDRICH EBERT (Bild 1) gegeben hatte, war das kein allzu großes Problem für die Demokratie in der Weimarer Republik.
    Unter dem Reichspräsidenten PAUL VON HINDENBURG (Bild 3) jedoch, der als ehemaliger kaiserlicher Feldmarschall eine antidemokratische und autoritäre Gesinnung besaß, wurden diese Befugnisse zu gefährlichen Waffen gegen die parlamentarische Demokratie. Die Weimarer Republik wandelte sich unter seiner Präsidentschaft deshalb allmählich von der parlamentarischen Demokratie zur Präsidialdemokratie, durch die der Weg schließlich zum autoritären Führerstaat, d. h. zur NS-Diktatur unter ADOLF HITLER, geebnet wurde.

    Parteien der Weimarer Republik
    Die erste Regierung der Weimarer Republik setzte sich aus einer Drei-Parteien-Koalition, der so genannten „Weimarer Koalition“ zusammen:
    • SPD,
    • Zentrum und
    • DDP
    Daneben existierte eine Vielzahl weiterer Parteien, deren Spektrum von der extrem links stehenden KPD bis zur rechts außen stehenden NSDAP reichte. Dazwischen war Platz für Parteien unterschiedlichster Ausrichtung:
    • sozialistische Parteien (SPD, USPD),
    • liberale Parteien (DDP, DVP),
    • Parteien des politischen Katholizismus (Zentrum, BVP),
    • konservative Parteien (DNVP) und
    • linksradikale Parteien (KPD) bzw
    • ·rechtsradikale Parteien (NSDAP).
    Die Weimarer Verfassung kannte keine Zugangsbeschränkung zum Parlament. Alle Parteien, die ausreichend Wählerstimmen bekommen hatten, waren also auch im Reichstag vertreten. Deshalb bot der Reichstag auch vielen sehr kleinen antidemokratischen Parteien eine Tribüne. Diese wurde auch sehr gern von diesen Parteien genutzt, um die Öffentlichkeit auf sich aufmerksam zu machen, aber auch um Hetzparolen zu verbreiten.
    In den Jahren der Weimarer Republik wechselten die Regierungen und die Parteikoalitionen, die sie bildeten, ständig. Keine Regierung hielt sich länger als 21 Monate im Sattel. Das hatte natürlich schwer wiegende Auswirkungen auf das Vertrauen der Bevölkerung in die Politiker und auf die Politik selbst.
    Neben den Auseinandersetzungen zwischen den Parteien wurden aber gerade innerhalb von demokratischen Parteien auch Richtungskämpfe um Grundorientierungen der Politik ausgetragen. Das schwächte diese Parteien noch mehr.
    Die radikalen Parteien erschienen dagegen viel geschlossener und stabiler. Vor allem die NSDAP bot außerdem relativ einfache Welterklärungsmuster und Lösungen für alle denkbaren Probleme an, die viele orientierungslos gewordene Wähler attraktiv fanden und deshalb zu ihr hinzogen.

    Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)
    Die KPD wurde 1918/19 von Mitgliedern der USPD gegründet. Es handelte sich dabei um Mitglieder des so genannten „Spartakusbundes“ sowie um Bremer und Hamburger Linksradikale.
    Für die KPD war der Marxismus die wissenschaftliche Grundlage für die Betrachtung aller politischen Fragen. Für die meisten ihrer Mitglieder war es deshalb auch nur eine Frage der Zeit, bis in Deutschland die kommunistische Revolution nach dem Vorbild der Oktoberrevolution in Russland ausbrechen würde.
    Die Partei lehnte sich deshalb stark an die Sowjetunion an, und ihre Politik wurde zunehmend von Moskau aus gesteuert. Das zog zahlreiche Richtungswechsel ihrer Politik nach sich.

    Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD)
    Die USPD hatte sich 1917 von der SPD abgespaltet und verstand sich deshalb als marxistisch-revolutionäre Alternative zur SPD. Ursprünglich unterschied sie sich von der SPD nur dadurch, dass sie den Krieg konsequent ablehnte.
    Der bürgerliche Staat, als den sie die Weimarer Republik verstand, war für die USPD nicht reformfähig. Deshalb musste er laut Parteiprogramm durch die proletarische Revolution beseitigt werden.
    Die Partei selbst war innerlich sehr zerrissen, was 1918 u. a. zur Abspaltung der Spartakusgruppe führte, deren Mitglieder die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) gründeten.
    1920 vereinigte sich die Mehrheit der USPD dann mit der KPD. Eine Minderheit kehrte in die SPD zurück.

    Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
    Das Selbstverständnis der 1869 gegründeten SPD speiste sich aus ihrer langen Tradition als Arbeiterpartei und gründete sich auf dem marxistischen Geschichtsverständnis, wonach Geschichte eine Abfolge von Klassenkämpfen ist.
    Dementsprechend wurden auch die politischen Verhältnisse der Weimarer Republik als Erscheinungsformen des Klassenkampfs interpretiert. Das hinderte die SPD jedoch nicht daran, sich in der realen Politik pragmatisch zu verhalten.
    Vornehmlichstes Ziel der SPD war der Aufbau einer sozialen Demokratie in Deutschland und deren dauerhafte Sicherung. Dazu sollten die Rechte der Arbeiterklasse ausgebaut und die Produktionsmittel teilweise sozialisiert,
    d. h. Teile der Wirtschaft verstaatlicht werden.
    Eine Kooperation mit den gemäßigten, republiktreuen bürgerlichen Parteien schloss dabei die SPD nicht aus, verfolgte also eine ausgeprägte Toleranzpolitik.
    Das führte allerdings auch zu heftigen Flügelkämpfen innerhalb der SPD, da nicht alle Genossen diesen Kurs mittragen wollten.

    Deutsche Demokratische Partei (DDP)

    Die DDP wurde 1918 neu gegründet. Ihre Mitglieder entstammten vor allem zwei Parteien des Kaiserreichs, der Fortschrittlichen Volkspartei und der Nationalliberalen Partei.
    Als linksliberale Partei lehnte die DDP eine umfassende Sozialisierung der Produktionsmittel ab, befürwortete diese aber in einem begrenzten Rahmen. Sie lehnte außerdem jedwede Militärherrschaft und Diktatur ab, und trat für die konsequente Trennung von Staat und Kirche (Bild 4) ein.
    Außenpolitisch forderte die DDP die Revision des Versailler Vertrages und in diesem Zusammenhang die Gleichberechtigung Deutschlands in der internationalen Politik.
    Die DDP verlor von Wahl zu Wahl immer mehr Stimmen und spielte zum Ende der Weimarer Republik politisch fast keine Rolle mehr.

    Deutsche Volkspartei (DVP)
    Ebenfalls im Jahre 1918 wurde die DVP als Nachfolgepartei der bereits 1866 gegründeten Nationalliberalen Partei gegründet. Ihre Mitglieder waren mehrheitlich Angehörige der bürgerlichen Oberschicht Deutschlands, besonders Industrielle.
    Die DVP verfolgte deshalb einen politischen Kurs, der sowohl die Bewahrung des Privateigentums als auch die Sicherung der traditionellen Freiheitsrechte des Liberalismus zum Ziel hatte (Bild 5). Das politische Ideal der Partei war eine starke zentrale Staatsgewalt. Dabei wurde eine Monarchie nicht ausgeschlossen. Die Trennung von Staat und Kirche sollte jedoch erhalten bleiben.
    In der Außenpolitik forderte die DVP ebenfalls die Revision des Versailler Vertrages (Bild 6) und die deutsche Selbstbestimmung auf internationaler Bühne. Unter dem Einfluss GUSTAV STRESEMANNs begann die DVP allerdings auch eine Politik der internationalen Aussöhnung zuverfolgen, was zwangsläufig zu heftigen innerparteilichen Flügelkämpfen führen musste.

    Deutsche Zentrumspartei (Zentrum)
    Wie auch die Sozialdemokratie, hatte das bereits 1870 gegründete Zentrum den Zusammenbruch des Kaiserreiches nach dem Ersten Weltkrieg überstanden.
    Die weltanschauliche Grundlage, die die Mitglieder des Zentrums verband, war der politische Katholizismus. Die Partei trat deshalb dafür ein, dass der Kirche eine besondere verfassungsmäßige Stellung im Staat, vor allem aber in der Kulturpolitik eingeräumt wurde. Politische Zielsetzung des Zentrums war ansonsten auch der zentral organisierte Staat, dessen Gesellschaft allerdings streng nach ständischen Gesichtspunkten gegliedert sein sollte.
    Außenpolitisch gehörte das Zentrum zur Gruppe der Parteien, die eine Revision des Versailler Vertrages anstrebten
    Im Unterschied zu anderen Parteien besaß das Zentrum eine breit gefächerte Wählerschaft. Sie rekrutierte sich genau so aus katholischen Arbeitern Westdeutschlands und Oberschlesiens und aus den bürgerlichen Mittelschichten, wie auch aus Großgrundbesitzern und Großindustriellen. Das ermöglichte der Zentrumspartei die taktische Verlagerung ihrer jeweiligen politischen Schwerpunktsetzungen: einmal mehr nach rechts, andermal mehr nach links.
    Letzteres war auch der Hauptgrund dafür, dass das Zentrum von 1919 bis 1932 durchgängig in der Regierung der Weimarer Republik vertreten war.

    ...
     
  6. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Forts:

    Bayerische Volkspartei (BVP)
    Die 1918 als bayerischer Ableger des Zentrums gegründete BVP stand dem Zentrum nahe. Politisch verfolgte sie einen sehr konservativen Katholizismus. Außerdem betonte sie in ihrer Politik einen staatlichen Föderalismus mit weitgehender Souveränität der Bundesländer, wie er zu Zeiten der bismarckschen Reichsverfassung existiert hatte.
    An der Spitze dieses föderalistischen Staates bayerischer Prägung sollte ein Monarch stehen.
    Die Partei war ab 1924 an mehreren Regierungen beteiligt. Bis 1932 bestand ein Wahlbündnis mit dem Zentrum.

    Deutschnationale Volkspartei (DNVP)

    Die DNVP wurde ebenfalls 1918 gegründet. Sie war das Zerfallsprodukt mehrerer konservativer sowie einiger kleiner, teilweise antisemitischer Parteien des Kaiserreichs. Ihre Wählerschaft bestand sowohl aus Großgrundbesitzern, Großindustriellen und hohen Beamtem als auch aus Teilen des Kleinbürgertums, des Handwerks und der Arbeiterschaft.
    Politisches Hauptziel der DNVP war ein starker Staat, der am besten als Monarchie organisiert sein sollte, in der es keine Trennung von Staat und Kirche. In der Sozial- und Wirtschaftspolitik trat die DNVP einerseits für die Stärkung der Arbeitnehmerrechte ein. Andererseits forderte sie den Schutz des Privateigentums, den Abbau aller zwangswirtschaftlichen Maßnahmen und die Förderung des Mittelstandes.
    In der Außenpolitik verfolgte sie auch die Revision des Versailler Vertrages und trat für ein unabhängiges Deutschland mit einer starken Armee ein.

    Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)

    Die NSDAP war 1919 aus Teilen der Deutschen Vaterlandspartei und kleineren, teilweise antisemitischen Parteien hervorgegangen. Das bunt zusammengewürfelte Programm der NSDAP machte allen Bevölkerungsschichten Versprechungen, besonders aber dem Mittelstand, den Arbeitern und Landwirten. Seine Kernpunkte waren vor allem rassistische und antisemitische Parolen, wie die Behauptungen von den Verschwörungen des Weltjudentums und des Weltbolschewismus gegen Deutschland. Außerdem wurde die Revision des Versailler Vertrages gefordert.
    Die NSDAP gab den demokratischen Parteien die Schuld für den verlorenen Krieg und an allen Fehlentwicklungen der Weimarer Republik. Die Vertreter dieser Parteien wurden aufs Übelste beschimpft und mörderischen Hetzkampagnen ausgesetzt.
    Die NSDAP forderte die Abschaffung der demokratischen Republik und ihre Ersetzung durch einen stark zentralisierten Staat. Darunter wurde vor allem eine „Führerdiktatur“ nach dem Vorbild der faschistischen Diktatur in Italien unter MUSSOLINI verstanden. Ab 1921 war ADOLF HITLER der Parteiführer der NSDAP."

    Ich habe fertich...
     
  7. Lafayette II.

    Lafayette II. Mitglied

    Auch wenn der Thread doch ziemlich alt ist, nehme ich diesen statt einen neuen zu eröffnen. Ich hoffe, dass ist in Ordnung so.

    Ich bin über Genscher letztendlich bei der LDPD/FDP und dann bei DDP/DVP und den Vorgängerparteien im Kaiserreich gelandet. Ich habe eine Frage zur Auflösung der liberalen und konservativen Parteien am Ende des Kaiserreiches und die Neugründung in Weimar. Meine Frage ist: Wieso haben sich diese Parteie im Kaiserreich primär aufgelöst? ich finde leider keine Antwort, nur über die Tatsache an sich und die Streitigkeiten um die Person Stresemann in Gründungsphase der liberalen Parteien in Weimar.
     
  8. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Die Darstellung ist bei Wiki doch brauchbar.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Demokratische_Partei

    Die instabile Entwicklung in der WR des Parteiensystems lag zumindest teilweise in der nicht ausgeprägten parlamentarischen Routine begründet.

    Die Parteien verstanden sich eher als Transmissionsriemen von partikularen Interessen und übersahen die Notwendigkeit, stabile Mehrheiten zu schaffen und einen parteieinübergreifenden Konsens zu definieren.

    Die Ursache liegt in der mangelhaften parlamentarischen Praxis im Kaiserreich und der mangelnden Verantwortung der Parteien für das Handeln des Kanzlers bzw. der Regierung.

    Dennoch ergibt sich eine ideengeschichtliche Konstanz zwischen dem linken und dem rechten Flügel und seinen zentralen Ideen vom DR, über die WR hin zur BRD.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. April 2016
  9. hatl

    hatl Premiummitglied

    These ..

    Diese Verantwortung bestand ja im Kaiserreich überhaupt nicht. Es gab durchaus eine sehr lebendige öffentliche Debatte und eine beachtenswerte liberale Presse.
    Die Regierung selber aber war bestimmt von eines Kaisers Gnaden, der sich auf Gottes Gnade berief.
    Damit wirkte ein, sinnlich erfahrener, Gegensatz zwischen Regierung und Parlament, in die Weimarer Republik hinein.
    Erst die BRD konnte den geschichtlichen Widerspruch verdauen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. April 2016
  10. Lafayette II.

    Lafayette II. Mitglied

    Danke. Ja, bei Wikipedia war ich schon gewesen, aber es war mir nicht detailliert bzw. speizifsch genug. Es geht/ging mir vor allm darum herauszufinden, warum ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt die Veränderungen in der Parteienlandschaft aufkamen. Ob das allgemein an der Novemberrevolution und den damit verbundenen Neuaufbau lag, weiß ich nicht. Bei KPD bzw. USPD bin ich im Bilde, nur für die liberalen und konservativen Parteien fehlt mir der entscheidene Bautein.
     

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